Neu im Kino: Rock the Kasbah

Rock-Manager will das große Geld machen, indem er mit seinem „Star“ eine Tour durch die US-Stützpunkte in Afghanistan macht. Doch es kommt erwartungsgemäß anders, was ihn nicht nur mit einer Prostituierten, einem Söldner und Waffenhändlern zusammenbringt, sondern auch in einer Paschtunin einen neuen potentiellen Star entdecken lässt – nur, dass die eben nicht öffentlich singen darf, ohne damit rechnen zu müssen, dass man sie dafür umbringt…

Oscar für Bill Murray?

Ganz ehrlich, es erscheint ein bisschen vermessen, dass sich Bill Murray darüber echauffiert, dass er für „Lost in Translation“ keinen Oscar bekommen hat, macht er da doch das, was er seit Jahren nur noch zu tun scheint: Variationen seiner selbst zu spielen… außer vielleicht bei „Zombieland“. So spielt Bill Murray hier eine Art Bill Murray Charakter, der irgendwie ein heruntergekommener Manager ist, aber dabei auch genauso gelangweilt und desinteressiert wirkt, wie man sich Bill Murray vorstellt. Das Problem sind ein wenig die klaren Linien, oder vielmehr deren fehlen. Denn seine Figur ist nicht richtig schmierig, nicht nur ausbeutend, nicht richtig schlecht, nicht richtig heruntergekommen, sondern in allen Punkten nur irgendwie medium. Das macht es dann schwierig, einen richtigen Charakterbogen zu haben, da man sich nur von hellgrau nach etwas dunklergrau entwickelt. Etwas stärkere Kontraste hätten hier geholfen, um dem Ganzen etwas mehr Pepp zu verleihen. So plätschert die Figur ein wenig durch die Handlung, aber so richtig ist man nie überrascht von dem, was sie tut, weil sie ja irgendwie keine feste Haltung hat und wischiwaschi ist. Das ist ein bisschen schade, weil so eben alles im grauen Bereich bleibt, aber nicht wirklich darüber hinausgeht.

Amerika zeigt’s euch Hinterwäldlern!

Zwar verbalisiert eine der Figuren genau dieses Thema, dass man sich nicht unbedingt ausgerechnet von einem Amerikaner etwas sagen lassen muss, aber gegen Ende isses dann doch wieder ein bisschen so, dass der Amerikaner den Zurückgebliebenen den richtigen Weg weist… und irgendwie ist so was niemals schön.

Ein kleines Lob muss man Regisseur Barry Levinson aber dafür machen, dass er es schafft, Zooey Deschanel so zu filmen, dass sie einen nicht ständig mit ihren großen, leeren, toten Augen anstarrt. Respekt! Was er leider auch nicht schafft, ist Bruce Willis zu einer wirklich guten Leistung zu animieren. Der bewegt sich zwar mehr als in „Vice“, aber so richtig selbstironisch, wie man sich seinen Part gewünscht hätte, kommt er dann doch nicht rüber. Da hätte man vielleicht einen Adam Baldwin besetzen sollen, der hier bestimmt mit Freude gegen seine Klischeerollen angespielt und sie herrlich ironisiert hätte. Aber wer kennt schon Adam Baldwin? (Hey, habt ihr denn alle Animalmother aus „Full Metal Jackett“ vergessen… und diesen Armyarsch aus „Independence Day“?)

Mit

Bill Murray (Arne Elsholtz), Bruce Willis (Manfred Lehmann), Kate Hudson (Bianca Krahl), Zooey Deschanel (Anja Stadlober), Scott Caan (Gerrit Schmidt-Foß), Danny McBride (Michael Iwannek), Taylor Kinney (Martin Kautz), Adrian Moayed (Mehmet Yilmas), Beejan Land (Samit Fuchs) – Regie: Barry Levinson

Rock the Fazit

Irgendwie unhomogene Komödie, die weit besser hätte sein können, wenn die Hauptfigur eine konkrete Haltung gehabt hätte, von der aus sie sich hätte entwickeln können. Ab 24. März 2016 im Kino.

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