Neu im Kino: Unbroken

Olympiateilnehmer gerät in japanische Kriegsgefangenschaft…

Nach einer wahren Geschichte

Sein Name ist Louie Zamperini und er hat eine interessante Lebensgeschichte… oder vielmehr hatte. Der Film gibt uns einen guten Einblick in diese Geschichte. Als Kind scheint sein einziges Talent zu sein, Ärger zu machen – und zu laufen. Das bringt ihn sogar zu den Olympischen Spielen in Berlin, doch sein Ziel, auch bei denen in Japan mitzumachen, wird durch den Krieg leider vereitelt. Er kommt nach Japan, wird dort aber nicht ganz so freundlich behandelt, wie er sich das erhofft hat – denn er ist Kriegsgefangener. Die Frage ist, ob ihn der sadistische Lagerleiter brechen kann…

Vier Filme zum Preis von einem

Es beginnt mit einer Luftkampfsequenz, die möglicherweise die beste seit „Krieg der Sterne“ ist. Zamperini ist mit einem Bombergeschwader unterwegs und das ist kein Zuckerschlecken. Während des Kampfes sehen wir ein paar Rückblicke aus seiner Vergangenheit – wobei sich der kundige Kinogucker fragt, ob er nicht vielleicht die Vorlage für „Forrest Gump“ gewesen sein könnte… oder ob er die Macher des Films verklagen sollte.

Danach geht es hinaus auf See und wir haben einen kleinen Vorgeschmack auf „All is Lost“ und „Life of Pi“, der uns zum letzten und großen Teil des Films führt: „Die Brücke am Kwai“. Im japanischen Kriegsgefangenenlager muss er zwar keine Brücke bauen, aber die Launen eines fiesen Aufsehers erleiden. Das ist hart und unerfreulich – eben so, wie man Krieg zeigen sollte.

Regie: Angelina Jolie

Ihr Name dürfte kein Zufall sein, denn Jon Voights Tochter heißt, wie wir alle wissen, übersetzt „schön“. Und das ist sie. Aber ist sie auch begabt? Kann sie ihre mangelnde Unattraktivität durch Talentlosigkeit ausgleichen? Nun, bei diesem Film schafft sie es nicht. Denn obwohl er mit 2 Stunden 20 Minuten recht lang ist, fühlt er sich nie so an. Die Handlung ist gut erzählt, die Bilder sind teils beeindruckend, die Schauspieler sind gut geführt. Ein Film, auf den sie rundum stolz sein kann – vielleicht adoptiert sie sich ja als Belohnung noch ein paar Kinder.

Auch die Besetzung kann mit ihrer Regisseurin mithalten, nicht unbedingt, was das Aussehen angeht, aber zumindest in Sachen Begabung. Jack O’Connell überzeugt als Louie Zamperini, auch wenn ihm vielleicht ein wenig der italienische Einschlag fehlt. Ihm zur Seite sitzt oder liegt zunächst Domnhall Gleeson, der in Richard Curtis „Alles eine Frage der Zeit“ brillierte, hier aber fast ein wenig zu kurz kommt. Auf der anderen Seite des Stacheldrahtzaunes steht Takamasa Ishihara, der gekonnt böse ist. So, wie er die Rolle spielt, möchte man ihm nie in einer halb beleuchteten Gasse begegnen – und in einem Strafgefangenenlager schon gar nicht. Seine Motivation erschließt sich allerdings nicht unbedingt 100%ig… es sei denn, er war der Asiate, dem Zamperini in Berlin so freundlich zugelächelt hat. Wenn dem so war, so überlässt uns der Film es selbst, das a) zu denken oder b) ihn noch einmal zu schauen und genau darauf zu achten, denn es gibt keinerlei Rückblende, die diese Theorie untermauern würde.

Unfazited

Interessant, spannend, stringent inszeniert, gut gespielt – alles in allem ein guter Start ins Kinojahr 2015. Ab 15. Januar im Kino – oder einem Gefangenenlager Ihrer Wahl!

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