Neu im Kino: Interstellar

Die Menschheit steht kurz vor dem Untergang, also schickt man eine Art letzte Mission hinaus ins All, um einen neuen Planeten zu finden…

Natürlich steckt mehr dahinter

Natürlich steckt mehr dahinter. Zum Beispiel Wurmlöcher. Und die Tochter, die einen Geist im Zimmer hat. Und überhaupt die Familie, die der Vater verlassen muss, um sie zu retten. Das ist einer der wichtigsten Punkte des Films.

Exkurs

Christopher Nolan gehört zu den wenigen Regisseuren, von denen ich alle Filme auf DVD besitze. Man kann also sagen, dass ich durchaus ein Fan von seiner Arbeit bin. Zumindest teilweise. „Memento“ ist großartig und „Prestige“ ist einer meiner Lieblingsfilme. Beides sind Werke, bei denen man am besten mindestens zweimal guckt und dann erkennt, wie gut sie eigentlich wirklich sind, weil eben alles passt. Das war auch der Punkt, an dem ich von „Prestige“ wirklich begeistert war, der mich beim ersten Sehen nicht so sehr beeindruckt hatte. Die Frage ist also: Wird das bei „Interstellar“ vielleicht auch so sein? Muss man auch ihn zweimal sehen, um zu erkennen, wie großartig er ist? Oder ob überhaupt?

2001 lässt grüßen

Man sagt ja, wenn klauen, dann bei den Besten – und da es sich hier um einen Weltraumfilm handelt, wo orientiert man sich dann? Bei „Star Wars“? Äh, wenn es ein realistischer Weltraumfilm sein soll! Genau, bei Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“. So ist es denn also nicht verwunderlich, dass nicht nur diverse Einstellungen ein wenig an den Klassiker Schrägstrich Vorreiter der Science Fiction erinnern, sondern manchmal auch die „Handlung“ Schrägstrich „psychedelisches Zeugs“. Es fehlt nur der schwarze Monolith… aber selbst den kann man erahnen, wenn McConauhey einmal an ihm herumschraubt.

Nolans Werke sind vielschichtig, das sagte ich schon. Und vielleicht braucht man/ich wirklich mehr als eine Sichtung für diesen Film – obwohl ich fast sicher bin, dass ihn die Presse in den Himmel loben wird. Aber, wie gesagt, mein Favorit ist „Prestige“, nicht der zwar gute aber arg überbewertete „The Dark Knight“. Und mit „Inception“ bin ich auch nicht so ganz warm geworden. Also wahrscheinlich liegt es an mir. Dass Nolan nicht immer wieder denselben Film mit denselben Twists macht, ist richtig so. Man muss auch mal andere Wege gehen, darum geht es bei der Kunst. Aber die Wege, die er mit „Interstellar“ geht, sind nicht unbedingt die, die mich begeistern.

Science?

Es wirkt so, als wäre der Anspruch des Films, wissenschaftlich korrekt und glaubwürdig zu sein. Das ist leider der Punkt, wo er mich absolut verloren hat. Denn wenn man ein Shuttle hat, mit dem man von einem Planeten mit höherer Schwerkraft als der Erde locker wegfliegen kann, wozu braucht man dann Raketen, um von der Erde selbst wegzukommen? Und wenn man schon solche Technologie hat, warum schickt man dann nur ein verschissenes Schiff? Die ganze Grundmission erscheint mir ziemlich schlecht durchdacht, sowohl Plan A als auch Plan B. (Aber vielleicht können mich da Wissenschaftler eines besseren belehren?!) Ob ein Planet in der Umlaufbahn eines schwarzen Lochs wirklich eine stabile Umlaufbahn hat, oder nur dort ist, damit man Zeit verstreichen lassen kann, ist auch so eine Frage. Oder, warum man innerhalb des eigenen Sonnensystems Monate braucht, um den Saturn zu erreichen, hinter dem Wurmloch aber keine Probleme hat, mehr als einen Planeten innerhalb brauchbarer Zeit anzufliegen. Und das, wohin sich der Film dann am Schluss bewegt, erscheint fast schon a) lächerlich oder b) an den Haaren herbeigezogen – also genau das, was ein Nolan-Film eben nicht sein sollte!

Besatzung…setzung!

Matthew McConaughey startet durch ins All, aber auch zwei Nolan-Altstars sind mit von der Partie. Neuerwerbung „Catwoman“ Anne Hathaway darf ebenfalls zu den Sternen reisen, während Michael Caine seit „Batman Begins“ in keinem Film von Nolan fehlen durfte – auch wenn er in „Inception“ ein wenig verschenkt war. Erwartungsgemäß liefern alle gute Leistungen ab, also auf der Ebene braucht man sich keine Sorgen zu machen.

Interfazit

Verspricht, möglicherweise der meistgehypte Film des Jahres zu werden – aber kann er mit seinem eigenen Hype mithalten? Nun, für alle, die auf super Effekte stehen und glauben, dass „Donnie Darko“ ein verdammt cleverer Film ist, sollte das wohl funktionieren und die müssten auf den Knien den großen Gott Nolan anbeten. Es ist kein schlechter Film, die Effekte sind hervorragend – aber die Länge von fast drei Stunden wird durch die Handlung nicht gerechtfertigt. Beim ersten Sehen für mich leider nicht so befriedigend, wie ich das von einem Nolan erhofft hatte. Ab 6.11.2014 im Kino.

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