Arrogante Blutsauger!

Nein, gemeint sind nicht die Leute vom Finanzamt oder die Bankerarschlöcher, die den großen Crash verursacht haben, von denen aber kein einziger zur Verantwortung gezogen wird… gemeint sind Vampire. Gut, im Vergleich zu ersteren beiden Gruppen vielleicht die harmloseste Gattung.

Vampire gibt es, seit Bram Stoker seinen „Dracula“ erschuf… und seit jemand, um keine Rechte zahlen zu müssen, „Graf Orlock“ schuf, auch bekannt als „Nosferatu“. Ach, früher war alles besser, auch die Vampirwelt, denn wie wir sehen waren die Vampire damals noch Grafen. Das sind Adelige, blaues Blut, das rotes trinkt. Heute kann jeder Tankstellenpächter zum Vampir werden, der Reiz des Besonderen ist also ein bisschen dahin.

Der will nur spielen!

Aber beißen tut er auch. Wo wäre da sonst der Witz? Und das gilt gleichermaßen für zwei Gattungen übernatürlicher (oder unnatürlicher) Wesen, die es einst eher getrennt gab (wahrscheinlich auch wegen der Rechte), die aber heutzutage oft gemeinsam auftreten, meist als bittere Gegner. Gemein (und gemeint) sind natürlich die Werwölfe (nicht zu verwechseln mit Feuerwehrwölfen und Bundeswehrwölfen, die andere Aufgaben erfüllen, in der Fachliteratur aber selten auftauchen). Waren dies einst knuffige Typen, die sich bei Vollmond (!!!) in mordlüsterne Bestien verwandelten, scheint der Werwolf von heute keine Abhängigkeit mehr vom Mondkalender zu haben und verwandelt sich nach Lust und Laune. Darüber hinaus sind sich der Vampir und der Werwolf auch immer Spinnefeind, weil…

…das eben so sein muss?

…Mumien einfach nicht populär genug sind?

…den Autoren nichts anderes einfällt?

…die Rechte an Frankenstein noch nicht ausgelaufen sind?

…Zombies einfach zu lahmarschig sind?

Verrrrrrwannnnndlungennnnn!

Der Werwolf an sich ist eigentlich Pflanzenfresser und lebt in einem Gebiet in Südostasien, wo er sich von Bananenstauden ernährt und bei Vollmond die Zäune von Plantagen streicht. Nein, das stimmt nicht, aber nachdem man inzwischen so ziemlich jede Mythologie in den Arsch gefi… stark verändert hat, können wir doch auch das behaupten, oder? Aber natürlich! Ob Vampire nun allergisch auf Knoblauch reagieren oder in der Sonne blinken wie eine Solaranlage ist doch inzwischen völlig egal. Bram Stoker würde sich im Grab umdrehen, wenn er nicht ebenfalls ein Untoter wäre, der sich nachts in einen Vampir verwandelt und tags in einen Banker, der heimlich Börsencrashs verursacht.

Was sich im Laufe der Jahrzehnte/hunderte nicht verändert hat, ist die Verwandlung. Sei es von Mann zu Maus, Komma Fleder; sei es vom Mensch zum Wolf, die Verwandlung ist noch immer das, was sie immer war – nämlich total bescheuert! Ob das der Hulk oder Mr. Hyde ist, die Grundidee ist genauso faszinierend wie unrealistisch. Wie kriegt man denn die Masse eines Menschen auf die Größe einer Fledermaus geschrumpft, inklusive Muskeln, Knochen und Gefieder? Wenn man da keine Timelord-Technologie verwendet (von innen größer als von außen), dann hat man schlechte Karten.

Ähnliches gilt für Herr Wolf, Komma, Wer. Es wächst einem ein riesiges Maul und ein buschiges Fell… aber woher soll das alles kommen? Und wohin geht das alles wieder zurück? Und wäre das nicht eine tolle Kur gegen Haarausfall? Aber nein, Captain Glatze hat nach seiner Rückverwandlung zum Menschen wieder die gleiche Pläte wie vorher. Werwolfismus ist also nicht nur völlig widersinnig, sondern auch völlig unbrauchbar. Und beim Vampir ist es doch auch nicht besser!

Hoffentlich Arroganzversichert

Und dann ist da noch diese fiese Arroganz, die von diesen Viechern zur Schau gestellt wird. Da hört sich aber wirklich alles auf! Quatschen blasiert einen daher, sie wären was Besseres und Menschen wären nur Abschaum. Was wart ihr denn bitte vorher, ihr dummen Vollidioten? Meint ihr vielleicht, ihr seid als Vampire auf die Welt gekommen? Dass ihr eine andere Rasse seid? Oder dass das ein exklusiver Club wäre, in den ihr nur aufgenommen wurdet, weil ihr so verdammt toll seid? Ihr wurdet gebissen und Punkt. Jeder Depp kann in eurer Welt Vampir finden, wenn er einen anderen Deppen findet, der ihn zu einem macht. Das ist weiß Gott kein Grund, arrogant zu sein, da hatten es die Schwarzen in Amerika lange Zeit weit schwerer, mit dem Bus zu fahren!

Die Arroganz ist also, wie bei den meisten arroganten Arschlöchern, durch nichts gerechtfertigt. Aber da hört die Unlogik bei den Beißern mit den Beißerchen leider noch lange nicht auf. Denn, je nach Serie, haben die auch keinen Herzschlag mehr. Keinen Puls. Keinen Blutdruck. Eigentlich gar keine körperlichen Funktionen. Hmmm, stellt sich da dem Laien die Frage, wozu braucht ihr dann Blut? Und wieso könnt ihr eine Ader/Vene eurer Wahl öffnen, und nach Belieben Blut rausfließen lassen? Wie kommt das dahin? Ihr erinnert euch, kein Herzschlag! Dass in so einem Fall, bei abgeschalteten Organen, Sex eigentlich auch keine Option ist, überlass ich jetzt mal eurer Phantasie.

Alle weg ist das Ziel

Der Vorteil bei Werwölfen ist, die haben eigentlich keine wirklichen Ziele. Bisschen Gassi gehen, unbeobachtet im Stadtpark ein Häufchen hinterlassen und dann vielleicht noch den einen oder anderen Vampir zerfleischen, dann ist so ein Werwolf glücklich und hat sein Tages/Nachtziel erreicht.

Aber wie ist das bei Vampiren? Oder Zombies? Zombies sind eigentlich die Art Virus, die nicht verstanden hat, dass es seinen Wirt nicht umbringen sollte, weil es dann auch stirbt. Diese Art der Untoten arbeitet nach demselben Muster, erstmal alle aufessen und hinterher feststellen, dass nix mehr im Kühlschrank ist, gibt ja so Leute.

Vampire, trotz Adelstitel und Schloss in den Kapaten, gebärden sich ähnlich dämlich wie ihre zombiistischen Kollegen. Auch hier scheinen die meisten der Ansicht zu sein, so viele Menschen wie möglich auszusaugen und sich vielleicht noch eine Armee von Kollegen zu basteln… nur um irgendwann festzustellen, dass die Vorräte irgendwann erschöpft sind und wen trinkt der Vampir von Welt dann?

Machen Sie Ihr Kreuz hier!

Aber zum Glück gibt es einen Schutz vor Vampiren, Werwölfen und Finanzbeamten. Silberkugeln, Kopp ab, Knoblauch in den Mund stopfen, Holzpfahl ins Herz – das hält kein Finanzbeamter lange aus. Und Vampire auch nicht. Was man ja alles noch erklären könnte. Eine Sache aber ergibt überhaupt keinen Sinn: das Kreuz!

Da die heutigen Vampire ihre Ursprünge, also Stokers Standartwerk, ignorieren, gab es Vampire schon zu Zeiten der Dinosaurier… hey, gut, dass der Trend vorbei ist, sonst hätten wir heute Sauriervampire, Saurierwerwölfe und Saurierzombies… Schrecklich, aber nicht auf eine gute Weise!

Jedenfalls gibt es die Vampire schon verdammt lange. Gut, es gibt christliche Idioten in Amerika, die glauben, die Welt wäre nur 6.000 Jahre alt, also für die würde das vielleicht funktionieren… aber ob die an Vampire glauben? Nun, wenn man glaubt, dass die Welt nur 6.000 Jahre alt ist, warum nicht? Jedenfalls gab es die Vampire nach dieser neuen Lesart vor dieser einen Geschichte mit diesem einen Mann, der in Jerusalem ein bisschen auf Rebell gemacht und den man dann später dafür ans Kreuz geschlagen hat. Wie kann es dann also sein, dass Kreuze gegen Vampire nützen? Und Weihwasser? Und geweihte Erde? Wo das doch alles erst lange nach dem Auftauchen der Vampire entstanden ist?

Haben sich, nachdem a) die katholische Kirche entstanden ist und man b) auf einem Konzil festgelegt hat, dass c) Jesus jetzt der Sohn Gottes ist und man sich als verwendetes Logo für d) das Kreuz entscheidet, die Vampire in einem eigenen Konzil beschlossen, dass das jetzt für sie gefährlich ist und diese gerade neu entstandene Kirche irgendeine Bedeutung für sie hat?

Muss wohl so gewesen sein, denn anders lässt sich das wohl kaum erklären. Und die armen Juden, Moslems, Buddhisten und Scientologen, die keine Kreuze haben, wie sollen die sich gegen die bösen Vampire zur Wehr setzen? Wobei… eine Möglichkeit gäbe es da schon. Vielleicht sind das ja alles Werwölfe?!

NullNullSexy01BlutBad

von Martin Cordemann

Ein Gedanke zu “Arrogante Blutsauger!

  1. Schlamperei allerorten!
    Wildeste Blüten treibt die Serie TRUE BLOOD, wo quasi jede/r Charakter ein übernatürliches Wesen ist!
    Wenn man diesen unheimlichen Streichelzoo als „comedy“ begreift, kann es aber auch wieder Spaß machen.

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