Neu im Kino: Auferstanden

Römischer Soldat soll verhindern, dass ein jüngst Gekreuzigter wieder aufersteht. Als dessen Leiche verschwindet, macht er sich auf die Suche…

Jesus H. Christ

Es fängt eigentlich ganz interessant an. Die Geschichte von Gottes Sohn wird nicht aus dessen Perspektive erzählt, sondern aus der eines römischen Tribuns und am Anfang ist Jesus auch mehr Randfigur und das Verschwinden seiner Leiche ein Rätsel. Leider bleibt das nicht so. Der Film hätte so viel interessanter sein können, wenn Jesus persönlich außer bei seiner Kreuzigung nicht aufgetaucht wäre und der Römer Gerüchten folgt, in denen er hört und erzählt bekommt, was der angeblich Wiederauferstandene für Taten vollbringt. Er hätte ihm immer auf den Fersen sein, ihn aber nie erreichen dürfen, womit man das, was der Film zu Beginn tut, nämlich offen zu halten, ob das alles der Bibel entspricht oder dies ein eher historisch korrekter Ansatz dieser Geschichte ist, konsequent weiterführen sollen und am Ende darf sich der Zuschauer sein eigenes Bild machen und sich entscheiden, ob er glauben möchte oder nicht. Der Film nimmt uns diese Möglichkeit, Jesus gibt sich die Ehre und unterm Strich wird alles in der zweiten Hälfte zu einer Art Werbefilm für das Christentum. Ja, es war alles echt, Jesus ist auferstanden und die ganze Geschichte ist genau so passiert, echt jetzt. Was eigentlich nur fehlt, wäre eine Szene nach dem Nachspann, in der Samuel L. Jackson auftaucht und Jesus dazu auffordert, bei der „Avengers Initiative“ mitzumachen… das wäre ein cooles Ende gewesen!

Jünger und älter

Joseph Fiennes, der hier den Tribun spielt, bewegt sich nicht zum ersten Mal auf religiösem Filmgebiet, war er doch dereinst „Luther“ (Martin Luther, nicht der Polizist) und trennte sich von der katholischen Kirche. Hier nun bekommt er eine Beförderung und trifft Jesus. Der wiederum wird dargestellt von Cliff Curtis, der wegen seines Aussehens in Amerika dann doch meiste eher auf Terroristen und ähnliches besetzt wird. Seine Besetzung ist eine schöne Idee, die aber durch seine Jünger wieder entwertet wird. Denn auch wenn er so wirkt, als könnte er tatsächlich aus der Gegend um Palästina stammen, so sind seine Jünger, Paulus, Little John, Bruder Tuck und wie sie alle heißen, eher extrem westlich anzuschauen, was Sinn ergeben würde, wenn Jesus eigentlich nur für Ausländer der Erlöser war, während alle seine Landsleute eher negativ ihm gegenüber eingestellt waren. Sollte das so gewesen sein, ist das nicht gut genug herausgearbeitet, eine weitere Chance, die der Film aber verpasst, ist eben eine ethnisch interessante Zusammensetzung, dass eben nur die Römer von Briten gespielt werden und die Einheimischen von… Einheimischen.

Mit

Joseph Fiennes, Tom Felton, Peter Firth, Maria Botto, Cliff Curtis

Aufgefazitst

Jesus kehrt zurück… und das ist noch nichtmal gelogen. Was wie ein interessanter fast-schon-Krimi beginnt, eine Untersuchung, die eher in der Realität als in der Bibel angesetzt ist, wendet sich leider ab der Hälfte eher in Richtung christliche Propaganda. Ab 17. März 2016 im Kino… oder am Sonntag in der Kirche!

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