Neu im Kino: The Voices

Ein Mann hört Stimmen, oder, genau genommen, sprechen seine Katze und sein Hund mit ihm. Dann trifft er die Frau seines Lebens, doch alles kommt ein bisschen anders, als er sich das gewünscht hätte…

Psycho-Thriller, Psycho-Killer

Laut Pressematerial ist Drehbuchautor Michael R. Perry dafür bekannt, im Vorfeld intensiv zu recherchieren und für diesen Film hat er sich mit Verhaltenswissenschaftlern des FBI getroffen. Wenn wir also voraussetzen, dass die Schilderung der Person, die wir hier erleben, auf der Realität beruht, dann macht das den ganzen Film sehr interessant. Denn es bedeutet, dass wir – realistisch – in den Kopf eines sehr kranken Menschen blicken. Wir sehen vieles aus seiner Perspektive – und das macht seine Geschichte umso trauriger. Denn er ist kein böser Mensch, nur eben ein sehr kranker mit einer sehr gestörten Wahrnehmung. Und ein wenig Pech. Denn den Weg, den er einschlägt, nimmt er weniger aus eigenem Willen sondern aus unglücklichen Umständen heraus. Der Film zeigt, wenn auch nicht auf so elegante und witzige Weise wie „Tucker & Dale vs. Evil“, dass Dinge aus einer anderen Perspektive ganz anders wirken können, als sie eigentlich sind. Die Geschichte, und die Vorgeschichte, sind eigentlich eher tragisch als witzig. Das ist ausgesprochen interessant.

Schade ist, dass das gewaltige Potential der Situation nicht angemessen ausgenutzt wird. Hin und wieder erhaschen wir einen Blick darauf, wie die Situation tatsächlich ist und sehen sie nicht durch den verklärten (verwirrten!) Blick der Hauptfigur. Da hätte man weit mehr herausholen, den Kontrast zwischen Phantasie besser herausarbeiten können. So sind die kurzen Einblicke spannend, zeigen aber die brach liegenden Möglichkeiten auf.

Mr. Reynolds

Und dann ist da noch Ryan Reynolds. Vielleicht… hätte der Film mit einem anderen Schauspieler besser funktioniert. Mit jemandem, der normaler, einfacher, übersehbarer aussieht. Oder man hätte auch hier einen stärkeren Kontrast zeigen sollen, zwischen dem, wie er sich sieht (Ryan Reynolds) und dem, wie ihn die Umwelt sieht (weniger hübsch, weniger sexy, unauffälliger, langweiliger), das hätte dem ganzen eine viel stärkere Note verleihen können. Er macht seine Sache ganz gut (ebenso wie seine deutsche Stimme, Dennis Schmidt-Foß), aber eine andere Besetzung hätte dem Film möglicherweise besser zu Gesicht gestanden.

The Fazits

Psychothriller über eine Person, die fast mehr zu bemitleiden als zu fürchten ist, der aber leider weit hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt. Trotzdem gibt er interessante Einblicke in die Möglichkeiten, warum jemand zum Serienkiller wird und ob all diese Menschen böse sind. Ab 30. April 2015 im Kino.

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