Neu im Kino: Crimson Peak

Junge Frau sieht Geist, der sie vor „Crimson Peak“ warnt, doch wie sie selbst sagt, erschließt sich ihr das erst zu spät. Sie heiratet einen aufstrebenden Mann und zieht nach England zu ihm und seiner Schwester. Doch dann tauchen neue Geister auf…

Crimson Tide“ trifft „Dantes Peak“

Ein Film, bei dem ein Atom-U-Boot in einen ausbrechenden Vulkan fährt … ja, hätte auch interessant werden können. Doch hier handelt es sich, wie die Erzählerin uns ganz zu Beginn des Films sagt, um eine Geistergeschichte. Und da haben wir doch auch schon das Problem.

Aber gut, fangen wir mit den guten Sachen an und arbeiten uns langsam zum Problem vor. Die Bilder sind schön, die Atmosphäre stimmig, die Schauspieler gut. Es gibt ein paar schöne Gänsehautszenen. Also das Drumherum stimmt alles. Doch das, was unter der Oberfläche schmort, da ist es, wo es anfängt. Denn wir haben eigentlich eine Art Krimi. In jenem Haus in England ist etwas passiert. Etwas Schreckliches. Und es wäre eine tolle Geschichte gewesen, wenn die Hauptdarstellerin nach und nach hinter das Geheimnis gekommen wäre. Hierzu hätten wir zwei Möglichkeiten gehabt: Sie kommt von alleine oder mithilfe von Außenstehenden darauf – und Geister gibt es keine. Oder aber die Geister geben ihr immer wieder kleine Hinweise darauf, die sie nach und nach entschlüsselt und damit das Geheimnis enträtselt. Beides wären wunderbare Geschichten gewesen – der Film befindet sich irgendwo dazwischen… womit wir das Problem erreicht haben.

Geist oder nicht Geist, das ist hier die Frage

Die Geister sind eigentlich nur für ein paar nette Gruseleffekte zwischendurch zu haben, aber zu einer tiefergehenden Rolle konnte man sie offenbar leider nicht verpflichten. Und das ist schade, denn so tragen sie streng genommen nicht viel zur Handlung bei und dann hätte man auch komplett auf sie verzichten können. Die wenigen Dinge, die sie tun, hätten auch andere übernehmen können. Und das macht sie dann leider irgendwie überflüssig – so wie der rote Ring, der am Anfang eine große Rolle zu spielen scheint, aber letztenendes über Symbolcharakter am Schluss nicht hinauskommt. Die Hinweise kommen von außerhalb – und in einem Fall ist noch nichtmal klar, von wem. Hätte man die Geister besser in die Handlung eingebaut, ihnen Aufgaben zugeschanzt, ihnen vielleicht eine bessere Gage versprochen, der Film hätte wunderbar und großartig sein können. So sieht man eher die verpassten Chancen – und die Geister müssen wahrscheinlich wieder ihre unterbezahlten Jobs in „Pornonormal Activity“-Filmen annehmen. Wirklich schade.

Schön dagegen ist die Besetzung. Mia Watshernameska passt perfekt in Kleid, Zeit und Rolle. Jessica Chestpain kann ihre Kühle und Distanziertheit besonders gut zur Geltung bringen, was hier sogar sehr gut passt. Und auch Loki ist dabei: Tom Hiddleston, der seit seinen glanzreichen Auftritten im Marvel-Universum eine sichere Bank für undurchsichtige Rollen ist – und wahrscheinlich für den Rest seiner Karriere auch nur noch auf solche besetzt werden wird. Da wird der Segen zum Fluch! Charlie Hunnam, der Rocker mit der Prinz Eisenherzfrisur aus „Sons of Anarchy“, macht hier eine bessere Figur als in der Serie, wo man eigentlich beim Sprechen nur Drücken hörte, weil er versucht hat, möglichst tief zu sprechen um möglichst cool zu wirken – mit zweifelhaftem Erfolg. Und auch Freunde von „Supernatural“ kommen auf ihre Kosten, denn der „Q“ der Serie Jim Beaver gibt sich die Ehre als Vater der Hauptfigur.

Mit:

Mia Wasikowska (Marie-Luise Schramm), Jessica Chastain (Manja Doering), Tom Hiddleston (Peter Lontzek), Charlie Hunnam (Björn Schalla), Burn Gorman (Julien Haggège), Jim Beaver (Jan Spitzer) – Regie: Guillermo del Toro

Crimson Fazit

Überraschend brutal an machen Stellen, eine Art Geistergeschichte, in der die Geister aber wenig Mitspracherecht haben, was dem Film viel von der Stärke nimmt, die er hätte haben können. Ansonsten visuell stimmig und ansprechend erzählt – und, ganz ehrlich, wer legt heute noch Wert auf die Handlung? Ab 15. Oktober 2015 im Kino.

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