Neu auf DVD: MY OLD LADY

Amerikaner glaubt, er erbt eine Wohnung in Paris und ist seine Sorgen damit los, doch stattdessen erbt er die alte Frau, die in der Wohnung lebt und seine Sorgen beginnen erst…

Das Zeitalter der Aufklärung

Alle Personen in diesem Film wirken zunächst sehr abgeklärt, doch ändert sich das mehr und mehr, denn im Laufe der Handlung werden sie alle aufgeklärt. Sie erfahren etwas über sich selbst und ihre eigene Vergangenheit und müssen sich dadurch Dinge eingestehen, die alles verändern, selbst im Leben der 90jährigen alten Dame. Keiner von ihnen ist unschuldig, keiner von ihnen ist nicht irgendwo kaputt, geprägt von den Ereignissen und Erfahrungen ihres Lebens, die nun hier und jetzt durch das Zusammentreffen dieser drei Menschen zusammenfließen.

Starke Besetzung

Mit Maggie Smith macht man eigentlich nie was falsch. Sie ist ein Garant für hinreißendes Spiel und wenn man ein gutes Buch hat, dann wird es durch sie noch veredelt. Mit Kristin Scott Thomas (u.a. aus „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) und Kevin Kline (u.a. aus „Ein Fisch namens Wanda“) stehen ihr dabei zwei hervorragende Darsteller zur Seite, die ihr in nichts nachstehen. An dieser Stelle sei aber auch einmal eine Lanze gebrochen für einen der wenigen Franzosen in diesem Film aus der Stadt der Liebe: Dominique Pinon. Er wird meist leider nur auf die kleinen Rollen besetzt, aber hier ist er stets ein wahres Vergnügen. Zum Beispiel als eifersüchtiger Freund in „Die fabelhafte Welt der Amelie“, als Vater in „Mathilde – eine große Liebe“, als rollstuhlfahrendes Besatzungsmitglied der Schmuggler in „Alien: Die Wiedergeburt“ oder eben hier als Makler, der „im Blut von Paris“ lebt. Wiedersehen macht Freude!

Ein kleiner Wermutstropfen

Und ein wenig eine Warnung. Dabei geht es nicht um den Film an sich, sondern um eins der Themen, das in ihm angerissen wird – und das durch Ereignisse der nahen Vergangenheit zu einem traurigen Beigeschmack führen und manchem den Film dadurch vielleicht verleiden kann. Der Film ist ein Drama, das aber meist mit einem Schuss Humor gewürzt wird. Er hat aber auch bittere Stellen und geht ungeschönt mit verschiedenen Dingen um, zum Beispiel mit dem Thema Selbstmord. Hier muss man, auch wenn es mit dem Film selbst nichts zu tun hat, fast zwangsläufig an die Tragödie in den Alpen denken, was für manchen in dieser Zeit vielleicht nicht ganz das richtige sein könnte. Gerade in den nächsten Monaten sollte man also vielleicht besser überlegen, mit wem zusammen man diesen Film schaut.

Bonus

Ist mit einer Mischung aus Interview und Making of ein bisschen kurz ausgefallen.

My Old Fazit

Tragödie mit Humor oder Komödie mit Tragik oder irgendwas dazwischen. Gut gespielt, ungeschönt, nicht weichgespült, aber auch nicht unbedingt Wohlfühlkino für die ganze Familie. Ab 5.5.2015 auf DVD und Blu-ray.

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