Neu im Kino: Storm Hunters

Bevor man sie „Twisters“ nannte, waren sie als „Tornados“ bekannt… und irgendwie scheint dieser Name auch wieder zurückzukommen. Wer sich noch an den Film zum Unwetter erinnert, in „Twisters“ ging es um Menschen, die diesen wirbeligen Stürmen hinterherfahren, weil… das spektakuläre Bilder gibt? Und eventuell einen Film mit spektakulären Bildern (wenn das Effekt-Budget ausreicht)? Nun, die Handlung von „Storm Hunters“ dreht sich überraschenderweise um eine Gruppe Menschen, die… Stürmen hinterher fahren, ja, das haben Sie sich jetzt sicher schon selbst gedacht. Der Titel ist da ja auch irgendwie ein Hinweis. Aber dieser Film unterscheidet sich mindestens in zwei Dingen von „Twisters“: Es gibt auch andere Leute und eine Schule, die für die Handlung wichtig sind – und das ganze ist ein „found footage Movie“. Das „Blair Witch Project“ war der Vorreiter auf diesem Gebiet, bei „Cloverfield“ hat es auch in einem Katastrophen/Godzilla-Film gut funktioniert… hier in meinen Augen nicht!

„Found Footage Movie“

Hey, warum gibt’s das eigentlich noch nicht als „Parodie“-Namen (Parodie in Anführungszeichen, weil die Filme weder Parodie noch lustig sind, sondern eine Kopie von Originalszenen plus Furz- oder Kackwitz)? Wie dem auch sei, manchmal gibt es in einem Film ein Element, das einen aus dem Film herauszieht. Bei diesem Film war es bei mir genau dieses „found footage“-Element. Aber bevor wir darauf eingehen, erstmal das Positive: Der Film hat eine recht rasante Handlung und großartige Effekte. Der zerstörerische Sturm sieht verdammt echt aus und ist wirklich bedrohlich. Das ist also alles klasse. Was nicht passt ist: Wir haben das alles selbst gefilmt. Denn dafür muss man zwanghaft immer irgendwo einen Kameramann oder eine Kamera deponieren. Und das wird ab einem bestimmten Punkt einfach albern. Ganz ehrlich, ein paar Leute bemühen sich, andere zu befreien, aber einer hat nichts Besseres zu tun, als dabeizustehen und sie dabei zu filmen, anstatt ihnen zu helfen? Das ist blödsinnig (auch wenn ich nicht behaupte, dass das in der Wirklichkeit nicht vorkommt!). Sie bemühen sich denn auch, die vielen Kameras zu erklären, aber unterm Strich ist es Schwachsinn und da ich mir immer wieder überlegt habe, Moment, warum filmen diese Leute jetzt, obwohl sie weglaufen sollten, wurde ich halt immer wieder rausgerissen. Sie binden das ein in eine Art Zeitkapsel-Film, der dem Film einen ganz netten Rahmen verleiht, aber dabei hätte man es belassen sollen: Anfang und Ende so und den Rest als richtigen Film. Denn so ist es, ich werde nicht müde, das zu wiederholen, einfach schwachsinnig.

Twister vs. Tornado

Das ist bestimmt der Titel des zweiten Teils… oder des Asylum-Rip-offs. Dass die Gruppe der Windsuchenden Leute eigentlich ein wenig vom Leid anderer lebt oder sich zumindest darin badet, wird zum Glück im Film selbst kurz angerissen. Ansonsten aber bleibt, wie so oft in solchen Filmen, die Motivation des Sturmes ein wenig im Dunklen. Warum hat er sich diese eine Stadt ausgesucht? Warum greifen er und seine Tornado-Auswüchse immer wieder diese Menschen an? Wurde er vielleicht dort vor vielen Jahren als kleiner Wind misshandelt? Rächt er sich deswegen jetzt an diesen Leuten? Kommt er, unerkannt, da sich niemand an die leichte Brise von damals mehr erinnert, zurück und bringt nun einen nach dem anderen die Leute um, die ihm damals etwas angetan haben? All das wird uns leider nicht erklärt, der große Monolog, in dem der Bösewicht Sturm am Schluss seine Absichten erklärt, wird uns einmal mehr vorenthalten. So ist das eben, wenn der Böse im Film eine Naturgewalt ist.

Ihm entgegen stellen sich u.a. „Thorin Eichenschild“ Richard Armitage, der hier ein wenig wie eine schwache Hugh Jackman-Kopie wirkt, Sarah Wayne Callis (die Serien wie „Prison Break“ und „The Walking Dead“ verschlissen hat) und Matt Walsh, der wenigstens wunderbar gegen sein Image von „Veep“ anspielen kann. Der Wind wird im Original gesprochen von Anthony Hopkins, in der deutschen Fassung von Mario Adorf… Moment, nein, das stimmt nicht.

Fazit

Spektakuläre Effekte, die den Unglaubwürdigkeitsfaktor des Found-Footage-Elements leider nicht davonblasen können, ansonsten aber sehr solide, um nicht zu sagen stürmisch. Ab 21.8.2014 im Kino.

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