Neu im Kino: X-Men – Days of Future Past

Wirklich gut!

Na, das war mal ne kurze Besprechung

Man muss ja nicht immer alles zerreden. Und wenn mir schon mal was gefällt… Okay, werden wir trotzdem ein bisschen umfangreicher. Der Film (deutscher Titel: „Zukunft ist Vergangenheit“) beginnt mit einer gewaltigen Actionsequenz, die dann (Applaus) zu einer Handlung führt. Und einer Zeitreise. Und überhaupt. Aber da ich großer Freund einer Handlung bin, war ich sehr angetan, dass man sich hier die Mühe macht, eine zu haben. Man kann es sich in etwa vorstellen: die Zukunft ist scheiße und man täte ganz gut daran, in die Vergangenheit zu reisen, und dafür zu sorgen, dass es gar nicht erst so weit kommt – also das, was wir alle schon mal gedacht haben, aber mangels Zeit (oder Zeitreise) bisher einfach noch nicht tun konnten. Sie tun es und… der Rest ist Geschichte. Gewissermaßen. Und wie wir seit „Lawrence von Arabien“ wissen: „Nichts steht geschrieben!“

Vor dem Film war ich ein wenig skeptisch. Warum? Nun, ich mochte die ersten beiden, den dritten finde ich okay, aber er wäre mit Bryan Singer am Steuer wahrscheinlich besser geworden. Das findet der selbst auch, hat aber in meinen Augen das Recht verloren, sich über den dritten Teil aufzuregen, weil er selbst es ja wohl für wichtiger hielt, einen blöden Superman-Film zu machen, anstatt seine eigene Trilogie abzuschließen. Selbst schuld, Alter!

Als nächstes kam dann der Film, der in meiner Sammlung fehlt, nämlich der erste „Wolverine“… und da hatte man bei „X-Men“ noch gedacht, hey, geile Figur, n Film mit dem Typen wär bestimmt klasse. Tja, da hat man sich dann halt geirrt. Er war schlecht und kam zu spät – das war so, als würde man heute Fortsetzungen des alten „Star Wars“ machen, eine blöde Idee… Mooooment!

Dann setzte man aber mit „First Class“ (hätte man auf deutsch auch „Erste Klasse“ nennen können, Jungs!) einen neuen Höhepunkt, ein schöner Film, mit dem man in die Vergangenheit der Figuren ging und der vor dem ersten Film spielte. Gute Besetzung, gute Handlung, guter Film. (Danach kam dann noch der zweite „Wolverine“ Film, der nicht schlecht ist und bei mir die Frage aufbringt, warum man Hugh Jackman nicht als James Bond besetzt hat, denn er hat einen ähnlich durchtrainierten Körper wie Daniel Craig, anders als der dann aber auch Charme und Humor… ach, es ist traurig!)

Da „First Class“ gut funktioniert hat, ohne dass (außer Hugh Jackman und Rebecca Romijn) einer von den alten Recken dabei war, war ich von der Idee, beide Zeitlinien miteinander zu verknüpfen, eigentlich wenig begeistert. Sie hatten gezeigt, dass es auch ohne Picard und Gandalf geht, also warum musste man ihnen das unbedingt wegnehmen und die alten Säcke in die neue Handlung integrieren? Nötig gewesen wäre es prinzipiell nicht – aber sie machen hier was gutes draus!

Zeiteisen für Zeitreisen

Was der Film wirklich sehr gut macht, ist, beide Zeitebenen miteinander zu verbinden. Dadurch stehen die jungen Helden im Vordergrund, aber auch die alten haben noch etwas zu tun. Mit 130 Minuten nimmt sich das auch zeitlich sehr angenehm aus. Sie spielen sehr schön mit der Geschichte, aber auch mit den eigenen Klischees der Reihe. Es gibt jede Menge Anspielungen und kurze Rückblendungen, die bisher geschehenes (in Zukunft geschehen werdendes) zeigen. Wie auch schon der zweite „Wolverine“ beziehen sie sich auf Dinge aus den anderen Filmen, was der ganzen Reihe mehr Substanz verleiht. Und am Ende ist wieder alles so, wie es… sein sollte. Oder?

Hatte Wolverine in „First Class“ nur einen kurzen aber schönen Gastauftritt, ist er hier eine der tragenden Figuren des Films. Die andere dürfte wohl Ruhm und Oscar geschuldet sein, denn ich wage mal zu bezweifeln, dass Mystique der Dreh- und Handlungspunkt des Films gewesen wäre, hätte sich Jennifer Lawrence (von Arabien?) nicht durch die „Hunger Games“ Starruhm und durch „Silver Linings Playbook“ (oder war es „American Hustle“?) einen Oscar beschert. So geht es ihr aber wie der (weit unbegabteren) Halle Berry in „Stirb an einem anderen Tag“ und ihre Rolle wird auf wundersame Weise größer.

Wer bis zum Ende des Nachspanns bleibt, wird belohnt mit einer… Überraschung! Jawohl. Eine Überraschung, die so groß ist, dass sie mir rein gar nichts sagt. Wenn Sie kein Hardcore-Fan der Comics sind, sorgen Sie dafür, dass einer dabei ist, damit Sie den nachher fragen können, was das bedeuten soll. Nehmen wir einfach mal an, wenn wir den nächsten X-Men-Film sehen, werden wir schlauer sein. Hoffentlich.

Worauf man übrigens verzichten kann, ist das 3D. Es ist… bestenfalls unbefriedigend. Kaum zu bemerken. Nicht gut genutzt. Wenn Sie sich die schwere Brille auf der Nase ersparen wollen, schauen Sie lieber in 2D. Das tut dem Film keinen Abbruch, denn der ist, ich glaube, ich sagte es schon, wirklich gut! Kinostart ist der 22.5.2014… oder irgendwann in der Zukunft.

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