Neu im Kino: Focus

Es gibt nur eine Sache, die einem Meisterbetrüger in die Quere kommen kann – richtig, die Liebe! Und genau das passiert Will Smith, während er an einem großen Coup arbeitet…

Hustle“ US

Endlich mal wieder ein Gauner/Betrüger-Film, der sich sehen lassen kann. Waren mir persönlich die „Ocean’s Somenumber“ Filme ein wenig zu stylisch selbstverliebt, kam mir bei „American Hustle“ das Element des eigentlichen, wunderbar ausgetüftelten und durchgeführten Betrugs zu kurz, so hält bislang die britische Serie „Hustle“ die hohe Latte, die ein Film dieses Genres erreichen muss. Und da schlägt sich „Focus“ gar nicht mal so schlecht. Ehrlich, Sie können mir vertrauen!

Will Smith ist eine hervorragende Wahl für einen Meistergauner – und da sein Sohn nicht mitspielt, bekommt man auch eine angemessene schauspielerische Leistung von ihm zu sehen. Womit wir einen wichtigen Begriff eingebracht hätten: spielerisch. Genau das ist es, was eine Gaunerkomödie sein sollte. Man spielt mit seinem Opfer, aber auch mit der Erwartungshaltung des Zuschauers. Man zeigt die Tricks der Gauner und führt alle an der Nase herum. So muss das sein und um das ganze abzurunden gibt man noch eine starke Prise Humor dazu und schon funktioniert das ganze.

Der Clou des Films

Ähnlich ist es hier auch. Margot Robbie, ein bisschen die weichgespülte Mainstreamversion von Jaime Presley („My Name is Earl“) fängt als Praktikantin bei Smith an und alles läuft gut. Bis… die Liebe alles verdirbt. Mehr oder weniger. Womit wir beim einzigen Schwachpunkt des Films wären: dem Grund, warum er die blonde Gauneranwärterin abserviert. So richtig ist mir das aus dem Film nicht klar geworden und das ist schade, denn wenn es nur passiert, weil es das Drehbuch für den Showdown des Films braucht und man irgendeinen Konflikt zwischen den Liebenden hat, dann ist das ein wenig wenig. Jedenfalls sägt er sie ab und trifft sie Jahre später wieder, während er an einem großen Ding arbeitet – und natürlich kommt ihm das mächtig in die Quere.

Auch in Sachen Schauspieler bietet der Film ein paar schöne Überraschungen. Knurrig kommt Gerald McRaney daher – der dem deutschen Publikum erstmals so richtig im Vorabendprogramm der ARD bekannt wurde als einer der beiden Brüder bei „Simon & Simon“… jedenfalls, wenn man so alt ist wie ich. Schön ist, dass B.D. Wong gegen seine Klischeebesetzung als Wissenschaftler („JurassicPark“) oder Arzt („Awake“) anspielen darf und die Rolle des abgedrehten Wettkönigs sehr zu genießen scheint.

Und dann ist da natürlich Will Smith. Auf den wird man sich vermutlich in beiden Fassungen des Films freuen dürfen, denn der wird seit Jahren von Jan Odle synchronisiert, der die Auftritte des Stars auch in den deutschen Fassungen zu einem echten Ohrenschmaus macht, ganz besonders bei den „Men in Black“ Filmen. Doch, um einem kleinen Synchronexkurs die Ehre zu geben und hier ein wenig mehr zu bieten, als eine schnöde Filmkritik, das war nicht immer so. Zu Beginn seiner Filmkarriere hatte Smith u.a. auch die Stimme von Leon Boden. Der ist zwar ebenfalls ein ausgezeichneter Sprecher, aber, ein wenig wie seine Kollegen Charles Rettinghaus und Thilo Schmitz (wenn sie groß und bullig sind), so ziemlich die größte Klischeebesetzung für schwarze Schauspieler. Und das in allen Altersklassen. Neben seiner Stammvertretung für Denzel Washington (Jahrgang 1954) sprach er auch Laurence Fishburne (Jahrgang 1961), Michael Jordan (Jahrgang 1963), Tyler Perry (Jahrgang 1969), Samuel L. Jackson (Jahrgang 1948) – und eben Will Smith (Jahrgang 1968). Hoffen wir also, dass es auch für diesen Film bei Odle geblieben ist, denn dann wird er auch auf deutsch ein großer Spaß!

Ocean’s Fazit

Von seiner einen Schwachstelle – aber die hat ja wohl jeder Plan – abgesehen bietet der Film alles, was man sich von einer Gaunerkomödie erwartet, Spaß, clevere Coups, witzige Szenen, gute Darsteller. Ein großes Vergnügen für alle, die derartige Filme mögen. Gut durchdacht, gut gemacht – gute Unterhaltung! Ab 5. März 2015 im Kino – es sei denn, ich lüge Ihnen was vor!

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