Mein Name ist Cast, Pod Cast

Er ist da, der zweite Teil des Movienerds Podcasts zum Thema James Bond… oder zum Thema, warum wir alle Daniel Craig hassen? Naja, ist ja irgendwie dasselbe. Nullnull Tilly und ich zu Gast bei den Movienerds Roland Slawik und Michael Weinand – noch einmal vielen Dank an unsere Gastgeber, es war ein wunderbarer Abend… mit viel Alkohol… wie man in diesem Podcast hören kann!

 

Viel Spaß!

Neu im Kino: Spuren

Wir erinnern uns an den Spot (nicht Spott) der Filmindustrie, mit dem sie uns die Gemeinheit von illegalen Downloads vermitteln wollte, ein Spot, in dem eine Gruppe fröhlicher Jugendlicher bereits ihren Film guckt, während der kriminelle Downloader noch immer am Herunterladen ist?! Nun, scheinbar hat die Filmindustrie nichts aus ihrem eigenen Spot gelernt, denn wie es scheint, werden heutzutage Filme auch per Download direkt in die Kinos übertragen… und wie wir aus dem kleinen Einspieler wissen, kann so was Probleme bereiten, denn wenn der Download dann erst bei 53% ist, dann muss die Pressevorführung eben ausfallen… oder verschoben werden. Also, Filmindustrie, wie wär’s mit n paar Festplatten für den Transport, hm?

Durch die Wüste

Aber kommen wir zum Hauptfilm des heutigen Abends. Er heißt „Spuren“ und spielt in Australien. Eine junge Frau, die man heutzutage vielleicht als gesellschaftsfeindlich (oder ungesellig?) bezeichnen würde, das aber nicht tut, weil der Film in den 70ern spielt, beschließt, durch die Australische Wüste zu reisen, zu Fuß und mit Kamel und Hund. Denn in der Wüste ist man ja für sich und muss sich selten mit irgendwelchen Leuten herumplagen. Also macht sie sich nach einigem Vorlauf und dem einen oder anderen Rückschlag auf die Reise – und da es sich um eine wahre Geschichte handelt, können wir davon ausgehen, dass sie die auch überlebt.

Was auf dem Papier vielleicht ein wenig trocken wirkt, so trocken wie die Wüste, die sie durchquert, ist dagegen ein überraschend unterhaltsamer Film, der mal wieder beweist, dass es keine teuren Spezialeffekte oder überteuerte Hollywoodstars braucht, um eine ansprechenden Film auf die Leinwand zu bringen. Dabei ist das ganze wenig opulent, fast ungeschminkt und echt, wie die Hauptdarstellerin (Mia Wasikowska). Man stelle sich hier mal eine animierte Plastikpuppe wie Megan Fox vor und am besten einen Regisseur wie George Lucas, der sein Püppchen vor einer Bluescreen aufnimmt und dann den Rest im Computer zusammensetzt. Das wäre Synthetik in Reinform – und das Gegenteil von diesem Film.

Die Landschaften wirken so sandig und trocken, dass man sich gut vorstellen kann, wie es sich für die Reisende anfühlt. Aber auch das, ohne opulent zu sein. Während „Lawrence von Arabien“ wie kaum ein anderer Film (und kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit „Der langweilige Patient“) die Schönheit der Wüste zur Kunstform erhebt, wirkt auch die Wüste hier eher „ungeschminkt“. Sie hat ihre Reize, ist aber nicht so einladend wie bei David Lean.

Aus Tralien

Dass es in Australien Kamele gibt, wusste ich bisher auch nicht – aber der Film sagt uns, warum. Was er uns aber nicht sagt, und das ist einer der wenigen Makel, die ich hier erkennen würde, ist die zurückgelegte bzw. zurückzulegende Wegstrecke. Es wird zwar von mehreren tausend Meilen gesprochen, aber eine kleine Einblendung einer Karte mit eingezeichneter Soll-Lauf-Strecke wäre schon hilfreich und innerhalb von 20 Sekunden machbar gewesen, ohne zu sehr das ruhige Tempo des Films zu gefährden… nur, damit man sich abgesehen von der Kilometerzahl mal ein besseres Bild von der Strecke – und damit der Leistung der Hauptfigur – machen könnte.

Da der Film in Australien spielt, ist noch etwas anderes bisweilen hilfreich: Untertitel! Wer einmal den Eric Bana Film „Chopper“ im Original gesehen und sich, wie ich, gefragt hat, warum er da ständig von einem „bee hive“ spricht, bis man dann merkt, dass das nur eine etwas eigentümliche Aussprache für „behave“ ist, der weiß, was ich meine. Und für alle anderen: Es ist manchmal ein wenig schwer verständlich.

Fazit

Durchaus interessant und so fernab von Hollywood, wie man überhaupt nur sein kann (Kamelkastration eingeschlossen). Ein wenig schade ist, dass er einen so austauschbaren Namen wie „Spuren“ hat, im Original „Tracks“, was sich dann auf ein Zitat über Kamelspuren der Autorin, das am Ende des Films… also warum kein besserer Titel? Weil das Buch so heißt, auf dem er basiert, schon klar. Und auf einer wahren Geschichte, womit er dieses Jahr glatt für einen Oscar hätte nominiert werden können, denn alle Oscarnominierten Filme basieren 2014 auf wahren Geschichten… besonders „Gravity“! Ob es da wohl auch Kastrationsszenen drin gibt? Egal, Kinostart ist jedenfalls der 10. April 2014!

Der Mann mit dem goldenen Colt

Die große James Bond Retrospektive

Ein neuer Bond, ein neuer Teaser – und wieder ist Bond nicht drin. Außer sein Ausstellungsstück von Madame Tussauds, vielleicht ein subtiler Hinweis darauf, dass Bond inzwischen nicht mehr ist als eine Wachsfigur, eine Kopie seiner selbst? Nun, der Film hält was dieser Hinweis verspricht.

Der Fluch des zweiten Films

Nachdem sich Moore in „Leben und sterben lassen“ ganz gut eingeführt hat, reicht man schnell einen neuen Film nach – leider zu schnell. Irgendwie scheint diesem Bond alles zu fehlen… obwohl alles da ist. Man hat exotische Orte, Asien, hübsche Frauen und einen Draculaerprobten Gegenspieler. Selbst John Barry ist zurück. Da kann doch eigentlich gar nichts schief gehen… also warum ist der Film so eine Enttäuschung geworden?

Nach dem Teaser, der, da ja Bond eigentlich nicht enthält, offensichtlich etwas mit der Handlung des Films zu tun haben muss, ist Bond sogar gezwungen, ein wenig zu ermitteln, Dingen nachzugehen, Spuren zu folgen. Es ist ganz nett, ihn bei der Arbeit zu sehen, und doch wirkt das alles ein wenig uninspiriert.

John Barry ist zwar wieder dabei, aber auch er scheint dem Ganzen nicht viel abgewinnen zu können und so wirkt auch sein Soundtrack zwar ein wenig bondig, reicht aber an andere Filmmusiken von ihm nicht heran. Der Titelsong ist okay, aber, wie alles in diesem Film, eigentlich auch nur irgendwie mittelmäßig.

Kollege stirbt gleich

Wir erfahren über 002 nicht nur, dass er tot ist, sondern auch dass er Bill Fairbanks hieß und dass Dracula, äh, Scaramanga ihn totgebissen… schossen hat. Fliegende Hüte gibt es diesmal keine – kommt, glaube ich, eh nur noch ein einziges Mal vor – und die wenigen Rückprojektionen sind fast gut, reichen aber ebenfalls nicht an den Standard des Schlechten heran, an den wir uns schon gewöhnt haben.

Die schlimmsten Bondgirls aller Zeiten

Und Moore hat sie beide! Hier die erste der beiden, Britt Ekland (oder Eklund, ganz wie Sie wünschen) als Miss Goodknight, blond, blöd und inkompetent. Zwar ganz hübsch anzusehen und oft wenig bekleidet, aber trotzdem eine der furchtbarsten Frauenfiguren, die die Bond Reihe je hervorgebracht hat. Wenn Frauenrechtlerinnen sich über Bond aufregen, dann sollten sie sich vor allem über diese blonde Dumpfbacke echauffieren! Sie ist extrem nervig – und auf Deutsch ist das ganze sogar noch viel schlimmer! Und wer die andere nervige Bondine ist… erfahren wir später!

Franzisko Draculamanga

Natürlich ist es immer hervorragend, wenn man einen Schauspieler wie Christopher Lee bekommen kann, eine Legende. Warum zur Hölle gibt man ihm dann nicht auch eine anständige Rolle? Scaramanga, dritte Brustwarze hin oder her, erweist sich im Laufe des Films als fast ein ebenso großer Kretin wie Miss Goodknight. Ich meine, mal ehrlich, er tötet mit einer goldenen Kugel? Die extra für ihn hergestellt wird? Wie bescheuert muss man denn für so was sein? Ein Killer mit einem Markenzeichen, da kann er doch auch gleich seine Visitenkarte da lassen!

Dann unterhält er auf seiner kleinen Insel irgendwo am Arsch der Welt nicht nur einen Solarreaktor, der ein kleines Städtchen mit Strom versorgen könnte, obwohl er da nur mit einem Handwerker, einem Zwerg und einem Betthäschen lebt – das ist jawohl Overkill, Herr Killer. Aber vielleicht braucht er den ganzen Strom ja, um da sein Killer-Disneyland zu betreiben, zu dem er sich Killer aus aller Welt einladen lässt, nur um die dann umzulegen. Und da haben wir wieder einen der großen Fehler dieses Films: Es ist ein Bond Film! Und das bedeutet: höher, schneller, weiter. Ein Killer muss seine eigenen Kugeln und sein eigenes Spieleparadies inklusive Wasserrutsche haben (die sieht man zwar nicht, aber sie ist bestimmt da, irgendwo in einem Raum hinter Al Capone – der offensichtlich ein echter Schauspieler ist und keine Wachsfigur, wahrscheinlich ein Dinnertheaterschauspieler, der, als er sich auf diesen Gig eingelassen hat, nicht das Kleingedruckte gelesen hat: Spielort auf kleiner Insel in Rotchina, Möglichkeit während des Auftritts erschossen zu werden).

Eine sinnvolle Handlung dagegen wäre gewesen: Wir sehen Scaramanga bei der Arbeit, draußen, in der Welt, wo er, wie Bond, einen Job erfüllen muss. Dann können wir sehen: Ah, der ist wie Bond, nur böse. Das würde dem ganzen diesen idiotischen Spielparkcharakter nehmen. Und dann kann das Duell auf einer kleinen Insel stattfinden, aber ohne Schnickschnack – und das meine ich im doppelten Sinne!

Alles Schnickschnack

Auch wenn der Zwerg (Kleinwüchsige, vertikal herausgeforderte) im Original Nick Nack heißt – er ist genauso nervig und unnütz wie Goodknight. Denn letztlich ist er nur der Knecht von Dracula, hätte man ihn auch gleich Renfield nennen können, denn er bedroht zwar Leute, aber umbringen tut er keinen, womit sein Wert stark sinkt. Gut, das ist wohl das, was ihm das Leben rettet – oder, weil es politisch korrekt ist, ihn einen Zwerg zu nennen, aber umbringen geht dann doch nicht? Nein, damals gab’s ja zum Glück noch keine Political Correctness – was die Anwesenheit von Sheriff Pepper erklärt. Ganz ehrlich, man schafft es nicht, zweimal den gleichen Darsteller für Felix Leiter zu buchen, aber den rassistischen Sheriff bekommt man auch für den nächsten Film? Falsche Welt!

Kommen wir zum Ende: Und das sollte das Duell zwischen Bond und dem Mann mit dem goldenen Colt sein. Danach muss nicht noch idiotisches Explosionsgedöns kommen (doch, muss es, denn es ist ja ein Bond Film) und auch kein lächerlicher Zweikampf mit dem Zwerg! Das Duell sollte der Höhepunkt sein, dann noch Goodknight flach legen, damit sie endlich die Klappe hält und gut. Aber nein…

Ach ja, Maud Adams spielt mit, das erste Bondgirl, das auch in einem zweiten… aber ich denke, den Punkt hatten wir schon geklärt. Ihr Verhalten in diesem Film ist auch unlogisch, da sie erst Bond dazu einlädt, Dracula den Pflock durchs Herz zu rammen (ach ja, es heißt „pfählen“ und nicht „pflöcken“, nur mal so für’s Protokoll), bei einem Aufeinandertreffen mit ihm dann aber auf unschuldig macht… und wen zur Hölle ruft M am Ende eigentlich an, als er dann doch mit Bond auf, wohlgemerkt Scaramangas Boot verbunden wird? Das ergibt nun wirklich überhaupt keinen Sinn! Aber so ist das eben mit den zweiten Filmen…

— Martin Cordemann alias Null Null PeeWee Ende —

— es folgt Sonderbericht von Tillmann Courth alias Null Null Tilly —

Markenzeichen des Hitmans Scaramanga ist ein klobiger, hässlicher, mies designter goldener Colt. Damit möchte er gerne James Bond umbringen (wieso eigentlich?). Bond kommt ihm zuvor. Das war’s auch schon mit der Filmhandlung.

Gilt als einer der missratensten Bondfilme. Zu recht. Schon der Vorsetzer ist vollkommen Banane: Scaramanga erledigt einen Abzieh-Mafioso in einer Art Geisterbahn, die bei ihm zu Hause steht. Sein asiatischer Zwergenbutler namens „Schnick-Schnack“ schickt ihm solche Prüfungen auf den Hals um ihn zu testen. Kommt das nicht straight aus „Pink Panther“?

Schnickschnack ist übrigens auch der komplette Film. Wobei ich ein Geständnis machen muss: Ich mag den spatzigen Titelsong von Lulu („The Man With The Golden Gun“)!

Naja, schauen wir mal rein, was uns so auffällt. Zum Beispiel ein goldener Dialog in Filmminute 11. Scaramanga kündigt die Jagd auf Bond an, der fragt ungerührt: „Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen?“ – worauf sein Chef M wie aus der goldenen Pistole geschossen antwortet: „Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider – die Liste ist endlos.“ Leider geil!

Bond verfolgt die Spur der Kugeln und belästigt sehr unfein Scaramangas Girl (Miss Anders) – alles Schnickschnack.

26. Minute: Weshalb ist Bond so pissig gegenüber Miss Goodnight, dem scharfen skandinavischen Geschoss? Wie im letzten Film auch raucht Bond wieder Zigarren. War mir gar nicht in Erinnerung.

33. Minute: Bond macht Bekanntschaft mit der geschrumpften Version von Goldfingers Oddjob. Und jetzt alle: Schnick-Schnack! Man weiß schon jetzt: Dieser Film funktioniert nicht! Hier fehlt die Leichtigkeit, die das Team (Drehbuch und Regie) bei „Goldfinger“ und „Leben und sterben lassen“ so brillant an den Tag legte. Der Ton ist völlig schief. M ist rüpelhaft, Bond ist uncharmant, Scaramanga ist humorlos, die Frauen sind reine Staffage.

Nichts zündet wirklich, sondern wirkt plump und gewollt: Bonds Begegnung mit den Sumo-Ringern (50. Minute), die asiatische Kampfschule, alles ist überfrachtet mit Asien-Schnickschnack (jawohl). Beeindruckend ist allein, dass Moore seine Fights offenbar selber durchführt.

58. Minute: Bond stößt ein Kind ins Wasser! Man möchte beinahe abschalten. Dann taucht auch noch Sheriff Pepper als Tourist auf. Spätestens jetzt ist klar: Dieser Film hat ein Problem mit seinem Humor. Wie konnte das so schiefgehen? Alle Komik hat so einen verbissenen Touch. Ist dieser zweite Moore-Bond zu schnell nach dem ersten produziert worden (ein knappes Jahr)?!

68. Minute: Skurril – Scaramangas Freundin will Bond bezahlen, um Scaramanga zu töten. Gleichzeitig boulevardeskes Sich-im-Schrank-Verstecken von Miss Goodnight. Nicht komisch!

72. Minute: Miss Anders sitzt tot in einer prallgefüllten Kickbox-Sporthalle (auch ne Leistung), Scaramanga langweilt mit seiner Lebensgeschichte. Und dann geht er einfach.

78. Minute: Sheriff Peppers zweiter Auftritt. Als Bonds Beifahrer muss er für weiteres erzwungenes „comic relief“ sorgen. Die obligatorische Verfolgungsjagd endet in einem wahnsinnigen echten Stunt (83. Minute): Das Auto fliegt eine Luftrolle über eine zerstörte Brücke. Fand ich als Kind schon Pipifax – dabei isses wahrscheinlich höllisch schwer zu machen. Schwachsinnig ist auch Scaramangas Flucht mit dem Düsenauto. Mieser Trick diesmal.

In der 87. Minute glotzt Geheimdienstchef M, als wolle er einen stummen Kommentar nicht nur zum Geschehen, sondern zum neunten Bondfilm an sich liefern. Oje, noch ne halbe Stunde…

92. Minute: Comedyeinlage seitens Scaramanga, er schießt den Korken vom Champagner, den Schnick-Schnack serviert. Bond schaut nur zu. Dabei könnte er die zwei Knallchargen JETZT GLEICH BITTE ERSCHIESSEN und wir könnten Feierabend machen.

Es folgt Solarkraftwerks-McGuffin-Techno-Schnickschnack. Laaaangweilig. Hat bisher niemanden interessiert und tut es weiterhin nicht!

(hab den Film angehalten, war was essen, mir ein Bier und Chips geholt, kann nicht schaden…) Wir sehen noch Duell, mampf, Geisterbahn, gluck, das kennen wir schooon, grunz, Bond verliert seine Pistole, der Tölpel, hat sie plötzlich doch wieder, wieso, erschießt Scaramanga, der null aufgepasst hat, Britt Ekland muss im Bikini herumlaufen, damit noch wer hinguckt, angeblich fliegt das Kraftwerk noch in die Luft, huhuhu, spannend, oder, da geht auch schon die Set-Deko kaputt, was macht eigentlich Schnick-Schnack? Hätt‘ ich doch nicht gefragt! Denn wir beenden dieses Machwerk mit dem dümmsten Henchman-Finale (115. Minute) das es je gab (Schienbeintreten, Flaschenwerfen, In-Koffer-Sperren).

Fazit: Schockierend, welche Schieflage „Der Mann mit dem goldenen Colt“ aufweist. Trotz Moore, Christopher Lee, schöner Frauen wie Maud Adams und Britt Ekland passt so gar nichts zusammen in dieser Bond-Ausgabe. Schlimm. Dieser Film ist leider… Schnickschnack. Es ist Bond mit der Brechstange. Ich vermute, die Autoren waren nach mehreren vorherigen Bonds „leer“ und mussten dieses Buch zu schnell abliefern.

Die Musik gefällt mir hingegen ausnehmend gut. John Barry variiert diesen spatzigen Titelsong sehr vornehm. Das absolut Beste am Film!

Der Mann mit dem goldenen Colt (1974)

Originaltitel: The Man with the golden Gun

Regie: Guy Hamilton

Musik: John Barry / Titelsong: Lulu

James Bond: Roger Moore / Niels Clausnitzer

Scaramanga: Christopher Lee / Herbert Weicker

Goodnight: Britt Ekland / Dagmar Heller

Adrea: Maud Adams / Helga Trümper

Schnickschnack: Hervé Villechaize / Kurt Zips

Hip: Soon-Tek Oh / Jürgen Clausen

Sheriff Pepper: Clifton James / Benno Hoffmann

und

M: Bernard Lee / Wolf Ackva

Q: Desmond Llewellyn / ???

Moneypenny: Lois Maxwell / Emely Reuer

Popkulturelle Differenzen

kehrt zurück

mit

The Spy Who Loved Me

DoubleDOHSexy10Maennertraeume

Dumme Filmklischees fürs Poesiealbum

– Denn es hört und hört nicht auf…

…mit den dummen Klischees! Aber vielleicht ist das ja vorerst die letzte Episode.

Kein Vorspann

Beim Fernsehen ist es ja zu verstehen, dass die meisten Serien inzwischen auf einen Vorspann verzichten. Wir erinnern uns noch, dass es bei „Raumschiff Enterprise“ nicht nur einen Vorspann gab, sondern auch noch einen Prolog, der vor dem Vorspann gesprochen wurde. Aber das war auch eine Zeit, in der Fernsehepisoden noch 48 Minuten lang waren. Zu Zeiten von „Star Trek: The Next Generation“ war man dann auf etwa 44 Minuten runter und heute sind viele Episoden nur noch um die 40 Minuten lang. Das schafft… mehr Platz für Werbung, richtig! Auf der anderen Seite kürzt das dann natürlich auch die Länge für Handlung. Was wohl der Grund ist, dass einige Fernsehserien heutzutage auf einen ausgedehnten Vorspann verzichten und nur zu einer kurzen Musik den Namen der Serie einspielen, die Namen der Darsteller etc. dann aber über die danach beginnende Handlung legen (z.B. „Lost“). Bei „Two and a half Man“ konnte man übrigens am Vorspann erkennen, wie viel den Machern für die jeweilige Folge eingefallen ist, denn wenn die Episode alles an verfügbaren Platz für die Handlung brauchte, fiel der Vorspann kurz aus, wenn nicht, dann gab es den langen.

Warum es sich inzwischen auch bei Filmen eingebürgert hat, dass man kaum noch einen Vorspann und manchmal nicht mal den Titel des Films erhält, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Könnte aber an der mangelnden Aufmerksamkeitsspanne des Publikums liegen, weil man vielleicht denkt, dass man die verliert, wenn’s nicht andauernd kracht und bumst, also lieber gar nicht erst mit viel Text (Vorspann) ablenken – oder man geht davon aus, dass von der Zielgruppe eh keiner mehr lesen kann und schenkt sich das dann einfach, um sie nicht zu überfordern. Auf der anderen Seite… Nachspänne bei Filmen scheinen inzwischen jeden, wirklich jeden auflisten zu müssen, auch wenn er nur mal Kaffee geholt oder dem Star den Hintern abgewischt hat – was dazu führt, dass 5 bis 10 Minuten Abspann inzwischen keine Seltenheit mehr sind. Unter dem Gesichtspunkt kann ich dann tatsächlich verstehen, dass man auf einen Vorspann verzichtet!

Episodentitellosigkeit

Neben keinem Vorspann gibt’s dann oft auch keinen Episodentitel mehr. Jedenfalls keinen sichtbaren. Bei der Ausstrahlung. Sowohl in der InternetMovieDataBase (imdb.com) als auch im Begleitheft zur DVD kann man zwar oft einen Titel nachlesen, aber die Zeiten, in denen der Titel zu Beginn der Folge eingeblendet wurde, scheint – bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. Serien von Aaron Sorkin – weitgehend vorbei zu sein.

CGI vs. Modelle

Durch Computer Generierte Effekte (CGI) wurde, nachdem die halbwegs ausgereift waren, vieles möglich, sogar Dinge, die in der Wirklichkeit völlig unmöglich sind. Für die Realisierung von Phantasien (eine Nacht mit Angelina Jolie) ist das natürlich phantastisch, aber es hat auch einen Nachteil: Manchmal wirkt es einfach völlig unecht! Und zwar auf eine idiotische Art und Weise. Wenn man in einem Bond-Film ein Auto zum U-Boot machen wollte, aus dem auch noch Raketen abgeschossen werden, dann musste man das bauen. Mit Modellen. Selbst mit verschiedenen Modellen (eins für die Umwandlung zum Boot, eins zum Abschießen der Raketen, eins zum Tauchen…), aber diese mussten gebaut werden und den Zweck erfüllen, für den sie da waren, d.h., wenn eine Schiffsschraube aus dem Heck kommen sollte, dann musste man die da auch irgendwie einbauen. Heute löst man so was per Zauberstab mit einem einfachen Computereffekt. Der angesprochene Nachteil ist: In so ein nichtexistierendes Auto kann man viele nichtexistierende Dinge reinpacken, weil die ja keinen Platz wegnehmen. Deshalb sieht man dann gerne in Science Fiction Filmen Dinge, die einfach physikalisch unmöglich sind, weil das, was sich da aus dem Raumschiff herausblättert, dort nie auch nur ansatzweise hineingepasst hätte. Bei einem echten Modell mussten die Spezialisten alles so bauen, dass das auch irgendwie gepasst hat – und das ist heute einfach nicht mehr nötig. So zeigen uns die Stare Trek und Wars Dinge, bei denen sich computeranimierte Segel entblättern, die so phantastisch aussehen, dass sie schlicht so unrealistisch wirken, wie sie sind. Denn man kann’s ja machen. In solchen Fällen wünsch ich mir echt die alten Modelle wieder!

Computervandalismus

Und wo wir schon mal bei Computern sind, wenn jemand in einem Film aber mal so richtig sauer auf seinen Computer ist, dann haut der dem aber ganz feste eine rein. Auch, um die Daten, die man nicht an die andere Seite kommen lassen will, zu zerstören. Das Problem ist: Die meisten Leute hauen kräftig gegen den Bildschirm. Das… bringt dann nicht so irrsinnig viel. Es sei denn, man will die Bildschirmindustrie vorantreiben. Will man aber die Daten vernichten, täte man eigentlich besser daran, den anderen Teil des Computer zu demolieren, in dem sich Prozessoren, Festplatte und das ganze Zeugs befinden. Aaaaber… das sähe wahrscheinlich weit weniger spektakulär aus!

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von Martin Cordemann

Leben und sterben lassen

Die große James Bond Retrospektive

Ein neuer Bond und jetzt wird alles anders. Einiges zumindest. Manches. Roger Moore übernimmt die Rolle und behält sie für sieben Filme am Stück – was bisher der Rekord ist. Connery kann zwar auch sieben Filme vorweisen, aber zum einen gab es da Unterbrechungen und zum anderen zählen manche Puristen „Sag niemals nie“ nicht als richtigen Bond. Aber das soll jeder halten wie er möchte.

Auf ein Neues

Ein weiterer Teaser, der direkt mit der Handlung des Films verbunden ist. Und es gibt noch eine andere Besonderheit: Bond kommt darin nicht vor! Während bei „Liebesgrüße aus Moskau“ wenigstens ein Nicht-Bond herumspaziert, der wie Bond aussieht und man bei Filmen wie „Man lebt nur zweimal“ und „Moonraker“ neben der den Film auslösenden Handlung auch noch eine kleine Episode mit Bond selbst eingebaut hat, hat man das hier irgendwie vergessen. Nach dem Teaser kommt der Vorspann und nach dem Vorspann kommt Bond.

Roger Moore ist als Bond einfach da, ohne dass er groß und elegant eingeführt wird. Ja, er liegt im Bett und es ist dunkel, aber dann klingelt’s an der Tür und er steht auf und latscht ganz kunstlos auf die Kamera zu. Keine kunstvolle Einführung wie bei den anderen, mehr ein so tun, als wäre das schon immer so gewesen.

Doch das ist noch nicht alles: Es gibt keinen Hut, keine schlechten Rückprojektionen und keinen Q. Und auch keinen John Barry! Seit Beginn der Reihe ist dies der erste Film, in dem John Barry nicht für die Musik verantwortlich zeichnet. Stattdessen ist George Martin (nicht zu verwechseln mit George R.R. Martin, dem Autor von „Game of Thrones“) der Komponist. Er liefert einen soliden Soundtrack ab, der wie bei Barry einen guten Mix aus Song und Bond Thema bringt. Aber Komponisten haben meist einen unterschiedlichen Stil und eine eigene Handschrift. So hört man manche Filmkomponisten wie James Horner, Danny Elfman und John Williams oft heraus. Barry hatte ebenfalls einen eigenen Stil, was für eine bestimmte Vertrautheit in den Bond Soundtracks gesorgt hat, die der ganzen Serie ein Gefühl der Einheitlichkeit gegeben hat. Martins Soundtrack klingt nicht nach Barry, aber er ist bondig genug, um das zu verschmerzen.

Mit Paul McCartney vereinigen sich bereits zwei der drei großen Kulturgüter Englands miteinander: Die Beatles (oder ein Teil davon) und James Bond. Der dritte im Bunde, Monty Python (oder ein Teil davon) soll später folgen. McCartneys Beitrag zur Bond Reihe ist nicht schlecht, reicht für mich aber trotzdem nicht an Hits wie „Goldfinger“ heran.

Moore oder weniger

Interessanterweise wirkt Moore hier jünger als bei „Die 2“, die eigentlich kurz vor seinem ersten Einsatz als Bond entstanden. Mit ihm hat Bond auch endgültig das Zigarettenrauchen aufgegeben, stattdessen gönnt er sich eine Zigarre. Pierce Brosnan soll das später aufgreifen, in, welche Überraschung, Cuba. Was dagegen ein grober Angriff auf das Auge ist, sind die teils geschmacklosen Klamotten, die Moore trägt. Tja, es war nicht alles schön an den 70ern – und die Kleidung war es garantiert nicht!

Während sich der Film an verschiedenen Elementen aus der Buchvorlage entlanghangelt, greift man auf zwei Elemente erst bei späteren Filmen zurück (Bond und ein Mädchen fesseln, hinter dem Boot über Korallenriffe herschleppen und sie damit den Haien als Appetithappen zu offerieren benutzt man in „In tödlicher Mission“, Felix Leiter den Haien zum Fraß vorwerfen sogar erst in „Lizenz zum Töten“). Aus Quarrel, der ja schon in Connerys erstem Abenteuer das Zeitliche segnete, wird notgedrungen Quarrel jr.

Filmen und sterben lassen

Alles in allem ein solider Film. Mir persönlich sind die übersinnlichen Elemente ein bisschen zuviel für Bond. Da fragt man sich, was als nächstes kommt? Ob er gegen Riesen kämpft, die Menschen zu Tode beißen? Oder gar in den Weltraum fliegt? Ähem…

Wie dem auch sei, so gesehen gar nicht so verkehrt. Und höchst beeindruckend, dass man damals noch Dinge in der Wirklichkeit gemacht hat, denn, machen wir uns nichts vor: Wenn ein Mensch über eine Brücke aus echten Krokodilen läuft, dann sieht das einfach besser aus, als wenn er über einen verschissenen CGI-Waran klettert!

Man muss sich allerdings fragen, ob da nicht der eine oder andere Rassismus vorhanden ist. Dass wir einen schwarzen Bösewicht haben ist in Ordnung, dass der eine schwarze Organisation hat auch – aber leider geht der Film weiter. Da werden bei einem Straßenumzug Leute umgebracht und die Menge zieht lachend und johlend weiter, als wär nix passiert – obwohl sie streng genommen Zeugen wenn nicht gar Beteiligte an einem Mord waren. Zweimal. Das ist dann vielleicht doch ein bisschen zuviel!

Das war der Beginn der Moore Ära. Die Frage ist: Kann er den Fluch des zweiten Films brechen? Nun, leider, leider kennen wir die Antwort darauf…

— Martin Cordemann alias Null Null PeeWee Ende —

— es folgt Sonderbericht von Tillmann Courth alias Null Null Tilly —

Der Comedy-Bond! Mein Lieblings-Bond! Mein Lieblings-Bond-Regisseur Guy Hamilton lässt es schon im (sehr untypischen) Vorsetzer tüchtig krachen: Der Kopfhörer-Mord bei den Vereinten Nationen, die New Orleans-Beerdigung (wie genial ist die denn?! – mal abgesehen von den heutzutage unkorrekten Rassenklischees), der verstörende Voodoo-Mord (ist das noch ein Agentenfilm?) – und dann direkt mit Flammen und Totenköpfen in den tollen, musikalisch wilden Vorspann rüber! Ja, ich mag sogar den Titelsong! Ich freue mich jetzt schon auf die Motorbootverfolgungsjagd, Sheriff Pepper und die Krokodilfarm.

„Leben und sterben lassen“ – what’s not to like in this movie?!

Dennoch ein paar Beobachtungen beim Wiedersehen: In der 9. Filmminute präsentiert sich Bond als Barista und bedient eine dieser Kaffeeautomaten, wie sie heute fast in jedem Haushalt stehen. Seiner Zeit weit voraus.

14. Minute: Eine Autoverfolgungsjagd ohne Verfolgung. Bond saust im herrenlosen Wagen über den City-Highway. Ein kurzer Spaß, aber effektive erste Bedrohung. Hier dreht jemand im Hintergrund ein großes Rad…

19. Minute: Bond bekommt auf der Straße augenblicklich ein New Yorker Taxi. Dieser Film ist fantastisch und wird es bis zum Schluss bleiben. Kein anderer Film der Serie spielt so sehr mit okkulten Inhalten (ich sag nur: Baron Samedi).

21. Minute: Ein Weißer in Harlem! Bond betritt die Ostküstenfiliale des „Fillet of Soul“. Wir erkennen schmerzlich: Die Neger-Mafia ist überall! Wahrscheinlich muss man „Leben und sterben lassen“ (1973!) heute als rassistisch einstufen. Ich seh ihn als Zeitdokument und mag ihn trotzdem.

27. Minute: Da isser auch schon, der Zahnpasta-Baron mit dem strahlend weißen Lächeln. Großartig, dass sich der „Chef der Toten“ als Touristenattraktion einer Voodoo-Show zwischen Glitzerkreuzen zum Affen machen muss.

32. Minute: Nächstes Attentat auf Bond und Abwehr der Giftschlange mittels des entzündlichen After Shaves. Ich mag diese unspektakulären, aber kreativen Lösungen, die noch einen Rest von Glaubwürdigkeit besitzen. Bond ist dann gut, wenn er am Boden bleibt.

43. Minute: Die tapsige (und schwarze) Jungagentin Rosie entpuppt sich als Doppelspielerin. Gleich darauf muss sie auch schon sterben, bekleidet nur mit Bonds Feinrippunterhemd. Danach dringt Bond (sehr cool: mit Zigarre im Lenkdrachen hängend) bei Solitaire ein und zieht die Nummer mit den gezinkten Karten ab. „Sie wussten die Antwort schon im Voraus. Und so merkwürdig das klingen mag – ich auch.“ Der neue Bond ist irgendwie frecher, wie ich finde. Wundervoller Auftakt der Verführung – bitte mal nachschauen, wie Bond pfauengleich auf Solitaires Thron hockt und sie belabert (47. Filmminute). In der sich anschließenden Bettszene verlangt Solitaire eine Zugabe. Das Gesicht, das Moore daraufhin macht, ist unbezahlbar. Als wäre ihm der sexuelle Bond-Mythos selber unheimlich!

54. Minute: Bond entdeckt die Opium-Plantagen, und Regisseur Hamilton serviert uns seine kurze Reminiszenz an Hitchcocks Treibjagd per Flugzeug (aus „North By Northwest“). Dann folgt die erste richtige Verfolgungsjagd – und auch die ist weitab vom Standard. Bond in einem klapprigen Doppelstockbus gegen eine Handvoll Dorfpolizisten in klapprigen Karren und auf altersmüden Motorrädern. Pure Drittwelt-Action!

62. Minute: Comedyeinlage von Regisseur Hamilton: Die Fahrt des Sportflugzeugs über das Rollfeld und Demolierung mehrerer Kleinflugzeuge und Automobile. Ist doch hübsch.

65. Minute: Toll gemachte Reprise der New Orleans-Beerdigung vom Vorsetzer, schwarzer Humor vom Feinsten. Und Bond fällt schon wieder im „Fillet of Soul“ seinem Widersacher Mr. Big in die Hände. Hinreißend inszeniertes „callback“ – serviert mit einer rassigen Mini-Interpretation des Titelsongs.

76. Minute: „Trespassers will be eaten“ – Willkommen auf der Krokodilfarm. Juchhu! Eine verflixt plastische Klemme, in die Bond da gerät. Und wie löst er es? Mit ein paar sportlichen Hüpfern über die Krokodilköpfe hinweg! Ich find’s genial. Und komisch. Perfekt. Der Spaß geht sogleich weiter,  denn es beginnt die legendäre Motorboot-Verfolgungsjagd durch die Bayous, in die das Redneck-Landei Sheriff Pepper („Alle Stinkefinger auf die Motorhaube!“) Ordnung bringen möchte. Ich liebe Sheriff Pepper! Denn ihm gehört mein Lieblingsdialog aus allen Bond-Filmen. Als er Bond genüsslich verhaftet, wird er vom CIA zurückgepfiffen. Es beginnt Pepper: „Da ist er ja, der Hundesohn! Ich habe ihn! Was sind Sie für einer? Vollstreckungsbeamter vom Jüngsten Gericht?! Wir haben hier einen soliden Käfig, um solche Rowdies festzuhalten!“ – „Captain, klären Sie den Sheriff doch mal auf.“ – „Ja, Sir. Pepper, ich muss mit Ihnen mal ein Wörtchen reden. Also, dieser Junge ist aus London, ist ein ENGLÄNDER. Der mit unseren Jungs zusammenarbeitet, so’ne Art Geheimagent…“ – Aus Pepper bricht es hervor: „Geheimagent? Auf wessen Seite?!“ (95. Filmminute). Köstlich. Das fasst den Bond-Kosmos aus fremdem Blickwinkel ziemlich gut zusammen.

101. Minute: Das Voodoo-Ritual läuft und Baron Samedi wächst aus dem Grab in seinen Hut hinein. Sehr cool, again. Bond schießt ihn ohne viel Federlesens in Stücke und rettet sein Mädchen. Kurzes Chaos unter den Anbetern, bis der Baron nochmal zum „final scare“ antritt. Bond wirft ihn in die Schlangenkiste.

108. Minute: Mr. Big will Bond den Haien servieren, doch Bond lässt ihn Pressluft schlucken, dass er wie ein Ballon hochgeht und platzt („Ein aufgeblasener Kerl“). Okay, okay – das ist der UNREALISTISCHSTE FILMTOD ever! Zugegeben. Und als letzter Kämpfer steigt der grinsende Henchman mit der Stahlkralle in den Ring: TeeHee verhakt sich im Zugfenster und macht einen kläglichen Abgang. Zum Schluss grüßt nochmal ironisch der wiederauferstandene Baron vom Kuhfänger der Lokomotive. Überblendung auf einen flammenden Totenkopf, Anschluss an den Vorspann – und Schluss. Na wunderbar.

Fazit: Moore ist vom Typus her Lazenby näher als Connery. Fügt sich jedoch superelegant in diesen insgesamt äußerst stylishen Film ein. Vielleicht brauchte es den Übergangs-Bond Lazenby, um die Welt auf Moore vorzubereiten… „Leben und sterben lassen“ läutet tatsächlich eine neue Ära Bond ein.

Leben und sterben lassen (1973)

Originaltitel: Live and let die

Regie: Guy Hamilton

Musik: George Martin / Titelsong: Paul McCartney & Wings

James Bond: Roger Moore / Niels Clausnitzer

Kananga / Mr. Big: Yaphet Kotto / Herbert Weicker

Solitaire: Jane Seymour / Dagmar Heller

Felix Leiter: David Hedison / Reinhard Glemnitz

Sheriff Pepper: Clifton James / Benno Hoffmann

Rosie Carver: Gloria Hendry / Heidi Treutler

Quarrel jr.: Roy Steward / K.E. Ludwig

Tee Hee: Julius W. Harris / Gernot Duda
Adam: Tommy Lane / Hartmut Becker
und

M: Bernard Lee / Curt Ackermann

Moneypenny: Lois Maxwell / Helga Trümper

Popkulturelle Differenzen

kehrt zurück

mit

The Man With The Golden Gun

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