Neu im Kino: Eddie the Eagle

Wer kennt ihn nicht, den Skispringer Eddie the Eagle… nun, möglicherweise die meisten. Denn in einem Sport, der von Menschen aus den nordischen Ländern und Deutschen beherrscht wird, Menschen aus Ländern, in denen es Schnee gibt und Sprungschanzen, schaffte es ein Mann aus dem Vereinigten Königreich, sich einen Namen zu machen. Noch heute ist er denen, die sich ein bisschen mit der Materie auskennen – oder deren Mutter und Bruder begeisterte Skisprungfans sind – ein Begriff. In diesem Spielfilm nun dürfen wir ihn etwas näher kennenlernen und sehen, wie es überhaupt dazu gekommen ist…

Portrait eines Ausnahmesportlers

Nun, so könnte man es bezeichnen – aber irgendwie schießt es am Kern dann doch so vorbei, wie Eddie an der 100-Meter-Marke. Eddie ist das, was man als liebenswerten Verlierer bezeichnen könnte. Wenn wir dem Film vertrauen dürfen – und aus dem sehr interessanten Q&A mit Jeff Goldsmith erfahren wir, dass man sich hier ein paar Freiheiten genommen und nicht alles 1:1 dargestellt hat – dann war es schon immer sein Traum, bei Olympia teilzunehmen. Er versucht es mit den verschiedensten Disziplinen, doch immer scheitert er. Selbst aus dem Skiteam fliegt er raus. Doch dann stellt er fest, dass es für Skispringen nicht nur keine britische Mannschaft gibt, sondern dadurch für ihn auch irgendwie keine Konkurrenz. Also begibt er sich nach Deutschland, wo er, glücklicher Zufall, in Hugh Jackman einen ehemaligen Skispringer und Alkoholisten trifft – hier weicht der Film doch ein wenig von der Realität ab. Wie dem auch sei, Eddie springt – und wenn er auch diverse Male auf der Fresse landet, so nimmt sich Jackman dann doch seiner an und auch wenn aus ihm möglicherweise kein Olympiasieger wird, so schafft er doch Dinge, die kein britischer Skispringer je vor ihm geschafft hat…

Liebenswerter Loser

Wie gesagt, man mag das eine oder andere Element an der Story anzweifeln, aber ich nehme mal an, den Kern trifft der Film. Eddie ist nett und hilfsbedürftig und irgendwie völlig naiv. Ein gelungener Sprung auf einer kleinen Schanze und er denkt: Jau, jetzt bin ich bereit für die große. Dass wir ihn dafür mögen und dass wir ihm jeden Erfolg nicht nur gönnen, sondern auch wünschen, liegt an Taron Egerton, der ihn spielt. Er macht die Figur genauso liebenswert, wie sie sein muss – und es ist ein Vergnügen, mit ihr und ihm mitzufiebern. Ob er die Person des Michael Edwards genauso treffend spielt, wie Daniel Brühl die des Niki Lauda in „Rush“ ist mangels Vergleichsmöglichkeiten schwer nachprüfbar, was aber klar ist, dass er sich in unsere Herzen spielt – und das ist genau das, was diesen Film auszeichnet: Herz! Überdies schafft er es, neben einem Star wie Hugh Jackman zu bestehen, der hier eigentlich schon zu übermenschlich erscheint. Und dann ist da noch die eine Deutsche, die im englischen Presseheft noch nichtmal aufgeführt wird, Iris Berben. Auch sie macht eine gute Figur, hätte aber, genau wie Christopher Walken, mehr zu tun haben können. Obwohl… eigentlich hätte Egerton noch nichtmal einen Hugh Jackman gebraucht, so gut macht er das!

Mit

Taron Egerton, Hugh Jackman, Iris Berben, Christopher Walken, Jim Broadbent, Tim McInnerny

Fazit the Eagle

Ein Film mit dem Herz am rechten Fleck. Die Geschichte eines Sportlers, der Dinge tut, für die er eigentlich nicht geschaffen ist und der in einer Klasse spielt, die eigentlich zu hoch für ihn ist. Ein wahres Vergnügen – und ein Stück Sportgeschichte… irgendwie. Und, ganz ehrlich, wie viele Filme über Skispringer gibt es schon, hm? Ab 31.3.2916 im Kino.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.