Neu auf DVD: Mr. Hoppys Geheimnis

In die Jahre gekommener Mann versucht das Herz in die Jahre gekommener Frau zu erobern. Dafür findet er einen ungewöhnlichen Weg. Liebe geht eben nicht nur durch den Magen, sondern manchmal auch über Schildkröten…

Nach dem Buch „Ottos Geheimnis“

Welches geschrieben wurde von Roald Dahl. Der ist, wie wir alle wissen, nicht nur für „Charlie und die Schokoladenfabrik“ verantwortlich, sondern hat auch das Drehbuch zum Bond-Film „Man lebt nur zweimal“ geschrieben. Das Drehbuch zu diesem Film jedoch stammt u.a. von einem Großmeister des britischen Films und Fernsehens: Richard Curtis. Der wiederum war nicht nur Autor der inoffiziellen „Hugh Grant Trilogie“ („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Notting Hill“ und „Tatsächlich…Liebe“, bei dem er auch Regie führte), sondern hat auch die britische (und damit teilweise unsere) Fernsehlandschaft bereichert. Er war einer der Autoren des großartigen „Black Adder“ und er zeichnet für die (bei uns wahrscheinlich beliebtere und bekanntere) Serie „Mr. Bean“ mit verantwortlich. Schöne Dialoge und Liebesgeschichten, die einem ausnahmsweise nicht peinlich sein müssen, gehören zu seiner Spezialität. Kaum verwunderlich also, dass dieser Film einen guten Schnitt macht. Er ist schön geschrieben und originell erzählt. Durch die Handlung führt nämlich ein Erzähler, aber anders als im klassischen Sinne. Und auch wenn er nicht in die Handlung eingreift, so kommentiert er sie doch hin und wieder – was dem Ganzen eine leicht ironisierende Note verleiht.

Oscars Geheimnis“

Und der Oscar geht an… Ich nehme an, sowohl Judy Dench als auch Dustin Hoffman besitzen beide einen Oscar. Sie spielen die Hauptfiguren in diesem Film und neben dem guten Buch ist auch das eine sichere Bank. Dench, bis vor kurzem ein wenig auf die clevere ältere Dame (außer bei Bond) abonniert, darf seit „Philomena“ auch mal die etwas weniger clevere Frau reiferen Alters geben – was sie hier mit Wonne tut. Dustin Hoffman zeigt ebenfalls, dass er noch spielen kann, denn während andere Stars immer dieselbe Nummer abspulen, spielt er hier völlig ungewohnt, zurückhaltend, anders. Erinnert ein wenig an Peter Sellers in „Willkommen, Mr. Chance“… aber andererseits ist es so lange her, dass ich den Film gesehen habe, dass ich mich da vielleicht täusche. Schön ist es auf jeden Fall, dass er es noch kann, das Spielen! Als durch den Film führender Erzähler tritt dann noch James Corden auf den Plan, der ebenfalls eine Menge Spaß zu haben scheint – und den wir aus „One Chance“ als Paul Potts und als Mitbewohner aus „Doctor Who“ kennen. Wo Hoffman die Langsamkeit des Films bietet, ist er für die spritzigen Einlagen zwischendurch zuständig.

Fazits Geheimnis

Liebe im Alter – schön geschrieben, schön gespielt, schön gemacht. Mit der richtigen Dosis Humor – wie bei Richard Curtis nicht anders zu erwarten. Wer auf die ewig vorhersehbare RomCom (oder wie der Mist heutzutage genannt wird) keinen Bock mehr hat und sehen will, wie das ganze gemacht wird, wenn man a) Stil hat und b) in die Jahre gekommen ist, der ist bei Mr. Hoppy und seinen Schildkröten gut aufgehoben. Ab 2.1.2015 auf DVD und Blu-ray.

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