Neu im Kino: Southpaw

Boxer, der noch nie verloren hat verliert alles und muss sich wieder zusammenrappeln…

Boxerdrama“

So wird es in „Barton Fink“ genannt und wahrscheinlich ist dieser Film inhaltlich gar nicht so weit davon entfernt. Irgendwann weiß man auch, wie das Ganze nur enden kann, hier wird also nicht das Rad neu erfunden, aber wie man es gestaltet hat, das ist der wichtige Teil. Da sei allen voran die Riege der Schauspieler genannt und denen voran Oona Laurence, das kleine Mädchen, das die Tochter des Boxers spielt. Respekt, die junge Dame macht das ganz hervorragend und sollte Hollywood sie nicht versauen, hat sie hoffentlich noch eine großartige Karriere vor sich. Ein anderer Schauspieler, von dem ich einmal etwas ähnliches geschrieben habe, hat hier auch eine kleine Rolle, nämlich Skylan Brooks, „Mister“ aus „Mister & Pete gegen den Rest der Welt“. Rachel McAdams ist wie üblich überzeugend und Forest Whitaker ist sowieso eine sichere Bank. Bleibt also noch Jake Gyllenhaal zu nennen, der seine Karriere, zumindest rein körperlich, bei Christian Bale abzugucken scheint. Der hatte sich für „The Machinist“ auf ein Knochengerüst heruntergehungert und wenig später für „Batman Begins“ jede Menge Muskeln antrainiert. Gyllenhaal macht ähnliches, nach seinem sehr ausgemergelt-dürren Auftritt in „Nightcrawler“ steigt er nun als muskelbepackter Boxer in den Ring. Er ist dabei überzeugend, funktioniert aber nicht als das Klischee des tumben Schlägers, ebensowenig wie McAdams als reine „Trophy-Wife“ durchgehen würde, da beide dafür nicht „einfach genug“ wirken.

Abschied

Nutzen wir diesen Film und diese Kritik, um Abschied zu nehmen von einem ganz Großen der Filmindustrie, der, wie so viele, wohl eher selten so wahrgenommen wird: Komponist James Horner. Auch wenn in seinem Abgesang nur auf seinen Oscar-Titel „Titanic“ eingegangen wurde, so wird er für mich immer unvergesslich bleiben als der Mann, der die Musik zu „Star Trek“ 2 und 3 und „Aliens“ geschrieben hat – und den man in Kampfsequenzen oft an seinem Stil erkennen konnte. Mit James Horner verlässt uns ein wunderbarer Filmkomponist, was uns mit einer Horde austauschbar klingender Einheitsbreier zurücklässt. Wir werden dich vermissen – ich zumindest!

Fazit

Ich muss gestehen, dass mich die Boxszenen bis zum Schlusskampf eher nicht so gereizt haben – und ich muss noch mehr gestehen, dass der Film bei mir auf der emotionalen Ebene sehr gut funktioniert hat. Der Kampf ums Kind, die Auseinandersetzung, die Schmerzen, das Mitfiebern beim großen Kampf – all das hat mich genau da getroffen, wo es treffen sollte. Und das liegt vor allem am Spiel der jungen Schauspielerin. Insofern also ein Boxer-Drama, das einen durchaus ansprechen kann – aber es schadet auch nicht, wenn man was fürs Boxen übrig hat. Ab 20. August 2015 im Kino.

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