Neu auf DVD: Wolves

Junger Mann erfährt, dass er Werwolf ist und kommt nach Werwolfhausen, wo er es mit dem Leitwolf aufnimmt…

An American Werewolf in America

In gewisser Weise gibt das durchaus die Handlung wieder, vertuscht dabei aber die wesentlichen Dinge. Und die bestehen darin, dass der Film nicht nur über eine gute Besetzung verfügt, sondern auch über eine Spur Humor, die immer wieder aufblitzt und das ganze nicht nur sehr unterhaltsam macht, sondern auch über viele seiner Konkurrenten im Werwolf-Metier erhebt. Man nimmt sich nicht zuuu ernst, die Hauptfigur fungiert gleichzeitig als Off-Erzähler und da schimmert immer wieder leicht trockener Humor durch – und die Intelligenz, die richtigen Fragen zu stellen. Sowas ist dankbar und im weiten Feld der Werwolffilme eher rar gesät. Ach, wo sind sie, die guten Beispiele des Genres? Unterm Strich… fällt mir da tatsächlich nur der Meilenstein auf dem Gebiet ein, „American Werewolf“, gleichermaßen witzig wie erschreckend. Und vielleicht der letzte, in dem die Werwölfe noch den Vollmond gebraucht haben, um sich in ihren wölfischen Zustand zu begeben. Mit diesem Klassiker wird hier zwar auch gebrochen, aber trotzdem ist das hier alles mit mehr Spaß verbunden als die lispelnden Lycatanier (oder wasauchimmer) in „Underworld“ oder die humorlosen Rudelarschlöcher in „True Blood“. Dieser Film nimmt’s mit Humor, nicht wie eine Komödie, aber, wie gesagt, mit dem nötigen Funken, der immer mal wieder überspringt.

Besetzung

Jungwolfanwärter ist Lucas Till, der das ganze mit der richtigen Mischung aus Held und Understatement spielt. Spannend für das geübte Auge sind jedoch die Nebendarsteller. Zum Beispiel Jason Momoa als böser Wolf. Der war einst der Quotenklingone bei „Stargate: Atlantis“ (ja, streng genommen, und besonders aus lizenzrechtlichen Gründen, kein Klingone an sich, aber durchaus der Typus des wortkargen Kriegers, den seit „Star Trek: The Next Generation“ jede Science Fiction-Serie haben musste, z.B. T’Alc bei „Stargate“ und der eine Typ bei „Andromeda“, also quasi immer dasselbe), hatte großen Wiedererkennungswert als Karl Drogo bei „Game of Thrones“ – und offenbar weniger großen als „Conan“-Remake, denn sonst wäre er nicht in diesem feinen aber eben auch kleinen Film. Und da ist noch jemand, der leider viel zu selten eine Hauptrolle bekommt, der aber immer im Hintergrund glänzen darf: Steven McHattie. Gerne auf schwere Typen besetzt, Killer, Mörder, darf hier quasi den weisen, älteren Mann mit trockenem Humor geben. Er war Gaststar in einer meiner Lieblingsepisoden von „Star Trek: Deep Space Nine“: „In the pale moonlight“… was rein vom Titel her eine nette Überleitung zu diesem Film darstellt. Einer der wenigen Filme, die er als Hauptdarsteller dominieren darf, ist ein anderer günstig produzierter Horrorfilm: „Pontypool“, ein Film, der quasi eine Ein-Mann-Show für ihn wird und der einen wünschen lässt, dass er öfter Rollen bekommen würde, die er derart ausfüllen kann – denn dass er es kann steht außer Frage.

Bonus

Das umfangreich Making of gibt nette und interessante Einblicke in die Idee hinter dem Film und seine Umsetzung.

Fazit

Klein, fein, gut. Filme müssen nicht teuer sein oder große Stars aufbieten, um gut zu sein. Ein gutes Drehbuch, gute Schauspieler und eine gute Umsetzung reichen da oft schon aus. Wie dieser Film beweist. Beginnt ein wenig wie „Teenwolf“, endet ein wenig wie „True Blood“, bleibt sich aber die ganze Zeit treu und hat genau die richtige Spur Humor. Definitiv einer der besseren Werwolffilme. Ab 20.2.2015 auf DVD und Blu-ray.

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