Neu im Kino: Entourage

Vom Bildschirm auf die Leinwand… das gilt sowohl für den Film als auch für seine Geschichte, mehr oder weniger. „Entourage“ begann als Fernsehserie um einen Hollywoodtypen und seine Freundesgruppe, oder auch Entourage, der – aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen – ein Star wird/ist. Ich habe bislang nur die erste Staffel gesehen und dort stellte sich mir die Frage, die sich mir auch bei diesem Film gestellt hätte: Warum ist so ein untalentierter, austauschbarer, uncharismatischer Typ ein Star? Er und seine Gruppe von Freunden sind, mit Ausnahme des schräg angelegten schrägen Ausreißers Kevin Dillon, die uncharismatischsten Leute, die man sich vorstellen kann. Leider beweist das heutige Kino mit seinen „Stars“, dass das irgendwie gar nicht so weit von der Realität entfernt ist – oder erkennen Sie Sam Worthington, wenn Sie ihn sehen?

Die Handlung

Der „Star“ will nur dann einen neuen Film machen, wenn er dabei auch Regie führen darf. Doch er überzieht das Budget und braucht mehr Geld, um den Film fertigzustellen (etwas, mit dem Orson Welles Zeit seines Lebens gekämpft hat). Aber ist der Film gut genug oder ist es ein absolutes Desaster…?

Und dann sind da noch…

die Freunde, die auch irgendwie damit zu tun haben und auch ihre privaten Problemchen. Und, der wahrscheinlich heimliche ECHTE Star der Serie: Ari Gold – nicht zu verwechseln mit Eli Gold aus „The Good Wife“. Gold, mit Freude zelebriert von Jeremy Piven, der tatsächlich spielen kann, wechselt nun – Vorsicht: SPOILER! – die Seiten und wird Produzent. Das zwingt ihn dazu, sich mit dem Finanzier des Films zu treffen – und das bringt uns die besten Szenen des Films, denn der wird gespielt von Billy Bob Thornton. Was uns auch eine Art Bruch im Film bringt, denn man kann in jeder Szene mit Thornton sehen, was für ein grandioser Schauspieler er ist – und dass es die komplette Entourage nicht ist. Deren Szenen sind so lala, hübsche Gesichter, die Texte aufsagen, aber Thornton ist Gold – und so darf er auch nur gegen Gold selbst anspielen, also Piven, weil den Verantwortlichen vielleicht selbst aufgefallen ist, dass der Abstand zwischen ihm und der Jungherrengruppe zu groß ist. Dann gibt’s noch jede Menge nackte Haut zu sehen, wir erfahren, was seit „Sixth Sense“ aus Haley Joel Osment geworden ist und Marky Mark Wahlberg gibt sich die Ehre, ist er doch auch Produzent und basiert „Entourage“ doch auch irgendwie auf seinem wahren Leben? Und wer noch einmal „Ford Fairlane“ auf der großen Leinwand sehen möchte, bevor man Andrew Dice Clay wieder in die Mottenkiste stopft, der hat hier die Gelegenheit dazu, denn in vielen kleinen Gastauftritten geben sich die Stars die Klinke in die Hand. Wer mehr erfahren möchte, hier gibt’s ein interessantes Q&A zum Film mit Jeff Goldsmith.

Holy Wood

Der Film ist unterhaltsam und hat seine Momente, aber er ist keine böse Satire auf Hollywood. Wer das haben möchte, sollte sich die Serie „Action“ oder Robert Altmans „The Player“ ansehen, hier geht es um „Bros“ und „Bitches“, also irgendwie so wie „Fast&Furious“, nur mit weniger Autos. Für Fans der Serie dürfte das ein schöner Abschluss sein – es sei denn natürlich, er ist so erfolgreich, dass er eine Fortsetzung rechtfertigt. Wer das sichern möchte, sollte fleißig ins Kino stapfen – ab 9. Juli 2015 hat er die Gelegenheit dazu.

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