Neu im Kino: Suffragette – Taten statt Worte

Ausgebeutete Frauen erkämpfen sich mühsam und qualvoll das Wahlrecht in England…

Kurz und bündig!

Dass dieser Weg ein steiniger, harter ist, kann man sich wohl denken. Es ist verlustreich und unangenehm, Frauen, die für ihre Rechte kämpfen, verlieren dabei einiges, Ehemänner, Familie, Leben. Der Film zeigt uns auf schmerzliche und wahrscheinlich sehr realistische Weise, wie damals die Bedingungen waren und wie hart dieser Kampf dagegen ist. Wobei man in diesem Fall irgendwie dazu sagen muss, dass die Bedingungen eher eine Art Symptom waren, Ausbeutung von Frauen am Arbeitsplatz, sexueller Missbrauch (von Minderjährigen), all das ist da – aber, streng genommen, ändert sich das nicht dadurch, dass man wählen darf, oder? Die Erlangung des Wahlrechts ist da doch eher als ein erster kleiner Schritt in Richtung Gleichberechtigung zu sehen – ein Ziel, das auch irgendwie noch nicht so ganz erreicht zu sein scheint, wenn ich nicht irre.

So hängt denn zwar das Eine mit dem Anderen zusammen, gelöst wird es dadurch aber mitnichten. Aber wir dürfen annehmen, dass all die Bemühungen dieser Frauen irgendwann Früchte tragen werden, und irgendwann, wenn auch möglicherweise nicht im Verlauf des Films, werden auch Frauen wählen dürfen und dann wird alles besser! Wahlrecht für alle, da können wir mitbestimmen und die Welt wird zu einem besseren Ort. Denn dann dürfen auch Frauen dazu beitragen, Regierungen zu wählen, die z.B. dafür sorgen, dass Stellen im Bereich der Polizei eingespart werden, was dazu führt, dass die Polizei unterbesetzt ist und sich deswegen irgendwann nicht mehr um ihre Kernaufgaben kümmern kann, sondern nur noch blöde Pegida-Demos bewacht und durch Verkehrsüberwachung Geld für die Städte eintreibt, von dem Verhalten wenn, erfinden wir mal ein an den Haaren herbeigezogenes und unglaubwürdiges Beispiel, hunderte von Leuten in einer Silvesternacht vor einem Hauptbahnhof massenhaft Frauen bestehlen und sexuell bedrängen, dann die Polizei nicht angemessen eingreift, obwohl sie gerufen wird, was bestimmt nur der Anfang ist von Dingen, die da kommen mögen, bei denen die Polizei auch nicht eingreift, gar nicht zu sprechen… nun dann können wir wirklich sagen, dass durch das Frauenwahlrecht eine Menge erreicht ist. Oder?

Genug des Zynismus!

Das glaub ich zwar nicht, aber kommen wir trotzdem zurück zum Film.

Mit

Carey Mulligan, Helena Bonham Carter, Brendan Gleeson, Anne-Marie Duff, Ben Whishaw, Meryl Streep

Fazitragette

Die Damenriege, angeführt von Carey Mulligan, spielt intensiv, hervorragend und glaubwürdig. Das gesamte Drumherum, Ausstattung und Kostüme, all das wirkt genauso authentisch wie das Spiel der Darsteller und -innen. Wer also die ersten Schritte auf einem langen Weg zur Gleichberechtigung in a) der Welt und b) Großbritannien sehen möchte, der sollte hieran seine helle gleichberechtigte Freude/in haben. Ab 4. Februar 2016 im Kino.

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