Neu im Kino: Guardians of the Galaxy

Herrlich, witzig, großartig!

Soviel zur Kurzkritik.

Und nun…

Es beginnt anders, als man es sich bei einem solchen Film vorstellen würde – aber am Ende ergibt alles einen Sinn. Und das ist schön. Denn wenn man zu Beginn sieht, wie eine Mutter in 3D im Krankenhausbett liegt und ihren letzten Atem aushaucht, erwartet man nicht unbedingt einen großen Filmspaß mit sprechenden Nagern, wortkargen Bäumen, bunten Frauen und einem sich selbst nicht ganz ernst nehmenden Helden – doch genau das bekommt man geboten. In 3D!

Und die gute Nachricht ist…

Es liegt nicht an mir. Okay, vielleicht doch, aber in diesem Fall nicht: Diesmal habe ich das 3D tatsächlich wahrgenommen und fand es richtig gut. Also wem es darauf ankommt, bei seinem Kinobesuch noch eine Dimension mehr zu bekommen, der macht hier ausnahmsweise mal nichts falsch.

Schöner als das ist aber, dass sich der Film, wie die Hauptfigur, nicht zu ernst nimmt. Es gibt wunderbare Brechungen von eigenen und Science Fiction Klischees. Und damit sind wir beim Kern des Films: Er spielt in dem Marvel Universum, dass man seit „Iron Man“ aufgebaut hat – aber das spielt eigentlich keine Rolle. Außer dem blauen Würfeldings und dem „Collector“, den man in die Zusatzsequenz von „Thor: The Dark World“ reingewürgt hat, gibt es eigentlich keine Berührungspunkte, es ist also nicht erforderlich, vor dem Kinobesuch noch schnell alle Filme durchzuhecheln. „Guardians of the Galaxy“ steht für sich – aber das wird sicher nicht lange so bleiben, denn hier wird mehr oder weniger der Grundstein für eine neue Reihe gelegt (Spoiler: nicht alle Charaktere sterben).

Und was passiert…

Ein Junge gelangt auf dubiose Weise ins All, wo er dann später als so eine Art Kopfgeldjäger/Dieb/Pirat/Frauenheld arbeitet – machen wir uns nichts vor, er ist die nicht ganz jugendfreie Version von Han Solo. Und er ist die Art Han Solo, die zuerst schießen würde, also sollte sich Greedo lieber von ihm fern halten! Die Handlung beginnt damit, dass er was klaut, was er besser nicht geklaut hätte, denn nun sind alle hinter ihm her, aber am Ende schließt er sich der schönen Prinzessin in der Rebellion gegen das Imperium… Moment, so weit entfernt von der Handlung ist das gar nicht! Und dann gibt es ein Pelztier und einen wortkargen Riesen… ja, komm, die Parallelen zu „Star Wars“ (dem alten, klassischen, echten) sind schon da. Nur, dass sie hier eben ein bisschen gebrochen werden. Zum Beispiel durch die Musik von seinem Walkman, die ihm seine Mutter zusammengestellt hat… und damit sind wir bei dem einzigen Kritikpunkt angelangt, den ich in die Runde werfen würde: Passt das alles? Er macht sehr schöne Popkulturanspielungen (wie dereinst Crichton in „Farscape“), aber war er a) lange genug auf der Erde und b) alt genug, um all das zu kennen, z.B. „Footloose“ mit Kevin Bacon? Nuuuuuun, ich sage: Ach, was soll’s? Wenn das der einzige Kritikpunkt ist… und es ist mein einziger… dann isses doch eigentlich egal.

Und wie sieht’s aus…

Die Effekte sind hervorragend. Mehr braucht man da eigentlich nicht zu zu sagen. Nahtlos mischen sich CGI und Wirklichkeit, alles wirkt recht echt und nicht wie ein im Computer zusammengekotzter Mist (siehe „Star Wars“ Episode I-III). Aber „Star Wars“ sollte nicht die einzige SF-Anleihe sein, die wir in dieser Kritik bringen, denn wir haben ja auch ein

„Doctor Who“ meets „Star Trek“

Also nicht richtiges „Star Trek”, sondern diesen intelligenzlosen Mist, den man uns als das neue Trek andrehen will. Denn als Schwestern haben wir hier Zoe Saldana (Uhura bei Trek) und Karen Gillan (Amy Pond beim Doctor), die eine grün, die andere blau, aber beide super sexy (wobei Saldana quasi von blau auf die grüne Seite überläuft, war sie doch schon die blaue Indianerin bei „Avatar“). Als Han Solo Ersatz darf Chris Pratt in die Bresche springen, der die Rolle mit der nötigen Selbstironie verkörpert. Vin Diesel für das höchst gesprächige Baumwesen Groot könnte man als ein wenig verschwendet ansehen, bzw. anhören, Bradley Cooper macht seine Sache als Waschbär Rocket sehr gut, aber hier wäre mir fast jemand mit einer prägnanteren Stimme lieber gewesen. Nichtsdestotrotz keine Fehlbesetzung. Überhaupt ist die Besetzung von Michael Rooker über John C. Reilly bis hin zu (dem leider viel zu kurzen Auftritt von) Benicio del Toro ziemlich gut und bietet keinerlei Einbrüche.

Und das Fazit ist…

Ein großer Science Fiction Spaß, der sich mehr wie Weltraum als wie Comicuniversum anfühlt, der sich nicht zu ernst nimmt, diverse Klischees bricht und bis zur letzten Minute gut unterhält (die Minuten nach der letzten Minute, d.h. die berühmt-berüchtigte Marvel-nach-dem-Abspann-Szene, waren zum Zeitpunkt der Pressevorführung offenbar noch in Arbeit, weshalb es hier keine Beurteilung dazu gibt… oder auch nur eine Vermutung, worum es darin gehen könnte). Lustiger Sommerblockbuster, der zum Glück nicht so doof ist wie der letzte „Star Trek“ Mist – ab 28. August 2014 im Kino!

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