Neu auf DVD: Gene Roddenberry’s Earth: Final Conflict – Staffel 2

Der Widerstand gegen die Außerirdischen geht weiter…

Mission: Erde – Sie sind (immer noch) unter uns“

Die zweite Staffel setzt da an, wo die erste aufgehört hat. Und das ist, SPOILER für Staffel 1, mit dem Ausscheiden der Hauptfigur. Oder mit einem Ereignis, das zeitgleich stattgefunden hat. Eigentlich dauert es ein bisschen, bis man uns sagt, was mit dem ersten Mann der ersten Staffel passiert ist. Der wird kurzerhand durch einen neuen ersetzt… aber dazu kommen wir später.

Der Grund für einen neuen Hauptdarsteller wird im Booklet angegeben, bzw. der Grund dafür, warum Kevin Kilner, naja, gekillt wurde. Oder vielmehr seine Figur. Er wird ersetzt durch einen neuen Schauspieler, der seine Sache zwar ganz gut macht, aber letztlich doch irgendwie so austauschbar aussieht, dass ich ihn nicht wieder erkennen würde, wenn ich ihn nochmal in irgendetwas anderem sähe. Das Booklet sagt uns aber auch, dass eins der Markenzeichen der Serie werden würde, dass Hauptfiguren plötzlich und auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Sowas kann eine Serie spannend machen (siehe „Game of Thrones“), ob das hier auch der Fall sein wird, wird man sehen müssen.

The Taelon of Panama

Die Einführung der neuen Figur ist eigentlich ganz geschickt gelöst, beinhaltet aber ein kleines Problem: Das Sternenkind, ein Hybrid aus menschlichen und außerirdischen Erbanlagen (wie bei „V“) altert innerhalb kürzester Zeit und wird erwachsen (wie bei „V“). Das erspart es einem natürlich, sich mit Kinderdarstellern herumzuplagen (wie bei „Star Wars: Episode I“), besonders, wenn sie sich als schlechte Schauspieler erweisen (wie bei „Star Wars: Episode I“), aber letztlich hat man dann eine Figur, die von einem Erwachsenen gespielt wird und sich auch so verhält, obwohl sie eigentlich erst drei Wochen alt ist (oder Stunden, je nach Episode). Kann man damit, und dass er offenbar alles im Schnelldurchlauf gelernt hat, noch leben, so ist es dann doch fragwürdig, dass ihm spontan ALLE vertrauen, Taelon wie Widerstand, und ihn zur a) Leibwache und b) Anführer machen. Wenn eine Person wenig vertrauenswürdig ist, dann so eine… aber dann hätte man wohl doch nochmal mit Kevin Kilner verhandeln müssen.

Davon ab liefert die Staffel eigentlich recht solide Alien-Besatzer-Science-Fiction (das sollte inzwischen eigentlich ein eigenes Genre sein). Am Anfang arbeitet man noch ein paar SF-Klischees ab, fast so, als hätte man gedacht, alles, was Gene Roddenberry bei „Star Trek“ gemacht hat, wäre auch ausschließlich auf seinem Mist gewachsen und man könne sich hier wahllos bedienen, so haben wir von der genreunverzichtbaren Zeitreise über das Spiegeluniversum bis hin zur Schaffung eines Übermenschen (wir erinnern und an den zweiten „Raumschiff Enterprise“ Pilotfilm „Die Spitze des Eisbergs“) alles drin, was man schonmal gesehen hat, selbst eine Clip-Show (eine Episode, die zu einem Großteil aus Szenen anderer Episoden besteht, etwas, das „Star Trek“ nur einmal gewagt hat, aber bei Serien wie „Stargate“ und den „Simpsons“ wohl stets Bestandteil des Konzepts bleiben wird). Danach beschreitet die Serie eher eigene Wege, was der Sache ganz gut tut.

Neue Feinde

Wir erfahren etwas mehr über die Motive der Taelons – und wir lernen einen neuen Feind kennen. Auch tritt Daaaaaaaaan ein wenig in den Hintergrund, während Zoooooooor sich das Kommando anlacht. Ränkespielchen bei den Taelons, Menschen als Kanonenfutter, es werden ein paar neue „Kriegsschauplätze“ eröffnet. Das ist einerseits gut, andererseits scheint es aber erstmal nirgendwohin zu führen. Türen werden geöffnet, aber was sich dahinter verbirgt, wird noch nicht erkundet. Wird das in den folgenden Staffeln passieren? Werden die Dinge dort weitergeführt werden? Oder hat man es bis dahin vergessen? Die Gefahr ist bei einer solchen Serie durchaus gegeben.

Und was ist mit Agent Sandoval? Dem gibt man hier zu Beginn fast so etwas wie eigene Motive, doch dann… verläuft der Ansatz im Sande und wird nicht wieder aufgegriffen. Wäre dies „Deep Space Nine“, dann würde Sandoval spätestens zu Beginn der letzten Staffel selbst zum Anführer des Widerstands werden… ist dies aber „Voyager“, wird sich seine Figur kein Stück entwickeln. Wir dürfen also gespannt sein.

Warum die Aliens so viele Menschen auch auf ihrem eigenen Schiff haben, die da selbst die wichtigsten Aufgaben übernehmen, scheint eher durch das Budget als durch die Handlung begründet zu sein, denn keine Invasionsmacht, die was auf sich hält, würde ihr eigenes Kriegsschiff von Günstlingen aus den Reihen des Feindes steuern lassen. Oder?

Die Folgen 9 und 10 scheinen übrigens in ihrer Reihenfolge vertauscht zu sein. Ob das schon bei der Ausstrahlung so gewesen ist und schlicht übernommen wurde, kann ich nicht beurteilen, verschiedene Dinge würden aber in umgekehrter Reihenfolge mehr Sinn ergeben.

Hin und wieder gibt man Lisa Howard ein bisschen was zu tun. Sie ist auch das Computerinterface (oder in dem Falle eher Face) von Augur (sprich: Oger), wodurch sie sich von ihrer komödiantischen Seite zeigen kann – und womit man auch ein bisschen mehr hätte machen können, besonders, als das Interface am Ende Zuwachs bekommt. Eine Auflösung davon, wo das hinführt… steht noch aus.

Regie bei ein paar der Folgen führte übrigens Vincenzo Natali, der für die Filme „Cube“, „Cypher“ und „Splice“ verantwortlich zeichnet und in letzter Zeit für einige Folgen der Kannibalen-Feinschmecker-Serie „Hannibal“ hinter der Kamera stand.

Final Fazit

Nach anfänglichem Abarbeiten von ein paar branchenüblichen Klischees entwickelt die Serie eine eigene Richtung mit durchgehender Handlung und Einzelfolgen, von denen einige sehr gut sind. Wer Freude an Alien-Besatzer-Science-Fiction hat, wird hier auf jeden Fall gut bedient. Ab 18.9.2015 auf DVD, sowohl als normale Softbox-Variante als auch als Limitiertes Digipack in einer Stückzahl von nur 1.000 Exemplaren.

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