Neu im Kino: Miss Bodyguard

Unerfahrene Polizistin muss Mafiabraut beschützen, die von Killern verfolgt wird, um eine Aussage vor Gericht zu machen…

Und alles hätte so schön sein können

Der Film fängt sehr schön an, mit der Jugend der Protagonistin, welche sie quasi im Polizeiwagen ihres Vaters verbringt, was sie für ihren zukünftigen Beruf nahezu prädestiniert (selten wurde dieser Begriff treffender eingesetzt). Und dann kommen wir zu… Reese Witherspoon („wie der Löffel auf englisch“, um „Arsen und Spitzenhäubchen“ zu zitieren). Sie ist die erwachsene Frau und mit ihr fangen die Probleme an. In mehrfacher Hinsicht. Einerseits scheint ihre Figur nicht wirklich durchdacht angelegt zu sein. Sie ist nicht die Vollblutpolizistin, die sie sein sollte, aber das ist okay. Sinnvoll wäre es gewesen, wenn sie extrem clever, aber auch extrem ungeschickt wäre. Damit hätte man eine Figur, die funktioniert. Sie ist irgendwie von beidem ein bisschen und das ist eine Rechnung, die nicht so ganz aufzugehen scheint. Außerdem verhält sie sich ein wenig wie ein Roboter, was auch angesprochen wird, die Sache aber nicht besser macht. Denn das Hauptproblem ist… Reese Witherspoon (der ich in Anbetracht ihrer Spielweise in „Natürlich blond“ ihren Oscar sofort wieder aberkannt hätte). Die gute Frau ist irgendwie… nicht sympathisch. Die Typen, die sie verfolgen sind sympathischer als sie, und das sollte so nicht sein. Und bevor jetzt jemand sagt, dass ihre Figur so angelegt ist – nein! Mayim Bialik spielt mit Amy in „The Big Bang Theory“ ebenfalls eine etwas merkwürdige Frau, und sie ist dabei sympathisch! Es ist also möglich – es sei denn, man hat einen Oscar.

Buddy Movie mit Frauen

Ist ein Buddy Movie, in dem zwei Frauen die Hauptrollen spielen, ein dann „Body Movie“? Oder ist das zu sexistisch? Ach, das ist Hollywood, das ist sexistisch! Falls sich der Begriff durchsetzt, oder „Boddy Movie“, dann möchte ich bitte Prozente dafür. Frau Witherspoon zur Seite steht, sitzt und fährt Sofia Vergara. Die ist a) ganz wunderbar in „Modern Family“ und b) dazu gezwungen, hier mehr oder weniger genauso zu spielen. Das ist ein bisschen schade, ein bisschen Typecasting und ein bisschen Verschwendung. Und das ist einmal mehr das Traurige, dass es hier durchaus Potential zu einem guten Film gegeben hätte, das man aber einfach nicht genutzt hat. Wenn Witherspoon schon der Roboter ist, dann hätte Vergara das Naive Dummchen sein müssen, das am Ende eine überraschende Wendung durchmacht, Withy ist clever aber ungeschickt, Vergy ist naiv aber geschickt, zusammen sind sie das perfekte Team… aber das hat man nicht gemacht. Einzig John Carroll Lynch als Vorgesetzter… kommt ein wenig zu kurz.

Die heißblütige Lady und der Roboter begeben sich also auf eine Reise durchs die Land, die am Ende ein wenig mehr Sinn ergibt, als am Anfang und es gibt auch ein paar schöne Momente, aber leider nicht genug, um das Ganze zu einem wirklichen Vergnügen zu machen. Gegen Ende wird es dann sogar ernster, als es die Komödie am Anfang zugelassen hätte, und dann gibt’s noch Versprecher im Nachspann. Ende.

Miss Fazit

Body Movie, der ein bisschen an der mangelnden Sympathieausstrahlung seiner Hauptdarstellerin und einer nicht ganz durchdachten Figur (nicht der von Frau Vergara) krankt. Ab 11. Juni 2015 im Kino.

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