Neu im Kino: SPY – Susan Cooper undercover

Schreibtischagentin arbeitet nach dem Tod ihres Partners als Feldagentin…

Hmmm…

ja, fasst es ganz gut zusammen. Das ganze ist so eine Art Komödie, wenn man diese Art von Komödie mag (und die Mädels in der Reihe hinter mir mochten sie).

Nach dem Desaster von „Tammy“…

hätte das hier viel schlimmer sein können. Es war… durchaus unterhaltsam. Hatte ein paar nette Momente. Ein paar nette Ideen. Und, wenn man ein stringenteres Buch gehabt und Melissa McCarthy nicht improvisieren lassen hätte, dann hätte man da einen richtig guten Film draus machen können. Vielleicht mehr „Agentin mit Herz“ und weniger Bond, und viel weniger McCarthys unter-der-Gürtellinie-Humor. Wenn man den mag, ist das genau der richtige Film für einen, ich finde es nur immer ein wenig schade, wenn man sieht, dass das Ganze durchaus Potential für was richtig tolles gehabt hätte, dann wird es aber durch die Selbstverliebtheit des Stars versaut. Hinzu kommen ein paar Dinge, die weniger kindgerecht sind, um es mal so zu nennen, und damit meine ich nicht das Kotzen sondern eher einige Stellen im Gewaltbereich.

James Bond…

macht ja meiner Meinung nach seinem Namen schon länger keine Ehre mehr, da ist es also schön, ein Intro zu sehen, das einen sehr an Bond erinnert. Und Jude Law, perfekt im Smoking, lässt mich hier darum trauern, dass man ihn nicht zum berühmtesten Agenten Ihrer Majestät gemacht hat, denn er hat alles, was man dafür braucht, Witz, Charme, Eleganz, Sportlichkeit und das nötige Aussehen. Ach, wäre es doch nur Law geworden… aber ich denke, zu dem Thema kommen wir dann noch Ende des Jahres.

Die Besetzung kann sich ansonsten sehen lassen, auch wenn die Rollen, besonders die von Jason Statham, nicht unbedingt stimmig sind. Alison Janney ist wunderbar, ist am Anfang aber leider gezwungen, schlechte Texte zu schlechten Themen zu bringen. Favorit des Films ist für mich aber Peter Serafinovicz. Nicht wirklich bekannt als die englische Stimme von Darth Maul, nicht unbedingt zu Starruhm gelangt als Mitbewohner von Simon Pegg in „Shawn of the Dead“, nicht wirklich aufgefallen in „Guardians of the Galaxy“ ist er doch ein herrlicher Schauspieler, der hier wenigstens mal ein bisschen was tun darf. Und er ist der einzige, bei dem der tiefergelegte Humor funktioniert – meine Güte, welches Fickgesicht ist auf die verfickte Idee gekommen, Rose Fucking Byrne in einer verfickten Tour rumfluchen zu lassen, verficktnochmal? Ja, Sprache Freunde, da hättet ihr auch noch mal rangemüßt, denn auch die schmälert den Film ein wenig.

Fazit…

lässt sich zusammenfassen mit: Alles in allem ein wenig unhomogen, nett besetzt, aber vielleicht zu sehr auf den Humor der Hauptdarstellerin abgestimmt, als dass es eine wirklich gelungene Agentenparodie wäre. Wer diese Art Humor mag, wird auf seine verfickten Kosten kommen, wer einen richtig guten Agentenfilm Schrägstrich Komödie sehen will, der… sollte sich an die OSS-Filme halten, denn sonst sieht es da eher mau aus. Ab 4. Juni 2015 im Kino.

Neu im Kino: San Andreas

ERDBEBEN! Muss man da noch mehr sagen?

Ein Katastrophenfilm, aber keine Katastrophe!

Also besser als das, was Roland Emmerich meist so abliefert. Der hat zwar oft grandiose Effekte, aber die Handlung ist denn doch eher so schwachsinnig, dass das wieder alles kaputt macht, trotz „Message“ (seid gut zur Erde, macht euch nicht über Außerirdische lustig und so was). Dieser Film hier ist… besser. Bis zu einem gewissen Grad. Oder Spalte? Der San Andreas Spalte? Nein, eigentlich bis zu dem Punkt im Film, wo dann doch ein bisschen die Reizüberflutung einsetzt und man eine Schüppe nach der anderen draufwirft, ich weiß, das ist Hollywoodtradition, aber das macht es nicht gut oder wirksam. Aber fangen wir vorne an…

Erdbeben“ trifft „Flammendes Inferno“

Der Film fängt so an, wie sich das gehört, mit einer Actionszene, die den Actionstar einführt und danach kann man dann mal die Erklärung von zu kommender Handlung auf wissenschaftlicher Basis machen. So soll es sein, reiß den Zuschauer aus seinem Sitz und erklär ihm danach gemächlich, wo die Reise hingeht. Als Kenner von Katastrophenfilmen aus seiner Jugend geht man davon aus, dass, wenn man schon mal einen Architekten und ein neu gebautes Hochhaus hat, dass es da vielleicht mehr in Richtung „Flammendes Inferno“ gehen wird und man gleich zwei Katastrophen-Klassiker zum Preis von einem bekommt, aber da irrt man ein wenig. Dann beginnt die Welt zu wackeln, kippt aus den Fugen und dass am Ende überhaupt jemand überlebt (was uns am Schluss gesagt wird, wenn man den Bildern, die man gesehen hat, vertrauen würde, wären nämlich eigentlich alle draufgegangen), verdankt man dem klugen Wissenschaftler. Ansonsten wackelt alles und The Rock macht sich auf die Suche nach seiner Tochter.

Ringen mit der Natur

Wer hätte gedacht, dass aus dem Wrestler Dwayne Johnson einmal ein guter Schauspieler werden würde, der einen ganzen Film tragen kann (und das nicht nur mit seinen Muckis) und sogar das Beste an „G.I. Joe: Rise of the Silver Surfer“ ist? Wenn man seinen Gastauftritt bei „Star Trek: Voyager“ betrachtet, würde man wohl eher daran zweifeln – und doch spielt er einen Ralf Möller locker an die Wand. Und, wie man hört, einen Vin Diesel auch. Die Actionseite wäre also geklärt, auf Seite der Wissenschaft haben wir dann Paul Giamatti, und der ist eigentlich auch meist eine Freude (Ausnahmen wie „The Not At All Amazing Spider-Man 2“ bilden da die… Sache mit der Regel, Sie wissen, was ich meine). Dann gibt’s in Nebenrollen noch die wunderbare Archie Panjabi aus „The Good Wife“, Alexandra Dadarrio, das Mädchen mit den vorprogrammierten Rückenproblemen aus „True Detective“ und einen kleinen Briten, der eigentlich allen die Schau stiehlt, weil er der einzige ist, der Humor in den Film bringt. Nur sein Bruder kommt ein wenig blass daher – der wird bestimmt irgendwann mal der neue Bond… falls er wirklich Brite ist.

Bildgewaltig

Die Effekte sind sehr gut, das meiste sieht echt aus und spektakulär ist es von vorne bis hinten, vom Hoover Staudamm bis zur Golden Gate Bridge. Ob die wohl einen Katastrophenfilm in San Franzisko übersteht? Wir haben also gute Effekte und eine gute Besetzung, eine ganz brauchbare Handlung… also ist alles okay, solange man nicht wirklich Überraschungen erwartet. Zum Beispiel, was die Figuren angeht. Die entsprechen wirklich ALLE den notwendigen Klischees und man weiß bei jedem, wo er am Ende des Films stehen wird. Damit kann man wohl leben – warum man uns am Schluss aber unbedingt noch die amerikanische Flagge aufs Auge drücken muss, das erschließt sich mir nicht so ganz. Weil… Amerika ganz toll ist? Wohl alle „Selma“ nicht gesehen, was? Und, streng genommen verhält sich Familie Rock eigentlich nicht gerade schicklich, denn irgendwie plündert jeder von ihnen mehr oder weniger, was ja auch nicht gerade die feine englische Art ist. Nicht unbedingt Vorbilder, meine lieben Kinder, auch nicht in einer Katastrophe!

Fazit Andreas

Spektakulär, ein wenig vorhersehbar, ein Katastrophenfilm, der bis zu einem gewissen Punkt halbwegs realistisch daherkommt, den Zuschauer in Atem hält, am Ende aber ein wenig mit zuviel Zeugs erschlägt… was zwar dem entspricht, was die Leute in San Franzisko auch fühlen, was aber in der Weise bestimmt nicht so gedacht ist. Ab 28. Mai 2015 im Kino und allen erdbebensicheren Gebäuden Ihrer Wahl.

Neu im Kino: Kind 44

Russland 1953. Ein Polizist, der an das Recht glaubt, sucht den Mörder vieler Kinder. Doch die Politik des Landes arbeitet gegen ihn…

Zeitgemälde und Krimi

Der Film malt ein Bild, wie die Sowjetunion zu dieser Zeit ungefähr ausgesehen haben dürfte, und dabei sind nicht nur die wunderschönen Dampfloks gemeint, sondern vor allem das politische Klima. In dieser Zeit gegenseitiger Bespitzelung nach Stalins Säuberungsaktion ist niemand sicher und auch das Recht hat es schwer, zu seinem Recht zu kommen. Prinzipiell hat das also das Potential zu einem spannenden und zeitkritischen Krimi… aber Potentiale werden ja leider nicht immer ganz ausgeschöpft.

Auf dem Papier klingt das super

Und ich weiß nicht genau, wo das Problem liegt, aber ich denke, es war, dass mir das alles zu distanziert vorkam. Das wird lediglich eine persönliche Einschätzung sein, andere mögen das anders empfunden haben, aber für mich hatten die Figuren irgendwie eine Distanz zu mir, was eigentlich das Meiste des Films an mir hat anprallen lassen. Wenn man nicht mit den Figuren mitfühlt, ist es schwierig, in die richtige Stimmung zu kommen. Das hätte so ein wundervoller Film sein können, ein düsteres Regime, in dem ein einsamer Ermittler unterwegs ist, eine Art Film Noir der Stalin-Ära, ein geschundener Detektiv, der in der kalten Welt des Kommunismus ermittelt… so, wie „Gorky Park“ in etwa. Doch auch wenn hier die Kälte Russlands nicht personalisiert wird, die Distanziertheit der Personen hat es dann doch geschafft. Und auch das ist traurig, denn der Film ist grandios besetzt – und zwar mit so ziemlich allem, was aus Skandinavien nach Hollywood ausgewandert ist (außer Stellan Skarsgard… und andere Skarsgards).

Besetzung 44

Beginnen wir mit den großartigen Briten: Tom Hardy zeigt immer wieder, dass er nie ein Star werden wird, weil er einfach ein zu guter Schauspieler ist, ein Chamäleon, das zwar weniger als Klon von Patrick Stewart („Star Trek: Nemesis“) überzeugt, dafür aber als „Bronson“ eine perfekte Leistung abliefert. Was bei Bane in „The Dark Knight Rises“ schief gelaufen ist, werden wir wohl nie erfahren, ansonsten ist Hardy aber eine sichere Bank – ebenso wie Gary Oldman, mit dem er nun zum dritten Mal die Leinwand teilt (nach „Dark Knight Rises“ und „Dame, König, Ass, Spion“). Der hatte eine Zeit, in der er immer auf den Bösen verschwendet wurde, davor hatte er aber eine Zeit, in der er ein Chamäleon war wie Hardy heute – und ich wiederhole mich gern, wenn ich sage, dass er in „Rosenkrantz und Güldenstern“ zeigt, was für ein großartiger Komödiant er wäre, wenn ihn die Leute doch auch mal für so was einsetzen würden.

Und dann sind da die Skandinavienexporte: Noomi Rapace („Millenium“ Trilogie), das Ermittlerteam aus „Erbarmen“ und „Schändung“ Fares Fares und Nikolaj Lie Kaas (der hier auch nicht lächelt) sowie Joel Kinnaman. Der zeigt hier, dass er wirklich eine schöne Bandbreite hat, denn er ist so völlig anders als in der US-Serie „The Killing“, die ihn bekannt gemacht haben dürfte (mehr als „RoboCop“, in dem u.a., welche Überraschung, auch Gary Oldman mitspielt… der auch in „Planet der Affen: Evolution“ dabei war, von dem sich hier Jason Clarke die Ehre gibt). Schauspielerisch braucht sich der Film also nicht zu verstecken. Und doch…

FazitSSR

Trotz hervorragender Besetzung und guter Geschichte irgendwie nicht so gelungen, wie er eigentlich hätte sein müssen. Die Spannung, sowohl was die politische Situation der Hauptfiguren als auch was die der Mordserie angeht, hat sich auf mich leider nicht übertragen – hoffen wir, dass das nur eine Einzelmeinung ist. Ab 4. Juni 2015 im Kino.

Neu auf DVD: Gene Roddenberry’s Earth: Final Conflict – Staffel 1

Die Außerirdischen sind unter uns – nicht unter der Erde, so wie die Morlocks, sondern unter den Menschen. Und so lautete denn auch der deutsche Titel, unter dem diese Serie im Fernsehen lief

Mission Erde – Sie sind unter uns“

In den 50ern wurde die Erde oft von außerirdischen Invasoren angegriffen, zwar nur im Kino, aber immerhin. Dieser Trend hat sich bis heute fortgesetzt und findet und findet kein Ende, so, wie die Außerirdischen auch immer wieder einen Grund finden, um bei uns hereinzuschneien und zu zeigen, dass sie… sich genauso beschissen verhalten können wie Menschen? Ist das vielleicht der Grund, dass Außerirdische so oft vorbeikommen, um Krieg zu machen, damit der Mensch ausnahmsweise mal gut und positiv dasteht, damit nicht er derjenige ist, von dem – ausnahmsweise! – mal die Gewalt ausgeht? Denn, machen wir uns nichts vor, wir wissen alle, was passiert ist, als man Amerika entdeckt hat und betrachtet man das mal von dem Standpunkt, dann würde der Mensch wahrscheinlich genau das machen, wenn er eine fremde Zivilisation entdecken würde, was er hier den Außerirdischen in Filmen ständig vorwirft… aber wir schweifen ab.

Die Serie stammt von Gene Roddenberry, dem Erfinder von „Star Trek“. So heißt es jedenfalls. Ebenso, wie die Serie „Gene Roddenberry’s Andromeda“ von ihm stammt, eine Serie, die ebenfalls erst lange nach seinem Tod das Licht der Fernsehwelt erblickte. Zwar wird Roddenberry bei „Earth“ auch als Autor des Drehbuchs vom Pilotfilm genannt, doch stellt sich zwangsläufig die Frage, inwieweit er nach seinem Tod noch in die Ausarbeitung der weiteren Serie integriert war. Gab es gar spiritistische Sitzungen, die ihn nach seiner Meinung gefragt haben? Nein, wir wissen, dass das Blödsinn ist – da in Hollywood den Produzenten die Meinung der Autoren ziemlich am Arsch vorbeigeht. Also gehen wir mal davon aus, Roddenberry hatte noch ein paar alte Drehbücher und Ideen in seiner Schublade und dann hat seine Witwe Majel Barrett (auch bekannt als Christine Chappel aus „Raumschiff Enterprise“, Lwaxana Troi aus „Star Trek – The Next Generation“ und die Computerstimme in nahezu allen „Star Trek“-Serien, die natürlich auch hier, gleichwohl wie in „Andromeda“, eine Gastrolle bekommen hat) zu einem günstigen Zeitpunkt die Runde durch die Studios gemacht und irgendjemand ist auf die Idee gekommen, dass man mit dem Namen Roddenberry noch Kohle machen kann und so sind diese beiden Serien entstanden… nehme ich an. Für den großen Gene gibt es auch eine kleine Huldigung in Folge 5, als Bild auf dem Schreibtisch seiner Frau Majel Barrett-Roddenberry, die auch Produzentin der Serie war.

Wie, äh, V?

Roddenberry mag sein Konzept für diese Serie bereits in den 70ern gehabt haben, aber verwirklicht wurde es dann – in welcher Form auch immer, denn wir wissen nicht, wie genau sein Konzept von der Serie widergespiegelt wird… eventuell nur durch den Namen? – erst 1997. Da mutet es ein wenig merkwürdig an, dass sich laut Begleitheft (dem einzigen Bonusmaterial der Box) zum Beispiel die Serie „Alien Nation“ „offensichtlich auf Roddenberry“ berief, was, wenn man an so komische Dinge wie Kausalität glaubt, aber nicht an Zeitreise, schwierig ist, da es die bereits 1989 gab. Und der große Vorläufer der Invasionsserien war „V“ von Kenneth Johnson aus dem Jahr 1983. Wenn also nicht verbürgt sein sollte, dass Roddenberry die ganze Zeit herumgelaufen ist, und jedem, dem er begegnet ist, von diesem einen Konzept die Ohren vollgequatscht hat, dann dürfte es doch treffender formuliert sein, dass „Earth: Final Conflict“ sich ein paar Dingen von diesen Serien abgeschaut hat – sowohl von „V“ als auch von „Alien Nation“ nach dem Film „Spacecop – L.A. 1991“ mit James Caan und Mandy Patinkin, da sowohl da als auch hier der Protagonist ein Polizist ist, der mit den Außerirdischen zusammenarbeiten muss. Und wie in „V“ nimmt man an, dass die Aliens einem nicht alles über ihre Ziele gesagt haben, es gibt eine Verschwörung und Widerstand – nur, dass bei „V“ die Sache mit den Kollaborateuren, die mit den Außerirdischen gemeinsame Sache machen, weit besser herausgearbeitet ist. „V“ ist ein Meisterwerk der Grauzonen, wie Johnson in seinem Audiokommentar auch bestätigt – aber wie schlägt sich „Earth: Final Conflict“?

Die erste Staffel

Die Außerirdischen sind da, seit drei Jahren, aber statt ihr Glück an der Börse zu versuchen, haben sie den Hunger in der Welt kuriert… und sonst eigentlich nicht viel gemacht, wie es scheint. Außer, wie wir im Laufe der Staffel erfahren, Experimente mit den Menschen. Aber nur mit ausgewählten, nicht mit allen. Wie das bei Vulkaniern… wie das bei höher entwickelten Außerirdischen der Fall ist, haben sie kein Gespür für Gewalt und dafür müssen dann mal wieder – und selbstredend nicht ganz zu unrecht – die Menschen herhalten. Nun gibt es bei denen aber eben einige, die mit dem Besuch der Aliens nicht ganz zufrieden sind, kennt man ja, gibt’s ja heute immer noch, wenn irgendwelche Arschlöcher Häuser anzünden, in denen Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Es gibt also einen Widerstand, wenn sich aber auch nie so ganz herauskristallisiert, warum es den eigentlich gibt, außer der üblichen Xenophobie (oder müsste es Alienphobie heißen?).

Womit wir bei zwei der Schwachpunkten angekommen sind. Es ist ja ganz nett, wenn man anfangs ein bisschen im Ungewissen darüber gelassen wird, was denn nun eigentlich die wirklichen geheimen bösen Ziele der Fremden sind, aber bis zum Ende dieser Staffel wird das leider nicht gelüftet und das hat zwei Nachteile: Es ist ein bisschen unbefriedigend und es birgt die Gefahr, dass man sich irgendwann verrennt und nicht mehr weiß, was die Aliens eigentlich wollten (siehe „Akte X“), oder, dass man von Anfang an keinen Plan hatte und am Ende dann mit einer beschissenen Auflösung enttäuscht (siehe „Lost“). Unbefriedigend ist es aber so oder so, da man am Ende der Staffel ein bisschen in der Luft hängt und nach den Erfahrungen mit oben genannten Serien ein wenig die Angst hat, dass man auch in den vier noch folgenden Staffeln vielleicht nie erfahren wird, was die Taelons denn nun eigentlich wollten.

Der andere Schwachpunkt ist eher ein inhaltlicher. Die Taelons haben zwar ihre Vertreter auf Erden, aber sie haben auch Menschen, die für sie arbeiten, die aber, dank ihrer Implantate, eigentlich nur die Interessen der Außerirdischen vertreten. Einmal nimmt das dem Ganzen ein wenig die Freiwilligkeit der Kollaboration, andererseits erscheint es wenig sinnvoll, dass das FBI Leute abstellt, die nicht mit, sondern für die Außerirdischen arbeiten – gerade in Zeiten der NSA-Extratouren ein wenig unglaubwürdig. Hinzu kommt, dass, abgesehen vom Alien-Streber, quasi fast alle anderen im Dienste der Taelons auch für den Widerstand arbeiten. Das ist nicht nur wenig glaubwürdig, sondern denn auch etwas, das eigentlich über kurz oder kürzer auffliegen würde, zumal die Leute nicht so geheim agieren, wie sie das unter solchen Umständen sollten.

Neben der Witwe von Gene Roddenberry gibt sich übrigens interessanterweise noch jemand die Ehre, die in einer späteren Serie („Andromeda“) wieder auftauchen sollte, Lisa Ryder, hier als Ehefrau der Hauptfigur, dort als erster Offizier von Herkules. Zufall? Wohl kaum. (Vielleicht eine Adoptivtochter von Majel Barrett?) Kevin Kilner, der Ermittler Schrägstrich Alien-Vertreter Schrägstrich Doppelagent wirkt ein bisschen wie eine klobige Version von Scott Bakula. Ansonsten hält sich die Serie in Sachen bekannte Gaststars sehr zurück, aber vielleicht wird sich das ja in folgenden Staffeln noch ändern.

Earth: Final Fazit

Durchaus solide Serie, die einen langsamen Schritt in die Serien der Gegenwart macht, d.h. keine komplett durchgehende Handlung hat, sich aber langsam weiterentwickelt – was die Frage aufwirft, ob das mit Roddenberry auch so gewesen wäre, hat der doch angeblich jegliche Entwicklung bei TNG verboten. Wir werden langsam in die Welt der Außerirdischen eingeführt, erhaschen ein paar Ausblicke auf ihre möglichen Motive, aber was sie wirklich wollen, bleibt zumindest in dieser Staffel noch unklar. Hoffen wir, dass das in zukünftigen Staffeln nicht so bleiben wird. Ab 29.5.2015 auf DVD.

Neu im Kino: A World Beyond

Junges Mädchen entdeckt einen Weg in eine andere, futuristische Welt… doch das ist erst der Anfang!

Tomorrowland

lautet der Originaltitel dieser neuen Disney-Attraktion, denn wie eine bekannte Piraten-Reihe basiert sie auf einem Fahrgeschäft im Land der Maus. Das erklärt, warum der Film eine große Anzahl von Fahrten und Flügen und so was hat, eben fast so, als wäre man in einer Achterbahn, nur eben mit ein bisschen mehr Dialog – und George Clooney auf dem Nachbarsitz.

Kindgerechte Enthauptungen

ist wahrscheinlich nicht die Unterzeile, mit der Disney werben würde, aber irgendwie trifft das die Sache trotzdem ziemlich gut. Aber, Spoiler, es werden nur Roboter geköpft, also völlig kindgerecht und familientauglich. Überhaupt ist das in gewisser Weise ein Film für die ganze Familie, für Mutti gibt es den Clooney, für die Tochter die jugendliche weibliche Hauptfigur und für Papa und Sohn jede Menge Action. Also ab ins Kino – und dann nach Disneyland/-world, wo es die Fahrt in echt gibt.

Die Handlung

stammt u.a. aus der Feder von Damon Lindelof, und der wirkt zwar im Slashfilm-Interview ziemlich sympathisch, seiner Arbeit spricht aber nicht unbedingt für ihn, also braucht man sich gar nicht erst der Illusion hinzugeben, dass hier irgendwas richtig aufgeht oder Sinn ergibt. Liegt das Tomorrowland in der Zukunft, ist es eine Parallelwelt, oder gar eine Parallelgesellschaft, in der muslimische Frauen keine Köpftücher tragen – ich weiß es nicht. Alles wäre möglich, letztlich ist es egal. Wir sehen den Film nicht für eine schlüssige Handlung oder die korrekte aber im falschen Film untergebrachte Schlussfolgerung von Hugh Laurie am Schluss, wir sehen ihn für tolle Effekte und atemlose Fahrt, also Augen auf und durch!

Fazit

Unterhaltung für die ganze Familie, bei der jeder wahrscheinlich auf seine Kosten kommt, außer der Philosoph der Familie, der die Dinge gerne erklärt haben möchte. Ab 21. Mai 2015 im Kino.

In eigener Sache: Ein Krimi-Angebot für Verlage

Sehr geehrte Verlage,

da ich keine Lust habe, Ihnen irgendwas zu schicken, machen wir es diesmal doch einfach auf diese Weise – und Sie können sich dann einen Absagevordruck von mir abholen!

Es sind gerade zwei neue Bücher fertig geworden – und ich teile Ihnen das nur deshalb mit, damit hinterher keiner sagen kann, man hätte es ihm ja nicht angeboten. Dies hier ist das Angebot, also sperren Sie Ihre Augen auf und lesen Sie gut zu.

Bei den Büchern handelt es sich um Krimis. Aber, und da werden die ersten aussteigen, nicht Ihre üblichen, holperig schlecht geschriebenen Sachen, die sich aus irgendeinem Grund so gut verkaufen. Das hier geht in eine andere Richtung und, da werden die nächsten aussteigen, eignet sich wohl nicht unbedingt für Ihr verschissenes Massenpublikum. Oder glauben Sie, dass die gerne Krimis lesen, bei denen sie aufpassen und mitdenken müssen? Oder welche, die in einem rotzigen Ton geschrieben sind? Na also, dacht ich’s mir doch.

Für alle, die noch dabei sind, Buch Nummer 1 bietet

ZEITREISE-KRIMIS!

Und die sind genauso kompliziert, wie Sie sich das vorstellen. Sonst wär’s ja wohl auch zu einfach, oder? Der Kriminalroman spielt viele der Möglichkeiten durch, die Zeitmaschinen bieten würden – für den Verbrecher gleichermaßen wie für die Polizei. Bei jedem der Verbrechen spielt eine Zeitmaschine eine Rolle – für die Tat oder für die Auflösung. Dabei gibt es jede Menge Kriminalfälle und es gibt jede Menge Theorie und Philosophie zum Thema Zeitreisen. Die Fälle sind mitunter komplizierter, als es die Metaphysik zulässt. Das Buch fordert den Leser heraus, konfrontiert ihn mit Problemen, bei denen die Lösung möglicherweise für mehr Verwirrung sorgt als für Verständnis. Dies sind keine gewöhnlichen Wald- und Wiesenkrimis, es sind Zeitreisekrimis. Ob die Theorien und Ideen in diesem Buch allerdings stimmen… nun, natürlich nicht. Denn Zeitreisen sind völlig unmöglich… oder?

Zum Ausgleich gibt es dann mit Buch Nummer 2

DIE RÜCKKEHR DES HARD-BOILED THRILLERS!

Ein Art modernes „Book Noir“, in dem ein Detektiv in einem Mordfall ermittelt. Die Erzählweise ist so rotzig, wie der Fall blutig ist. Zwei junge Mädchen wurden ermordet, abgestochen, abgeschlachtet. Die Polizei scheint kein großes Interesse an dem Fall zu haben, aber ein Detektiv wird beauftragt, mehr darüber herauszufinden. Das macht er auch. Und es dauert nicht lange, da entdeckt er Dinge, die die Polizei offenbar übersehen hat… Dies ist keine gute-Nacht-Lektüre, dies ist kein sauberer Krimi, wo die Guten weiß tragen und die Bösen schwarze Hüte. Es ist ein moderner Noir-Krimi, mit einem Erzähler, der austeilen kann, aber auch einstecken muss. Und der Schreibstil ist genauso schmutzig wie die Handlung.

Wenn Sie also aus Ihrer Scheißlethargie aufwachen und mal was gutes lesen wollen, dann können Sie ja mal Ihre verschissenen Ärsche in Bewegung und sich mit mir in Verbindung setzen. Ich weiß, das werden Sie nicht, aber letztenendes geht mir das genauso am Arsch vorbei, wie es Ihnen gehen würde, wenn ich Ihnen eine Mail geschickt hätte. Aber wenigstens können Sie nicht behaupten, ich hätte Ihnen kein Angebot gemacht. Und wenn Sie mal wissen wollen, was NICHT MASSENTAUGLICH bedeutet, dann schlagen Sie es doch einfach mal nach!

In diesem Sinne…

Bon Voyage

MC

Neu im Kino: Mad Max: Fury Road

Mad Max ist zurück. Die Welt ist zerstört. Es gibt nur noch Wüste. Eine Ansiedlung unter einem fiesen Diktator. Und Autos. Die Fahrt beginnt…

Die „Mad Max“-Reihe

Action aus Australien, das war Ende der 70er etwas völlig neues – und machte einen Mann zum Weltstar. Oder brachte ihn auf den Weg dorthin: Mel Gibson (nicht Malcolm Gibson, der Bekannte von Crocodile Dundee). Mad Max war eine seiner ersten großen Rollen – und, wie es aussieht wurde der erste Film für den amerikanischen Markt synchronisiert. Weil die Amerikaner die australischen Akzente nicht verstehen konnten. Das waren noch Zeiten, denn heutzutage dreht man einfach ein Remake. Selbst von britischen Sachen… aber lassen wir das.

Die „Mad Max“-Filme sind ein bisschen krude – und streng genommen gab es nur zwei Elemente, die die Filme miteinander verbanden: Mel Gibson als Max und atemberaubende Stunts mit Autos. Ansonsten wirkt es so, als wäre da eine größere Lücke zwischen dem ersten und dem zweiten Film… die „Mad Max: Fury Road“ jetzt schließt.

Atemberaubende Action

So kann man das Ganze zusammenfassen. Als verrückter Max geht diesmal Tom Hardy an den Start, eine perfekte Wahl für den wortkargen Antihelden und er schafft es sogar, ähnlich wie Mad Mel zu klingen. Ihm zur Seite steht, sitzt und fährt Charlize Theron, die auch mit kurzen Haaren und Öl im Gesicht genauso atemberaubend aussieht, wie die Action des Films ist. Und die ist nahezu Non-Stop, mit ein paar Tank- und Pinkelpausen. Ansonsten wird durch die Wüste gerast, was das Zeug hält – und man ertappt sich irgendwann dabei, dass man vergessen hat, zu atmen. Nicht unbedingt der Frauenfilm des Jahres, aber wer auf Wüste und Geschwindigkeit und schnelle Wagen steht, der dürfte hier auf seine Mautkosten kommen. Die Handlung… fliehen vor dem bösen Diktator. Und Abfahrt!

Blick fürs Detail

Mit schlechten Filmemachern wäre dies ein austauschbarer Actionmist geworden, rasant und schnell aber irgendwie seelenlos. Doch das Schöne ist, dass man sich hier ein bisschen Mühe gegeben und gerade der postapokalyptischen Gesellschaft viele schöne Details verliehen hat, wie gemolkene Frauen und den heiligen Ständer der Lenkräder. Oder das „Wacken auf Rädern“. Das ist sehr schön. Außerdem gibt es einige Elemente, die an die anderen Filme erinnern, so dass sich „Fury Road“ gut in die Gesamtwelt der Reihe einfügt. Und Namen wie „Papagallo“ aus dem zweiten Film fehlen – dankenswerterweise.

Actionoverload

Allerdings gibt es da eine Sache… Die anderen drei Filme sind, wie gesagt, ein wenig krude und das einzige, was sie wirklich aus der Masse herausgehoben hat, waren die rasanten Actionszenen. Und Stunts. Mit Autos. Denn die waren so spektakulär, dass es nicht nur so aussieht, als könnte man sich dabei verletzen, das scheint auch tatsächlich passiert zu sein. Selbst im eher schwachen dritten Film gibt es eine Sequenz auf einem Zug, bei der man sich denkt: Wenn der Stuntman da nicht auspasst, isser hin. Stunts von Hand gemacht – und man merkt es. „Fury Road“ bietet zwar auch jede Menge Action und Autos und Geschwindigkeit und Stunts, aber das einfache, handgemachte fehlt ein bisschen. Da bangt man nicht um das Leben des Stuntman. Das muss kein Nachteil sein, aber es nimmt dem Ganzen ein bisschen dieses eine besondere Element, denn die drei anderen Teile hatten kein Geld, sie hatten nur Stunts, die einfach echt und gefährlich aussahen.

Mad Faz

Atemberaubende Non-Stop Action auf vier Rädern und jeder Menge Adrenalin, der lediglich der Charme des Kruden fehlt – und vielleicht ein stringenteres Ziel als „dahin, wo’s Grün ist“ (bekannt als „Dryland“ aus „Waterworld“, dem untergegangenen und in der Vergessenheit versunkenen feuchten Rip-off von „Mad Max“). So fährt man gradaus durch die Wüste (die südafrikanische, nicht die australische… was man irgendwie spürt) und gibt Gas, was das Zeug hält. Genau richtig für alle, denen die „Fast and Furious“ Filme irgendwie zu zivilisiert sind. Ab 14. Mai 2015 im Kino.