Neu im Kino: Me And Earl And The Dying Girl / Ich und Earl und das Mädchen

Schüler wird von seiner Mutter gezwungen, Zeit mit einem Mädchen zu verbringen, das Krebs hat. Nebenbei drehen er und sein „Arbeitskollege“ Earl kleine Filme, in denen sie berühmte Filme in ihrer eigenen Version wiedergeben. Nun sollen sie auch einen Film für das sterbende Mädchen machen…

Ohne Kitsch…

Es ist sehr schön, wie sich die Handlung entwickelt und dass der Auslöser dafür nicht irgendein Gutmenschentum ist, sondern schlicht der Druck der Mutter. Dabei kommentiert der Erzähler auch, wie sich die Geschichte „normalerweise“, eben in einem kitschigen Film entwickeln würde. Er spielt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, was größtenteils recht gut funktioniert. Damit hebt sich „Ich und Earl und das sterbende Mädchen“ schön von vielen Filmen dieses Genres ab.

aber nicht ohne Klischees

An manchen scheint man in Amerika einfach nicht vorbeizukommen. Also entweder sind alle Filmemacher in Sachen Highschool so unoriginell, dass sie alle die Highschool EXAKT GLEICH darstellen – oder aber, was viel schlimmer wäre, es ist dort wirklich so! Das bedeutet, JEDE Highschool hat ihre dummen Grüppchen, Cheerleader, Footballer, Kiffer, Geeks und Wasweißichnichtalles. Und es endet immer damit, dass man a) einen Smoking hat/haben will und damit dann in einer b) Limo mit c) dem schönsten Mädchen der Schule zum d) Abschlussball fahren kann/will/muss. Das negiert den Begriff der Freiheit, den sich Amerika auf seine nicht zu verbrennenden Fahnen geschrieben hat vollkommen und macht es zu einem derart uniformen Land, dass sich Nordkorea möglicherweise anstrengen muss, um damit Schritt zu halten. Werfen wir diese Klischees also nicht dem Film vor, sondern dem Land, aus dem er kommt.

Klischeebesetzung

Ein bisschen klischeebesetzt ist allerdings Olivia Cooke. Die durfte in „Bates Motel“ schon ein kränkelndes Mädchen spielen und macht es hier auch wieder mit Bravour, denn sie ist schon deshalb perfekt für die Rolle, weil sie halt trotz Kränkeln und Krebs und keine Haare einfach immer noch verdammt süß aussieht. Insofern ist sie zwar klischeemäßig aber dann doch recht treffend besetzt – auch wenn man sich einmal mehr fragt, warum sich die Hauptperson nicht in sie verliebt, sondern in die andere, „gefälligere“ Tussi? Aber so ist das eben im Film…

Me and Earl and the Positive Fazit

Der Film hebt sich sehr schön von a) Highschool- und b) Sterbefilmen ab, hat ein paar nette Einfälle und hübsche Umsetzungen. Die Verbeugung vor Werner Herzog hätte noch irgendwohin führen können, aber ansonsten ein durchaus ansehnlicher Film. Jetzt im Kino.

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