Neu auf DVD: The Loft

Fünf Männer, eine Leiche, jede Menge Probleme… Ein Ehebrecherquintett findet in seinem Liebesnest eine Frauenleiche. Nach und nach erfahren wir, was passiert ist…

The Loft vs. Loft

The Loft“ ist Regisseur Erik Van Lodys amerikanisches Remake von Erik Van Lodys belgischem Film „Loft“. Und wenn man die beiden miteinander vergleicht, dann sind die Unterschiede gar nicht mal so groß. Die Handlung ist essentiell die gleiche, die Szenen sind eigentlich die gleichen, die Lauflänge unterscheidet sich um ein paar Minuten, was darauf hinweist, dass man das Remake wahrscheinlich ein wenig gestrafft hat. Ansonsten ist es eigentlich merkwürdig, dass bei dieser Version ein anderer Autor für das Drehbuch genannt wird, denn Struktur, Szenenabfolge, Dialoge sind alle so dicht an der flämischen Variante, dass die Bezeichnung „basierend auf dem Drehbuch“ des Originalautors eigentlich ein Affront gegen ihn ist, da es mehr wie eine Übersetzung ins Englische wirkt als wie eine eigenständige Arbeit. Es ist ein bisschen wie „Nikita“ und „Codename: Nina“, es ist ein Film, der fast 1:1 für den amerikanischen Markt neu gedreht wurde, und zwar lediglich aus dem Grund, dass die keine Untertitel mögen und nicht synchronisieren können. So gesehen wäre ein Remake für den deutschen Markt nicht nötig gewesen. Und wenn man’s genau nimmt, bleiben sich beide Versionen ziemlich gleich. Die amerikanische Version ist vielleicht eine Spur geleckter, und da, wo Schwimmbad und Tiefgarage in Belgien unterirdisch sind, hat man in USA Ausblick auf andere Hochhäuser. Aber das war’s auch eigentlich schon – und, dass aus Düsseldorf San Diego wurde, aber das fällt eigentlich auch nicht ins Gewicht. So gesehen ist „The Loft“ ein gut umgesetzter Film, der seinem Original in nichts nachsteht, aber außer für eine US-Auswertung auch nicht zwingend notwendig gewesen wäre.

Die Zweitbesetzung

Als ich das Original gesehen habe, habe ich mich gefragt, ob es vielleicht zwei Figuren gegeben hat, bei denen Regisseur Van Lodys für sein Remake vielleicht andere Schauspieler im Kopf gehabt hatte. In „Loft“ gibt es einen Schauspieler, der sehr an „Dexter“ Michael C. Hall erinnert und einen, der wie die belgische Version von Robert Sean Leonard (aus „House“) aussieht. Ob man die beiden wohl besetzen wollte? Wäre durchaus interessant gewesen. Wie dem auch sei, statt ihrer spielen nun Wentworth Miller und James Marsden, die ihre Sache aber auch ganz gut machen. Da es heutzutage keine Trennung mehr zwischen Film- und Fernsehschauspielern gibt, hätten wir mit ihnen schon zwei Serien vertreten, „Prison Break“ und „30 Rock“. Durch Karl Urban kommt dann noch „Almost Human“ dazu, Eric Stonestreet wirft „Modern Family“ in die Runde und da Kristin Lehman („The Killing“) und Robert Wisden („Supernatural“) ebenfalls mitspielen, liegt es nahe, dass der Film in Kanada, wahrscheinlich Vancouver gedreht wurde, auch wenn die Schauspieler behaupten, es wäre New Orleans gewesen. Matthias Schoenaerts darf seine Rolle aus der Originalfassung noch einmal spielen und macht dies auch hier wieder sehr gut (den Beweis, dass er mehr drauf hat als den durchgeknallten Kokser tritt er demnächst in „Am Grünen Rand der Welt“ an).

Loft in Translation

Randnotiz für Synchronfreunde: Auch wenn die Typen im Remake ähnlich besetzt sind wie in der Originalfassung, gibt es in der Synchronfassung jedoch nur eine Überschneidung. Während Tobias Kluckert im Original noch den Dexter-ähnlichen Schauspieler spricht, leiht er hier einmal mehr Karl Urban seine Stimme – und beweist, dass er in zwei sehr unterschiedlichen Rollen überzeugend sein kann.

Bonus

Umfangreiche Interviews, die einen schönen Blick auf die Produktion geben und vor allem darauf, was die Schauspieler so voneinander halten.

Fazit

Verzwickt, undurchsichtig, nicht linear erzählt, ein Puzzle, das sich dem Zuschauer Stück für Stück zusammensetzt und bei dem am Ende nicht unbedingt das herauskommt, was er erwartet hat. Ein gut durchdachter Krimi, der atmosphärisch gefilmt, gut inszeniert und gespielt ist und am Ende mit einer überzeugenden Auflösung daherkommt. Ab 19. Juni 2015 auf DVD und Blu-ray.

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