Neu auf DVD: Dallas Buyers Club

Ein Mann muss feststellen, dass er HIV-infiziert ist und man sagt ihm, dass er nur noch 30 Tage zu leben hat. Was wie eine spannende Ausgangssituation für einen Krimi klingt (Sie haben noch 30 Tage, um ein Gegenmittel zu finden, sich in die kriminelle HIV-Organisation einzuschleichen und die Ermordung des Präsidenten zu verhindern), wird in den 80ern mit Aufkommen von AIDS vielen Leuten passiert sein – und dieser Film basiert auf einer wahren Geschichte. Nun ist die Hauptfigur aber a) Säufer, b) Kokser, c) Bumser und d) einfach nicht totzukriegen. Er kann und will nicht aufgeben und so schafft er es, Mittel zu finden, die ihm zu helfen scheinen, während das, was die Ärzte verschreiben, ineffektiv und tödlich zu sein scheint. Da er aber auch e) clever und f) ein Schlitzohr ist, beginnt er nun so eine Art Handel mit diesen nicht zugelassenen Medikamenten aufzuziehen, womit sich neue Schwierigkeiten ergeben…

Krank

„Dallas Buyers Club“ ist ein Film über Krankheit, über die Krankheit des Menschen, aber auch über die Krankheit des Systems. Er zeigt uns, worum es den Pharma-Konzernen wirklich geht – und da scheint die Gesundheit der Menschen nicht unbedingt an erster Stelle zu stehen. Die Hauptfigur muss einen ständigen Kampf gegen die staatliche Zulassungsbehörde führen, während die Wahrheiten über das Medikament vertuscht, das sie selbst unterstützt. Die Behauptung, die Pharmakonzerne würden sie bezahlen, scheint also nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Gleichermaßen ist es ein Film über das Kämpfen: den Kampf gegen die eigene Krankheit und den Kampf gegen das System. Es ist traurig, weil es ums Sterben geht und um einen Kampf gegen eine überlegene Macht – und es ist doppelt traurig, weil es echt ist!

Oscar

Der Spruch: „Spiel einen Nazi oder einen Behinderten und du bekommst einen Oscar“ ist nicht nur ein Klischee, er trifft auch oft genug zu. Nichtsdestotrotz sind die goldenen Statuen für die Leistungen von Matthew McConaughey und Jared Leto völlig gerechtfertigt (der dritte Oscar ging an „bestes Haar- und Makeup-Styling“, eine unterschätzte Kategorie… oder so). Ersterer spielt nicht nur hervorragend, sondern er hungerte sich auch so viel ab, dass er wirklich richtig krank aussieht. (Was es ein bisschen unverständlich und traurig macht, dass Christian Bale für „Der Maschinist“, für den er aussah wie ein lebendes Skelett, nicht auch einen Oscar bekommen hat!)

Bonus

Das Zusatzmaterial kann man eher vernachlässigen. Die Featurette und die Interviews sind recht kurz und zum Glück wenig redundant, auf die B-Roll kann man aber getrost verzichten. Wer sehen will, wie idiotisch das Filmgewerbe zu sein scheint, hat auch Gelegenheit dazu, denn der „Photocall-Clip“ zeigt, wie Matthew McConaughey minutenlang vor einer Wand steht, um sich von der anwesenden Presse ablichten zu lassen – spannend und informativ… ist was anderes!

Fazit

Ein guter Film, der sich mit dem Thema AIDS auseinandersetzt, der eine spannende Handlung und schillernde Figuren hat, der von seinen großartigen Darstellern lebt – und den man gesehen haben sollte. Für die, die das im Kino verpasst haben, gibt es ab 22.7.2014 auf DVD und Blu-ray Gelegenheit dazu!

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