Neu auf DVD: Orange is the new Black – Staffel 1

Weiße, blonde Frau kommt ins Frauengefängnis. Hier wird sie nicht nur mit dem Gefängnisalltag konfrontiert, sondern auch mit verschiedenen anderen Problemen…

Der Knast

Die Serie basiert auf einem Buch, das wiederum auf den Erfahrungen einer Frau basiert, die den gleichen Vornamen hat wie die Hauptperson der Serie – man kann also davon ausgehen, dass vieles von dem, was wir zu sehen bekommen, auf der Wirklichkeit beruht… und möglicherweise auch sehr dicht an der Realität ist. Dafür scheinen einige der weiblichen Figuren – und davon hat die Serie eine ganze Menge zu bieten – vielleicht eine klitzekleine Spur zu nett zu sein, aber vielleicht entspricht auch das der Realität?!

Die Figuren

Hier fängt es an, großartig zu werden, denn „Orange is the new Black“ hat ein Ensemble, das so groß wie das von „Game of Thrones“ sein dürfte, eine Unmenge an Figuren, bei denen man zwar, wie bei „Game“, nicht unbedingt den Namen weiß, bei denen man aber genau weiß, wer sie sind. Was wir bisher nur in wenigen Fällen erfahren, ist, warum man sie ins Gefängnis gesteckt hat, aber vielleicht kommt das ja später. In der erste Staffel lernen wir sie erst einmal ein wenig kennen, für ein paar ausgesuchte Charaktere gibt es kleine Rückblicke, für die meisten gibt es die Definition über ihre Handlungen. Es gibt jede Menge Figuren und damit ein unerschöpfliches Potential an Geschichten, das in der ersten Staffel nur grob angerissen werden kann. Alle Figuren haben Kontur und Tiefe, möglicherweise mehr, als man von einer Frauenknastserie erwarten würde.

Die Besetzung

Dass wir immer wissen, mit wem wir es zu tun haben, liegt an der herausragenden Besetzung der Serie. Damit ist nicht ein immenses Staraufgebot gemeint, sondern „echte Typen“, Gesichter, die nicht austauschbar sind und dadurch im Gedächtnis bleiben. Und sie sehen nicht nur alle unverwechselbar aus, sie spielen auch hervorragend und vor allen Dingen echt, was den Realismus der Serie noch unterstützt. Zu den wenigen bekannteren Darstellern gehören Jason Biggs aus „American Pie“ und Kate Mulgrew aus „Star Trek: Voyager“ – nun hat man Captain Janeway also doch endlich für die Brechung der Zeitlinie, das Fratanisieren mit den Borg und was sie sonst noch so für Mist gebaut hat verdientermaßen ins Gefängnis gesteckt. Leider empfinde ich sie in diesem wunderbaren Ensemble eher als den Schwachpunkt, weil ich sie trotz gegenteiliger Beteuerungen ihrer Kollegen im Zusatzmaterial einfach nicht wirklich überzeugend finde und mir ihr russischer Akzent nicht so ganz schmecken will – so wie der Hauptfigur ihr Essen.

Die Serie

Orange“ wurde nicht für einen Fernsehsender geschaffen, sondern für eine Onlineplattform. Das bedeutet, dass sie sich nicht den Regeln des Amerikanischen Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens halten müssen und Gewalt und Nacktheit zeigen können – was sie auch tun. Es ist eine moderne Serie, d.h. sie besteht nicht aus einzelnen, für sich stehenden Folgen, sondern wie bei einem Roman sind die Folgen Kapitel, die aufeinander aufbauen und bis zum Ende des ersten Buches, der ersten Staffel führen. Wer Serien gerne am Stück sieht, diese hier ist perfekt dafür geschaffen!

Das Zusatzmaterial

In den kurzen Dokus und den zwei Audiokommentaren erhält man einen kleinen Einblick in die Produktion, aber auch ein wenig in die wahren Hintergründe der Serie. Schade, dass man nicht mehr der Darstellerinnen als sie selbst erleben kann, um so die Unterschiede zwischen Schauspielerin und Rolle besser zu erkennen.

Das Fazit

Großartige Fernsehserie mit einem wunderbaren Ensemble, sehr gut geschrieben, mal tragisch, mal witzig, mal spannend, immer gut! Schon jetzt eine der besten Serien der letzten Jahre und ein Muss für alle, die sich schon immer gutes Fernsehen gewünscht haben. Ab 25. Juni 2015 auf DVD und Blu-ray.

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