Neu auf DVD: The Lego Movie

Ein großer Spaß!

Handlung

Die phantastische Welt von Lego wird bedroht. Nur ein Mann kann den übermächtigen Gegner aufhalten, ein einfacher Mann. Gemeinsam mit anderen stellt er sich der Gefahr, doch dann nimmt die Handlung eine ungeahnte Wendung…

So in etwa könnte man es zusammenfassen. Und irgendwo stimmt das auch. Aber auf der anderen Seite… ist es einfach ein Riesenspaß. Mit hier und da einer Spur Kritik. An der Gesellschaft. Aber auch am Umgang mit Spielzeug. Außerdem gibt es ein paar schöne Popkultur-Anspielungen. Denn während zum Beispiel die Rechte an Marvels Comichelden über diverse Studios verstreut sind, besitzt dieser Film die Rechte an den verschiedensten Figuren, von „Herr der Ringe“ bis „Krieg der Sterne“, von „Batman“ bis „Harry Potter“. Warum? Weil Lego zu all diesen Serien Lizenzen erworben und Spielzeug auf den Markt gebracht hat. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass Han Solo und Batman einander die Hand schütteln – und in der deutschen Fassung sogar ihre richtigen Stimmen haben (aber das ist nur ein kleiner Bonus für Synchron-Freunde)! So wirkt der Film an manchen Stellen wie die kindgerechte Variante von „Robot Chicken“ – und er ist nicht weniger lustig.

Phantastisch

Der ganze Film strotzt vor Phantasie und Einfallsreichtum. Man hat das Gefühl, die Macher hatten eine Menge Spaß. Und sie haben das alles mit dem richtigen Blick fürs Details in Szene gesetzt. Denn nicht nur die Anspielungen auf andere Filme treffen den Punkt, die ganze Welt ist wunderbar durchdacht. Bis ins kleinste Detail. Und das ist, wie alles in dieser Welt, aus Lego! Selbst Wasser und Rauchwolken, die aus dem Schornstein einer Lokomotive kommen, ALLES ist Lego. Das ist wunderbar und macht einfach Spaß.

Was ein wenig verwundert ist die eigentliche Aussage des Films. Nicht, weil sie absurd oder unpassend wäre, sondern weil sie der aktuellen Politik von Lego entgegenzulaufen scheint. Denn was uns der Film sagen will, ist: Gib deiner Phantasie freien Lauf, lass sie herumphantasieren, bau, worauf du Lust hast und was dir gerade einfällt. Das ist die Art und Weise, wie ich in meiner Jugend mit Lego gespielt habe. Die Bauanleitung hat man einmal befolgt, aber später dann hat man aus den Teilen das gebaut, wofür es keine Pläne gab – und dazu kam alles zur Anwendung, was man hatte. Doch die heutige Legowelt scheint anders zu sein. Weil alles Bausätze zu Serien und Filmen sind. Man baut den „Rasenden Falken“, weil man ihn haben wollte – aber wenn er fertig ist, baut man ihn je wieder auseinander und konstruiert mit den Steinen etwas anderes? Die beiden „Helden“ meiner Jugend, die beiden großartigsten Spielzeuge meiner Jugend, Lego und Playmobil, haben beide eine ähnliche Entwicklung durchgemacht. In meiner Zeit waren sie noch etwas grob und krude. Aber: Alles konnte alles werden. Bei Playmobil konnte der Bauarbeiter zum Cowboy werden und der Indianer zum Polizisten. Heute ist alles viel feiner gearbeitet. Das bietet mehr Details – aber es nimmt dem ganzen die universelle Einsetzbarkeit. Bei Lego scheint es mir ähnlich zu sein. Früher war alles gröber, aber universeller – heute gibt es viele Spezialbausätze mit Spezialsteinen. Ob man da noch in der Lage ist, der Aufforderung des Films zu folgen? Nun, wer in Köln wohnt, kann, denn hier gibt es einen Lego Laden und da kann man nicht nur große Pakete mit normalen Steinen kaufen, sondern auch kleine Gefäße mit Sondersteinen füllen… hier können Legoträume wahr werden. Ach, hätte es das doch schon in meiner Kindheit gegeben!

Bonus

Die DVD bietet das Gleichmachungslied des Films (Everything is awesome) zum Mitsingen und ein paar Kurzfilme, die von Legofans gemacht und eingereicht wurden. Wer über einen 3D-tauglichen Fernseher verfügt, kann es mit der 3D-Version der Blu-ray versuchen, denn ich habe mir sagen lassen, dass das 3D diesem Film durchaus zugute kommt.

Eine kleine Bemängelung habe ich noch an der deutschen Fassung. Es ist natürlich schön, dass Batman, Han Solo, Lando Calrissian, C-3PO, Gandalf und sogar Green Lantern ihre deutschen Stimmen haben, aber eine Sache an der Übersetzung stört mich ein wenig. Warum bitte hat man „Bad Cop“ belassen und ihn nicht mit „Böser Bulle“ übersetzt? Denn das ist der durchaus korrekte Terminus und hätte auch durchaus gepasst. Und warum Liam Neesons deutsche Stimme Bernd Rumpf zwar den Bösen Bullen, aber nicht, wie im Original auch, auch den Guten Bullen spricht, erschließt sich mir auch nicht ganz… aber vielleicht muss es das auch nicht.

Fazit

Vielleicht der Spaßfilm des Jahres, leichte Unterhaltung mit einem klitzekleinen Hauch Kritik, jeder Menge Phantasie und Spielerei. Ab 21.8.2014 auf DVD und Blu-ray.

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