Neu auf DVD: OUTCAST – Die letzten Tempelritter

Einmal mehr werden die Kreuzzüge als etwas negatives dargestellt, fast wie ein frühes Vietnam, wo jeder Verbrechen begangen hat, von denen er sich lossagen möchte und so zieht ein gebrochener Ritter nach Asien, wo der opiumsüchtige auf einen Prinz und eine Prinzessin trifft, die zwecks Ermordung gejagt werden…

Christian Haydensen

Wenn man das so liest – und wenn man das hört, was die Beteiligten im Bonusmaterial sagen – dann klingt das so, als wäre das ein spannender, interessanter, möglicherweise wirklich guter Film geworden. Ist es aber nicht! Abgesehen vom klischeemäßigen Drehbuch finden wir alle Schattierungen von schlecht: Schlechte Dialoge und schlechte Schauspieler. Hayden Christensen hat nichts von dem verlernt, was er bei „Star Wars“ schon nicht gekonnt hat. Er ringt mit einem schlimmen Akzent, wahrscheinlich, weil irgendjemand bemerkt hat, dass es um 1200 herum noch kein Amerika und ergo auch keine amerikanischen Akzente gab. Leider muss man das wohl als die einzige Erkenntnis ansehen, die es bei diesem Film gab. Chistensen ist nicht gut und alle Darsteller, die ihm zur Seite stehen, sind es auch nicht – was auch daran liegen mag, dass Englisch wahrscheinlich nicht ihre Muttersprache ist.

Man spricht shlecht

Ich glaube, das habe ich schon mal geschrieben, aber es gab immer wieder Leute, die sich über deutsche Synchronfassungen beschwert haben, weil es ja völlig falsch wäre, dass alle deutsch sprechen und völlig unnatürlich und überhaupt. Wir sind inzwischen in einer Zeit angekommen, wo dies ein internationales Phänomen geworden ist, denn gab man sich früher oft in Filmen noch die Mühe, die Vertreter unterschiedlicher Länder in unterschiedlichen Sprachen sprechen zu lassen und diese Texte zu untertiteln (worüber die Synchro dann oft hinwegbügelte und alle deutsch sprechen ließ), nimmt man heutzutage auch für den internationalen Markt Rücksicht auf all die, die nicht lesen können oder während des Films von ihren Smatphons aufschauen und Untertitel lesen wollen und so sprechen inzwischen auch in englischsprachigen Produktionen alle englisch. Und das nimmt dem ganzen den Realismus, nicht nur, weil es ab und an wie schlechtes Englisch klingt, aber auch, weil es irgendwie unglaubwürdig wirkt, dass Haydensen durch den ganzen Orient marschiert und er sprachlich mit allen klarkommt. Tja, so hat die Globalisierung also auch noch rückwirkend ihren Weg ins Jahr 1200 gefunden – supi! Wobei es überhaupt keinen Sinn ergibt, dass man ihm extra einen alten Dialekt antrainieren lässt, während auch die Heerscharen von Asiaten englisch sprechen, was sie in der Realität definitiv nicht täten… aber lassen wir das. Und doch wirft der Film Fragen auf, oder vielmehr eine Frage:

Wird Nicolas Cage je wieder in einem guten Film mitspielen?

Ich glaube, wir können das guten Gewissens verneinen. Der letzte, wirklich gute Film mit ihm scheint Jahre zurückzuliegen und man fragt sich, warum er das macht… und mit „das“ meine ich a) solche Filme und b) darin so mies zu spielen? Hat er nicht einen Oscar? Für „Leaving Las Vegas“? Nun, das merkt man nicht. Obwohl man sich bei diesem Film fragt, ob er wirklich als komische Einlage gedacht war oder man sich nur deswegen bei seinen Auftritten das Lachen verkneifen muss, weil das einfach so abgrundtief furchtbar ist, was er da abliefert? Nun, wahrscheinlich letzteres.

Outbonus

Kleines Making Of und ausgiebige Interviews mit weit mehr als einer Stunde Lauflänge, die uns die Darsteller näher bringen. Das ist nett, rettet den Film aber nicht.

FAZCAST

Kein guter Film, wirklich nicht, eher nach dem Motto „der weiße Mann rettet den König der Asiaten“ – und da fragt man sich, warum Amerika im Nahen Osten so einen schlechten Ruf hat. Ja, der weiße Mann weiß wieder alles besser, kann alles besser, scheiß doch auf tausendjährige Traditionen der Asiaten… und ja, die Bezeichnung ist korrekt, denn der Film gibt uns das Phantasieland in dem er spielt lediglich als „Asien“ an – ach, was für eine vertane Chance. Wie wunderbar wäre es doch gewesen, wenn der Film damit endet, dass ein neues, ehrenvolles Reich geschaffen wird, ein Land, das von einem weisen Führer geleitet wird und das gut ist und positiv, ein tolles, wunderbares Land… „aus dem später Nordkorea wurde“. Das wäre ein cooles Ende! Gab’s aber nicht. Jedenfalls nicht bei diesem Film. Also, schlecht geschrieben, durch die Bank weg schlecht gespielt, man muss Nic Cage oder Chris Haydensen oder Asien oder das Genre des Ritter im Orient oder des weißer Mann zeigt den Asiaten wie’s geht schon sehr mögen, um hieran seine oder ihre Freude zu haben. Ansonsten… wird man sich wahrscheinlich wünschen, dass die Kreuzzüge nie aufgehört hätten! Ab 17.4.2015 auf DVD und Blu-ray.

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