Neu im Kino: Much Loved

Junge Frauen, die ihren Körper im heutigen Marrakesch verkaufen. Sie leben zusammen, gehen zusammen auf Partys von reichen Saudis… und werden von nahezu allen Männern in ihrem Leben gleich behandelt. Nur eben nicht gut!

Doppelfeature mit „Mustang“

Irgendwie könnte der Film sehr gut als Doppelvorstellung mit „Mustang“ funktionieren, denn in beiden Filmen geht es um junge Frauen in einer arabisch angehauchten Welt, die zu überleben versuchen und deren Leben nicht so rosig ist, wie man es ihnen wünschen würde. Nach den eher unschuldigen Mädchen im türkischen Film haben wir hier nun junge Frauen, die einen anderen Lebenswandel gewählt haben, der von starken Anhängern des Islams bestimmt missbilligt werden würde – und doch sind es Saudis, also wahrscheinlich Menschen muslimischen Glaubens, die sich ihrer Dienste und ihrer Körper bedienen. Zum Doppelfeature gesellt sich hier die

Doppelmoral

denn die können nicht nur die Amerikaner sehr gut, sondern vermutlich alle Vertreter eines Glaubens, denn der Spruch „Wasser predigen und Wein trinken“ kommt ja nicht von ungefähr und gibt genau das wieder, was viele dieser Menschen so leben. Natürlich machen solche Filme neidisch, denn man sieht, dass Männer, und zwar alle Männer, auch die Freunde der Mädchen, sie wie Dreck behandeln, ausnutzen und ausbeuten – ein Ziel, das wir hier in der westlichen Welt auch gerne erreichen würden, aber da macht uns dann die halbherzige Emanzipierung und Sexismus und so was einen Strich durch die Rechnung. Aber hier sehen wir, dass es in machen Regionen unseres Planeten noch möglich ist und das weckt sicher Neid bei einigen… aber da ich weiß, dass sich Ironie im geschriebenen Wort manchmal nicht so gut überträgt, lass ich das an dieser Stelle lieber. Wer jetzt allerdings in dem Verhalten der Männer (aus Nordafrika) eine Erklärung oder gar Entschuldigung dafür finden möchte, was sich in der vielgerühmten Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof ereignet hat, dem sei gesagt: Für so etwas gibt es keine Entschuldigung und wenn es eine Erklärung dafür gibt, will ich sie gar nicht wissen. Rein filmisch betrachtet, ist es schon ein Fehler, die Vergangenheit von Hannibal Lecter zu zeigen und ihm damit quasi eine „Motivation“ zu geben, denn Motivationen rechtfertigen und Rechtfertigungen sind hier nicht gefragt, denn dann werden die Täter mal wieder selbst zu Opfern und das geht mir allmählich wirklich auf den Sack!

Aber zurück zum Film, die Zusammenfassung „junge Prostituierte und ihr Leben in Marrakesch“ wird dem Film einfach nicht gerecht, denn er ist absolut interessant und konsequent. Vielleicht eine Spur zu lang und wenn er ein richtiges Ende gehabt hätte, wäre das auch nicht verkehrt gewesen. Ansonsten sieht man aber eine schöne Dynamik zwischen den Figuren, die gut voneinander abgegrenzt sind, zwischen ihrer Arbeit und ihrem Privatleben, zwischen ihnen und den Männern. Das ist absolut sehenswert – und sollte vielleicht auch gesehen werden! Ab 31. März 2016 im Kino.

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