Das Ende der „Star Trek“ Serien

Nein, damit ist nicht gemeint, dass es nie wieder eine „Star Trek“ Serie geben wird. Möglich wär’s, aber prinzipiell geht es hier ja um eine Menge Geld und irgendwann wird möglicherweise wieder jemand meinen, dass „Star Trek“ inzwischen wieder eine gute Geldquelle sein könnte und dann startet man eine neue Serie. Die Produzenten wollten immer schon eine „Star Trek“ Oper machen – was ich mir furchtbar vorstelle. Und dann war da immer der Plan, einen Film mit dem Titel „Starfleet Academy“ zu produzieren, wo die (inzwischen zu teuren) Altstars Kirk, Spock, McCoy etc. nur am Anfang des Films und am Ende spielen und dazwischen dann jüngere (und billigere) Schauspieler in den bekannten Rollen zum Zuge kommen… aber so was ähnliches hat man inzwischen ja gemacht. Wie dem auch sei, die Zukunft von „Star Trek“ steht in den Sternen… im wahrsten Sinne des Wortes. Wenden wir uns also der Vergangenheit zu. Und wir stellen uns die Frage: Welche „Star Trek“ Serie hat ein gutes Ende?

„Raumschiff Enterprise“

In den 60ern lief Fernsehen noch ein bisschen anders, da gab es wenig Doppelfolgen, wenige Dinge, die sich aufeinander beziehen, keine große Kontinuität und Kausalität innerhalb einer Serie. Wenn dann die Serie irgendwann endete, dann meist mit der letzten Folge und nicht mit dem großen Finale, wie man das heute gern macht. Das klassische „Star Trek“ musste zweimal um seine Verlängerung kämpfen und eine so richtig dolle Abschlussepisode kann es nicht vorweisen. Aber zum Glück wurde die Mannschaft ja Jahre später ins Kino befördert und ihre Geschichten ein wenig weiter erzählt.

Leider zerfasert es da ein bisschen und man muss sich für jeden Charakter ein eigenes Ende aus dem umfangreichen „Star Trek“ Universum zusammenklauben. Das Ende von Kirk erfahren wir in „Star Trek – Treffen der Generationen“, was aus McCoy wurde zeigt und der Pilotfilm von „Star Trek: The Next Generation“. Scotty hat seinen Abschluss ebenfalls bei TNG, taucht aber rückwirkend vorgreifend auch in „Generationen“ auf, wo Chekov noch mal zu sehen ist und über Sulu erwähnt wird, dass er eine Tochter hat. Uhura wird das letzte Mal in „Das unentdeckte Land“ gezeigt und erwähnt, Sulu bekommt einen Rückblick auf seine Zeit als Captain bei „Voyager“. Spock stirbt in „Star Trek II: Der Zorn des Khan“.

Ja, gut, er kommt im nächsten Film wieder und ist einfach nicht tot zu kriegen.  Nachdem er seinen ersten letzten Auftritt in „Das unentdeckte Land“ hatte und seinen zweiten letzten ebenfalls bei TNG, wird er reaktiviert, um den Übergang in die neue Zeitlinie von J.J. Abrams „Star Trek“ Film zu gestalten. Er lebt lang und in Frieden in der neuen Zeitlinie weiter… was uns „Star Trek Into Darkness“ auch zeigt.

„Star Trek: The Next Generation“

Ich weiß, die Serie heißt bei uns „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ – aber ich mag den deutschen Titel nicht. Mit TNG entwickelt sich langsam ein wenig Kontinuität. Es gibt Figuren, die wiederkehren und es gibt verschiedene Handlungsstränge, die wieder aufgegriffen werden. Man bemüht sich, viele der Handlungen, die man mal begonnen hat, weiterzuführen oder zu einem Ende zu bringen. Die letzte Folge greift bewusst Elemente aus dem Pilotfilm auf und rahmt die Serie damit sehr gekonnt ein („book-ends“, wie der Engländer so schön sagt). Das Ende ist positiv und versöhnlich, zeigt alle noch mal von ihrer besten Seite und eröffnet einen Weg in die Zukunft… die dann mit den Filmen weitergeführt wurde, aber das wollen wir hier mal ignorieren. Für eine Serie selbst ist das ein durchaus gelungenes Ende.

„Star Trek: Deep Space Nine“

Dieses Ende hätte man in der ersten Folge nie kommen sehen – schon allein, weil wahrscheinlich keiner der Produzenten wusste, dass es einmal auf so etwas hinauslaufen würde. DS9 ist eine Serie, die sich im Laufe der Jahre entwickelt, ebenso, wie sich die Figuren in ihr entwickeln. Die Handlung wird im Laufe der Zeit immer dichter und genau genommen hängen die letzten 10 Folgen der Serie eng miteinander zusammen und bieten den Abschluss. So gesehen ist es also ein recht ausladendes Finale – aber der Serie durchaus angemessen.

Jede der Figuren bekommt ihr eigenes Ende bzw. wir erfahren, wohin sie ihr Weg in Zukunft vermutlich führen wird. Denn anders als bei TNG bleiben hier nicht alle an Bord und machen Friede, Freude, Eierkuchen. DS9 ist die Serie der Entscheidungen und Konsequenzen und so sind die Konsequenzen, dass am Ende alle auseinander gehen – und dass wir, anders als bei TNG, wahrscheinlich keinen davon jemals wieder sehen werden. Und doch ist es ein wirklich angemessenes und gutes Ende.

„Star Trek: Voyager“

Ach ja. Die schwächste aller „Star Trek“ Serien. „Sie werden ‚Voyager’ mögen, wenn Sie a) FDP wählen oder b) es schon toll finden, dass eine Frau das Kommando hat, nur weil sie eine Frau ist und nicht, weil es vielleicht eine gute Frauenrolle ist.“ Aber das ist nur eine Theorie. Nach sieben Jahren, in denen sich „Voyager“ kein bisschen entwickelt hat und die einzigen Charaktere mit Entwicklung das Hologramm und der Roboter sind (okay, die Borg-Frau, aber das ist dicht dran), passt das Ende durchaus ins Bild. Es wird nichts vom Anfang aufgegriffen, weil… der war eh langweilig. Also was baut man bei „Voyager“ ein, wenn einem nichts einfällt? Richtig, die Borg. Und was noch? Genau, Zeitreisen. Also mischt man beides, fabriziert ein inkonsequentes und überflüssiges Ende, das man so ziemlich an jedem Punkt jeder Staffel hätte bringen können, und findet damit einen Abschluss, der zur Serie passt – aber auch einfach nicht gut ist!

„Star Trek: Enterprise“

Hier erstmal ein Lob an die Leute, die damals für die deutsche Fassung von „Raumschiff Enterprise“ verantwortlich waren – und eine Schelte an all die, die da immer mit Häme drauf herabgesehen haben. Es wird gerne mal gemeckert, dass man „Star Trek“ damals „Raumschiff Enterprise“ genannt hat. Der Titel dieser Serie beweist, dass man damit in Deutschland seiner Zeit eigentlich weit voraus war. Und dann wird gerne die laxe Synchronfassung kritisiert. Gut, die hat ihre Schwächen, aber diese Art, humorig miteinander umzugehen, findet sich wieder bei… „Star Trek: Enterprise“. Womit die deutsche Fassung damals ihrem amerikanischen Original in zwei Punkten voraus war, die beide bei dieser Serie eingeflossen zu sein scheinen. Aber ich schweife ab.

Das Ende von „Enterprise“… ist leider eine Frechheit. Dass es kein Zweiteiler ist, lässt sich ja verschmerzen, aber für die letzte Folge Riker zu holen und das ganze als Reminiszenz an die alte Zeit auf dem Holodeck spielen zu lassen, entwertet vier vorhergehende Staffeln und macht das ganze Ende lächerlich. Die Serie hatte ihre Schwächen, aber Riker im Finale hat sie wirklich nicht verdient. Das nimmt ihr die Eigenständigkeit und versaut den Abschluss.

Ende… alles… (fehlenden Begriff bitte selber eintragen)

Wir sehen also, mal endet es gut, mal weniger – und mal gar nicht. Und es gäbe so viele Möglichkeiten, unbekannte TV-Welten zu erforschen. Zum Beispiel „Star Trek: die Reality Show“, wo man 12 Klingonen in einen Container sperrt und sieht, was dabei herauskommt… oder wer. „Star Trek: die Casting Show“, wo eine Jury aus Borg bestimmt, welche Völker assimiliert werden sollen. „Star Trek: die Koch Show“, wo es um Rezepte geht, „die noch nie ein Mensch zuvor gekostet hat“. Und natürlich „Star Trek: die Gerichtsshow“, in der von Mitgliedern aus dem Q-Kontinuum über das Überleben von Rassen wie den Menschen bestimmt wird. Möglichkeiten gäbe es also eine ganze Menge. Aber wann und ob „Star Trek“ irgendwann wieder beginnt… wir werden sehen!

DoubleDSexy14LetzteSchlacht

von Martin Cordemann

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Ein Gedanke zu “Das Ende der „Star Trek“ Serien

  1. Also Fan-Fiction gibt es einiges. Und auch Initiativen für eine neue Serie von Ex-Star Trek Darstellern, von Jonathan Frakes bis Tim Russ.
    2016 wäre eine tolle Gelegenheit dafür, wenn es das große 50-Jahr-Jubiläum gibt.
    TNG & DS9 sind für mich gemeinsam mit Babylon 5 jedenfalls bis heute die bisher besten Science-Fiction Serien aller Zeiten.

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