Neu im Kino: Der Koch

Ein tamilischer Asylbewerber verliert die Stelle in einem Nobelrestaurant, für die er eh überqualifiziert ist. Sein Traum ist der von einem eigenen Restaurant. Er macht sich selbständig, denn er kennt die Rezepte, die Essen zu einem echten Aphrodisiakum machen und die Liebe anheizen – und endlich gelangt er auf den Weg zu Reichtum und Ruhm. Das Restaurant rückt näher, der Traum kann Wirklichkeit werden. Aber da gibt es ja noch die tamilische Befreiungsfront und den Schweizer Waffenhändler…

Vielschichtig

Ein bisschen traurig erscheint es, dass Romanautor Martin Suter für das Buch, auf dem der Film basiert, einen derart austauschbaren Titel gewählt hat. Denn die Geschichte hat mehr zu bieten, als „Der Koch“, denn das könnte auch eine Liebesschmonzette mit Julia Roberts oder ein Arbeiterdrama mit Helen Mirren sein. Leute, ehrlich, strengt euch mal ein bisschen an mit euren Titeln! Abgesehen davon ist der Film nämlich ziemlich gut und eben wenig austauschbar. Ja, es gibt einen Koch, aber das ist noch nicht alles. Da ist die Geschichte mit dem Essen, das Frauen an den Rand des Orgasmus bringt (die erste Essensszene mit Jessica Schwarz erinnert ein wenig an Jamie Lee Curtis in „Ein Fisch namens Wanda“, wenn John Cleese ihr seine Vielsprachigkeit demonstriert), da ist mehr als die Sinnlichkeit des Essens und seine Zubereitung, da ist mehr als die Asylbewerber, die in Zürich leben, da ist mehr als die Erkenntnis, dass nicht nur die Liebe durch den Magen geht, sondern auch das Geschäftsleben. Denn da ist auch noch die Politik. So wird der Titel dem dahinter stehenden Film leider nicht ganz gerecht – was aber weit besser ist, als umgekehrt!

Versprecher

Der Film ist durchaus sehens-, aber leider nicht ganz hörenswert. Das liegt daran, dass man offenbar Schauspieler engagiert hat, die gut sind, aber nicht der deutschen Sprache mächtig. Das führt dazu, dass diese, wenn sie nicht ihre Muttersprache sprechen, synchronisiert werden – und das hört man (ich) ein bisschen heraus. Es ist kein großer Bruch, da es keine Schwankungen im Ton gibt, aber es ist ein leiser Bruch, der den ansonsten guten Eindruck ein kleines bisschen trübt. Doch auch hier sei eingewandt: Besser so, als wenn man, wie in Amerika, irgendwelche Heinis für den Part des Deutschen engagiert und das Gesagte dann klingt wie „Heinrick ick gehen auf der Tolette“ – eben so, als wären das irgendwelche Heinis, die kein Deutsch können. Abgesehen davon ist der Film aber gut gespielt – was man auch nicht von jedem deutsprachigen Film sagen kann!

Vazit

Befriedigende und bisweilen spannende Kinounterhaltung, die den Appetit anregt. Am besten direkt nach dem Film schön essen gehen! Ab 27. November 2014 im Kino.

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