Over acting… or Overacting

– Gaststars bei Bond, Teil 3

Der erste große schwarze Verbrecher… und ich benutze nicht das Wort, das Fleming im Buch verwendet, wurde gespielt von Yaphet Kotto. Neben „Leben und sterben lassen“ wurde er ein Opfer des „Alien“ und neben Arnold Schwarzenegger zum „Running Man“. Robert de Niro traf er in der Actionkomödie „Midnight Run“ (wo de Niro, im Gegensatz zu seinen späteren „Komödien“, wirklich witzig ist). In den letzten Jahren hatte er eine prominente Rolle in der Fernsehserie „Homicide“.

Curd Jürgens, der Stromberg (nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen Fernsehserie) spielt, war dem deutschen Publikum schon lange bekannt und spielte in vielen nationalen und internationalen Produktionen. Man sah ihn „Am laufenden Band“ in „Derrick“, „Der Kommissar“, „Der Mephisto-Waltzer“, „Und ewig lockt das Weib“ sowie, wie Telly Savalas, in „Solo für O.N.K.E.L.“. Er war „Der Mann, der Sherlock Holmes war“, erlebte den „längsten Tag“, betrat den „Blauen Engel“, salutierte für „Jakobowski und der Oberst“ und er fuhr neben Filmlegende Orson Welles auf der „Fähre nach Hongkong“. Ich denke, da kann man von einer erfolgreichen Karriere sprechen.

Moore or less

Michel Lonsdale (auch als Michael Lonsdale aufgeführt) spielt in „Moonraker“ einen zurückhaltenden, höflichen Bösewicht mit herrlich gemeinen Sprüchen. (Gesprochen wird er in der deutschen Fassung von Heinz Petruo, der auch die deutsche Stimme von Darth Vader war… da „Moonraker“ ja nur durch den Erfolg von „Krieg der Sterne“ zu diesem Weltraumfilm geworden ist, also wohl ein reines Typecasting – obwohl er seine Sache sehr gut macht!) Spontan fallen mir mit ihm nur „Der Schakal“ und dann der spätere Film „Ronin“ mit Robert de Niro und Bond Gegenspieler Sean Bean ein. Bei Interesse können Sie da ja gerne mal mehr in Erfahrung bringen.

Chaim Topol aus „In tödlicher Mission“ hat sowohl „Galileo“ gespielt als auch Tevje in „Anatevka“. Da mutet es fast ein wenig komisch an, dass sein Filmgegner Julian Glover die spannendere Filmographie vorzuweisen scheint: Er ist zu sehen in „Das Imperium schlägt zurück“, „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, „Magnum“, diversen Episoden von „Mit Schirm…“ und „Doctor Who“ und spielt derzeit in der hervorragenden HBO-Serie „Game of Thrones“.

Der Graf raucht Monte Christo

Sei es „Der Graf von Monte Christo“ (2mal!) oder „Der Mann in der eisernen Maske“ – Louis Jourdan ist immer dabei. In „Octopussy“ ist er einer der (zu) vielen Bösewichte und auch er gibt sich die Ehre als Gegner von Columbo  in der wahrhaft köstlichen Folge „Mord à la carte“/“Lauter Feinschmecker“. Möglich, dass er Genrefreunden aber am ehesten aus „Das Ding aus dem Sumpf“ bekannt ist.

Sein Kollege und Ko-Bösewicht in diesem Film ist Steven Berkoff. Der Mann ist viel beschäftigt und er mag Ihnen von „Mit Schirm…“ bis „Beverly Hills Cop“, von „Doctor Who“ bis „Star Trek: Deep Space Nine“, von „Verblendung“ bis „The Tourist“, von „Barry Lyndon“ bis „Uhrwerk Orange“ irgendwo schon einmal über den Weg gelaufen sein. Gemeinsam mit Bonddarsteller Timothy Dalton spielt er sogar in dem Joan Collins Dreiteiler „Sins“.

Gut, sie zu sehen

Der Name Christopher Walken dürfte eigentlich bekannt sein. Und der Mann arbeitet so viel, dass es eigentlich unmöglich sein dürfte, dass man ihm nicht schon mal in irgendeinem Film begegnet ist. Er gehört zu den Schauspielern, die einen Film adeln können, denn es ist meist eine Freude, ihn spielen zu sehen. So ist er auch „Im Angesicht des Todes“ mit das Beste am Film.

In „Lizenz zum Töten“ dann sehen wir den Beginn einer Karriere. Benicio del Toro ist herrlich fies und böse. Er soll danach Filme machen wie „Die üblichen Verdächtigen“, „Fear and Loathing in Las Vegas“, „Traffic“ und „Sin City“, um nur ein paar zu nennen. Wie Walken gehört auch er zu den Schauspielern, die einen Film durch ihr Spiel aufwerten können.

Mr. Bean

Nur, um es nicht unerwähnt zu lassen: Eine seiner ersten Filmrollen dürfte Rowan Atkinson wohl in „Sag niemals nie“ gehabt haben. Er ist eindeutig als das komische Element engagiert und macht seine Sache auch ganz gut. Aus ihm wurde der herrlich fiese „Black Adder“, der leider verbesserungswürdige „Johnny English“ (eine Bond-Parodie) und natürlich der allseits bekannte „Mr. Bean“.

Zweiter im Bunde ist dann Sean Bean, der in „GoldenEye“ Bonds a) Kollegen und b) Gegner spielt. Neben Filmen wie „Stormy Monday“ und „Shopping“ ist er in dem Harrison Ford Film „Die Stunde der Patrioten“ zu sehen. Man kann noch „Ronin“, „Scarlet“ und „Anna Karenina“ aufführen, aber am bekanntesten könnte ihn dann doch seine Rolle als Boromir in der „Herr der Ringe“ Trilogie von Peter Jackson gemacht haben.

Ja, ach, wir sollten auch John Cleese nicht unerwähnt lassen. Er wurde durch „Monty Python“ berühmt, hat in den letzten Jahren dann aber statt seinen Humor in Qualitätsarbeit auszuleben lieber das schnelle Geld gemacht, indem er Kurzauftritte in Filmen wie der „Harry Potter“ Reihe, der „rosarote Panther“ Reihe und der „Drei Engel für Charlie“ Reihe machte. Und als Qs Nachfolger R in „Die Welt ist nicht genug“ und Q in „Stirb an einem anderen Tag“.

Halb_Fiction484

von Martin Cordemann

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