Neu im Kino: Vacation – Wir sind die Griswolds

Familie begibt sich auf einen Roadtrip durchs halbe Land, um einen tollen Urlaub in einem Familienpark zu erleben. Natürlich kommt es anders als man denkt…

Oooooder

Eigentlich kommt es genau so, wie man denkt. Alles geht schief, Katastrophen passieren, aber am Ende siegt nicht der Verstand, sondern die Familie. Ende, aus, Mickymaus (oder, in dem Fall, Wallyworld). Die Kinder von Chevy Chase sind groß geworden und haben ihre eigenen Probleme – und Familien, aber das dürfte in dieser Welt wohl das gleiche sein. Wir erinnern uns an „Die schrillen Vier auf Achse“, dem ersten Film, in dem Familie Griswold, damals noch unter Vaterschaft von Chase, sich auf Achse und damit die Welt unsicher machte. Dies geschah im Jahre des Herrn 1983 und seitdem sind mindestens drei Filme gefolgt (einer davon sogar mit Willy Millowitsch) – sowie diese Fortsetzung/Reboot/Something.

Road Trip to Hell

Das ist das Konzept des Films, der selbstreferenziell darauf anspielt und ausspricht, dass das nicht der Original-Urlaub, also der originale „Vacation“ wäre, sondern ein völlig neuer und anderer und überhaupt – und wäre das ein besserer Film, würde das auch richtig Spaß machen. Deshalb meine Empfehlung also gleich hier:

Für Freunde vom Humor, der sich unter der Gürtellinie abspielt

Ich wollte den Begriff

Fäkalhumor

vermeiden, aber vielleicht ist es dafür jetzt zu spät. Wenn Sie so was mögen, auf ins Kino, ein besseren Film auf dieser Niveaustufe werden Sie dieses Jahr vielleicht nicht finden. Nicht, dass er nicht auch ein paar durchaus nette und witzige Szenen hat, aber er ist ein bisschen so, wie jemand, der einem erst den Witz erzählt und dann die Pointe erklärt, am besten mehrmals hintereinander, damit man’s auch ja versteht. Sehr repetetiv, ohne dabei gute oder witzige Dialoge zu haben, sondern einfach Dinge, die sich ein paar Mal wiederholen, wiederholen. Einzig der jüngste Sohn der Familie sticht am Anfang ein wenig heraus, hat er doch die besten Texte – doch das wird irgendwann geändert und dann ist er genauso langweilig wie der Rest der Bande.

Helms us god

Am Steuer sitzt in diesem Film Ed Helms, und der ist nicht mehr, als ein Art irgendwie uncharmanterer, unwitzigerer, uncharismatischerer Möchtegern-Klon von Ben Stiller. Sein angetrautes Weib, verkörperlicht von Christina Applegate (wer erinnert sich noch an „Dumpfbacke“ Kelly Bundy aus „Eine schrecklich nette Familie“?), die aber nicht mehr ist, als eine schwache Kopie von Julie Bowens Rolle in „Modern Family“ (in der auch Applegates Serienvater Ed O’Neal mitspielt, aber das nur am Rande). Und wahrscheinlich haben sich die Produzenten gedacht, dass die Szene mit Comedian Charlie Day (or whatever) im Grand Canyon total cool und hip und witzig und toll ist – ihr irrt, Freunde, ihr irrt gewaltig. Diese, wie viele andere Szenen, hätte auf dem Boden des Schneidraums landen und für immer dort verbleiben sollen, es hätte dem Film sehr gut getan.

Faaaaaaaazit

Road Trip, der größtenteils den Highway unter der Gürtellinie entlangfährt, wer also die Sehenswürdigkeiten und das Fäkalkolorit genießen möchte, die sich auf dieser Route befinden, kann seine Reise ab 20. August 2015 im Kino antreten.

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