Neu auf DVD: THE LAST SHIP – Die komplette erste Staffel

Ein Virus verbreitet sich auf der Erde und löscht rasend schnell einen Großteil der Bevölkerung aus. Doch draußen im ewigen Eis gibt es ein Schiff der US-Kriegsmarine mit einer Wissenschaftlerin an Bord, die diese Situation vorausgesehen hat und nach einem Gegenmittel forscht. Als das Schiff nach Amerika zurückkehrt, liegt die Welt in Schutt und Asche – und die Suche nach dem Antivirus ist noch nicht abgeschlossen…

SciFi trifft Krieg

Zum Glück ist es keine Zombie-Apokalypse, aber die Zeichen einer großen Epidemie sind ja bei beidem sehr ähnlich. Es ist ein bisschen eine Mischung aus „Das letzte Ufer“ und „Babylon 5: Crusade“, ein einsames Schiff, das auf den Ozeanen der Erde und nicht des Weltraums schippert, mit der Mission, ein Gegenmittel gegen eine tödliche Krankheit zu finden, die alle dahinrafft und schon viele dahingerafft hat. Das ist größtenteils spannend und durchaus interessant. Lediglich hin und wieder scheinen amerikanischer Überpatriotismus und Soldatentum ein bisschen durchzuklingen, ebenso wie die unterschwellige Botschaft, dass die Wissenschaftler an allem schuld sind (und nicht das Militär), von diesen wenigen Augenblicken aber abgesehen hat man einen geradlinigen Captain (Eric Dane), eine Art Kirk, der auch selber mit anpackt, aber im Gegensatz zum Sternenkapitän nicht alles flach legt, was nicht bei drei auf den Bäumen (oder außerirdischen Gegenstücken) ist. Mit Adam Baldwin ist sein erster Offizier sehr gut besetzt, denn dem nimmt man ab, dass er im Krisenfall nicht nur harte Entscheidungen treffen, sondern dass er auch selbst eingreifen kann, wenn es die Situation erfordert. Dass Rhona Mitra nicht nur sexy ist, sondern auch die Wissenschaftlerin (und im Gegensatz zu Denise Richards nimmt man ihr die auch ab), ist sehr erfrischend, später wird sie sogar ein wenig zu Prinzessin Leia, was besonders an dem Auftauchen der interessantesten Figur liegt. Sie scheint ein wenig ähnlich angelegt zu sein wie die, die er in „Battlestar Galactica: Flesch & Chrome“ spielt, zumindest trägt John Pyper-Ferguson in beiden gleiche Frisur, Bart und Einstellung. Er ist der Abenteurer, der eine Prise Witz in eine unerfreuliche Situation einbringt – und man hofft, dass seine Rolle mehr und mehr ausgebaut wird.

Die Suche nach dem Gegenmittel führt das einsame Schiff zu verschiedenen Orten – womit wir beim zweiten kleinen Schönheitsfehler sind: Die Russen sind die Bösen und Guantanamo wird kritiklos als Gefängnis und nicht als Verbrechen angesehen. Kann man dann von einer von Michael Bay mitfinanzierten Serie wohl auch nicht erwarten. Das mit den Russen wäre vor ein paar Jahren noch sehr anachronistisch dahergekommen, deren aktuelles Verhalten rechtfertigt es dann aber doch irgendwie – schade eigentlich! Man fährt also durch die Welt und irgendwann kommt man auch zurück nach Amerika… und wir erleben ein Staffelfinale, das neugierig auf mehr macht!

Bonus

Making ofs und Interviews mit Schauspielern und Produzenten, die ein wenig Hintergrund zur Entstehung der Serie geben.

Mit

Eric Dane (Marco Kröger), Rhona Mitra (Antje von der Ahne), Adam Baldwin (Jörg Hengstler), Travis Van Winkle (David Turba), Marissa Neitling (Esra Vural), Jocko Sims (Matti Klemm), Titus Welliver (Frank Röth) & John Pyper-Ferguson (Tobias Lelle)

The Last Fazit

Spannende Endzeit-Action-Serie auf Boot, die man sich auch als schöne Science Fiction-Serie im Weltraum vorstellen könnte, da aber mit weniger Patriotismus. Ab 1.2.2016 auf DVD und Blu-ray.

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Neu im Kino: 13 Hours – The Secret Soldiers of Benghazi

Söldner. Botschaft. Moslems. Krieg!!!

Der Film zeigt uns den Schrecken eines Michael Bay-Films!

Wir haben schon immer angenommen, dass Michael Bay Filme furchtbar sein müssen, grausam, brutal, anstrengend und nervig, aber bisher haben wir vielleicht in einer behüteten Welt gelebt und sind nie mit einem solchen Konflikt in Verbindung geraten. „13 Hours“ lehrt uns nicht nur den Horror, der mit einem solchen Film verbunden ist, sondern auch… nein, eigentlich nur den Horror! Hier wird nicht die Grausamkeit des Krieges gezeigt, sondern lediglich die Grausigkeit eines Regisseurs, dem es nichts ausmacht, dass er nicht genug Handlung für 20 Minuten hat, geschweige denn für 2 Stunden 30. Das sind Leute in Bärten und irgendwie kann man die auch mehr an den Synchronstimmen auseinanderhalten als an… ihrer Schauspielkunst? Oh, ja, und beruht auf einer wahren Geschichte, was das Ganze aber auch nicht besser macht. Denn das einzige, was uns der Film in Bezug auf die Realität gibt, ist in der Tat etwas, das man damit vergleichen könnte, wie man wahrscheinlich einen Krieg wahrnimmt: Das ganze ist anstrengend, quälend, dauert zu lange und man ist wirklich froh, wenn es endlich vorbei ist!

Black Cock Down

Ein bisschen mutet der Film wie ein billiger Abklatsch von „Black Hawk Down“ an, und selbst den halte ich für a) zu lang und b) überbewertet. Außerdem hat eine Fernsehserie wie „Homeland“ eine ähnliche Situation weit effektvoller umgesetzt – und vor allem nicht mit soviel Krach. Wir haben also wieder eine kleine Gruppe heldenhafter Amerikaner, die da eigentlich nichts zu suchen hat und sich gegen eine Übermacht von Turbanträgern durchsetzt, wobei natürlich mehr von denen drauf gehen, als von den Amis, aber so muss das dann ja wohl sein – und, seien wir ehrlich, so war’s ja bei beiden Golfkriegen auch. Natürlich versucht man, den Leuten so was wie Tiefe oder Vorgeschichte oder irgendwas zu geben, aber letztendlich bleiben sie einem doch mehr oder weniger egal, denn dann ist der Film einfach nur noch

LAUT!

WAS DAZU FÜHRT; DASS SICH DIE LEUTE ANSCHREIEN MÜSSEN UND DASS VIELE DIALOGE WIEDERHOLT WERDEN; DAMIT SIE AUCH ALLE BETEILIGTEN (UND UNBETEILIGTEN WIE WIR; DIE WIR UNS FRAGEN; WARUM WIR DIESE TORTUR VERDIENT HABEN) AUCH ALLES VERSTEHEN. UND IRGENDWIE MUSS MAN JA AUCH AUF ZWEIEINHALB STUNDEN LAUFLÄNGE KOMMEN!

Mit

Leuten, Waffen, Explosionen, Mörsern, Panzerfäusten, Bärten, Moslems, Pathos, Patriotismus Krach, Lärm, Getöse und dem Satz „dann sterben Amerikaner“

13 Fazits

Wer Spaß an dem Beweis hat, dass Action allein keine Spannung erzeugt – oder wer solchen lauten, kopfschmerzerregenden Mist mag, wer auf Filme von Michael Bay steht, oder auf Lobotomien, der kann hier voll auf seine Kosten kommen und wird sich wahrscheinlich nur ärgern, dass das Ganze nicht in 3D war. Alle anderen könnten daran eventuell weniger Freude haben! Ab 3. März im Kino.

Neu auf DVD: Doctor Who – Sechster Doktor, Volume 2

Fivish Doctor“ Colin Baker kehrt zurück mit drei neuen alten Abenteuern. Wie üblich trifft er alte Bekannte… oder viele Gegner!

Die Geschichten

Die Box komplettiert die 22. Staffel, mit einem 3-Teiler und zwei 2-Teilern mit einer Laufzeit von je 45 Minuten pro Folge:

  • Androiden in Sevilla / The Two Doctors (Teil 1-3)

  • Das Amulett / Timelash (Teil 1-2)

  • Planet der Toten / Revelation of the Daleks (Teil 1-2)

Wie immer gibt es dazu jede Menge Bonusmaterial und ein ausführliches Begleitheft.

Man fragt sich, was bei der deutschen Fassung von „Androiden in Sevilla“ schief gegangen ist, denn der Titel bezieht sich nur auf die deutsche Fassung. Im Original geht es um Androgyne… Androgum, die eine eigene Rasse darstellen, während es sich bei Androiden bekanntermaßen um künstliche Lebensformen handelt. Ob man das damals falsch verstanden oder aus anderen Gründen umgearbeitet hat, lässt sich schwer sagen, im Original soll Doktor Zwei jedenfalls zu einem anderen Wesen umgearbeitet werden, nicht zu einer Art menschlichem Roboter. Die Folge bietet eine weitere seltene Gelegenheit, eins der früheren Modelle des Doktors in Aktion zu erleben.

In der zweiten Geschichte geht man dann alte neue Wege, Wege, die auch wenig später von „Star Trek: The Next Generation“ beschritten werden sollten, aber nun ist definitiv klar, wer sich da von wem hat inspirieren lassen. Denn diese Geschichte wird um eine historische Figur bereichert, die sich dereinst an ihre Abenteuer mit dem Doktor erinnern soll und diese in literarischer Form abarbeitet. TNG macht dies ein paar Jahre später mit Mark Twain und der Doktor macht dies seit seinem Neustart eigentlich jährlich, von Charles Dickens bis William Shakespeare. Ob diese Tradition hier ihren Anfang nahm, können nur Hardcore-Whovianer beantworten, für den deutschen Sprachraum kann man das aber, denke ich, hier festmachen.

Die dritte Geschichte hat eigentlich eine schöne Grundidee, aber sie verliert sehr durch das neue Format, das man für diese Staffel gewählt hat, so, wie die meisten dieser Folgen. Perfekt wäre ein Dreiteiler a 25 Minuten gewesen, aber man muss 90 Minuten füllen und da brauchen der Doktor und Peri fast die ganze erste Folge, um überhaupt zum Schauplatz des Geschehens zu kommen. Hinzu kommt, dass es zu viele Figuren gibt, zu viele Grüppchen, da hätte man mindestens eine oder zwei von streichen können. So wird die an sich nette Idee leider ein wenig verwässert, was der ganzen Sache eher schadet.

Der Bonus

Wer etwas über die Episoden im Einzelnen oder den Doktor und seine Geschichte im Besonderen erfahren möchte, für den bietet die Box wieder umfangreiches, interessantes und unterhaltsames Bonusmaterial. Einige Dokumentationen und wie üblich ein Audiokommentar zu jeder Folge gewähren dem Whonteressierten ehrliche Ein- und Rückblicke in die Entstehung einer der langlebigsten Science Fiction-Serien aller Zeiten.

Fazit Who

Eine der wenigen Möglichkeiten, die klassische Ära des Doktors kennenzulernen, ausgestattet mit jeder Menge Zusatzmaterial, um nicht nur in die Geschichten, sondern auch die Geschichte des berühmten Zeitreisenden einzutauchen. Ab 26.2.2016 auf DVD.

Neu auf DVD: Standoff – Die einzige Zeugin

Kleines Mädchen wird Zeugin eines Mordes und flieht in ein nahe gelegenes Haus. Der Killer folgt ihr, doch der Hausbesitzer und Ex-Soldat verteidigt sie. Ein psychologisches Duell beginnt…

Gute Filme müssen nicht teuer sein

Oder

Spannung kann man mit Geld nicht kaufen

Naja, gut, vielleicht kann man doch, aber man muss nicht, wenn man so was wie Talent und Ideen hat. Ein Film muss nicht teuer sein, manchmal reicht es, wenn man ein brauchbares Buch und ein paar gute Darsteller hat. Dann steckt man die alle in ein Haus und macht ein Kammerspiel auf zwei Etagen, bei denen der Killer den Besitzer des Hauses dazu überreden will, ihm ein unschuldiges Mädchen auszuliefern, damit er es umbringen kann. Da hilft es natürlich, wenn der Mann des Hauses eine Vorgeschichte mit Sohn hat, die wir im Laufe des Films erfahren und womit alle Beteiligten gute Motivationen für ihre Handlungen haben. Und es hilft auch, wenn beide Gegner clever sind und nicht handeln wie komplette Idioten. So kann Spannung entstehen und das tut sie in diesem Film auch. Mit wenigen Mitteln, die aber gut eingesetzt sind. Hätte Michael Bay diesen Film gemacht, hätte er 200 Millionen Dollar gekostet und wär zum Kotzen gewesen. Und LAUT!!!

Super-Tom gegen Sam Jackson 2.0

Die Hauptlast in diesem nahezu Zweipersonenstück liegt auf den Schultern von zwei Schauspielern – und einem kleinen Mädchen. Die kleine Ella Ballentine als Mädchen in Rot macht das ausgesprochen gut und man kann nur hoffen, dass ihr eine Karriere bevorsteht, die ihrem Talent angemessen ist – oder dass sie aus der Hölle Hollywood aussteigt und was Vernünftiges macht. Thomas Jane tritt als Ex-Soldat mit Vergangenheit in den Ring. Inzwischen scheint sein Weg, sich von seinem Prettyboy-Image zu lösen, der zu sein, abgewichste und kaputte Typen zu spielen – er macht das hier also ganz routiniert. Auf der Seite des Bösen haben wir dann noch Laurence Fishburne, der hier eine Menge Spaß hat – aber wenn man’s mal genau nimmt, spielt er hier eigentlich Samuel L. Jackson. (Einfach mal Augen zu machen und nur zuhören, Sie werden keinen Unterschied feststellen!) Das macht er aber ausgesprochen gut und, wie gesagt, mit Freude, woraus dann im Verbalduell mit dem abgefuckten Super-Tom ein schöner Kontrast entsteht, der dem Film die nötige Spannung verleiht.

Das kurze Making of klärt uns ein wenig über die Hintergedanken des Erstlingsregisseurs auf.

Mit

Larry Fishburne (Leon Boden) und Tom Jane (Thomas Nero Wolff)

Fazoff

Spannung passt in die kleinste Hütte – wie dieser Film beweist. Ein verbales Psychoduell mit Waffen und zwei angeschlagenen Kriegern, bei dem es um Leben und Tod geht. Hart. Spannend. Gut. Ab 26. Februar 2016 auf DVD und Blu-ray.

Neu auf DVD: American Ultra

Klingt wie eine Damenbinde – und ist ähnlich blutig.

Jason Bourne für Kiffer

Kifferpärchen gerät in CIA-Machenschaften, weil einer von beiden ein programmierter Killer ist, der ausgeschaltet werden soll, was zum Verlust einer Kleinstadt führt, Blut und Explosionen eingeschlossen.

Die Macher behaupten im Zusatzmaterial, dass es eine Komödie ist… Tjaaa, die Frage ist, ob man ihnen glauben kann. Denn so richtig witzig kommt das Ganze nicht daher und so originell, wie sie sagen, ist es, da es sich in obigem Satz zusammenfassen lässt, dann auch nicht. Für eine Parodie fehlen die nötigen Anspielungen, aber wer gerne mal n Actionfilm mit viel Bumms sehen will, der dürfte hier angemessen bedient werden.

Vielleicht liegt es einmal mehr daran, dass die Linien nicht klar genug gezogen werden. Fallhöhe, meine Lieben, das ist etwas, das uns bei der Arbeit hilft. Wenn wir alle so na ja sind, irgendwie grau in grau, dann kommen halt keine großen Gegensätze auf. Von denen lebt ein solcher Film aber eigentlich, also wenn die Kiffer richtig verpeilt und total verkifft wären, wiiiirklich laaaaaansam, aber dann, wenn’s drauf ankommt zackig schnell und kämpfend, dann hätten wir einen schönen Kontrast. Jesse Eisenberg ist zwar einmal mehr weltfremd, aber irgendwie nicht verpeilt genug. Warum nicht einen Vollidioten nehmen, der nur bei Gewalt zum Helden aufblüht? Damit hätte man die passende Figur, die gleichermaßen Hommage und Parodie auf programmierte Killer wie Bourne wäre. Klare Trennungen, großer Spaß. Vielleicht hätte es aber auch einen Schauspieler wie Woody Harrelson gebraucht, der den Kiffer so treffend gespielt hätte, dass man über seine schnelle Action richtig überrascht wäre? Eisenberg ist zwar gut, aber irgendwie die falsche Besetzung für diese Rolle, vielleicht, weil er trotz Kiffens unter der Oberfläche in seinen Augen irgendwie noch intelligent, kontrolliert und klar wirkt?

John Landis sein Sohn

Geschrieben wurde das Ganze von Max Landis, der sich nach deren nicht eben berauschender Kritik zu diesem Film ein Stelldichein bei den Jungs von redlettermedia gab. Wobei die Handlung irgendwo zwischen Bourne und „Star Force Soldier“ wandelt, wo man neuere Killermodelle schickt, um die angeblich veralteten auszuschalten, die sich dann aber als besser erweisen. So läuft das auch hier, mit jeder Menge Blutvergießen und -spritzen. Dass das Problem hausgemacht ist, weil man das alles hätte vermeiden können, hätte man die Kiffer einfach in Ruhe gelassen, nun, irgendein Element muss einen Film ja wohl in Gang setzen… und da wäre dann vielleicht sinnvoller gewesen, dass jemand den Laden, in dem Eisenberg arbeitet, überfallen hätte, der hätte seine Killerkräfte aktiviert und DANN wäre man auf die Idee gekommen, ihn auszuschalten – aber wer macht sich heute schon noch Gedanken über den Plot?

Bill Pullman und Tony Hale sind in diesem Film ein bisschen verschwendet – und man schafft es, den sonst meist großartigen Walton Goggins schlecht spielen zu lassen. Ultra schade!

American Bonus

Dokus und ein Audiokommentar des Regisseurs, in dem alle Beteiligten sagen, was sie sich dabei gedacht haben und wie viel Spaß sie bei den Dreharbeiten hatten.

Mit

Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Topher Grace, Connie Britton, Walton Goggins, John Leguizamo, Tony Hale, Bill Pullman

Fazit Ultra

Actionzeugs, das sich als Komödie ausgibt, in der Kategorie aber nicht unbedingt Blumentöpfe zerschießt… oder gewinnt. Wenn man so was mag, mag man’s vielleicht. Ab 25.2.2016 auf DVD und Blu-ray.

Neu im Kino: Der geilste Tag

Zwei todkranke junge Männer brechen aus dem Hospiz aus und reisen durch Afrika, um noch einmal einen richtig geilen Tag zu erleben – und sich dann vor laufender Webcam umzubringen.

Where Til Schweiger has gone before…

…and Timmy Dalton, by the way

Ja, die Geschichte ist nicht unbedingt neu, aber sie ist durchaus nett erzählt. Eine in jeder Beziehung gute Figur macht dabei Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Florian David Fitz als einer der beiden Entlaufenen. Einziger Wermutstropfen ist sein Kompagnon in diesem Film, denn der wird dargebracht von Matthias Schweighöfer – und den halte ich leider, leider für keinen versierten Schauspieler. Oder guten, um es deutlich zu sagen. Manche Leute kommen einfach echt herüber, wie Fitz in diesem Film, andere eher nicht. Natürlich weiß ich, warum man ihn besetzt, jung, attraktiv, wahrscheinlich Mädchenschwarm, denn beim Film geht es in erster Linie um Gewinn und Erfolg und nicht um besonders gutes Spiel. Aaaaaber, vom Standpunkt desjenigen, der Filme nicht wegen der schönen Gesichter guckt (dafür gibt es Pornographie, Freunde), würde ich sagen, dass der Film von einem guten Schauspieler sehr profitiert hätte. Und da frage ich mich – und Sie –: Was ist eigentlich aus August Diehl geworden? Bei „Inglorious Basterds“ haben alle den guten Herrn Waltz entdeckt und ihn anschließend, zugegebenermaßen nicht ganz zu Unrecht, mit Oscars und Jobangeboten überschüttet. Aber warum ist eine ähnliche Ehre nicht dem vielleicht zweitbesten Schauspieler jenes Films widerfahren? Denn August Diehl ist großartig, besonders in der Szene im Keller. Keine internationalen Angebote, weil er in dem Film nur deutsch spricht? Nun, jedenfalls, mit ihm wäre dieser Film hier vielleicht eine große Spur besser geworden, denn Diehl mag zwar vielleicht keine schwärmenden Mädchen ins Kino ziehen, aber spielen kann er! Also lasst ihn, verdammtnochmal!

Jenseits in Afrika

Nun, die beiden Kranken sind natürlich „Ein seltsames Paar“, denn der eine ist eher krimineller Natur und der andere wäre ein Hypochonder, wäre er nicht tatsächlich krank. Gegensätze ziehen ins Land, wie es so schön heißt, also machen sich die beiden auf den Weg, die eine oder andere Straftat im Gepäck, wobei einer von beiden noch eine andere Motivation hat, die er vor seinem Kumpel aber verheimlicht. Es entsteht eine Männerfreundschaft, Beziehungsstress, Lügen, Abenteuer, Natur und tolle Landschaftsaufnahmen aus Afrika. Wer also nicht nur auf schöne Menschen, sondern auch auf schöne Landschaften steht, dürfte hier voll bedient werden. Das Buch ist nett geschrieben mit ein paar schönen Szenen und Dialogen, die zumindest von einem der beiden Darsteller auch gut dargebracht werden. Der Titel erklärt sich auch – und ja, obwohl „Halbe Pause“ netter gewesen wäre, lockt man damit niemanden ins Kino, also muss man mir nicht erklären, warum man diesen Titel gewählt hat.

Das geilste Fazit

Nette Unterhaltung, die bisweilen durchaus Spaß macht, aber einen kleinen Wertmutstropfen hat. Ab 25. Februar 2016 im Kino.