Neu auf DVD: Sternenkrieger – Survivor

Man nehme: ein großes Stück „After Earth“, eine Prise „The Time Machine“, zwei Stücke „Planet der Affen“, garniere das ganze mit ein wenig „Hunger Games“ und gebe als Beilage noch ein paar Orks dazu, ziehe ein großes Budget ab und schon…

Ja, Science Fiction ist schwierig, aber es wäre doch schön, wenn einen die „Vorbilder“ nicht so direkt anspringen würden. Und dann ausgerechnet bei „After Earth“ „Inspiration zu suchen“ (zu klauen), bei einem der miesesten Filme a) der Science Fiction, b) der Welt, c) überhaupt, d) mit Will Smith, e) alles zusammen. Meine Güte… aber Kevin „Hercules“ Sorbo macht hier eine bessere Figur als Will Smith in „Mein Sohn soll ein Star werden – der Film“ – und das will wirklich was heißen. Obwohl, hat nicht schon Ekkehardt Belle, der ihn in „Hercules“ synchronisiert hat, gesagt, dass er sich gefreut hat, zu sehen, wie Sorbo, der schlecht anfing, als Schauspieler immer besser wurde? Von dem hören wir in der deutschen Fassung aber leider nix, also von Ekki Belle. Da dies ein kleiner Film mit beschränktem Budget gewesen ist, dürfte das für die deutsche Synchro wohl auch zutreffen und so müssen Sorbo-Fans leider auf seine rauchige deutsche Stimme verzichten.

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Tja, was kann man über diesen Film sagen? Er ist nicht wirklich schlecht… und er macht das, was ihm an wirklicher Handlung fehlt, durch gehen/laufen/reiten durch eine rötliche Wüstenlandschaft (die ein wenig an Monument Valley erinnert) wett, und durch jede Menge Gekloppe mit den a) Aliens und b) Aliens mit Masken.

Was ein bisschen schade ist, ist, dass die Möglichkeit, Klischees zu brechen, leider nicht genutzt wird. Wieviel schöner wäre es doch gewesen, wenn nicht die Aliens die Bösen gewesen wären, sondern die Aliens mit Masken! Wenn nicht das böse Viech das böse Viech gewesen wäre, sondern das Pferd und sie dann stattdessen auf dem bösen Vieh das keins war geritten wäre – aber vielleicht hat dafür einfach nicht das Budget gereicht? Schade bleibt es trotzdem, weil es so leider ein wenig vorhersehbar bleibt, denn wenn die Typen, die wie Orks aussehen, sich dann als böse entpuppen, ist das nicht wirklich eine Überraschung. Und die Überraschung am Schluss, die wohl eine sein soll, ist auch nicht wirklich eine, weil… ganz ehrlich, Pferde, Schrotflinten, Gasmasken, zählt mal eins und eins zusammen, da bleibt nicht mehr viel Spiel für Überraschungen.

Aber immerhin wurde an Originalschauplätzen gedreht… also nicht auf einem fremden Planeten, aber eben draußen in der Natur, statt billige Sets zu bauen oder alle stundenlang vor einer Bluescreen herumspringen zu lassen. Insofern sieht man viel Natur und… das ist ja auch mal ganz schön.

Getragen, genauso wie geschleppt und geritten, wird der Film von Danielle Chuchran. Die macht ihre Sache als Figur, deren Cleverness nicht unbedingt in ihrer Intelligenz liegt (und die gewissermaßen den amerikanischen Traum verkörpert, denn ihre Devise scheint zu sein: erst zuschlagen und dann Fragen stellen), sehr gut. Wobei viel körperlicher Einsatz gefragt ist, womit ausnahmsweise nicht Nacktszenen gemeint sind, sondern langes Laufen durch die Wüste, Klettern an Felsen, Pfeile schießen („Hunger Games“ lässt grüßen) und rumprügeln mit Orks.

Als Zusatz zum Film gibt’s noch 5 Minuten Making of und 5 Minuten Outtakes, die sind ganz putzig, aber nicht wirklich abendfüllend.

Fazit

Nicht so grottig wie „After Earth“, aber dafür wahrscheinlich weit billiger. Irgendwie nicht neu, irgendwie nicht originell, aber auch irgendwie nicht ärgerlich. Kein Meilenstein der SF, aber auch kein Ärgernis. Ab 14.7.2914 im Verleih, ab 22.7.2014 im Handel.

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