Vom Fixer zur Legende

– Gaststars bei Bond, Teil 5

Da diese Sektion doch umfangreicher geworden ist, als ich angenommen hatte, kommen wir nun also zum fünften und hoffentlich letzten Teil. Robbie Coltrane war eine der “Nonnen auf der Flucht” bevor er große Bekanntheit und Achtung als verlogener und versoffener glücksspielender Psychiater in „Für alle Fälle Fitz“ erlangte… und diesen Erfolg als Haggrid in den „Harry Potter“ Filmen noch toppte. In „GoldenEye“ und „Die Welt ist nicht genug“ spielt er einen russischen Gegner Bonds (in der deutschen Fassung im ersten Film ohne, im zweiten mit russischem Akzent).

Zugbeobachtung und eiserner Himmel

Und wieder mal spielt ein Deutscher den Bösewicht… fast schon eine Tradition bei Bond. Nach dem verschenkten Gottfried John in „GoldenEye“ bekommt Götz Otto in „Der Morgen stirbt nie“ doch etwas mehr zu tun. Eine internationale Karriere scheint dann aber doch nicht so recht dabei herausgesprungen zu sein, auch wenn ein Asterix-Film und der „Cloud Atlas“ in seiner Filmographie zu finden sind. Kaum einer dürfte jedoch seinen Film „Iron Sky“ gesehen haben – was schade ist. Denn auch wenn die Prämisse „Nazis auf dem Mond“ nach völligem Trash klingt, handelt es sich bei diesem Film doch um eine schöne Satire auf Nazis, den American Way of War und eigentlich diverse andere Dinge, die auf unserem Planeten falsch laufen. Sehr zu empfehlen!

Dass der Prolet aus „Trainspotting“ einen Bondgegner spielen soll ist doch genauso absurd, als würde einer der Fixer aus diesem Film zum Jedi-Ritter werden… Moment… das gab es! So wurde also Ewan McGregor zu Obi-Wan Kenobi und Robert Carlyle zum bösen Terroristen in „Die Welt ist nicht genug“. Bösewicht war er auch in „Für alle Fälle Fitz“… und diversen anderen Filmen. Nachdem er während „Carlas Song“ „Die Asche seiner Mutter“ „Ganz oder gar nicht“ beerdigt hatte, war er „28 Weeks Later“ in „24“ und bereiste dann das „Stargate: Universe“. Derzeit sieht man ihn in „Once Upon A Time – Es war einmal…“

Die Legende

Sonderstatus sollte Christopher Lee genießen. Es ist wohl schwierig, ihn als etwas anderes als Legende zu bezeichnen. Gut, „arrogant“ mag möglicherweise ein Wort sein, das Leute wählen würden, die mit ihm zu tun hatten… so sagt man. Sieht man davon aber mal ab, so war er der Cousin von Bond-Schöpfer Ian Fleming. Und er kannte J.J.R. Tolkien, den Autor des „Herrn der Ringe“… oder er hat ihn zumindest mal getroffen. Zu der Ehre, den Saruman in der „Ringe“ Trilogie und dem „Hobbit“ zu spielen, kam er erst sehr spät.

Zuvor hat er in gefühlten tausend Filmen mitgespielt, davon diversen Sherlock Holmes Verfilmungen, in denen er als Sir Henry („Der Hund von Baskerville“), Sherlock Holmes („Sherlock Holmes und das Halsband des Todes“) und Holmes Bruder Mycroft („Das Privatleben des Sherlock Holmes“) auftrat (und in den 90ern noch einmal als Holmes in „Sherlock Holmes and the Leading Lady“ mit Patrick Macnee als Dr. Watson).

Seine bekannteste Rolle dürfte aber wohl Blutsauger „Dracula“ sein, den er auch in diversen weiteren „Fortsetzungen“ verkörperte. Eine weitere Figur, die er in mehreren Filmen spielte, war der asiatische Heilpraktiker Dr. Fu Man Chu. Es gab Gastauftritte in „Mit Schirm, Charme und Melone“ und „Mondbasis Alpha 1“, er kämpfte gegen „Die drei Musketiere“, galt neben Jack Lemmon als „Verschollen im Bermuda-Dreieck“ und erholte sich von den vielen billigen Horrorproduktionen in seinen späteren Jahren durch teure Produktionen wie „Sleepy Hollow“ und zwei der „Star Wars“ Prequels.

In „Der Mann mit dem goldenen Colt“ spielt Christopher Lee die Titelfigur, den Killer Scaramanga, der besonders durch seine dritte Brustwarze auffällt… und eigentlich auch durch nichts anderes. Seine Figur gibt zu, dass sie diesen ganzen technischen Kram, den sie dem Zuschauer jetzt eigentlich erklären sollte, auch nicht so recht versteht – wolln wir Essen? Irgendwie eine verschenkte Gelegenheit!

Deutsche Klischees

Nein, damit ist nicht gemeint, dass die Deutschen immer nur als Böse besetzt werden (Lotte Lenja, Gerd Fröbe, Isle Steppart, Curd Jürgens, Alexander Wiesniewski, Gottfried John, Götz Otto, Jürgen Tarrach), sondern dass es in der deutschen Synchron-Besetzung auch immer wieder zu Wiederholungen kam.

Margot Leonard, die als deutsche Stimme von Brigitte Bardot und Marilyn Monroe am bekanntesten sein dürfte, kam in den ersten Jahren gleich dreimal zum Einsatz: Für Honor Blackman in „Goldfinger“, für Luciana Paluzzi in „Feuerball“ und durch „Mit Schirm…“ bedingt für Diana Rigg in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“.

Martin Hirthe, der die großartige deutsche Stimme von Walther Matthau war, hört man auch direkt mehrere Male im Bereich des Bösen. In „Feuerball“ spricht er Adolfo Celi, nur wenige Jahre später dann aber auch Telly Savalas („Im Geheimdienst Ihrer Majestät“) und dessen Nachfolger Charles Gray („Diamantenfieber“) als Blofeld.

Der eindeutige Gewinner dürfte aber wohl Herbert Weicker sein. Er war phänomenal als Mr. Spock in „Raumschiff Enterprise“ und sein „faszinierend“ dürfte vielen noch heute im Ohr sein. Bei Bond lässt er, seit mit dem Wechsel zu Roger Moore die Synchronisation der Filme von Berlin nach München gegangen ist, kaum einen der Filme aus. In „Leben und sterben lassen“ übernimmt er für Yaphet Kotto (was wohl eher Typecasting war, da er öfter auf schwarze Schauspieler wie z.B. Sidney Poitier besetzt wurde). Da er Christopher Lee bereits mehrmals gesprochen hatte, lag seine Besetzung für ihn in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ nahe. „Der Spion, der mich liebte“ führt Ms russisches Gegenstück General Gogol (Walter Gotell) ein, den Weicker hier spricht, danach aber erstmal nicht. Bei „Moonraker“ setzt er aus, bei „In tödlicher Mission“ übernimmt er den Blofeldersatz, doch dann kehrt er für „Octopussy“, „Im Angesicht des Todes“ und auch den Dalton Bond „Der Hauch des Todes“ mit General Gogol zurück. Und damit beenden wir unsere kleine Exkursion.

Oh, was ist eigentlich aus Bond Darsteller George Lazenby geworden? Tja, sagen Ihnen die „Emanuelle“-Filme was…

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von Martin Cordemann

Serien, die schlecht enden

Es gibt Serien, die wirklich großartig sind – die es aber leider nicht schaffen, das bis zu ihrem Ende durchzuhalten. Manche Serie zerstört das für mich total (siehe „Lost“), bei anderen mindert es nur etwas den Genuss. Zu diesen Serien kommen wir heute.

„Battlestar Galactica“

Die alte Serie war… nicht gut, um es höflich auszudrücken. Sie hat… einige Probleme. Ich will nicht sagen, sie ist Schrott, aber, na ja, sie ist ziemlich dicht dran. Kann man aus so einem Debakel ein Remake machen, das wirklich, wirklich großartig ist? Überraschenderweise ja!

„Galactica“ ist realistisch, düster und mutig. Verantwortlich zeichnet dafür Ronald D. Moore, der auch an „Star Trek: Deep Space Nine“ mitgearbeitet hat. Es ist also kaum verwunderlich, dass „Galactica“ ebenso konsequent ist, wie die erwähnte „Star Trek“ Serie, wenn nicht sogar um einiges konsequenter. Es ist Krieg und da sterben Leute, auch welche, die ziemlich dicht am Hauptcharakter sind. Man betrachtet sich die Originalserie und nutzt die besten Sachen daraus – aber auf eine bessere Art und Weise. Die Miniserie und die ersten beiden Staffel sind großartig und von der Qualität her kaum erreicht – doch dann fällt es leider etwas ab. Besonders die Einführung der „Final Five“, der letzten fünf noch unbekannten Cylonen, halte ich für einen Schritt in die falsche Richtung. Das Finale versöhnt wieder ein bisschen, doch so richtig kann das die letzten beiden Staffeln nicht ausgleichen.

„House“

Manchmal ist das Problem, dass Serien einfach zu lange laufen. So ist denn das achte und letzte Jahr von „House“ etwas, das man sich hätte schenken können. Was schade ist, denn man wusste zum Zeitpunkt der Produktion, dass dies die letzte Staffel sein würde, also hätte man neue Schritte gehen, neues ausprobieren und ein paar Risiken eingehen können. Leider vermeidet man das, führt ein paar überflüssige und nervige Charaktere ein und plätschert bis zur letzten Folge so vor sich hin. Ein leider unwürdiger Abschluss für eine bis dahin ziemlich hervorragende Serie.

„Coupling“

Manchmal ist das Problem, dass einer der Schauspieler einer Serie ein besseres Angebot hat oder aus irgendeinem anderen Grund aus der Serie aussteigt. Wir sehen dies bei den letzten Staffeln von sowohl „Deep Space Nine“ als auch „Babylon 5“, wo eine der Hauptdarstellerinnen die Serie verlässt. Bei beiden besetzte man nicht einfach die Rolle mit einer neuen Darstellerin, sondern führte eine neue weibliche Figur ein. Bei der großartigen Serie „Coupling“ von Steven Moffat, der u.a. für Serien wie „Jekyll“, „Sherlock“ und „Doctor Who“ schreibt bzw. verantwortlich ist, kehrte eine der beliebtesten Figuren nicht für die vierte Staffel zurück. Wenn es sich dabei um einen besonders schrägen Charakter handelt wie „Jeff“, fällt das natürlich doppelt ins Gewicht. In der ersten Folge der Staffel lässt man ihn indirekt auftauchen, indem man mit ihm telefoniert, was ganz gut funktioniert. In der letzten Folge taucht er in einem Traum als Frau auf, was weniger klappt. Außerdem hat man für diese Staffel eine neue Figur eingeführt, die Jeff ersetzen soll, was aber gründlich misslingt. So fällt die letzte Staffel von „Coupling“ gegenüber ihren drei Vorgängern leider ein wenig ab.

„My Name is Earl“

Manchmal ist das Problem aber auch, dass man auf eine weitere Staffel spekuliert – sie aber nicht bekommt. So muss es wohl bei „My Name is Earl“ gewesen sein. Vier Jahre lang war die Serie ziemlich gut, mit jeder Menge wiederkehrender Figuren, einer guten Besetzung und guten Geschichten. Doch als das Ende nahte, hoffte man wohl, sich mit einem Cliffhanger eine weitere Staffel erkaufen zu können, evtl. bei einem anderen Sender. Der Plan ging nicht auf – und die Serie nicht so aus, wie man sich das gewünscht hätte. Etwas bleibt offen und wird nun wohl niemals geklärt werden. Ein Schicksal, das schon mehrere Serien getroffen hat. Ein hervorragendes wie trauriges Beispiel dafür ist die Neuauflage von „V“… aber das klären wir ein anderes Mal!

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von Martin Cordemann

„Heute ist nicht alle Tage…“

Blake Edwards’ „rosaroter Panther“

Es gibt Dinge, die leben besser in der Erinnerung – und sollten auch besser dort bleiben, da sie sonst ihre Wirkung verlieren. Die Morlocks aus dem Klassiker „Die Zeitmaschine“ nach H.G. Wells sind so ein Fall. Als Kind im Fernsehen gesehen, waren sie mit das Gruseligste, was man sich vorstellen konnte – heute hat man eher Mitleid mit diesen armen Kreaturen und wünscht ihnen, dass ihr Zivi kommt und ihnen hilft. Auch „The Fog – Nebel des Grauens“ hat im Laufe der Zeit ein wenig an Wirkung verloren. Hatten die mörderischen Nebellebewesen (oder Lebenebelwesen?) für ein Kind noch einen hohen Gruselfaktur, so hat auch ihre Schockwirkung im Laufe der Jahre arg nachgelassen. Und das bringt uns zu

„Der rosarote Panther“

Als Kind hatte ich großen Spaß daran. Das hat sich inzwischen leider ein bisschen geändert. Die Filme sind, wie man so schön sagt, nicht gut gealtert. Genau genommen sind sie heutzutage eigentlich eher albern und lächerlich. Es gibt ein paar nette visuelle Gags und Peter Sellers Timing ist hervorragend, aber letzten Endes reicht das dann doch nicht für einen Film, geschweige denn für mehrere. Das ist schon ein bisschen traurig, dass diese Filme, die als humoristisches Gegenstück zur Bondreihe angelegt waren, heute (für mich) nicht mehr funktionieren.

Seinen Humor bezieht der Film weniger aus den Dialogen als vielmehr aus visueller Komik. Viele der Szenen, das ist Blake Edwards Stil in dieser Serie, sind eher eine Art Stummfilmsequenzen. Man kommt mit einem Minimum an Dialog aus, der Rest ist visuell, Timing, Verwechslung, aneinander vorbei laufen. Dass das halbwegs gelingt, liegt vor allem an der Musik.

Und damit wären wir bei einem der wenigen wirklich positiven Dinge: Henry Mancinis großartige Musik! Für diese Musik hätte er eigentlich einen Oscar verdient (falls er keinen dafür bekommen hat), denn sie hat ein unheimliches Tempo, ist beschwingt, locker und witzig. In den Stummfilm-Szenen ist sie perfekt auf das Geschehen abgestimmt.

Ein weiteres Highlight ist sie dann in den Zeichentrick-Vorspännen der Filme. Sie ist es, die diese Vorspänne zum Leben erweckt. Auch wenn diese Trickfilme eigentlich keine Handlung erzählen, sind sie durch die wunderbare Untermalung von Mancini das Highlight jeden Pink-Panther-Films.

Akzente setzen

In der Synchronisation wurde er uns bis in die 80er vorenthalten – und ich kann auch gut verstehen, warum. Denn er ergibt überhaupt keinen Sinn und seine Witzigkeit hält sich eigentlich auch in Grenzen. Gemeint ist Peter Sellers bzw. Inspektor Clouseaus Akzent.

Ganz ehrlich, viele der Filme spielen in Frankreich. Also was soll da ein französischer Akzent – den nur eine Figur hat? Es ist völliger Quatsch. Es ist ja nicht so, dass der französische Polizist sich mit einem französischen Straßenmusiker auf den Straßen von Paris auf Englisch unterhalten würde, was den Akzent rechtfertigen könnte. „Gemeint“ ist aber wahrscheinlich, dass wir als Zuschauer verstehen sollen, dass das in Frankreich spielt und er „in Wirklichkeit“ Französisch spricht, was uns der Akzent anzeigen soll. Müssten aber dann nicht alle Figuren einen solchen Akzent haben und nicht nur Clouseau? Und warum würden sie sein „Rümm“ dann nicht als „Room“ verstehen, weil sie ja eigentlich alle so sprechen müssten? Sie sehen, kein Sinn, außer, dass es witzig sein soll.

Wobei, kleiner Exkurs, es Filme gibt, die genau diese Methode benutzen. In „Citizen X“, der in Russland spielt, sprechen alle (mit Ausnahme von Max von Sydow) mit russisch angehauchtem Akzent, um uns zu zeigen: das hier ist in Russland. Auch das ist genau genommen eine bescheuerte Idee und, in dem Fall zum Glück, etwas, das in der deutschen Synchronisation für gewöhnlich vermieden wird. Dann müsste man ja Gerard Depardieu und Alain Delon in jedem französischen Film mit französischem Akzent synchronisieren, damit wir verstehen, dass das in Frankreich spielt, und Sean Connery mit britischem, Paul Newman mit amerikanischen und Mr. Spock mit vulkanischem Akzent… die Rechnung geht einfach nicht auf.

Riehmähck

Da es für alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, ein Remake geben muss, gibt es für den „rosaroten Panther“ auch eins. Sogar mit Fortsetzung. Über die Qualität dieser Filme lässt sich streiten, aber sie sind mies. Und Steve Martin erweist sich als absolute Fehlbesetzung, wenn man nach einem Ersatz für Peter Sellers sucht. Da würden sich eigentlich zwei andere anbieten, die hier weit treffender gewesen wäre.

Was den Hang zum Akzent angeht, so drängt sich beim Schauen der Sellers Filme immer der Vergleich zu Borat auf. Vielleicht hätte man also eher Sacha Baron Cohen für die Rolle besetzen sollen, klingt es doch fast so, als hätte er seine Kunstfiguren nach Sellers Akzent modelliert.

Das andere wichtige Hauptmerkmal von Sellers Clouseau ist allerdings die visuelle Comedy, der Körpereinsatz. Da hätte sich eigentlich ein Landsmann von ihm angeboten, der perfekt in diese Sparte gepasst hätte: Rowan Atkinson. Der hat als „Mr. Bean“ genug Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt, um einen angemessenen Inspektor Clouseau geben zu können.

Steve Martin dagegen hielt es nicht mal für nötig, sein schlohweißes Haar der Rolle gemäß zu färben… was dem Erfolg aber wohl keinen Abbruch getan hat, denn, wie gesagt, auf das erste Remake folgte eine Fortsetzung, und das spricht ja eher für einen finanziellen Erfolg als für einen inhaltlichen Flop… wobei das eine das andere eigentlich nie ausschließt, eher im Gegenteil.

Paulchen Panther

Neben den Filmen gab es bekanntermaßen auch noch eine Zeichentrickserie. Während die im Original eher stumm gehalten ist, unterlegte Eberhard Storeck (bestens bekannt als Stimme von Willi in „Die Biene Maja“) das ganze mit gereimten Texten. Trefflich gesprochen wurden die von James Bond Stimme Gert Günther Hoffmann und so freute man sich jede Woche, denn meistens sorgte er für eine gute Stimmung… und hielt auch sein Versprechen:

„…ich komm wieder, keine Frage!“

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von Martin Cordemann

Spielen und spielen lassen…

– Gaststars bei Bond, Teil 4

Natürlich gibt es auch Bondgirls (oder, politisch korrekt: Bondfrauen), die nicht direkt nach ihrem Auftritt in Vergessenheit geraten sind. Beginnen wir mit der Niederländerin Famke Janssen. Sie war nicht nur in „GoldenEye“ zu sehen, sondern hatte auch einen Gastauftritt bei „Star Trek: The Next Generation“. An der Seite von Michael Douglas spielte sie in „Sag kein Wort“ und an der Seite von Liam Neeson war sie in den „Taken“ Filmen (bei uns unsinnigerweise „96 Hours“ benannt) zu sehen (wobei Neeson hier zeigt, wie Bond wäre, wenn er a) wirklich hart wäre und b) eine Familie hätte). Genrefans dürfte sie aber wohl am vertrautesten sein als Jean Gray aus bei den „X-Men“.

Vom Supermann zum Superagent

Sie sagt, ihr Mann wollte mit einem Bondgirl verheiratet sein, also nahm sie die Rolle in „Der Morgen stirbt nie“ an: Teri Hatcher. Neben Gastauftritten in diversen amerikanischen Fernsehserien wie „Seinfeld“ dürfte sie vor ihrem Bondgastspiel als Lois Lane in „Superman – Die Abenteuer von Lois und Clark“ am bekanntesten gewesen sein. Inzwischen kam sie zu anhaltendem Ruhm durch „Desperate Housewifes“.

Sophie Marceau war eigentlich ein Star, bevor sie in „Die Welt ist nicht genug“ mit Bond das Bett teilte. Gerade in Deutschland dürfte sie den meisten durch ihre „La Boum“ Filme aufgefallen sein. Ein „Skandal“ kam dann, als sie in „Abstieg zur Hölle“ mit ihrem „La Boum“ Vater, Claude Brasseur, eine nackte Affäre hatte. Zu sehen war sie auch in „D’Artagnans Tochter“, „Anna Karenina“ und „Braveheart“.

Wild Thing vs. Catwoman

Schwer zu sagen, was Denise Richards bekannter machte, „Wild Things“ oder die Ehe mit Charlie Sheen. Noch heute macht sie ständig Gastauftritte in dessen Fernsehserien. Auch wenn man ihr den „Doktor“ in „Die Welt ist nicht genug“ nicht so ganz abnehmen möchte (das wäre ja fast so, als würde Steven Seagal einen Doktor spielen… Moment… das gab es!), macht sie doch im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Figur. Zu ihren besseren Filmen gehören „Tatsächlich…Liebe“ und „Starship Troopers“.

Kommen wir zu Halle Berry. Sie erhielt den Oscar für „Monsters Ball“ und die goldene Himbeere für „Catwoman“. Für „Stirb an einem anderen Tag“ erhielt sie wahrscheinlich eine Menge Geld. Doch keiner dieser Filme konnte ihre Karriere stoppen, wie ihr jüngster Auftritt in dem ambitionierten „Cloud Atlas“ beweist. Ach ja, sie war ja auch in den „X-Men“ Filmen… aber irgendwie vergisst man das schnell.

Du singst nur zweimal

Und dann war da noch… Madonna. Das ist, glaube ich, irgend so eine Sängerin. Sie schrieb und performte den Titelsong zu „Die Another Day“ und teilt sich damit mit den Machern des Liedes zu „Ein Quantum Trost“ den Preis für den beschissensten Bond Song aller Zeiten. Ein Gerücht behauptet, dass sie in diesem Film ein Bondgirl werden und dass Bond sie küssen sollte – Pierce Brosnan lehnte ab. Prompt wurde aus ihrer Figur eine Lesbe… und der Titelsong bleibt beschissen!

Bon Apetit

Nachdem der Spieler LeChiffre bereits von Peter Lorre (in der TV-Version… wo Bond Amerikaner ist und Clarence Leiter der Brite) und Orson Welles (in der „Parodie“) gespielt wurde, hatte Mads Mikkelsen in „Casino Royale“ also durchaus beeindruckende Schuhe zu füllen – was er problemlos tat. Genau wie die erwähnten Herren Walken und del Toro zählt er zu denen, bei denen es eine Freude ist, ihnen beim Spielen zuzusehen. Da Skandinavien nicht mehr groß genug für ihn zu sein scheint, wo er in der „Pusher“ Trilogie auftauchte, fand er sich u.a. in der Tafelrunde von „King Arthur“ ein. Er aß „Adams Äpfel“ und verlor den „Kampf der Titanen“. Derzeit tritt er erneut in große Fußstapfen, nämlich die von Sir Anthony Hopkins. In der Fernserie „Hannibal“ spielt er den Serienkiller mit Hang zu außergewöhnlichen Speisen… oder den Kannibalen mit Hang zu außergewöhnlichem Morden. Wohl bekomms!

Der ewige Böse

Und noch einer, der in einer Verfilmung nach „Schweigen der Lämmer“ Autor Thomas Harris zu sehen war: Ralph Fiennes, der in „Skyfall“ zum zukünftigen M aufsteigt, war in „Roter Drache“ rein psychisch ein bisschen neben der Spur. So wie bei „Harry Potter“. Oder in „Schindlers Liste“. Oder, herrlich ordinär, in „Brügge sehen… und sterben?“. Von seiner positiven (sprich: langweiligen) Seite konnte er sich dann in „Der langweilige Patient“… „Der englische Patient“ zeigen sowie in „Der ewige Gärtner“ (was Etikettenschwindel ist, da es in dem Film kein einziges Mal um Gartenarbeit geht). Als Hades war er dann noch in „Kampf der Titanen“ und „Zorn der Titanen“ zu sehen… aber man muss ja auch von irgendwas leben.

Wäre er nicht an der Seite von Sean Connery als Hercule Poirot damit beschäftigt gewesen, den „Mord im Orientexpress“ aufzuklären, hätte ich Albert Finney wahrscheinlich übergangen. Doch kann man „Tom Jones“ (nicht den Sänger) wirklich ignorieren? Soll denn „Wolfen“ nichts bedeutet haben? Oder „Miller’s Crossing“? Oder „Das Bourne Ultimatum“? Naja, für irgendwas muss es ja gut gewesen sein.

Und…

…Javier Bardem war in „Skyfall“ natürlich großartig, so wie in „No Country for Old Men“… aber das rettet den Film trotzdem nicht!

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von Martin Cordemann

Der Tag, an dem der Verstand still stand

– aus unserer Reihe: „Filmverriss“

Oder: Wie man aus einem intelligenten Film einen dummen macht. Okay, damit wär eigentlich schon alles gesagt. Bis zum nä-

Ach, was soll’s? Ich hab mir diesen Mist extra noch mal angesehen, aber was tut man nicht alles für seinen Blog? Also beginnen wir beim Anfang…

Das Original

„Der Tag, an dem die Erste still stand“ ist das, was man einen Klassiker des Science Fiction Films nennt. Denn: er ist in schwarz/weiß! Und alt! Und eigentlich auch ziemlich gut. Eine fliegende Untertasse landet auf der Erde, ein Typ steigt aus, wird angeschossen, weil er etwas aus seiner Jacke zieht, landet im Krankenhaus, haut ab, lernt eine nette Frau kennen, heiratet… nein, das stimmt nicht. Aber die Frau hilft ihm bei seiner Mission, nämlich den dämlichen Menschen die Botschaft zu bringen, dass, wenn sie sich weiter so bescheuert verhalten, andere Wesen im Weltraum, die ein bisschen mehr auf dem Kasten haben, die Menschheit als Bedrohung ansehen und bei Nichteinsicht dann auch einfach mal ausschalten würden. Warnung! Lernen! Weiterentwicklung!

Kann man eigentlich nicht missverstehen. Dann gibt’s noch Gort, den Roboter, dem man die Worte „Klaatu Barada Nikto“ ins Ohr säuseln muss, wenn Klaatu, der Außerirdische, mal wieder angeschossen wird. Diese drei Worte finden in der Filmgeschichte noch zweimal eine Anwendung, einmal in Sam Raimis „Armee der Finsternis“ und dann als die Namen von drei Figuren aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“.

Der Film ist recht geradlinig und sein Name entspringt einer Aktion, die Klaatu ausführt, um zu zeigen, zu was die Außerirdischen fähig sind: Er lässt alles auf der Erde für eine Stunde (oder eine halbe?) anhalten (außer Flugzeuge in der Luft und Krankenhäuser), also eine FRIEDLICHE Demonstration seiner Macht.

Dumm und noch viel dümmer

Kommen wir zum Remake. Remakes haben es an sich, dass man bestimmte Dinge, an die man sich aus dem Original erinnert, aufgreifen – meist in weit schlechterer Form. Bei diesem Film schreit es einen an, dass die Macher des Films das Original offensichtlich kein Stück verstanden haben. Viel dümmer kann man mit einem Film eigentlich gar nicht umgehen, und mit einem intelligenten schon überhaupt nicht. Ganz ehrlich, allen Beteiligten sollte ihre Lizenz, Filme zu machen, auf alle Zeiten entzogen werden! Denn, um es kurz über einen Kamm zu scheren, alle Dinge, die im Original Sinn ergeben und vernünftig sind, sind hier dumme Scheiße ohne jede Motivation – höflich ausgedrückt.

Ignorieren wir die nicht vorhandenen Schauspielkünste von Keanu Reeves und Jayden Smith, ignorieren wir vorerst den seelenlosen CGI-Gort und beginnen wir… irgendwo im Film.

Statt eines klassischen UFOs sitzt sich nun eine computeranimierte Sphäre ihren Arsch im Central Park platt, aus der – Trommelwirbel – eine Figur hinauswankt, auf Jennifer Connelly zu… und wird angeschossen. Weil ja im Original auch der Außerirdische angeschossen wird. Nur: Da ergibt es Sinn, weil jemand denkt, er hätte eine Waffe in der Hand. Hier hat er ausgebreitete Arme mit LEEREN Händen! Was ne Scheiße!

Außerirdischen Treff

Während der Klaatu des Originals eher die Rolle eines Botschafters und Beobachters hat, benimmt sich Keanu-Klaatu eher wie ein Arschloch. Aber das scheint seiner Rasse eigen zu sein, denn in irgendeinem schmierigen Restaurant trifft er einen asiatischen Außerirdischen, der sich selbst widersprechendes Zeugs quatscht. Einerseits sagt er: Bring alle um, die Menschen sind Arschlöcher, die lernen es eh nicht. Gut, er formuliert es anders, aber inhaltlich ist das ziemlich auf den Punkt. Andererseits will er aber auch auf der Erde bleiben und mit allen sterben, weil das Leben als Mensch ja doch irgendwie toll war und er wahrscheinlich noch ne Verabredung beim Springbreak hat oder so was. Es ergibt jedenfalls keinen Sinn, zumal er, wie gesagt, vorschlägt, die Menschheit auszurotten, prinzipiell nicht verkehrt, aber als Entscheidung vielleicht ein wenig über seiner Gehaltsstufe angesiedelt.

Nachdem Freund Asian-Alien also die Menschheit zum Tode verdammt hat, beweist Keanu in einer herzzerreißenden Rede, dass die Autoren des Films keinen blassen Schimmer haben – von nix! Denn, anders als im Original, geht es nicht darum, den Menschen zu zeigen, dass sie auf einem falschen Weg sind und ihnen die Möglichkeit zum Umdenken zu geben. Die Auslöschung ist bereits beschlossene Sache, DENN – und hier wird es idiotisch – ohne die Erde würden die Menschen sterben, aber ohne die Menschen würde die Erde leben. Erstmal sollte man den Begriff Erde durch Natur ersetzen und zweitens ist das nur halbgarer Scheiß.

Richtig ist: Ohne die Menschen würde es der Natur weit besser gehen! Falsch ist: Die Menschen machen ALLES kaputt. Die Menschen machen VIELES kaputt und sollten das auch verdammtnochmal lassen, aber dieser Film versteht das Problem genauso wenig wie es „Eine unbequeme Wahrheit“ verstanden hat! Der Punkt ist: Soviel Scheiß wie der Mensch auch baut, die Natur, oder Teile davon, werden wahrscheinlich überleben. Der Mensch wird sich seine Grundlage zerstören und sich damit selbst zum Tode verurteilen, aber Teile der Natur werden überleben… OHNE den Menschen! Für die Natur ist also letztenendes gesorgt, das, was der Mensch tut, ist sich selbst den Ast abzusägen, auf dem er lebt. Verstehen aber die wenigsten. Is aber auch n schwieriges Konzept.

Arche No, arrgggg!

Der „Plan“, wenn man das so nennen möchte, unserer außerirdischen Freunde ist es also… keine Ahnung. Sie bringen jedenfalls Archen mit, in die sie verschiedene Arten packen. Ganz ehrlich, noch nie was von Neutronenbomben gehört? Oder legen die auch die Tiere um? Jedenfalls gibt es (angeblich) so gottverdammt viele Arten, dass es weit einfacher wäre, mit ein paar Neutronenbomben oder einem cleveren Virus alle Menschen umzulegen, als jedes Kleinviech mit an Bord zu nehmen, damit es überleben kann. Eine außerirdische „Intelligenz“ muss hier also stark angezweifelt werden.

Was uns zurück zu Klaatu bringt. Der benimmt sich hier wirklich wie ein Arsch. An einer Stelle legt er auf eine recht brutale Weise einen Polizisten um, nur, um ihn gleich danach wieder zu beleben… was nicht nötig gewesen wäre, da er vorher Leute mit Gedankenkraft unschädlich machen konnte. Sinnlose Aktion!

Wenig später kommt er zu einer anderen Szene, bei der man das Original nachempfinden wollte – ohne verstanden zu haben, worum es dabei ging. Im Original wird klargestellt, dass die wahren Oberhäupter der Erde nicht die Präsidenten und Kanzler sind, sondern die Wissenschaftler – also Leute, die wirklich was auf dem Kasten haben. Dort wird die Formel an der Tafel des Professors dazu benutzt, ihm zu beweisen, dass Klaatu eine höhere Intelligenz hat, auf dass dieser seine wissenschaftlichen Kollegen aus aller Welt zusammenrufe, um ihnen die frohe Botschaft (Vernichtung der Welt) zu verkünden. Da irgendsowas hier auch rein muss, faselt Frau Connelly etwas idiotisches darüber, dass sie einen wahren Führer kennen würde und dann malen Reeves und John Cleese auf einer Tafel herum – ohne Sinn, ohne Motivation und ohne begriffen zu haben, wozu diese Szene eigentlich da war. Oder, kurz gesagt: Es ist völlig SINNLOS!!!

Oh mein Gort!

Im Original bezieht Gort seine Bedrohlichkeit daraus, dass er stumm da steht und an einer Stelle zwei Soldaten verschwinden lässt. Hier steckt man ihn in eine Einrichtung, in der er sich, als er sich zu langweilen beginnt, in einen riesigen Schwarm insektengroßer Allesfresser verwandelt und dann durch die Gegend zieht, um wahllos Leute umzubringen, u.a. einen Truck aus Metall, während er die Strommasten im Hintergrund (ebenfalls aus Metall) völlig ignoriert. Wahrscheinlich nicht seine Marke.

Was uns zu der Frage bringt, was Klaatu da eigentlich soll? Was ist seine Aufgabe? Wenn man ein Update über den Stand der Erde wollte, hätte man einfach den asiatischen Alien anzurufen brauchen. Und zur Vernichtung der Erde hätte man schlicht Gort schicken können. Also was macht er da?

Dann gibt es einen kurzen Moment der Hoffnung: Das furchtbare Kind stirbt! Aber ein schlechter Schauspieler hilft dem anderen und so bleibt Will Smiths Sohn am Leben, um auch in weiteren Filmen zu zeigen, dass eine andere Karriere als die des Schauspielers für ihn vielleicht der richtigere Weg gewesen wäre.

Ende Gort, alles Gort

Und dann geht das Licht aus und selbst Uhren, die aufgezogen werden müssen, bleiben stehen… denn man muss ja irgendwo den Namen des Films rechtfertigen und war doch die Szene, wo alles stehen bleibt, im Original ein Angelpunkt, so werden sich die Macher gedacht haben, packen wir das, dieses starke Bild, wo nix mehr geht, ans Ende und zeigen einmal mehr, dass wir genauso wenig vom Original verstanden haben wie die Menschheit in diesem Film. Denn während sich Klaatu in den 50ern an MEHRERE Menschen wandte, haben hier allein Frau Connelly und Will Smiths Sohn die Botschaft… ach nee, die gab’s ja nicht. Tja, das macht das alles noch eine Spur sinnloser. Hätte Klaatu wenigstens irgendjemand… oder dem Präsidenten auf den Anrufbeantworter… aber den kann er jetzt nicht mehr abhören… So wird also nie jemand erfahren, warum das alles passiert ist und die Ereignisse bleiben für die Menschen genauso sinnlos, wie es der ganze Film war. Insofern ja doch irgendwie konsequent!

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von Martin Cordemann

A Fistful of Commas

– Beobachte meinen Rücken 2

Es gibt gute und schlechte

a) Menschen

b) Schauspieler

c) Synchronfassungen

d) Übersetzungen

e) Genau!

Also was sollen wir lange um den heißen Brei herumreden, wie es so schön heißt. Oder sollten wir nichts anbrennen lassen? Uns nicht die Finger verbrennen? Uns warme Gedanken machen? Oder einfach heiß auf Sie sein? Ich weiß es nicht, ich hab den Faden, den die Maus nicht mehr abbeißt, verloren, ob er nun rot war oder nicht.

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Sie kennen das Prinzip… obwohl ich es beim letzten Mal gar nicht erklärt habe. Aaaaber da dies hier ein Blog ist, haben Sie das letzte Mal vielleicht noch gar nicht gelesen und so wird das letzte Mal zum nächsten Mal und dieses nächste Mal dann zum letzten Mal… aber nicht zum letzten Mahl, Komma Abend, denn das bleibt glaube ich dem Heiland seinem Sohn vorbehalten. Ja, ich weiß selbst, dass das schlechtes Deutsch ist, das macht aber nichts, wir sind ja alle erwachsen. Hoffe ich zumindest. Wenn nicht, auch egal.

„Jesus“ kommt in englischsprachigen Filmen auch öfter vor. Auf Deutsch klingt das immer ein bisschen falsch, finde ich. Denn eine Synchronisation oder eine Übersetzung sollte ja so klingen, als wäre alles normal und in der eigenen Sprache. Und welcher Ihrer Bekannten würde „Jesus!“ ausrufen, wenn er, sagen wir mal, mit einer gezogenen Waffe in eine verlassene Tankstelle stürmt und dort die zerstückelte Leiche des Tankwarts auf dem Boden vorfindet? Und wenn, was haben Sie für Freunde? Wie kommen die in solche Situationen? Was machen die beruflich?

Wie dem auch sei, wenn dieser Freund nicht gerade zu sehr von amerikanischen Originalfassungen geplagt und zu faul für seine eigene Landessprache ist, dann würde her wahrscheinlich eher so etwas wie „Heiliger!“ ausrufen, oder „Himmel!“ oder gar „Um Himmels Willen!“… was dann bei Lippensynchronität wieder schwieriger wird.

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In der deutschen Fassung von „Fargo“ wird dies glaube ich durch ein „Jesses“ übertragen, was im Zusammenhang dieser eher schrägen Leute in einem eher schrägen Ambiente in einem eher schrägen Film ganz gut passt, aber eigentlich schlecht zu verallgemeinern ist. Aber warum erzähle ich Ihnen das eigentlich?

Ich weiß es auch nicht. Ich wollte ja erklären, wie das rückwirkend vorgreifend funktioniert… obwohl ich glaube, dass Sie das schon selbst herausgefunden haben. Ja, egal, jedenfalls zeigt Ihnen der erste Strip (Comicstrip, nur, dass da keine Missverständnisse aufkommen) eine ganz normale deutsche Fassung. Der zweite zeigt Ihnen dann, wie so was aussieht, wenn es von Banausen schlecht (1:1) übersetzt wird. Im dritten sehen wir dann die Originalfassung und zum Schluss gibt es eine Datei, in der sie alle drei Versionen direkt miteinander vergleichen können.

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Nein, das hier war sie noch nicht. Das sieht man doch, oder?

Während in der letzten (nächsten, kommenden, zukünftigen) Kolumne „The Good, the Bad and the Original“ manche der schlechten Übersetzungen durchaus Fundstücke sind, die sich hier und da so aufspüren lassen, will ich doch schwer hoffen, dass die hier zusammengestückelte Version allein auf meiner schäbigen Phantasie beruht. Falls Sie aber jemals in einem Buch, Film oder pornographischen Text eine dieser Formulierungen finden, schreien Sie bitte laut auf! Sie werden sich danach besser fühlen. Vielleicht auch nicht. Aber, je nach Örtlichkeit, haben Sie die volle Aufmerksamkeit – es sei denn, Sie sind auf der Örtlichkeit und dort besser allein, dann nicht.

Hier, vergleichen Sie:

DreiStripsFistfull

So, ich denke, das reicht dann mal für heute. Fahren Sie vorsichtig und denken Sie immer daran…

…alles wird gut.

…das ist alles nur ein Traum.

…Sie sind bereits wach.

…heute ist nicht alle Tage – oder Nächte.

…bei Atembombenexplosion Decke über den Kopf.

…dieser Text ist jetzt zu ende!

NullNullSexy10Inselreich

von Martin Cordemann

Over acting… or Overacting

– Gaststars bei Bond, Teil 3

Der erste große schwarze Verbrecher… und ich benutze nicht das Wort, das Fleming im Buch verwendet, wurde gespielt von Yaphet Kotto. Neben „Leben und sterben lassen“ wurde er ein Opfer des „Alien“ und neben Arnold Schwarzenegger zum „Running Man“. Robert de Niro traf er in der Actionkomödie „Midnight Run“ (wo de Niro, im Gegensatz zu seinen späteren „Komödien“, wirklich witzig ist). In den letzten Jahren hatte er eine prominente Rolle in der Fernsehserie „Homicide“.

Curd Jürgens, der Stromberg (nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen Fernsehserie) spielt, war dem deutschen Publikum schon lange bekannt und spielte in vielen nationalen und internationalen Produktionen. Man sah ihn „Am laufenden Band“ in „Derrick“, „Der Kommissar“, „Der Mephisto-Waltzer“, „Und ewig lockt das Weib“ sowie, wie Telly Savalas, in „Solo für O.N.K.E.L.“. Er war „Der Mann, der Sherlock Holmes war“, erlebte den „längsten Tag“, betrat den „Blauen Engel“, salutierte für „Jakobowski und der Oberst“ und er fuhr neben Filmlegende Orson Welles auf der „Fähre nach Hongkong“. Ich denke, da kann man von einer erfolgreichen Karriere sprechen.

Moore or less

Michel Lonsdale (auch als Michael Lonsdale aufgeführt) spielt in „Moonraker“ einen zurückhaltenden, höflichen Bösewicht mit herrlich gemeinen Sprüchen. (Gesprochen wird er in der deutschen Fassung von Heinz Petruo, der auch die deutsche Stimme von Darth Vader war… da „Moonraker“ ja nur durch den Erfolg von „Krieg der Sterne“ zu diesem Weltraumfilm geworden ist, also wohl ein reines Typecasting – obwohl er seine Sache sehr gut macht!) Spontan fallen mir mit ihm nur „Der Schakal“ und dann der spätere Film „Ronin“ mit Robert de Niro und Bond Gegenspieler Sean Bean ein. Bei Interesse können Sie da ja gerne mal mehr in Erfahrung bringen.

Chaim Topol aus „In tödlicher Mission“ hat sowohl „Galileo“ gespielt als auch Tevje in „Anatevka“. Da mutet es fast ein wenig komisch an, dass sein Filmgegner Julian Glover die spannendere Filmographie vorzuweisen scheint: Er ist zu sehen in „Das Imperium schlägt zurück“, „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, „Magnum“, diversen Episoden von „Mit Schirm…“ und „Doctor Who“ und spielt derzeit in der hervorragenden HBO-Serie „Game of Thrones“.

Der Graf raucht Monte Christo

Sei es „Der Graf von Monte Christo“ (2mal!) oder „Der Mann in der eisernen Maske“ – Louis Jourdan ist immer dabei. In „Octopussy“ ist er einer der (zu) vielen Bösewichte und auch er gibt sich die Ehre als Gegner von Columbo  in der wahrhaft köstlichen Folge „Mord à la carte“/“Lauter Feinschmecker“. Möglich, dass er Genrefreunden aber am ehesten aus „Das Ding aus dem Sumpf“ bekannt ist.

Sein Kollege und Ko-Bösewicht in diesem Film ist Steven Berkoff. Der Mann ist viel beschäftigt und er mag Ihnen von „Mit Schirm…“ bis „Beverly Hills Cop“, von „Doctor Who“ bis „Star Trek: Deep Space Nine“, von „Verblendung“ bis „The Tourist“, von „Barry Lyndon“ bis „Uhrwerk Orange“ irgendwo schon einmal über den Weg gelaufen sein. Gemeinsam mit Bonddarsteller Timothy Dalton spielt er sogar in dem Joan Collins Dreiteiler „Sins“.

Gut, sie zu sehen

Der Name Christopher Walken dürfte eigentlich bekannt sein. Und der Mann arbeitet so viel, dass es eigentlich unmöglich sein dürfte, dass man ihm nicht schon mal in irgendeinem Film begegnet ist. Er gehört zu den Schauspielern, die einen Film adeln können, denn es ist meist eine Freude, ihn spielen zu sehen. So ist er auch „Im Angesicht des Todes“ mit das Beste am Film.

In „Lizenz zum Töten“ dann sehen wir den Beginn einer Karriere. Benicio del Toro ist herrlich fies und böse. Er soll danach Filme machen wie „Die üblichen Verdächtigen“, „Fear and Loathing in Las Vegas“, „Traffic“ und „Sin City“, um nur ein paar zu nennen. Wie Walken gehört auch er zu den Schauspielern, die einen Film durch ihr Spiel aufwerten können.

Mr. Bean

Nur, um es nicht unerwähnt zu lassen: Eine seiner ersten Filmrollen dürfte Rowan Atkinson wohl in „Sag niemals nie“ gehabt haben. Er ist eindeutig als das komische Element engagiert und macht seine Sache auch ganz gut. Aus ihm wurde der herrlich fiese „Black Adder“, der leider verbesserungswürdige „Johnny English“ (eine Bond-Parodie) und natürlich der allseits bekannte „Mr. Bean“.

Zweiter im Bunde ist dann Sean Bean, der in „GoldenEye“ Bonds a) Kollegen und b) Gegner spielt. Neben Filmen wie „Stormy Monday“ und „Shopping“ ist er in dem Harrison Ford Film „Die Stunde der Patrioten“ zu sehen. Man kann noch „Ronin“, „Scarlet“ und „Anna Karenina“ aufführen, aber am bekanntesten könnte ihn dann doch seine Rolle als Boromir in der „Herr der Ringe“ Trilogie von Peter Jackson gemacht haben.

Ja, ach, wir sollten auch John Cleese nicht unerwähnt lassen. Er wurde durch „Monty Python“ berühmt, hat in den letzten Jahren dann aber statt seinen Humor in Qualitätsarbeit auszuleben lieber das schnelle Geld gemacht, indem er Kurzauftritte in Filmen wie der „Harry Potter“ Reihe, der „rosarote Panther“ Reihe und der „Drei Engel für Charlie“ Reihe machte. Und als Qs Nachfolger R in „Die Welt ist nicht genug“ und Q in „Stirb an einem anderen Tag“.

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von Martin Cordemann

Makabere Meisterwerke

– aus unserer Reihe: „Es muss nicht immer Nörgeln sein“

Auch gute Filme verdienen es, einmal lobend erwähnt zu werden. Wobei ich die offensichtlichen Kandidaten, die sowieso jeder kennt, auslassen werde. Man muss nicht extra darauf hinweisen, dass „Der unsichtbare Dritte“ der mit Abstand beste Film von Hitchcock ist – auch wenn da die Meinungen auseinander gehen mögen. (Ganz ehrlich, „Marnie“ find ich langweilig, trotz Connery, „Über den Dächern von Nizza“ bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück und was zur Hölle soll an „Vertigo“ bitte gut sein? „Die Vögel“ ist nicht schlecht und… ja, er hat schon gute Sachen gemacht, aber „Der unsichtbare Dritte“ bleibt einfach mein Lieblingsfilm von ihm – schon wegen Cary Grant, auf den wir später noch zu sprechen kommen werden.)

Ein Zitat aus „Casablanca“

Und natürlich muss ich Ihnen auch nicht extra sagen, dass „Die üblichen Verdächtigen“ ein großartiger Film ist, das sollten Sie verdammtnochmal wissen! Wenn nicht, was machen Sie dann hier? Und wussten Sie, dass mir Udo Schenk den Film versaut hat? Nein, nicht weil er im Kino neben mir gesessen hat.

Ganz ehrlich, wenn Sie den Film nicht gesehen haben, sollten Sie das hier nicht lesen!

Jedenfalls bin ich ziemlich gut darin, Stimmen zu erkennen und somit plaudert Schenk in der deutschen Fassung des Films das Geheimnis des Films aus… indem er den Mund aufmacht. Und das, wo der Film selbst später sagt „Einer hat gesprochen – eine Stimme allein reicht manchmal schon!“ Ja, verdammt, eine Stimme reicht schon, also warum zum Henker habt ihr Kaiser Soyze was sagen lassen? Ansonsten: Großartiger Film! Obwohl ich Till Hagen für Kevin Spacey schöner gefunden hätte… aber ich schweife ab. Mal wieder.

Dass sich der Titel des Films auf eine Stelle aus „Casablanca“ bezieht („Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen.“) wussten Sie sicher schon, also muss ich das gar nicht erst erwähnen.

Kommen wir also zum eigentlichen Thema, zwei der wunderbarsten schwarzen Komödien, die ich kenne. Beginnen wir mit…

„Arsen und Spitzenhäubchen“

Zwei hinreißende alte Damen, die gerne traurig und einsam wirkende Herren vergiften, ein spielfreudiger Cary Grant und wunderbare Dialoge machen diesen Film zu einem Film für die ganze Familie… falls Ihre Familie aus Serienkillern besteht. Nein, im Ernst, Familienunterhaltung ist vielleicht nicht gerade das richtige Wort, aber wenn man etwas für schwarzen Humor übrig hat, dann ist man bei diesem Film goldrichtig.

Während Cary Grant spielt, als ginge es um sein Leben (was es auch tut), gibt Raymond Massey seinen Bruder eher ruhiger, als eine Art Parodie auf Frankensteins Monster, worauf Grant natürlich auch anspielt („Woher hast du denn die Visage? Aus Hollywood?“). Immer wieder ein Genuss ist auch Peter Lorre, bei dem man nie ganz sicher ist, auf wessen Seite er eigentlich ist.

Dank dem Wunder der DVD (das inzwischen bestimmt durch das Wunderer Blu-ray abgelöst wurde) kann man den Film inzwischen auch problemlos in mehreren Versionen sehen: Englisch, in der deutschen Kino- und in der Fernsehsynchronisation. Ich persönlich bevorzuge da die deutsche Synchronisation, in der der Film im Fernsehen lief und in der Ottokar Runze herrlich überdreht für Cary Grant spricht. Sie können aber gerne schauen, welche Fassung Ihnen am meisten zusagt.

„Wir sind keine Engel“

Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film, in dem Robert de Niro und Sean Penn (aber merkwürdigerweise nicht Mark Wahlberg) mitspielen. Der hat mit diesem schwarzhumorigen Meisterwerk bestenfalls den Titel gemein – vielleicht auch noch mehr, aber das werden wir nie herausfinden, oder?

„Wir sind keine Engel“ spielt zur Weihnachtszeit und wurde auch merkwürdigerweise immer zur Weihnachtszeit im Fernsehen gespielt. Verwunderlich, dass selbst die Öffentlich-Rechtlichen soviel Humor aufgebracht haben – aber vielleicht hat sich auch nie jemand die Inhaltsbeschreibung durchgelesen und bei dem Begriff „Weihnachten“ direkt durchgewunken. Jedenfalls habe ich ihn so kennen und lieben gelernt.

Der Film bietet, neben Kulissen und Mattezeichnungen, die wie Kulissen und Mattezeichnungen aussehen, eine Menge großartiger Schauspieler. Es ist egal, dass man nie das Gefühl hat, man wäre wirklich auf der Teufelsinsel (oder ganz in der Nähe), weil es darauf weniger ankommt als auf die herrlich bösen Dialoge und die herrlich spielfreudigen Schauspieler.

Humphrey Bogart ist wunderbar süffisant, Peter Ustinov herrlich schräg und Aldo Ray ist ein Frauenmörder, der auf die Frage, woher er denn soviel über Frauen wisse, antwortet: „Das äh, das hab ich aus Büchern.“ Das sind die drei „Bösen“, die entflohenen Sträflinge, die sich am Ende als „Engel“ entpuppen sollen, natürlich tatkräftig unterstützt vom vierten im Bunde, der beißfreudigen und extrem giftigen Schlange „Adolf“.

Sherlock go Holmes

Einer, der ein guter sein sollte, aber ein böser ist, wird hier gegeben von Basil Rathbone. Der dürfte dem einen oder anderen (älteren!) bekannt sein (ach, die jungen Leute kennen all das ja nicht mehr, also lasst uns möglichst schnell ein Remake machen, am besten mit Mark Wahlberg) als Sherlock Holmes… also einer von vielen, vielen Sherlock Holmesen, aber der, nachdem wahrscheinlich der Film „Basil, der große Mäusedetektiv“ benannt sein dürfte. Aber ich denke das ist Disney und damit wären wir dann wieder bei „böse“ und das gibt Rathbone hier sehr gekonnt und extrem hassenswert.

Wenn Ihnen also der ewig wiederkehrende, schmierige Weihnachtsmist mit James Stewart, der einem Jahr für Jahr vorgesetzt wird, langsam auf den Keks geht und Sie nach einer bitterbösen Abwechslung suchen, dann verbringen Sie Weihnachten doch einfach mal mit diesem Film – und alles wird gut werden!

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von Martin Cordemann

Wenn die Wirklichkeit die Kunst imitiert

Man sagt ja, dass die Wirklichkeit die Kunst imitiert. Oder umgekehrt. Oder beides. Erlaubt ist, was gefällt. Äh, wo war ich? Ach ja, Kunst und so.

Man sagt ja auch, dass „1984“ von George Orwell eine Zukunft vorhergesagt hat, die so nicht eingetreten ist. Nun, ich würde behaupten, das stimmt nicht ganz. Aber holen wir erstmal aus und „Star Trek“ ins Boot.

„Raumschiff Enterprise“

In dieser Serie aus den 60ern Jahren gab es eine Folge, die den deutschen Titel „Epigonen“ trägt („A Piece of the Action“), was wohl so was bedeutet wie Leute, die einfach alles klauen und nachmachen. So wie Kommissar X und OSS 117 Epigonen von James Bond waren.

Die Folge erzählt, dass ein Schiff auf einem Planeten den Abgang gemacht hat und den Bewohnern dort dadurch ein Buch über die Chicagoer Unterwelt in die Hände gefallen ist. Die nehmen das als ihre Bibel und bauen ihre gesamte Gesellschaft nach diesem Muster auf. Im übertragenen Sinne ein Beispiel für Realität imitiert Kunst, oder wäre es, wenn es nur eine fiktionale Geschichte über Chicago gewesen wäre, aber Sie erkennen, worauf ich hinaus will.

Während ich nun also „1984“ lese, drängt sich mir irgendwie das Gefühl auf, dass hier ein ähnliches Muster stattgefunden hat. Das klingt vielleicht weit hergeholt… aber wahrscheinlich ist es das auch.

„1984“

Wir wissen alle, wann „1984“ geschrieben wurde. Oder? Meine Güte, 1948, das gehört doch nun wirklich zur Allgemeinbildung. 48-84?! Klar? Umkehrung der Zahlen.

Und wir wissen auch alle, worum es dabei geht. Wenn jetzt einer sagt, „um Big Brother“, dann hau ich ihm den Rechner um die Ohren. Im übertragenen Sinne, denn dafür müsste ich ja erstmal rauskriegen, wer es war, und dann zu ihm oder ihr nach Hause fahren.

Ja, „Big Brother“ stimmt irgendwie, aber es ist nicht so, dass sich dort Vollidioten in Container einsperren lassen, um uns zu zeigen, wie langweilig das ist und was man für ein Arschloch sein muss, um sich freiwillig für so was zu melden. In dem Buch ist damit aber der „Große Bruder“ gemeint, der Staat, der quasi jeden im Land so überwacht, wie es die Fernsehzuschauer mit den Spacken im Container tun. Kurz gesagt, es ist ein faschistisches Regime, das seine Bürger überwacht und unterdrückt… und so was hat es in der Wirklichkeit nie gegeben?

„DDR“

Wahrscheinlich trete ich jetzt allen Bewohnern der ehemaligen fünf neuen Bundesländern auf die Füße, aber war das nicht in etwa das Konzept, um das es bei der DDR ging? Ein Überwachungsstaat, Spitzel an jeder Ecke, wer nicht mit dem Staat konform ging, verschwand? Das stellte sich von außen betrachtet immer ein wenig so dar…

Ich meine, da gibt es Mehrjahrespläne in dem Buch, eine Kollektivierung von Fabriken und Eigentum. Oder eine „innere Partei“, die im Gegensatz zu anderen, alles hat, echten Kaffee, gute Lebensmittel… klingt das nicht auch irgendwie vertraut?

Gut, dann gab es die tollen „10 Jahre nach der Wende und eigentlich war ja alles ganz toll in der ehemaligen DDR“ Shows, die irgendwie alles Negative ausgeblendet haben, aber ich hatte durchaus das Gefühl, dass die Wirklichkeit da vielleicht ein bisschen anders ausgesehen hat. Vielleicht nicht für alle. Aber diese Bespitzelungen gab es doch, oder? Die Gedankenpolizei… die STASI meine ich natürlich.

Kunst imitiert Realität imitiert Kunst

Deshalb habe ich beim Lesen das Gefühl, dass es einen Staat, der nicht so ganz anders ist als der in „1984“, vielleicht doch gab. Aber vielleicht… haben die sich ja auch nur von dem Buch inspirieren lassen. Haben ein paar Dinge anders genannt (aus rechtlichen Gründen, wahrscheinlich) und sich nur das Beste herausgepickt, die Kriege mit wahlweise Ostasien oder Eurasien weggelassen.

Natürlich hat Orwell sein Buch auch auf der Realität basiert und sich dafür Vorbilder wie das faschistische System der Nationalsozialisten und das kommunistische System in der UdSSR genommen. Man kann die Gedankenpolizei also auch als Fortführung der GESTAPO sehen… aber war die STASI das nicht letzten Endes irgendwie auch?

Also, wenn hier jemand aus der ehemaligen DDR sich noch erinnern kann, wie das damals war, dann wäre das super, wenn er das Buch mal liest und uns allen (mir) mitteilt, ob ich da gerade völlig falsch liege, oder ob an dieser Theorie was dran ist.

Auch Korea hat sich scheinbar davon inspirieren lassen (DDR oder „1984“ – entscheiden Sie selbst), denn dort gibt es offenbar professionelle Denunzianten. Wobei es im Zeitalter von Facebook eigentlich keine Überwachung durch den Staat braucht, weil ja inzwischen jeder sein (langweiliges) Privatleben schon von sich aus in „sozialen Netzwerken“ in der Öffentlichkeit breit tritt. Eine derartige, irgendwie ein wenig an Orwells angelehnte, Zukunftsvision beschreibt Ben Elton in seinem Buch „Blind Faith“, wenn Sie also wissen wollen, wo die Reise mit Facebook hingeht, dann schauen Sie da doch mal rein…

…und dann wird man plötzlich von der Realität überholt – oder vielmehr überrollt. Dass gewisse Spielekonsolen nur noch mit Internetzugang arbeiten möchten und die Bewegungen der Spieler aufzeichnen und wahrscheinlich auch weiterleiten können, dass diverse Geheimdienste diverse Kabel angezapft haben und wahrscheinlich über mehr persönliche Daten verfügen, als es sich die STASI jemals hätte wünschen können… Willkommen „1984“, du hast n bisschen gebraucht, aber jetzt bist du endlich da!

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von Martin Cordemann

Ein weites Blofeld

– Gaststars bei Bond, Teil 2

Ein Bond ist nur so gut wie sein Bösewicht, so sagt man. Und Bonds klassische Nemesis ist niemand anders als der Mann mit der Katze (nicht zu verwechseln mit der Pussy!). „Austin Powers“ hat ihn gewinnbringend parodiert, doch das Original hat hier angefangen, in einem ausgehöhlten Vulcan irgendwo in Japan…

Der große Gegner

Ernst Stavro Blofeld ist Bonds Nemesis, der Chef der bösen Verbrecherorganisation (auf deutsch wahlweise GOFTA, PHANTOM oder SPECTRE), der Mann, der Bonds Frau… erschießen lässt, während er selbst am Steuer sitzt. Zunächst zieht er nur die Fäden im Hintergrund, man sieht nur seine Hände und seine Katze, doch dann taucht er auf… und wird jedes Mal von jemand anderem gespielt.

Der Mann mit der Glatze, äh, Katze

Blofeld Nr. 1 war Donald Pleasence in „Man lebt nur zweimal“. Pleasence war meist auf die Rolle des Bösewichts abonniert. Eine Ausnahme ist da der Ausbrecherfilm „Gesprengte Ketten“ mit Steve McQueen. Darüber hinaus begab er sich auf „Die phantastische Reise“, erfand zusammen mit George Lucas das Soundsystem „THX 1138“ (oder spielte in dem Film gleichen Namens), bestätigte „Der Adler ist gelandet“ und traf „Die Klapperschlange“. Zu seinen schönsten Arbeiten dürfte wohl die Columbo Episode „Wein ist dicker als Blut“ gehören, in der er, welche Überraschung, den Mörder spielt. Später war er leider gezwungen, sich sein Geld in Werken wie „Djangos Rückkehr“ und den schlechten Fortsetzungen von „Halloween“ zu verdienen, in dessen Original er als Dr. Loomis auftaucht.

Der Mann mit dem Lolly

Blofeld Nr. 2 war „entzückend, Baby“, Telly Savalas, der sich später durch die Rolle des Fernsehkommissars Kojak unsterblich machte. Er leistete dem „Gefangenen von Alcatraz“ Gesellschaft und wusch „Das dreckige Dutzend“. Eine Reihe, die wohl auch auf die Existenz von Bond zurückzuführen ist, war „Solo für O.N.K.E.L.“ mit Robert Vaughn (teilweise gesprochen von Gert Günther Hoffmann und teilweise von Niels Clausnitzer) als Napoleon Solo und David McCallum als Ilya Kurjakin. In einer der Filmversionen, „Die Karate-Killer“, gibt sich auch Telly Savalas die Ehre. Ungewohnt, weil mit Haaren, ist er in „Ein Köder für die Bestie“. In „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ spielt er Blofeld weniger aufgedreht als sein Vorgänger und weniger langweilig als sein Nachfolger.

Der Mann mit dem goldenen Schuh

Blofeld Nr. 3 war Charles Gray, der zuvor als Henderson in „Man lebt nur zweimal“ mitgespielt hatte. (Er sagt hier, dass Bond seinen Martini „Gerührt, nicht geschüttelt“ bekomme und verfehlt das Ziel damit nur ganz knapp.) Seine Darstellung in „Diamantenfieber“ kann mit der von Savalas leider nicht ganz mithalten, auch wenn beide in der deutschen Fassung wenigstens dieselbe Stimme haben (Martin Hirthe). Sie kennen ihn vielleicht noch aus der Zeit, als Sie sich in Netzstrumpfhosen gezwängt und im Kino mit Reis um sich geworfen haben, denn er ist der Erzähler in der „Rocky Horror Picture Show“.

Das siebente Blofeld

Dann gibt es noch den inoffiziellen Blofeld bei „Sag niemals nie“, der von Max von Sydow verkörpert wurde. Von Sydow drehte mit Ingmar Bergman („Das siebente Siegel“), Woody Allen („Hannah und ihre Schwestern“) und wahrscheinlich auch mit Gott, wenn der sich nicht aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hätte. Der schwedische Schauspieler kann auf eine Dekaden umfassende internationale Karriere zurückblicken, die Filme wie „Das Quiller-Memorandum“, „Der Exorzist“, „Der Steppenwolf“, „Die drei Tage des Condor“, „Flash Gordon“, „Der Wüstenplanet“, „Pelle, der Eroberer“, „Judge Dredd“ und „Minority Report“ umfasst. (Randnotiz: Bei „Man lebt nur zweimal“ stellte man fest, dass der Mann, den man für Blofeld besetzt hatte, eher wie der liebevolle alte Opa wirkte als wie ein Bösewicht und so besetzte man kurzerhand um. Von Sydow sieht in diesem Film genau so aus wie dieser Mann – und es funktioniert!)

Der Absturz

Wer den „Blofeld“ im Rollstuhl in „In tödlicher Mission“ gespielt hat, denn Katze und Halskrause deuten uns an, dass das Blofeld sein soll, lässt sich sicher problemlos herausfinden. Gesprochen wird er jedenfalls von Herbert Weicker… aber dazu kommen wir später!

Ob Blofeld jemals zurückkehren wird, so wie es Bond ständig tut, wir wissen es nicht. Aber es wäre eine Katztastophe!

Halb_Fiction567

von Martin Cordemann