Neu im Kino: AVENGERS: Age of Ultron

Wunderkind Tony Stark will etwas gutes schaffen, doch erschafft statt dessen etwas Böses: Ultron. Der hat nichts Besseres vor, als zur Erschaffung einer besseren Welt die Avengers auszulöschen, was die natürlich nicht auf sich sitzen lassen können…

Hmmm

Auf dem Papier klingt das viel schlechter, als der Film ist. Im Gegenteil, denn bei „AVENGERS: Age of Ultron“ muss man sich eigentlich fragen:

Wie konnte so ein Film entstehen?

Und das meine ich nicht so, wie man das für gewöhnlich meint. Im Gegenteil, denn dieser Film ist spannend, witzig, hervorragend besetzt, keine Minute langweilig und unterm Strich einfach ein fast perfekter Film. Also wie konnte so was passieren? Dass ein Film von einem großen Studio, wo einem Regisseur vom Produzenten bis zur Putzfrau jeder in die Arbeit reinredet, wo es um Millionenbeträge geht um Milliardenbeträge zu ernten, wo Anzugträger regieren und nicht Kreative, wie kann es da dazu kommen, dass ein Film entsteht, der nahezu phantastisch ist? Und, ich spekuliere mal, möglicherweise der beste Film des Jahres? Eigentlich sollte das schlicht unmöglich sein, da man sonst von den Studios mit irgendwelchem synthetischen seelenlosen Mist behelligt wird, also wollen wir die „Schuld“ an der Großartigkeit dieses Films mal bei einer bestimmten Person suchen:

Joss Whedon

Buch und Regie lagen in seiner Hand – und das merkt man. Nicht nur ist er in der Lage, große Ensembles so in einen Film einzubetten, dass keiner zu kurz kommt und es bei niemandem aufgesetzt wirkt, er hat auch den richtigen Humor, um einen solchen Film auch in den schwierigen Szenen unterhaltsam zu machen – den oft überlangen und überlangweiligen Kampfszenen. Doch ähnlich wie beim ersten „Avengers“ schafft Whedon es auch hier, an den richtigen Stellen im Kampfgetümmel mit Humor aufzuwarten, bevor es dann wieder laut und krachig weitergeht. Das macht diesen Film sehr sehenswert – macht aber auch ein bisschen Angst vor den nächsten beiden Teilen, bei denen er das Steuer nicht mehr in der Hand haben wird. Wir werden sehen, ob man die Abwesenheit Whedons dort merken wird, hier merkt man seine starke Hand. Die zeigt sich nicht nur in guter Strukturierung, sondern auch darin, an manchen Stellen Dinge einfach perfekt auf den Punkt zu bringen (die Stelle, an der die „neue Schöpfung“ Vision (ich glaube nicht, dass der Name im Film erwähnt wird) beweist, ob sie gut ist oder böse). Die Handlung ist gut, die Dialoge sind witzig und es gibt auch einen schönen Running-Gag, der durch den Film läuft. Einfach herrlich!

Rachesüchtige Stars

Neben einer perfekten Symbiose aus Buch und Regie bietet der Film dann auch noch etwas: mehr Stars auf einem Haufen als eigentlich überhaupt möglich. Wer sich überraschen lassen möchte, gar nicht erst in Besetzungslisten schauen, dann ist der Film ein wahres Feuerwerk an Überraschungsauftritten – eigentlich so gut wie jeder aus dem neu entstandenen Marvel-Universum gibt sich hier die Ehre, vielleicht mit Ausnahme von Terence Howard. Und… zwei anderen. Aber die werden erwähnt. Ansonsten ist alles was Rang und Namen hat dabei – mit dem enormen Vorteil, dass das nicht nur „Stars“ sind, sondern auch hervorragende Schauspieler, so dass man nicht nur hübsche Gesichter sondern auch gutes Schauspiel zu sehen bekommt. Man hat das Gefühl, James Spader hat mit „Boston Legal“ Blut geleckt, den clever-arroganten Typ mit süffisant-sardonischem Ton zu spielen, so dass er das einzig gute an „The Blacklist“ ist, wo er eminentes Vergnügen zu haben scheint, böse Texte zu zelebrieren. Hier setzt er diesen Trend als Stimme von Ultron in der Originalfassung fort und fast hat man manchmal das Gefühl, Alan Shores böse Robotervariante wahrzunehmen… ein echter Genuss!

Avengers: Age of Fazit

Ein großes Vergnügen, ein guter Film, ein riesen Spaß! Witzig, spannend und sogar an vielen Stellen überraschend. Whedon zeigt einmal mehr, dass er es kann und Marvel zeigt einmal mehr, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem Comicverfilmungen zu den besten Filmen des Jahres zählen – wer hätte das gedacht? Durch und durch gelungen, trotz Blockbuster ein grandioser Film, der seinem ersten Teil in nichts nachsteht und die Latte für den Rest des Filmjahres recht hoch hängt. Wer Comicverfilmungen mag, darf die hier auf keinen Fall verpassen, wer dazu keinen Zugang hat, der dürfte dann wohl auch hier nicht glücklich werden. Ansonsten acht Daumen hoch, einen für jeden der Avengers! Ab 23. April 2015 im Kino.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s