Neu im Kino: WACKEN 3D

Geil!

Um etwas ins Detail zu gehen:

Ich hab mit Metal nix am Hut. Nicht meine Musik. Macht aber nix, denn der Film ist trotzdem klasse! Er gibt uns Einblick in ein Dorf, eine Musikrichtung und eine Anzahl Menschen, die man sonst wahrscheinlich völlig falsch einschätzen würde.

Womit der Film als erstes aufräumt ist nämlich, dass es sich bei Metal-Fans gleichsam wie Metal-Musikern um gewaltbereite aggressive Leute handelt, die Babys essen und ihre Steuern nicht zahlen. Natürlich mag es auch unter diesen Leuten derlei Figuren geben, aber Standard scheint das auf jeden Fall nicht zu sein.

Willkommen in Wacken

Es ist nicht der erste Film über das Festival, aber es ist der 3Dste… sozusagen. Eine Mischung aus Konzertfilm und Dokumentation. Mit tollen Bildern und lauter Musik. Und jeder Menge Fans. Einmal im Jahr fallen Heerscharen von Metal-Freunden über das kleine Dorf Wacken her und… richten keinen großen Schaden an. Gut, es gibt eine Menge Müll am Ende und eine Menge lauter Musik dabei, aber das dürfte es dann wohl auch schon sein. Falls Wacken das Mekka von Gewaltfreunden sein sollte, die extra dahin kommen, um sich eins auf die Fresse zu hauen – eben so, wie man sich Metal-Fans vielleicht vorstellt – dann zeigt uns der Film das nicht. (Und trifft man diese Leute eigentlich nicht eher in und um Fußballstadien?) Stattdessen sehen wir Menschen mit Leidenschaft – für die Musik. Das gilt sowohl für die Musiker als auch für das Publikum, das aus allen Teilen der Welt (u.a. Amerika, Kanada, China und Taiwan) anreist, nur um dieses, wie sie sagen, einmalige Festival miterleben zu können.

Wir als Zuschauer erleben es auch mit. Es wäre vermessen zu behaupten, dass man einen guten Eindruck davon bekommt, „wie es dort sein muss“ (übernachten in Zelten, überfüllte Dusch- und Toiltettenmöglichkeiten, mehrere 10.000 Besucher – wie fühlen Sie sich da, wenn Sie morgens verkatert und unausgeschlafen aufwachen und dann die nächsten Tage mit Kopfschmerzen bei lauter Musik verbringen müssen), aber man bekommt einen Eindruck davon, wie groß das alles ist. Sowohl räumlich als auch von der Personenanzahl als auch auch davon, wie sehr die Leute das alles lieben.

Die Liebe zur Musik

Denn darum geht es in diesem Film eigentlich. Ja, er zeigt uns beeindruckende Ausschnitte aus den Bühnenshows, er zeigt uns tolle Sonnenaufgänge und schlammigen Boden nach Starkregen, aber worauf es wirklich ankommt, ist, dass alle, die dort sind, dort sind, weil sie es lieben. Und hier haben sie die Möglichkeit, ihre Leidenschaft mit Gleichgesinnten auszuleben. Das ist nicht nur sehr menschlich, das ist auch sehr sympathisch.

Die Besucher des Festivals, auch hier Musiker wie Fans gleichermaßen, gehen und leben hier auf. Sie alle sagen, dass das eine großartige Erfahrung für sie ist und die meisten sind weder das erste noch das letzte Mal mit dabei.

Ist es zuviel gesagt, wenn man schreibt, dass WACKEN 3D eine Liebeserklärung an das Festival, seine Musik und seine Besucher ist? Nun, vielleicht ist es etwas hoch gegriffen, aber es ist auf jeden Fall verdammt nah dran. Das 3D… mein ewiges Problem. Am Anfang und zwischendurch ist es teilweise sehr schön, besonders wenn uns die Funken der Flex ins Gesicht fliegen. Ansonsten wär’s aber auch ohne gegangen, das hätte weder den Film noch die beeindruckende Leistung derer geschmälert, die ihn gemacht haben, indem sie aus all den Mitschnitten und Interviews von vier Tagen eine wunderbare und menschliche Geschichte geschaffen haben.

Mit

Alice Cooper

Anthrax

Deep Purple

Henry Rollins

Motörhead

Rammstein

120 Bands

800 Mobiltoiletten

448 Duscheinheiten

40 Trinkwasserstationen

250 Zelten & Pagoden

sowie

75.000 Besuchern

auf einem 220 ha großen Festivalgelände

Fazit

Amüsant und informativ, in schönen Bildern und mit guter Musik – kann man durchaus gesehen haben. Am besten als Doppelfeature mit „Full Metal Village“ – oder vorher ab 24. Juli 2014 im Kino.

Trailer

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