Neu im Kino: Gone Girl

Ein Mann kommt nach Hause. Die Frau ist verschwunden. Was ist passiert? Wurde sie entführt? Ermordet? Vielleicht sogar von ihm? Die Polizei beginnt zu ermitteln…

Ausgang

Das ist die Ausgangssituation von „Gone Girl“. Ab da entwickelt sich der Film, und das nicht immer so, wie man es erwarten würde. Hin und wieder wechselt er die Richtung und Dinge passieren, mit denen man nicht gerechnet hat. Und an dem Punkt, wo andere Filme enden, fängt er erst richtig an.

Mehr kann man nicht sagen, ohne zuviel zu verraten – und man sollte nicht zuviel verraten, denn je weniger man weiß, umso mehr Überraschungen bietet der Film. Was man vielleicht wissen sollte, ist, dass er ein wenig über zwei Stunden lang ist, nur, damit man sich darauf einstellen kann. Ansonsten einfach zurücklehnen und einen cleveren Film mit vielen Wendungen genießen, der sich das

Prädikat: verkorkst

verdient hat. (Auch das würde zuviel verraten, aber wenn Sie ihn gesehen haben, werden Sie wissen, was ich meine… zumal es eine der Personen selbst an- und ausspricht, wenn auch mit leicht verändertem Vokabular.)

Die Hauptrolle spielt Ben Affleck. Das ist so eine Sache. Ganz ehrlich, ich ziehe ihn als Regisseur (von z.B., welch ein Zufall, „Gone Baby Gone“) vor, da er als Schauspieler nun nicht soooo vielseitig und nicht soooo ausdrucksstark ist. Ich bin nicht sicher, ob man sagen kann, dass das hier zur Rolle ganz gut passt, oder ob das mit einem anderen (besseren) Schauspieler anders (besser) ausgesehen hätte, aber, sagen wir mal so, er tut was er kann. Und auch wenn der großartige Neil Patrick Harris („How I Met Your Mother“, „Starship Troopers“, „Doogie Howser“) eine (leider viel zu kleine) Rolle hat, so gebührt das größte Lob doch der weiblichen Riege von Schauspielern. Carrie Coon („The Leftovers“) gibt der Zwillingsschwester Farbe und Kim Dickens („Hollow Man“… und danach?) ist hervorragend als Polizistin, der man eigentlich einen eigenen Film gönnen würde, wo sie anständig und clever ermitteln kann.

Über all dem erhebt sich jedoch strahlend, facettenreich und vielseitig Rosamund Pike. Machte sie in einer ihrer ersten Rollen bei James Bonds „Stirb an einem anderen Tag“ doch schon eine weit bessere Figur (in jeder Hinsicht) als Oscarpreisträgerin Halle Berry und zeichnete sie eine starke Frauenfigur in dem überraschend guten Krimi „Jack Reacher“, so zeigt sie hier, was sie alles kann, wie wandel- und wunderbar sie ist. Von Schönheit bis Mauerblümchen bekommt man alles zu sehen – ein wahrer Genuss.

Finchzit

David Fincher, der zuletzt mit Pseudo-Biopic („The Social Network“) und Remake („The Girl with the Dragon Tatoo“) sowie Fernsehremake („House of Cards“) daher kam, wandelt hier auf Thrillerpfaden – und tut dies mit Präzision und Gespür. Wie dicht der Film an der literarischen Vorlage ist, müssen die Leser entscheiden, der Film selbst ist jedenfalls ausgesprochen gelungen – wenn auch einen klitzekleinen Hauch zu lang. Für Leute, die keinen Bock auf Mitdenken haben, nicht geeignet – für alle anderen ab 2.10.2014 im Kino.

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