Neu im Kino: Midnight Special

Zwei Männer fahren mit einem entführten Kind durch das Land und werden vom FBI und einer anderen Partei gejagt. Mehr und mehr erfahren wir, was hinter der Sache steckt – und hinter dem Kind…

Langsame Entwicklung

Es ist immer ganz nett, wann man bei einem Film zunächst nicht so ganz weiß, was gespielt wird und wenn er dann langsam seine Handlung entwickelt – und eventuell auch seine Richtung wechselt und zu einem anderen Film wird. Hier ist das ein wenig so. Es beginnt mit einer Entführung, doch mehr und mehr erfährt man, dass mehr dahinter steckt. Viel mehr. Gegen Ende kann man sogar einige Parallelen zu „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ ziehen, auf verschiedenen Ebenen. Das ist bisweilen sehr spannend und auf jeden Fall gut gespielt. Die Auflösung an sich ist auch noch ganz passabel, aber die eine oder andere Frage bleibt. Sagen wir: zwei.

  • Warum ist der Junge wie er ist?

  • Warum ist von Anfang an von einer Entführung die Rede, obwohl die „Sekte“ doch bestimmt eher den Mantel des Schweigens über die Sache gedeckt hätte und selbst aktiv geworden wäre? Also wer hat der Polizei die Sache mit der Entführung gesteckt und warum?

Ich weiß, das sind wahrscheinlich Fragen, die man sich nicht stellt, weil zumindest der zweite Punkt dafür notwendig ist, dass wir überhaupt eine Handlung und eine Verfolgung und einen Konflikt haben… aber, wenn man mal drüber nachdenkt, wäre das auch anders möglich gewesen. Das hätte die Sache verlängert und verkompliziert, aber wenn die Entführung als solche erst in den Medien aufgetaucht wäre, sobald das FBI auf den Plan tritt, wäre das ganze weit stimmiger gewesen und hätte mehr Sinn ergeben. Oder ist mir da irgendwas entgangen?

Driver me home

Dass der Film ganz gut funktioniert und man mit den Figuren mitfühlt, liegt an der guten Besetzung. Michael Shannon spielt intensiv, wie man das von ihm gewohnt ist. Joel Edgerton bildet einen guten, ruhenden Gegenpol zu ihm. Kirsten Dunst überzeugt mit ihren Muttergefühlen. Adam Driver beweist einmal mehr Bandbreite, dass er von Hipster über Dunklem Lord bis Masturbator und intelligentem FBI-Agenten eigentlich alles spielen kann. Und Sam Shepard… ist kaum im Film.

Midnight Fazit

Bleibt die Frage, ob es in Hollywood inzwischen zwei Parteien gibt, eine, die über Drehbücher verfügt und eine andere, die Titel hat. Und ob man vielleicht lost, welcher Titel zu welchem Film kommt, egal ob er nun passt oder nicht. „Midnight Special“ scheint in die Verlosungskategorie zu gehören, bei der sich zwei Seiten gefunden haben, die nicht so recht zueinander passen. Was auch immer man sich unter dem Titel vorstellt, der Film bietet es nicht – und was auch immer der Film bietet, es passt nicht zu diesem Titel. Also bitte, in Zukunft etwas mehr anstrengen! Ansonsten durchaus interessant, an manchen Stellen spannend und gut gespielt. Ab 18. Februar 2016 im Kino.

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