Eine gute Figur machen – oder gleich mehrere

– Star Trek: Deep Space Nine, Teil 6

Und zu guter Letzt kommen wir zu den Menschen… und ähnlichem. Beginnen wir hier mit Lwaxana Troi, die Betazoidin und Mutter von Counselor Troi aus TNG. Majel Barrett, die sie spielt, war die Ehefrau von „Star Trek“ Erfinder Gene Roddenberry und ist außerdem die Stimme des/der/verschiedener Computer/s. Mit Lwaxana hat sie sich eine schräge, in Erinnerung bleibende Rolle schreiben lassen, die bei DS9 mal wieder für Verwicklungen sorgt, ein chronisches Interesse an Odo entwickelt und ihn letzten Endes sogar heiratet.

Familienrestaurant

Als die Siskos die Erde besuchen, wird uns auch Sikos Vater Joseph vorgestellt. Er betreibt in Restaurant in New Orleans, in das sich Sisko später, als die Propheten ihn verlassen haben, zurückzieht, um wieder zu sich zu finden. Dort erscheint ihm eine Vision von „Sarah“, eine Frau, die sich als seine Mutter erweist. Hintergrund ist allerdings, dass die Wurmlochaliens „den Sisko“ erschaffen haben, indem sie eine der ihren eine Frau auf der Erde übernehmen ließen, die dann mit Siskos Vater angebandelt und ihn nach Verlassen des Aliens auch schnell wieder verlassen hat.

Kasidy Yates entwickelt sich – angestachelt durch Jake – zur Freundin von Benjamin Sisko. Sie ist Frachterkapitän und hat einen Bruder, der genauso auf Baseball steht wie ihr Freund. Am Ende heiratet sie Sisko und erwartet sein Kind, doch der verschwindet auf unbestimmte Zeit im Wurmloch.

Flotte Sterne bei der Sternenflotte

Aber kommen wir zurück in die Grauzone. Commander Michael Eddington wird Sicherheitsoffizier an Bord der Station. Er ist ein aufrechter Offizier der Sternenflotte, einer von denen, auf die man sich verlassen kann. Umso überraschender, dass er irgendwann die Seiten wechselt und Anführer des Marquis wird. Sisko hat ihm diesen Vertrauensbruch nie verziehen und jagt ihn, fängt ihn und geht mit ihm auf eine letzte Mission, bei der Eddington sich dann für seine Sache opfert. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass DS9 immer in Bewegung bleibt und dass Handlungen hier auch wirklich Konsequenzen haben. Schön auch, dass sich all das über mehrere Staffeln verteilt und nicht innerhalb einer Folge passiert.

Admiral Ross bleibt eine solche Entwicklung erspart. Das schlimmste, was man über ihn sagen kann, ist, dass er einmal eine Zwangsheirat mit „Section 31“ eingeht, der geheimen Geheimorganisation der Sternenflotte. Ansonsten bleibt er als Siskos Vorgesetzter ziemlich standhaft.

Nicht so hohl wie es scheint

Ein Hologramm, das sich seiner künstlichen Existenz bewusst ist, das ist Vic Fontain. Er ist ein Entertainer der alten Schule, spricht von seiner Bekanntschaft mit Frank Sinatra und Dean Martin und singt alles, was die Klassiker Sinatras hergeben. Nachdem er Nog bei der Überwindung seiner psychischen Probleme geholfen hat, darf sein Programm als Dank dafür laufen, ohne jemals abgeschaltet zu werden. Mit einem Trick bringt er Odo dazu, Kira seine Liebe zu gestehen und dann steht auf einmal seine gesamte Existenz auf dem Spiel, weil sein Kasino von der Mafia übernommen werden soll. Also muss die Crew von DS9 einen Coup planen und das Kasino ausrauben, um diese Übernahme und damit die Auslöschung Vics zu verhindern. (Nur noch mal zum Vergleich: Ensign Kim hatte mal eine Freundin… vor der Serie. Oder so.) Im Paralleluniversum ist Vic ein echter Mensch, was Rom treffend kommentiert mit den Worten: „Deswegen nennt man es das Alternativuniversum!“

Geheim Dienst

Zum Abschluss kommen wir zu einer weiteren meiner Lieblingsfiguren. Auch wenn er nur in drei Episoden auftaucht, so hinterlässt Sloan doch einen bleibenden Eindruck, was natürlich auch an Schauspieler William Sadler liegt. Sloan arbeitet für die dubiose Geheimorganisation „Section 31“ und versucht zunächst, Dr. Bashir des Verrats zu überführen, dann jedoch ihn anzuwerben. In einer Operation auf Romulus benutzt er den Doktor, der wiederum ihn später zur Station lockt, um an ein Heilmittel gegen das Virus zu kommen, das Odo und damit alle Formwandler befallen hat. Leider überlebt Sloan dieses Zusammentreffen nicht, aber da die Serie eh wenige Folgen später endet, kann man das halbwegs verschmerzen. Im Nachhinein hätte man sich nur ein paar mehr Auftritte von ihm gewünscht.

Fazit

„Star Trek: Deep Space Nine“ ist seiner Zeit voraus, es ist spannend, intelligent, hat interessante Handlungsstränge, aber auch ein paar starke Einzelepisoden. Natürlich gibt es auch hier Folgen und Figuren, auf die man gerne verzichtet hätte, aber welche Serie hat das nicht? Neben all dem bietet DS9 auch die beste Erklärung dafür, warum die Klingonen in Kirks Serie anders aussehen als die Klingonen ab den Kinofilmen: „Es ist eine lange Geschichte… aber wir reden darüber nicht mit Außenseitern!“ Mehr braucht man darüber eigentlich nicht zu sagen!

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von Martin Cordemann

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