Neu im Kino: Die Peanuts – Der Film

Ein kleines, rothaariges Mädchen tritt in das Leben von Charlie Brown – und verändert alles, denn er möchte ihr Herz erobern. Nebenbei legt sich Snoopy mit Baron von Richthoven an…

Viel Spaß!

Aufforderung und Aussage in einem. Ein Film voller Vergnügen und mit jeder Menge Phantasie – so macht man das, ihr blöden „Minions“! Wenn man einen alten Zeichentrickrecken wie Charlie Brown wiederbelebt, dann kann so was in die Hose gehen. Da ich nie „Peanuts“-Fan war, kann ich nicht sagen, wie dicht der neue Film an den alten Cartoons ist – aber ein Spaß ist er allemal. Der Film ist schnell, bringt seine Figuren von einer Situation in die andere und begegnet diesen mit jeder Menge Witz und Humor, sowohl den Situationen als auch den Figuren. Das macht einfach Freude und irgendwie merke ich, dass mir eigentlich nicht viel mehr einfällt, was ich über den Film schreiben könnte, denn das Wesentliche ist schon gesagt. Es scheint keine Originstory zu sein (wie in jedem „Spider-Man“-Film), in der erklärt wird, warum das Kind Charlie Brown eigentlich eine Glatze hat (bestimmt eine unangenehme Geschichte), es ist einfach eine schöne Geschichte um erwachende Liebe und den verzweifelten Versuch, nicht als Volldepp dazustehen.

Was ich nicht beantworten kann, ist die Frage, ob der Film für Kinder geeignet ist. Kann sein, muss aber nicht. Die Erwachsenen hatten auf jeden Fall viel Vergnügen, aber immerhin ist die Hauptfigur ja inzwischen auch schon im Erwachsenenalter… oder im Rentenalter? Nun, einfach ausprobieren, ob Charlie, Snoopy, Linus, Lucy, Schroeder, Peppermint Patty und all die anderen auch den Nerv der jungen Generation treffen, den der älteren, die u.U. mit ihnen groß geworden sind, treffen sie jedenfalls.

Das Fazit – Der Film

Siehe oben. Großer Spaß, viel Phantasie, definitiv keine Anleitung dazu, wie man richtig einen Drachen steigen lässt. Ab 23. Dezember 2015 im Kino. Na dann, frohe Weihnachten, Charlie Brown!

Star Wars: Das Erwachen der Macht

Es war einmal,

vor langer, langer

Zeit in einem Kinder-

zimmer, weit weit entfernt

Es gibt Leute, die verbinden mit „Star Wars“ mehr als nur einen Film. George Lucas zum Beispiel – der verbindet damit eine Menge Geld, die er gemacht hat. Das Künstlerische… na, darüber reden wir später. Aber für mich war der „Krieg der Sterne“ lange Zeit mehr als nur ein Film. Er war eine Menge Spielzeug. Und Bücher. Und Tonkassetten. Denn in meiner Jugend war die Welt noch schwarz/weiß… äh, nein, nicht ganz, aber in meiner Jugend waren Dinge, die heute selbstverständlich sind, es schlicht nicht. Nichtmal existent! Ich hatte zwar ein paar nette Figuren, C-3PO, R2D2, Obi-Wan Kenobi, aber keinen Luke, keinen Han, keinen Vader, keinen Stormtrooper. Und den ersten Film hatte ich nicht gesehen, jedenfalls nicht im Kino. Den zweiten auch nicht – aber ich hatte das Buch. Ein großes Buch mit ein paar Bildern. Denn, meine lieben Kinder, es gab weder Youtube noch Internet noch DVDs – und Video war zu dieser Zeit verdammt teuer. Wir hatten keins, aber ein Freund aus meiner Klasse und deshalb hatte ich irgendwann den kompletten Film von „Krieg der Sterne“ und „Das Imperium schlägt zurück“. Auf Kassette. Auf Audiokassette! So, wie einige Folgen von „Raumschiff Enterprise“. Und ja, ich kann das heute alles noch synchron mitsprechen!

Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ habe ich dann im Kino gesehen, als ersten Film der Reihe auf der großen Leinwand. Wieder gab es eine Menge Spielzeug und dann… gab es lange Zeit nichts. „Star Wars“ geriet in Vergessenheit und George Lucas entwickelte ein System, wie man mit immer demselben Sachen trotzdem immerwieder neues Geld machen konnte, indem er die Filme immer wieder neu auf Video herausbrachte, in leicht unterschiedlichen Versionen. Er hat das perfektioniert mit den Special-Editions und dem nicht endenwollenden Prozess, seine Filme, die so eigentlich ziemlich gut waren, zu verändern – und wenn es diesen Begriff nicht schon vorher gegeben hätte, dann hätte man das Wort „verschlimmbessern“ für genau diesen Vorgang erfinden müssen. Also wenden wir uns dem Mann zu, der all das erst möglich – und dann schlimmer – gemacht hat:

George W. Lucas

Okay, das W. gehört einem anderen schlimmen George. Doch was ist mit Lucas? Ist er ein Künstler? Visionär? Geschäftsmann? Nuuun, zum Teil. Geschäftsmann auf jeden Fall, Visionär, was die filmische Technik angeht ebenfalls, aber Künstler? Was er nicht ist, und das hat er leider oft genug bewiesen, ist ein guter Geschichtenerzähler! Er, tut mir leid, weiß einfach nicht, wie man eine Geschichte richtig erzählt. Was er nicht nur durch seine Prequels beweist, sondern auch durch seine Aussage, die Filme müsse man in der chronologischen Reihenfolge sehen. Ich habe das einmal versucht – und es hat mir „Star Wars“ für lange Zeit vermiest. Denn der Übergang von Episode III zu „Krieg der Sterne“ funktioniert auf allen Ebenen nicht. Weder technisch noch emotional. Meine Güte, Obi-Wan ist angepisst und sauer auf Anakin, als er den auf dem Grill zurücklässt, da säuselt man einen Film später nicht verklärt was vom guten Freund und so, da wäre man stinkig. Und sicher würde er ihn nicht „Darth“ nennen, wenn er ihm auf dem Todesstern in die Arme läuft, sondern vielleicht „Annie“, um ihn ein wenig aufzuziehen.

Aber das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Ein guter Filmemacher, ein guter Erzähler, hätte die Dinge, die man in den Prequels vorfindet, sinnvoll nutzen können, auch so, dass man die Filme tatsächlich chronologisch sehen kann – und das, mein lieber George, ohne dass man alle Überraschungen schon durch Episode I versaut bekommt! Bestes Beispiel: Yoda. Man hätte Yoda niemals auftauchen lassen sollen! Man hätte über ihn erzählen können, über seine Heldentaten, der große Krieger, der in der Schlacht von Weißnichtwo heldenhaft ein Battaillon gerettet hat. Man hätte die Legenden von Yoda erzählen, aber ihn niemals zeigen sollen. Dann wäre auch in „Imperium“ die Überraschung, wenn Luke ein kleines, grünes Männchen trifft, weit größer, als nun… gar nicht! Denn wir sehen Yoda von Anfang an, also wie bitte soll dann die Überraschung in „Imperium“ da sein, wenn man chronologisch guckt, hm, George, wie? (Zudem gibt es eine Episode der „Clone Wars“, in der R2 mit Yoda nach Dagobah fliegt – was heißt: a) R2 kennt nicht nur Yoda und weiß, wie er aussieht, er war b) auch schon da, also warum zum Henker gibt er Luke nicht mal n kleinen Tipp?) Und auch die Tatsache, dass Vader Lukes Vater ist, was in „Imperium“ eine enorme Überraschung ist, oder Leia Lukes Schwester, die Überraschung von „Jedi“, hätte man sich als solche belassen können, wenn man die Sache etwas cleverer angegangen wäre. Und über den Schwachsinn, dass Vader ausgerechnet von Tatooine stammt, wo Luke unter dem Namen Skywalker bei seinem eigenen Stiefbruder aufwächst, darüber wollen wir uns gar nicht erst aufregen, oder?

Ich hatte auch schon mal darüber geschrieben, dass die Sache mit der Zeit nicht funktioniert… oder fast jede Sache mit der Zeit? Anderthalbfache Lichtgeschwindigkeit ist verdammt langsam, die nächstgelegene Sonne ist von unserer vier Lichtjahre entfernt, Sie können also mal ausrechnen, wie lang der Rasende Falke von hier bis Alpha Centauri brauchen würde – und ob das nicht von jemandem geschrieben wurde, der von so was schlicht keine Ahnung hatte. Und dann ist da die Sache mit Luke, der irgendwo zwischen 17 und 19 Jahre alt ist. Was bedeutet, dass die Ausrottung der Jedi genau diese Zeitspanne zurückliegt. Es ist aber extrem unwahrscheinlich, dass sich nach so kurzer Zeit kein Schwein mehr an die Jedi zu erinnern scheint, weil es eine „altertümliche Religion“ ist und „das Universum […] sie längst vergessen“ hat. Njäää, der zweite Weltkrieg liegt inzwischen weit länger zurück, und den hat auch niemand vergessen, also so gesehen ist auch das Quatsch.

Eine andere Sache ist, wie Palpatine, nein, wie Lucas den jungen Anakin auf die dunkle Seite der Macht ziehen will. Bei Luke sagt er einfach, der solle seinen Papa umbringen, dann wär er sauer – et voila, böse. Warum nutzt der Erzähler George Lucas nicht einen besseren, stärkeren Weg. Ich fand schon immer, dass es Verschwendung war, Anakins Mutter Shmi von Sandleuten zu Tode foltern zu lassen. Hätten wir hier jemanden gehabt, der weiß, wie man eine Geschichte erzählt, dann hätte er dieses Potential erkannt und genutzt. Lass Anakins Mutter von einem Handlanger entführen und dann hätte entweder der Handlanger oder Palpatine selbst die Mutter umlegen sollen. Vor Annies Augen. Klein Annie wird sauer, legt Leute um, willkommen auf der dunklen Seite! Aber so… Gut, dass sie schlecht sind, hat den Filmen rein finanziell keinen Abbruch getan, also wer bin ich, dass ich mich mit dem großen GL anlege?

Die Rückkehr der „Star Wars“ Filme

Nun waren die Prequels erfolgreich, was vielleicht auch mit einem wesentlichen Aspekt zusammenhängen könnte: „Wir hatten ja nichts anderes.“ Es gab nicht viel, Spielzeug, Comics, Bücher, aber für viele Jahre keine Filme. Man war hungrig nach neuen Abenteuern im „Star Wars“ Universum und hat sie aufgesogen wie ein Verdurstender. Heutzutage sieht die Lage ein wenig anders aus. Es gibt sechs Staffeln „Clone Wars“, es gibt die „Rebels“, die eigentlich eher die Art Serie ist, die der Fan der alten Filme gerne gesehen hätte, weil sie in dem Universum spielt und mit den Gegnern, die man kennt und liebt, aber die „Klonkriege“?

Ich wage an dieser Stelle eine Theorie, von der ich nicht sicher bin, ob sie bislang sonst jemand ausgesprochen hat: Ich glaube, GL hatte keine Idee, was die Klonkriege sein sollten. Seine Filme wirken so, als hätte er den „Herrn der Ringe“ gelesen und gerade Peter Jacksons (der mit seinen Prequels genauso danebengegriffen hat wie GL mit denen von „Star Wars“) großartige Filme machen die Parallelen zwischen Gandalf und Kenobi deutlich, besonders im ersten Teil, wo der Zauberer praktisch zum gefühlt selben Zeitpunkt den Abgang macht wie Obi-Wan – und, wie dieser, später wiederkommt. Da Lucas also wahrscheinlich HdR gelesen hat, wird da der „Hobbit“ auch nicht weit weg gewesen sein – und in dem werden irgendwo kurz die „Orkkriege“ erwähnt. Deshalb behaupte ich mal, er hat gedacht, wow, coole Hintergrundgeschichte, aber „Ork“ darf ich nicht sagen, aaaaalso… Klon, ja, das ist gut, das klingt nach Science Fiction, das passt, also „Klonkriege“, das gibt meiner Welt einen Hintergrund und mehr Tiefe. Nur eine Theorie!

Aber wie dem auch sei, heute ist der Markt in Sachen „Star Wars“ ein wenig gesättigter – aber offensichtlich merkwürdigerweise trotz des wirklichen Überangebots scheinbar nicht übersättigt. Denn „Das Erwachen der Macht“, das scheint irgendwie klar zu sein, wird ein Erfolg werden. Ohne großen Zweifel. Der Film könnte beschissen sein, der Film könnte ein fünfminütiger Trailer sein, er wird erfolgreich werden. Was sagt das über die Qualität aus? Nichts! Zum Zeitpunkt, da ich diese Worte schreibe, habe ich ihn noch nicht gesehen, dies hier ist nur das Präludium, das Prequel zur Besprechung, weswegen hier noch die Möglichkeit für Spekulationen ist. Sagen wir es so, um ein so abgrundtiefes Desaster wie die drei Prequels zu werden, müsste man sich schon verdammt anstrengen. Es ist also leicht, anzunehmen, dass er besser wird als Episode I bis III – aber für den Freund der alten Filme ist das eh nicht der Maßstab. Die Frage ist also: Wie wird er sich im Vergleich zu „Krieg der Sterne“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ schlagen? Die Antwort… steht noch aus. Was man den Machern aber schon jetzt hoch anrechnen muss, ist die Tatsache, dass bislang noch nicht viel über die Handlung an die Öffentlichkeit gelangt ist. Selbst das Spielzeug scheint sich zurückzuhalten, um nicht durch bestimmte Figuren zuviel über die Handlung zu verraten. Und das ist sehr schön, denn es gibt einem, hoffentlich, die Möglichkeit, überrascht zu werden – und, noch hoffentlicher, positiv überrascht!

Bleibt die Frage, ob man aus dem Auslassen von Informationen etwas schließen kann? Warum ist Luke nicht im Trailer? Oder auf dem Plakat? Lässt das einen Schluss auf die Handlung zu? Ist Luke vielleicht… böse? Diese Idee lässt mich hin und her gerissen sein. Denn einerseits wäre das eine echte Überraschung, etwas, womit man nicht rechnet, und so was ist bei einem Film eigentlich meist ein Vorteil. Andererseits wäre das aber auch ein wenig ein Tritt ins Gesicht der alten Trilogie, denn da ging es darum, dass Luke eben der Gute ist und bleibt und sich nicht von der dunklen Seite korrumpieren lässt, was damit hinfällig wäre. Nuuuun, wir werden sehen – und was auch immer die Auflösung davon sein sollte, ich werde es nicht enthüllen, denn dafür müssen Sie den Film schon selbst sehen.

Also, wo waren wir? Vader hat den Imperator in den Aufzugschacht gestoßen, Han und Leia haben den Schutzschildgenerator gesprengt, Lando hat den (zweiten) Todesstern in die Luft gejagt und Luke hat Vader verbrannt… oder den Roboter mit ein bisschen Knochen und Haut drin, keine Ahnung, ob der wirklich brennen würde, wenn man mal genau drüber nachdenken würde, aber das ist in etwa der Punkt, an dem wir gestanden haben. Und nun… geht’s weiter!

Das Erwachen der Macht

Das Imperium wurde zerstört, aber es gibt Nachfolger, die nicht unbedingt gutes im Schilde führen. Ihnen entgegen stellt sich die Resistance, Nachfolger der Rebellen. Und es gab da mal einen Jedi namens Luke Skywalker, doch der ist seit vielen Jahren verschwunden. Ein Rebellen-, äh, Resitancepilot findet eine Karte, die die Position des alten Jedi verraten soll. Doch er ist gezwungen, sie in einem kleinen Roboter vor den Bösen zu verstecken…

Endlich, endlich fühlt sich ein Film wie ein „Star Wars“ Film an. Anders als die synthetischen, seelosen Prequels hat dieser Film das Herz am rechten Fleck. Schon dadurch, dass die Konstellation der Gegner ähnlich gelagert ist wie zuvor. Die Rebellen sind jetzt nicht an der Macht und deshalb zwangsläufig das Ex-Imperium die Rebellen – nein, es ist schon irgendwie so, wie es vorher war. Und sein muss, damit die Geschichte funktioniert. Was der Film auch tut – und damit Hoffnung für die Nachfolger gibt, denn anders als man vielleicht erwarten würde, beginnen wir die Handlung nicht mit den alten Recken und gehen dann zu den neuen Figuren über. Wir starten direkt ins Geschehen und führen neue Charaktere ein, bevor wir irgendwann zu ein paar der alten kommen. Und es klappt trotzdem, die Geschichte funktioniert, die Effekte sehen gut (und echt) aus, alles ist so, wie man es sich in einem „Star Wars“ Film wünscht. Nur, und das ist der einzige kleine Schwachpunkt, fast ein bisschen zu sehr. Ein bisschen hat man das Gefühl, ein Konglomerat der alten Filme vorgesetzt zu bekommen, wobei man sich beim Besten bedient, aber manchmal wirkt es schon so, als hätte man sich zu sehr „inspirieren“ lassen (Roboter mit Geheimdateien, vom Imperium gejagt, als Motivation für die Heldenfigur, die Heimat zu verlassen und hinaus ins All zu ziehen, eine Bar mit merkwürdigen Kreaturen, eine Vision der Macht, ein Aufeinandertreffen alter Bekannter…), aber so ganz tut das der Sache trotzdem keinen Abbruch, denn der Film hat etwas weiteres, was den Machwerken George Lucas fehlte: HUMOR!!!

Es gibt ein paar schöne Brechungen, ein paar nette Dialoge, ein paar hübsche Anspielungen. Das belebt die Sache und macht schlicht und einfach Spaß. Und da sich Fans zu Recht darüber beschwert haben, dass Han Solo in der Special Edition nicht mehr zuerst schießt, nun, dieser Film zeigt dieser Überarbeitung an einer Stelle irgendwie den Mittelfinger.

Die Akteure

Zudem ist das alles auch noch sehr schön gespielt. Harrison Ford findet schnell wieder in eine seiner beiden Paraderollen zurück und versprüht den gleichen Witz und Charme eines Abenteurers wie der junge Han Solo. Chewie bringt jeden seiner Texte gekonnt wie immer – und auch Carrie Fisher macht ihre Sache wieder sehr gut, auch wenn das Alter nicht ganz an ihr vorbeigegangen ist, ohne Spuren zu hinterlassen.

Auch die neuen Darsteller sind durch die Bank weg überzeugend – ebenfalls anders als in den Prequels. Adam Driver als Bösewicht, Daisy Ridley als Frau der Tat, John Boyega als Mann am Scheideweg und Oscar Isaac als Pilot, der zu Beginn des Films ein wenig die Rolle des witzigen Abenteurers gibt.

Da seien noch ein paar Dinge erwähnt: Es gibt mehr Frauen, auf beiden Seiten, gut wie böse. Und J.J. Abrams hat etwas verstanden, das George Lucas nicht verstanden hat: Es gibt dem Ganzen etwas Besonderes, wenn die Figuren ihre Helme und Masken aufbehalten. Das schafft eine eigene Optik und ein bisschen Mysterium. Und wenn man den Helm abnimmt, dann aus einem guten Grund. Nach dem Fiasko von „Star Trek Into Darkness“ hat Abrams hier bewiesen, dass er es doch kann, denn der Film gibt einem mehr das „Star Wars“ Gefühl, als jeder seiner beiden anderen Genre-Filme einem das Gefühl von „Star Trek“ vermittelt! Aber das gehört eigentlich ins Fazit.

Außerdem gab es stets etwas, das die drei alten Filme miteinander verbunden hat, das GL aber scheinbar auch nicht verstanden hat. Also, was ist in jeder ersten Szene des Films direkt nach der Laufschrift zu sehen? Richtig, ein Sternenzerstörer. In den Prequels fehlt das – hier nicht. Auch, wenn es der Nachfolger des Sternzerstörers ist, eine Art Super…supersternzerstörer. Leider sehen wir bei den Schiffen der Imperialen keinen alten, obwohl auch das Sinn ergeben hätte, dass sie altes Material benutzen. Die Sturmtruppen sind zwar modernisiert, fühlen sich aber trotzdem wie richtige Sturmtruppen an und handeln auch so. Auch das gibt einem das Gefühl, im richtigen Film zu sein.

Mit

Harrison Ford, Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Daisy Ridley, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Domhnall Gleeson, Andy Serkis, Gwendoline Christie, Max von Sydow

Star Wars: Das Erwachen des Fazits

Endlich, seit 1983, wieder ein echter „Star Wars“ Film. Er spinnt Handlung und Welt der alten (drei, denn mehr gibt es streng genommen nicht) Filme sinnvoll weiter, führt neue Ordnung und neuen Welten, neue Helden und neue Feinde ein. Und das mit viel Blick für die Klassiker und einer Menge Humor. Es ist genau das, was man sich als Fortsetzung für „Krieg der Sterne“ gewünscht hat: Neue Abenteuer in einem altvertrauten Universum. So muss „Star Wars“! Ab 17. Dezember 2015 im Kino.

Neu im Kino: Madame Bovary

Junge Frau heiratet Arzt und begibt sich in Affären mit anderen Männern – und toten Gegenständen, von denen sie mehr und mehr kauft…

Nach Gustave Flaubert

Karten auf den Tisch, wenn ich das Buch gelesen habe, ist es zu lange her, als dass ich mich daran erinnern könnte. Prinzipiell sollte aber der Film alles sagen, ohne dass ich etwas nachlesen muss – und da sind wir ein wenig beim Problem angekommen. Wenn wir das Ganze zusammenfassen wollen, dann drängt sich das Wort

distanziert

auf. Madame Bovary ist von allen distanziert – und das schafft auch eine Distanz zum Zuschauer, die es ihm erschwert, mit ihr zu fühlen. Was zur Folge hat, dass man, offenbar ähnlich wie sie, wenig fühlt. Was wiederum einen zweistündigen Film schwierig macht. Und möglicherweise hat es sich nur mir nicht erschlossen, aber was bei einem Film auch sehr hilfreich ist, ist die Motiviation. Warum tut eine Figur etwas. Sollte Frau Bovary in ihrem Gatten eine Enttäuschung sehen und diese Leere mit anderen Männern füllen wollen, dann ist das nicht gut genug herausgearbeitet. Wenn sie mit den anderen Männern eine Leidenschaft empfindet, die sie bei ihrem Mann nicht erlebt, dann ist auch das nicht gut herausgearbeitet, denn hier fehlt die Leidenschaft. Und wenn, was eine sehr schöne Idee ist, sie versucht, ihr tristes Leben mit Dingen und Liebschaften zu füllen, um ihm etwas abzugewinnen, dann fehlt auch da leider die bessere Herausarbeitung. Der Pressetext spricht davon, dass sie viele Liebesromane gelesen hat und sich so ein Leben vorstellt – aber falls diese Information im Film sein sollte, ist sie mir leider entgangen. Und sie sollte im Film sein, man sollte sie nicht aus dem Begleitheft oder dem Comic zum Film erfahren müssen. Der Film selbst muss einem alle Informationen liefern, die man braucht, um ihn zu verstehen, Punkt. Die Motivation erschließt sich also nicht, was bleibt, ist die Distanz. Vielleicht fühlen wir uns als Zuschauer so wie die Bovary, aber ob das der Rezeption des Films wirklich hilft, sei dahingestellt.

Unterm Strich ist es ein Kostümdrama, das uns in eine andere Zeit entführt, eine Zeit, in der das Leben anders war. Es zeigt uns diese Zeit und mag darin auch durchaus sehr akkurat sein. Mia Wasikowska passt als Titelfigur recht gut. Paul Giamatti ist (bis auf „Not so Amazing Spider-Man 2“) eigentlich immer eine sichere Bank. Ein kleines Highlight ist jedoch die Darstellung von Rhys Ifans; seinerzeit an der Seite von Hugh Grant im Komödienbereich bekannt geworden, kann er hier beweisen, wie viel mehr in ihm steckt. Visuell und darstellerisch kann man sich also nicht beklagen.

Madame Fazitary

Schlicht distanziert. Wenn es als Stilmittel gedacht ist, um uns auf eine Gefühlsebene mit der Hauptfigur zu bringen, ist das gleichermaßen genial wie fatal, denn wenn man nichts für die Leute fühlt, für die man etwas empfinden sollte, hofft man eher, dass es schnell vorbei ist – und wir können nicht alle den Weg der Madame Bovary beschreiten. Ab 17. Dezember 2015 im Kino.

Neu im Kino: Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft

Nach „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ kommt jetzt ein Film… der mit der Reihe wohl eher nichts zu tun hat und sich möglicherweise einer Klage wegen Titelplagiats stellen muss? Nein, wahrscheinlich nicht.

Hilfe, ich habe die Handlung geschrumpft

Junge fliegt wiederholt von Schulen und kommt nun auf eine, die seine letzte Hoffnung ist. Doch alles ist irgendwie verhext, nicht nur seine Situation mit der Schulleiterin, sondern auch die Schule selbst. So kommt es, als er sich bei einer Mutprobe, mit der er sich bei der arroganten Klassenelite einschleimen will, dass er seine Schulleiterin trifft und die ungewollt durch Hilfe der Schule (oder deren Gründer) auf Barbiepuppengröße schrumpft. Nun gilt es, a) nicht von der Schule zu fliegen, b) sie wieder zu vergrößern und c) nebenbei noch zu verhindern, dass die Schule geschlossen wird…

Es fängt ein wenig zäh an, aber gegen Ende funktioniert das meiste ganz gut. Wenn man schon eine Leherin als Actionfigur hat, dann sollte man damit auch etwas machen. Einige der Dinge, die in diesem Bereich möglich sind, macht der Film auch, was durchaus befriedigend ist. Andere Dinge gibt es leider nicht. Die Lehrerin im Puppenhaus, wenn es eine kleine Schwester gegeben hätte, bietet sich da an, besonders als nächtlicher Schlafplatz. Und man kann im Zeitalter von Smartphones auch Gespräche mit Sichtverbindung führen, wobei die Person nicht zwingend volle Größe haben müsste, was man durchaus sinnvoll in einer Schulkonferenz hätte einsetzen können… Es hätte also noch ein paar Wege gegeben, die man hätte beschreiten können, aber immerhin haben sie einige andere Dinge, die sich anbieten, gemacht und das ist, wie gesagt, dann gegen Ende doch durchaus befriedigend.

Gute Miene zu schwachem Spiel

Tja, wo fangen wir da an? Kinder und Tiere. Die sind hier teils weniger das Problem. Abgesehen von dem einen Burschen, der den harten Kerl spielen soll – das klappt nicht so ganz. Der Rest „Kleindarsteller“ ist aber durchaus in Ordnung. Axel Stein ist überraschend gut, Respekt. Anja Kling dagegen… schwierig. Alles wirkt irgendwie gespielt. Im Gegensatz zu echt. (Wenn Sie einen Vergleich mögen, sehen Sie sich das an, was Ben Mendelsohn in „Dirty Trip“ macht, das ist zwar auch alles gespielt, aber es wirkt alles echt, autentisch, wirklich.) Irgendwie will mich das nicht überzeugen. Und dann ist da natürlich Otto (Waalkes) als Gründer der Schule. Er beweist, dass es möglich ist, sich auch seit meiner Kindheit in den 70ern kein bisschen weiterzuentwickeln – und das ist definitiv nicht als Kompliment gemeint. Meine Güte, das ist genauso, als würde man Dieter Hallervorden auch in seinen ernsten Rollen zwingen, immer „Palimpalim“ zu rufen, obs nun passt oder, was wahrscheinlicher ist, nicht. Eine Absage an die Evolution, die Otto hier demonstriert – und damit mit einer einzigen Performance erklärt, warum es um unsere deutsche Comedyszene so beschissen steht.

Eine Entdeckung, um nicht zu sagen Offenbarung, ist dagegen Lina Hüesker als Ella. Sie spielt gleichermaßen echt wie gut und man kann nur hoffen, dass sie das nicht verlernt (wie Chloe Moretz) und man auch noch in einigen Jahren viel von ihr zu sehen bekommt. Dann wohl leider im deutschen Film, aber immerhin gäbe es dann vielleicht einen Grund, sich einen anzusehen.

Hilfe, ich habe das Fazit geschrumpft

Kinderfilm, der ein bisschen schwach anfängt, gegen Ende aber durchaus nicht unbefriedigend ist. Ab 17. Dezember 2015 im Kino.

Neu auf DVD: Marco Polo – Die komplette erste Staffel

Der Erfinder des Polohemds und wie er zusammen mit Giovanni Versace und Yves Sait Lorent ein neuartiges Hemd entwirft…

ist es nicht!

Marco Polo scheint in der Fachwelt nicht ganz unumstritten zu sein, will sagen, bei seinen Geschichten scheint es ein paar Ungereimtheiten zu geben, die manche an ihrer Wahrheit zweifeln lassen. Vielleicht war er einfach auch nur eine Art früher Karl May, der über Dinge geschrieben hat, die er nie selbst zu sehen bekam? Oder ein Baron Münchhausen, der den Leuten schlicht was vorgelogen hat? Nun, wir werden diese Frage heute nicht beantworten können und die Serie tut das auch nicht, denn sie ist keine Filmbiographie, die sich mit Leben und Leiden Marco Polos auseinandersetzt, sie ist eher eine Abenteuerserie, die versucht an Dinge wie „Game of Thrones“ oder dessen legitimen Vorgänger „Rom“ anzuknüpfen (denn wir wissen alle, dass „Game of Thrones“ ja eigentlich nur „Rom mit Drachen“ ist). In etwa. Wobei es bei „Rom“ ein klein wenig anders gelagert ist, denn da hat man zwei kleine Nebenfiguren erfunden, aus deren Perspektive wir die großen Dinge erleben, die in der Welt (oder dem Römischen Weltreich, was damals nahezu dasselbe war) geschehen, eine brillante Möglichkeit, um Geschichten und Geschichte zu erzählen und das doch nie aus der Perspektive von Kaisern und Caesaren zu tun. Dort haben wir Einblick in wirkliche Historie erhalten – hier tun wir das wahrscheinlich weniger. Es ist, wie gesagt, ein Abenteuer, das sich wahrscheinlich eher von der Realität inspirieren lässt anstatt sie getreu wiederzugeben – also so gesehen wahrscheinlich ganz im Sinne von Marco Polo.

Der wird von seinem Vater bei Kublai Khan, Nachfahre des legendären Dschingis (aber nicht von der Musikgruppe), zurückgelassen. Der findet irgendwie Gefallen an dem jungen Mann und lässt ihn von einem – ein wenig ein paar Klischees verkörpernden – blinden Meister trainieren. Polo ist ein gelehriger Schüler, aber weit davon entfernt ein Meister zu sein. Was einer der Pluspunkte dieser Serie ist. Polo wird nie zum Supermann, er macht Fehler, irrt sich und gerät in Situationen, die er nicht bewältigen kann. Das macht ihn sehr menschlich und irgendwie auch ein wenig sympathisch.

Weißer Mann, was nun?

Zwar haben wir das Element eines weißen Europäers am Hofe einer asiatischen (oder mongolischen) Hoheit, aber, wie gesagt, wird er nie zu Tom Cruise, der den blöden Schlitzaugen zeigt, wie’s gemacht wird. Auch das ist ein Pluspunkt. Es gibt jede Menge Intrigen und Spione, Kämpfe und Schlachten – und, wie man bei „Game of Thrones“ gelernt hat, jede Menge Sexposition (Szenen mit Nackten, in denen was erklärt wird). Da es sich bei „Marco Polo“ um eine Serie des Portals Netflix handelt, unterliegt sie nicht den Einschränkungen des öffentlich-rechtlichen amerikanischen Fernsehens und kann deshalb Titten und Blut zeigen, wie es ihr beliebt. Was es tut. Und was sie tut. Auch beim Schlachtengetümmel wird nicht gespart, oder sagen wir, nur einmal. Da wird, aus Kostengründen, wie ich annehme, ein interessanter Weg gewählt, um sich um die Darstellung einer teuren Schlacht zu drücken. Aber keine Sorge, die folgt schon noch!

Nothing Wong with it

Auch wenn Marco Polo der Titelgeber ist, so ist die interessantere Figur wahrscheinlich Kublai Khan. Für die wurde Benedict Wong verpflichtet – was ausgesprochen schön ist, da man den sonst eher in Nebenrollen zu sehen bekommt, so wie seinen textarmen Beitrag zum sinnarmen „Prometheus“. Hier gibt man ihm die seltene Möglichkeit, etwas zu machen – und dabei zu glänzen. Eine wahre Freude, die hoffentlich dafür sorgt, dass er in Zukunft auch ein paar größere Rollen bekommt, als Kopilot rechts.

Daneben gibt es auch ein paar starke Frauenrollen, Frauen als Kämpferinnen, die ihren eigenen Kopf haben. Das ist vom politisch korrekten Standpunkt natürlich schön, aber es lässt einen ein bisschen zweifeln, ob es so was in der damaligen Zeit wirklich gegeben hat oder ob man die Frauen da nicht eher unterdrückt hat, um so was zu vermeiden? Für die Serie ist es gut, aber an der historischen Korrektheit haben wir ja eh schon gezweifelt.

Marco Bonus

Jede Menge geschnittene Szenen, interessant ist aber das Making of, in dem man sieht, wie verschiedene Szenen ohne die Spezialeffekte ausgesehen hätten.

Fazit Polo

Wahrscheinlich nicht unbedingt historisch korrekt, aber ein großes Abenteuer. Opulente Bilder, Massenszenen, Schlachtgetümmel und nackte Gewalt (in einer Folge wörtlich zu sehen). Wer Spaß an so was hat, der sollte sich mit „Marco Polo“ auf eine Reise in den Orient begeben – ab 12. Dezember 2015 auf DVD und Blu-ray.

Neu auf DVD: The Gunfighters – Blunt Force Trauma

Zieh!

Spielerfilm der etwas anderen Art

Fightclub mit Schusswaffen, Poker mit kugelsicheren Westen, eine neue Art des Sports, von der man nur hoffen kann, dass sie nur eine Erfindung des Films ist… aber sie erscheint durchaus glaubwürdig. Das Spiel: Zwei Schützen stehen einander gegenüber und auf ein Signal hin schießen sie aufeinander. Ein Duell mit echten Waffen, scharfer Munition – und kugelsicheren Westen. Es geht nicht darum, zu töten, sondern den Gegner auf andere Weise zu besiegen. Ein modernes Duell, eine clevere Idee, ein risikoreicher Sport.

Wie bei jedem Spielerfilm gibt es einen Spieler, der nicht nur sehr begabt ist, sondern auch hoch hinaus will. Zum Duell mit dem besten Spieler der Branche – und hier ist das durchaus wörtlich zu nehmen. Unterwegs lernt er eine andere Spielerin kennen, doch die sinnt eher auf Rache denn auf Erfolg. Gemeinsam ziehen sie durch die Lande. Und am Ende kommt es so, wie es kommen muss…

Spannend

Die neue Sportart ist nicht nur interessant und originell, sondern das Ganze ist auch sehr spannend inszeniert. Selbst, wenn es bei den Duellen nicht um Leben und Tod geht, die Spannung ist da. So, wie sich das bei einem solchen Film gehört. Im letzten Drittel geht ihm dann leider ein klein wenig die Luft aus, aber dafür erfahren wir etwas mehr darüber, warum unser Spieler sich für diese Sportart entschieden hat. Und dann trifft er die Mutter aller eingeschlagenen Fressen, bei der man das Gefühl hat, sie hätte alle Kugeln mit dem Gesicht abgefangen, statt mit der schusssicheren Weste. Ab hier bewegen wir uns auf das Gebiet des Westerns…

Mit

Ryan Kwanten (Gerrit Schmidt-Foß), Freida Pinto (Maja Maneiro), Mickey Rourke (Reiner Schöne)

Blunt Force Fazit

Anders, interessant, spannend. Mehr Spielerfilm als moderner Western. Nachmachen auf eigene Gefahr. Ab 11. Dezember 2015 auf DVD und Blu-ray.

Neu im Kino: Der kleine Prinz

Mädchen soll für neue, große, teure, noble Schule lernen, doch stattdessen trifft sie den verschrobenen Nachbarn, der dafür sorgt, dass sie in eine interessante Abenteuerwelt abtaucht und statt für die Schule etwas fürs Leben lernt…

Kinderbuch wird Kinderfilm

Wer hat es nicht als Kind gelesen, das Buch vom kleinen Prinz? Nun, äh, ich, denk ich. Für die Beurteilung dieses Films mag das Segen wie Fluch gleichermaßen sein, denn es fehlen natürlich die Anhaltspunkte, an denen man beides miteinander vergleicht… ein kleiner Blick ins Internet zeigt einem aber schnell, dass man hier zu einer Rahmenhandlung eine Rahmenhandlung dazuerfunden hat, wahrscheinlich, damit man sich irgendwie von den anderen abhebt und „was neues“ macht, ob das gut ist überlasse ich aber gerne den Puristen (die so was eigentlich selten gut finden).

Sagen wir es mal so, der Film ist kompetent animiert und zeigt die unterschiedlichen Welten durch unterschiedliche Animationsstile. Das ist sehr nett. Was man bei einem solchen Film aber erwarten würde, und es kann gut sein, dass ich da jetzt etwas zu hoch greife, wäre, verzaubert zu werden. Man sollte in eine zauberhafte Welt eintauchen und sich am besten wie ein Kind fühlen. All das schafft der Film irgendwie nicht. Er ist, wie gesagt, nett anzusehen, aber diese eine Stufe fehlt irgendwie – und da wäre es ja durchaus möglich, dass die in der Vorlage auch schon fehlt.

Mit den Stimmen von

Til Schweiger und Matthias Schweighöfer wird geworben (oder gedroht), aber zum Glück gibt es auch jede Menge Synchronprofis, die die Auftritte der beiden nicht so ins Gewicht fallen lassen. Da ist zum Beispiel Joachim Tennstedt, der den Nachbar spricht – im Original Jeff Bridges, dem Tennstedt schon oft seine Stimme geliehen hat. Der macht seine Arbeit gewohnt gut, ebenso wie Lutz Riedel (u.a. Timmy Dalton), Lutz Mackensy (u.a. Al Pacino, Stanley Tucci, Christopher Lloyd) und Thorsten Michaelis (u.a. Sean Bean, der hier aber für seinen Benicio del Toro spricht), aber für die wird leider – und ungerechtfertigterweise – nicht geworben. Namen ziehen eben immer noch mehr als Können.

Das kleine Fazit

Gut animiert, aber leider nicht so verzaubernd, wie es vielleicht sein könnte, aber nicht sein muss. Ab 10. Dezember 2015 im Kino.