Neu auf DVD: Wild Card

Nick Wild, Spieler, Personenschützer, Einzelkämpfer. Zwanghaft. Bei allem davon! Gut, dass er in Las Vegas wohnt. Eigentlich will er nur ein bisschen Geld gewinnen und sich dann aus dem Staub machen, aber irgendwie ist er ein guter Mensch und als eine alte Freundin seine Hilfe braucht, steht er ihr zur Seite… was einen reichen Mafiabengel sehr sauer auf ihn macht!

Gold Man

Wild Card“ ist irgendwie ein altmodischer Film. Jede Menge Handlung, schön inszeniert, wunderbar beleuchtet, überlappend geschnitten und in den Actionszenen großartig choreographiert. Möglicherweise die besten Kampfszenen, die man seit langem gesehen hat – wie von Hand gemacht, denn es sind ausschließlich Handkämpfe. Wobei hin und wieder auch mal andere Gegenstände eingesetzt werden.

Das Drehbuch stammt von Altmeister William Goldman nach seinem Roman „Heat“ und hat neben einer stringenten Handlung auch einen netten, aber nicht überbordenden Humor. Goldman verwebt drei Handlungsstränge miteinander, die Rachegeschichte, den zwanghaften Spieler und den jungen Mann, der einen Leibwächter braucht. All das läuft am Schluss wunderbar zusammen und kulminiert in einem Kampf, der seinesgleichen sucht.

Stath them

Wenn man diesen Film sieht, wird einem schmerzlich bewusst, wie schade es ist, dass Jason Statham so viel Grütze dreht, um das mal populärwissenschaftlich auszudrücken. Das ist traurig, da man wirklich genau hinsehen muss, wo er mal ausnahmsweise einen wirklich guten Film gemacht hat, in dem er auch wirklich gut ist. Das ist hier der Fall. Da wünscht man sich mehr gute Filme für den Briten, der mit „Bube, Dame, König, GrAs“ einen seiner ersten Filmauftritte gehabt haben dürfte, bevor er zum Actionman pur wurde – oder, dass er auch mal den einen oder anderen Mist ablehnen würde. Sofia Vergara und Jason Alexander kommen in diesem Film leider etwas zu kurz, dafür darf Hope Davis dem Ganzen irgendwie eine Seele geben und Stanley Tucci in seiner einzigen Szene gekonnt brillieren. Milo Ventimiglia, seinerzeit mit „Heroes“ bekannt geworden, sieht nicht nur mehr und mehr aus, als wäre er wirklich der Sohn von Sylvester Stallone (den er in „Rocky Balboa“ gespielt hatte), er ist auch sehr überzeugend als Mafia-Rüpel – und man ist nicht auf seiner Seite, wenn er das bekommt, was er verdient: eine ausführliche Konversation mit Statham – und Grapefruitbesteck.

Bonus Card

Featurettes mit den Darstellern und ein ausführlicher Audiokommentar mit Regisseur Simon West. Man erfährt einiges über die Dreharbeiten, Drehorte, Sets, das alte und das neue Las Vegas, aber auch ein wenig über die Änderungen an einem 30 Jahre alten Drehbuch. Schade ist nur, dass sich William Goldman nicht die Ehre gibt.

Wild Fazit

Actionreicher Thriller mit guter Handlung, schönen Dialogen, großartig choreographierten Kampfszenen und einer hervorragenden Besetzung. Weit besser als die austauschbare Action-Ware, die man oft mit Herrn Statham vorgesetzt bekommt. Ab 31. Juli 2015 auf DVD und Blu-ray.

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