Neu im Kino: Erschütternde Wahrheit

Gerichtsmediziner findet heraus, dass das Zusammenhauen der Köppe beim American Football zu schweren Gehirnproblemen führen kann, die Persönlichkeitsstörungen und Selbstmord als Folge haben können… aber will die NFL das wirklich wissen?

Sport ist gesund!

Nee, was war das andere noch mal?

Sport ist Mord!

Ja, das trifft es in dem Fall besser. Dass der Mensch an sich zu dumm ist, einfache Zusammenhänge zu sehen, ist ja bekannt. Und wenn Geldinteressen (denn andere hat er nicht) dahinterstehen, dann sowieso. Nein, Rauchen hat nichts mit Krebs zu tun und das jahrzehntelange tausendfache Blasen von Abgasen in die Luft dieses Planeten hat nichts mit Klimaveränderung zu tun – denn warum sollt es da eine Verbindung geben? Kindermund tut Wahrheit kund, heißt es, und wenn man kein Kind zur Hand hat, braucht man eben einen Doktor aus Afrika, der noch nicht vom Corporate America eingeschüchtert und eingelullt ist und statt seinem Sparbuch sein Gehirn einsetzt – oder, in dem Fall, ja auch irgendwie beides.

Nach einer wahren Geschichte

Gut, das muss nix heißen, das kann auch nur bedeuten, dass es die Sportart American Football gibt und der Rest erfunden ist – aber ich denke, hier geht es doch ein bisschen weiter. Die dreiste Verleugnung von Problemen und Krankheiten durch die Macher der NFL zum Beispiel wirkt ausgesprochen realistisch, leider. Da ist also ein Arzt, der als Gerichtsmediziner arbeitet und der seine Aufgabe eben gerne ordentlich macht, auch eine verloren gegangene Tugend. Der findet heraus, woran ein ehemaliger Sportler gestorben ist und stellt fest, dass die gesamte Sportart durchaus für viele der daran Beteiligten gefährlich bis tödlich sein kann – aber, wie das nun mal so ist, wenn man es mit etwas zu tun hat, das einigen Leuten viel Geld einbringt, dann wollen die so was nicht nur nicht hören, sondern unter den Teppich kehren und den Teppich anschließend verbrennen. Man fühlt sich ein bisschen an die Szene in „The Program“ erinnert, wenn Lance Armstrong vor der Radsportkommission steht und die fragt, ob das denn so gut für den Sport wäre, wenn herauskommt, dass das alles nicht so mit rechten Dingen zugeht. Nun, der Arzt gibt nicht auf und der Kampf David gegen Goliath beginnt…

Smith und Jones

Eine sehr gute Besetzung mit spielgewandten Darstellern gibt dem Film die notwendige schauspielerische Substanz. Da ist zum Beispiel Martha Jones Schwester aus „Doctor Who“, Gugu Mbatha-Raw. Alec Baldwin darf einen Arzt spielen, aber nicht ganz so upper-class wie üblich. Eddie Marsan sieht zwar immer irgendwie gleich aus, spielt aber immer anders, was ihn besonders hervorhebt. Stephen Moyer darf in einer Nebenstrolle zeigen, dass er auch anders kann als der „romantische“ Vapire-Bill. Besonderen Spaß scheint Albert Brooks zu haben, der hier eine wunderbare Performance hinlegt. Und last but definitely not least: Will Smith, der hier nicht Will Smith spielt, den coolen Mann, der alles kann, sondern der zeigt, dass er wirklich richtig spielen kann, fern von seiner eigenen Person, wenn er sich mal eine vernünftige Rolle dafür aussucht – und nicht den Scheiß in „After Earth“!

Mit

Will Smith, Alec Baldwin, Gugu Mbatha-Raw, Arliss Howard, Paul Reiser, Luke Wilson, Adewale Akinnuoye-Agbaje, David Morse, Albert Brooks – Regie: Peter Landesman

Erschütterndes Fazit

Gut, spannend, interessant, vielleicht eine Spur zu lang, aber mit guten Darstellern, auch wenn wir so oder so wissen, dass sich am Ende doch nicht wirklich etwas ändern wird… oder? Ab 18. Februar 2016 im Kino.

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