Sexy’s Muss…

…oder Sexismus?

Ach, es wurde soviel über Sexismus gesprochen – und doch so wenig gesagt. Fast schon in einer Weise, dass sich Frauen, die nicht von sich sagen können, jemals mit Sexismus konfrontiert worden zu sein, benachteiligt fühlen müssen… Oder war das jetzt sexistisch?

Was unterscheidet den guten Sexismus vom schlechten?

Nein, das ist eine falsche Frage. Obwohl, es ist eine, die wir erst später stellen werden. Hier ist sie erstmal dafür da, dass sich die ganzen Frauenrechtler-Heuchler, die aber „Top Model“ gucken, ohne sich drüber aufzuregen, aufregen können. Denn es gibt guten und schlechten Sexismus, wie wir später sehen werden.

An dieser Stelle erstmal die Unterscheidung, die die Pappnasen im Fernsehen auch nicht immer auf die Reihe gekriegt haben:

Was unterscheidet Sexismus von sexueller Belästigung?!

Jau, Leute, da hättet ihr vielleicht mal etwas genauer hingucken sollen. Macht man aber nicht, weil der Zuschauer den Unterschied ja eh nicht kennt und so ist es doch viel spektakulärer. Packen wir bei Sexismus also einfach die Belästigung mit rein und scheren alles über einen Kamm.

Wobei… ist mit Sexismus nicht vornehmlich so etwas gemeint wie: Frauen können nicht Autofahren. Und einparken! Werden im Beruf nicht für voll genommen. Und benachteiligt. Nicht in Aufsichtsräte eingeladen. Gehören hintern Herd. Das zarte Geschlecht, das nicht schwer tragen darf. Oder ist das jetzt nur eine lieb gemeinte Untergruppe des Sexismus? Oder Chauvinismus? Wir sehen, die Frage der Definition ist nicht ganz so einfach.

Aber zurück zur Belästigung. Hey, das ist ein Satz, den man auch nicht alle Tage hört. Egal, Sexismus und sexuelle Belästigung… ich glaube, irgendwo dazwischen liegt dann die Anzüglichkeit, um die es, wenn man sich das Beispiel von Politiker und gut ausgefülltem Dirndl so ansieht, eigentlich geht, nicht wahr? Jemandem zu sagen, dass er/sie in einem Dirndl gut aussieht, also zu implizieren, dass die Person große/wohlgeformte Brüste hat, wäre doch nur dann eine wirklich sexistische Bemerkung, wenn man noch anfügen würde, dass sie als Journalistin aber absolut beschissen wäre – also eine Beschränkung ihrer Person auf ein Sexobjekt. So ist und bleibt es ein extrem ungeschicktes und dummes Kompliment, eine Anzüglichkeit. Aber Anzüglichkeit hat ja den Begriff „sex“ nicht mit drin und sexuelle Belästigung war den Verantwortlichen dann vielleicht rechtlich zu dünnes Eis, weil man da hätte klagen können, also TATATATA, Willkommen zur Sexismusdebatte.

Dass die Anzüglichkeit wahrscheinlich ihre Grundlage im Sexismus hat, möchten wir an dieser Stelle mal nicht bestreiten. Irgendwo ist sie ein fehlgeleitetes Kompliment mit sexueller Konnotation, wenn wir das mal so bezeichnen wollen. Und um die Unterscheidung zu einem Punkt zu bringen:

  • „nette Titten“ sagen ist anzüglich
  • sie anpacken ist Belästigung!

„Geiler Arsch“ sagen anzüglich, in den Arsch kneifen Belästigung… was uns leider direkt zu unserer ersten Frage zurück bringt:

Gibt es erlaubten Sexismus?

Ja, den gibt es. Oder sagen wir mal so, es gibt Unterschiede. Und zwar, ob es eine Frau sagt oder ein Mann! Oh ja!

Kein Mann, der halbwegs bei Verstand ist, würde einer Frau sagen: „Mann, du hast aber geile Titten!“ Jedenfalls nicht, wenn er ihr auf dem Gang in der Firma entgegen kommt. Sowas macht man für gewöhnlich nicht, weil es, nunja, wahrscheinlich nicht gut ankommen würde und auch wenn man es denkt ist es gesellschaftlich einfach nicht gern gesehen, und das ist auch völlig okay so. Leider gibt es genügend Männer, die nicht halbwegs bei Verstand sind, aber das ist eine andere Geschichte!

Drehen wir aber mal die Situation um. Wenn im Gegenzug eine Frau zu einem Mann, der ihr in der Firma auf dem Korridor begegnet, sagt: „Du hast aber einen knackigen Arsch!“, dann ist das gesellschaftlich akzeptiert. Da würde niemand einen Aufstand machen, da würde niemand den Gleichstellungsbeauftragten rufen, da würde niemand aufstehen und „Sexismus“ schreien! Wir sehen also, es kommt weniger darauf an, WAS man sagt, sondern WER es zu WEM sagt. Und, ganz ehrlich, kann man nicht daran sehen, dass wir irgendwo ein Problem haben?

Femenismus

Und, wo wir schon mal beim Thema sind, machen wir doch einen kleinen Exkurs zu den Frauenaktivistinnen, den Femen. Protest ist richtig und Gleichberechtigung auch und auf Probleme aufmerksam machen sowieso, aber ganz ehrlich, ist seine Titten zeigen da der richtige Weg im Bereich der Emanzipation? Verstehen Sie mich da nicht falsch, ich finde es sehr schön, wenn attraktive junge Frauen ihre Brüste in der Gegend herumschwenken, ganz ehrlich, jede Frau sollte das Recht dazu haben – aber geht das nicht etwas am Ziel vorbei? Hat Putin nicht genau das bewiesen? Und wenn ihr das vor Berlusconi machen würdet, würde der das auch nicht als Protest sehen, sondern euch direkt zu einer seiner Bunga-Bunga-Partys einladen. Also Titten zeigen ist schön, aber mal überlegen, ob das dem Ziel, das man verfolgt, entspricht, wär auch mal nicht verkehrt. Falls euch diese Kritik von mir stört, kommt gerne vorbei und zeigt mir euren Protest!

Aber zurück zum Thema. Wie wir gesehen haben: Sexismus von Frauen ist erlaubt, von Männern aber nicht? Messen wir da nicht mit zweierlei Maß? Ach, ich möchte die Spannung nicht zu groß werden lassen, also die Antwort ist ja!

Der gute Sexismus

Und es gibt noch etwas, den guten Sexismus! Jawoll! Ärgerlich, oder? Aber er ist da – man nennt ihn nur anders. Zum Beispiel Galanterie. Kavalier sein. Höflichkeit. Denn, ach, das wird einigen jetzt gar nicht schmecken, ein Teil des Sexismus ist es, Frauen zu behandeln, wie, na ja, Frauen eben. Und damit meine ich nicht, davon auszugehen, dass sie nicht wissen was sie wollen und dass sie keine Entscheidungen treffen können. Das nimmt man so hin. Nein, es ist dieses altmodische Zeugs. Dass man ihnen die Türen offen hält. Dass man ihnen Komplimente macht. Dass man ihnen Süßigkeiten, Blumen oder Schmuck schenkt.

Ja, das ist streng genommen ein extrem sexistisches Verhalten. Auch höflich anlächeln sollte nach der Sexismusdebatte dazugehören. Denn wenn man danach geht, sollte man Frauen eigentlich behandeln, wie fiese Kerle, von denen man eh nix will, da man sonst leicht Gefahr läuft, des Sexismus angeklagt zu werden. Wenn ich das richtig interpretiere, geht es in Amerika in Firmen inzwischen in genau diese Richtung, da man sich dort für ein freundliches Lächeln sehr schnell eine Anzeige wegen sexueller Belästigung einhandeln kann. Also, liebe Frauen, wollen wir wirklich dahin?

Halb_Fiction274

von Martin Cordemann

 

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