Neu im Kino: Batman v Superman: Dawn of Justice

Batman hält Superman für eine Gefahr für die Welt und als Lex Luthor eine Waffe gegen den Unkaputtbaren findet, rüstet sich der dunkle Ritter zum Kampf…

The Dark Knight Returns… again

Nachdem schon Christopher Nolan Elemente aus diesem Frank Miller Comic verwendet hat, greift auch Zack Snyder darauf zurück und schafft eine Situation, in der Batman und Superman zu Gegnern werden. Das Verhalten von beiden ist gut motiviert und nachdem der Film zu Beginn in kurzen Szenen seine Figuren in Position bringt, entwickelt sich eine ganz brauchbare Handlung. Leider kulminiert die in einer gefühlt 45minütigen Kampfsequenz, bei der einiges zu Bruch geht, leider auch die gute Vorarbeit. Aber die Freunde von actionlastigen Comicverfilmungen werden hier sicher auf ihre Kosten kommen – die Freunde von Leuten, die in Filmen clever handeln eher weniger, denn sobald der Kampf beginnt, verhält sich jeder von Batman bis zu Lois Lane plötzlich, als hätte er sein Gehirn an der Kasse abgegeben.

Ein fast schon großes Lob darf man Ben Affleck aussprechen. Der war ja bislang schauspielerisch eher so mittelmäßig, aber hier als düster angehauchter Bruce Wayne macht er ebenso eine gute Figur wir als dunkler Ritter. Henry Catfish muss nicht viel tun, außer auszusehen und supi dreinzuschauen, das kriegt er hin. Den bisschen wenigen Spaß bringt Jeremy Irons als Butler Alfred in den Film – aber das war ja bei Michael Caine in den Nolans auch nicht anders.

Zwei kleinere Dinge wären da noch anzumerken. Batmans RoboCop-Kostüm ist bestenfalls schwierig, aber dass der dunkle Ritter von Handfeuerwaffen Gebrauch macht, will einem nicht so ganz schmecken. Schön dagegen ist, dass man eine Hintergrundgeschichte mit Gotham und Joker nur andeutet, nicht aber zeigt – da man sie eh kennt, also bitte, bitte macht diesen guten Eindruck nicht kaputt, indem ihr sie irgendwann nachreicht.

Mit

Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Diane Lane, Laurence Fishburne, Jeremy Irons, Holly Hunter, Gal Gadot – Regie: Zack Snyder

Fazit

Und… ACTION! Die an sich gute Handlung vom Beginn vergeht ein wenig in der nicht enden wollenden Spektakel- und Materialschlacht am Ende. Ach ja, eine Frage, die mir der Film nicht beantworten konnte: Was bedeutet „Batman v Superman“? Denn die traditionelle Abkürzung für „versus“ wäre „vs“. Also ist vielleicht „Batman V“ gemeint, womit er der 5. Teil wäre und damit die Nachfolge der Michael Keaton, Val Kilmer und George Clooney Reihe antreten würde? Oder ist es schlicht der Spielstand: Batman: 5, Superman: 0? Wie gesagt, wir erfahren es nicht… aber vielleicht ist das ja auch gar nicht so wichtig. Ab 24. März 2015 im Kino.

Neu im Kino: Rock the Kasbah

Rock-Manager will das große Geld machen, indem er mit seinem „Star“ eine Tour durch die US-Stützpunkte in Afghanistan macht. Doch es kommt erwartungsgemäß anders, was ihn nicht nur mit einer Prostituierten, einem Söldner und Waffenhändlern zusammenbringt, sondern auch in einer Paschtunin einen neuen potentiellen Star entdecken lässt – nur, dass die eben nicht öffentlich singen darf, ohne damit rechnen zu müssen, dass man sie dafür umbringt…

Oscar für Bill Murray?

Ganz ehrlich, es erscheint ein bisschen vermessen, dass sich Bill Murray darüber echauffiert, dass er für „Lost in Translation“ keinen Oscar bekommen hat, macht er da doch das, was er seit Jahren nur noch zu tun scheint: Variationen seiner selbst zu spielen… außer vielleicht bei „Zombieland“. So spielt Bill Murray hier eine Art Bill Murray Charakter, der irgendwie ein heruntergekommener Manager ist, aber dabei auch genauso gelangweilt und desinteressiert wirkt, wie man sich Bill Murray vorstellt. Das Problem sind ein wenig die klaren Linien, oder vielmehr deren fehlen. Denn seine Figur ist nicht richtig schmierig, nicht nur ausbeutend, nicht richtig schlecht, nicht richtig heruntergekommen, sondern in allen Punkten nur irgendwie medium. Das macht es dann schwierig, einen richtigen Charakterbogen zu haben, da man sich nur von hellgrau nach etwas dunklergrau entwickelt. Etwas stärkere Kontraste hätten hier geholfen, um dem Ganzen etwas mehr Pepp zu verleihen. So plätschert die Figur ein wenig durch die Handlung, aber so richtig ist man nie überrascht von dem, was sie tut, weil sie ja irgendwie keine feste Haltung hat und wischiwaschi ist. Das ist ein bisschen schade, weil so eben alles im grauen Bereich bleibt, aber nicht wirklich darüber hinausgeht.

Amerika zeigt’s euch Hinterwäldlern!

Zwar verbalisiert eine der Figuren genau dieses Thema, dass man sich nicht unbedingt ausgerechnet von einem Amerikaner etwas sagen lassen muss, aber gegen Ende isses dann doch wieder ein bisschen so, dass der Amerikaner den Zurückgebliebenen den richtigen Weg weist… und irgendwie ist so was niemals schön.

Ein kleines Lob muss man Regisseur Barry Levinson aber dafür machen, dass er es schafft, Zooey Deschanel so zu filmen, dass sie einen nicht ständig mit ihren großen, leeren, toten Augen anstarrt. Respekt! Was er leider auch nicht schafft, ist Bruce Willis zu einer wirklich guten Leistung zu animieren. Der bewegt sich zwar mehr als in „Vice“, aber so richtig selbstironisch, wie man sich seinen Part gewünscht hätte, kommt er dann doch nicht rüber. Da hätte man vielleicht einen Adam Baldwin besetzen sollen, der hier bestimmt mit Freude gegen seine Klischeerollen angespielt und sie herrlich ironisiert hätte. Aber wer kennt schon Adam Baldwin? (Hey, habt ihr denn alle Animalmother aus „Full Metal Jackett“ vergessen… und diesen Armyarsch aus „Independence Day“?)

Mit

Bill Murray (Arne Elsholtz), Bruce Willis (Manfred Lehmann), Kate Hudson (Bianca Krahl), Zooey Deschanel (Anja Stadlober), Scott Caan (Gerrit Schmidt-Foß), Danny McBride (Michael Iwannek), Taylor Kinney (Martin Kautz), Adrian Moayed (Mehmet Yilmas), Beejan Land (Samit Fuchs) – Regie: Barry Levinson

Rock the Fazit

Irgendwie unhomogene Komödie, die weit besser hätte sein können, wenn die Hauptfigur eine konkrete Haltung gehabt hätte, von der aus sie sich hätte entwickeln können. Ab 24. März 2016 im Kino.

Neu im Kino: Mein Ein, mein Alles

Frau beginnt mit schickem Mann eine Beziehung, doch irgendwie kommen die beiden nicht voneinander los, obwohl es besser für sie wäre…

Drama aus Frankreich

Vielleicht aber auch nur wieder ein Film, der uns zeigen will, dass Frauen einfach nicht wissen, was sie wollen? Diese Frau gerät an Vincent Cassel und der ist nicht nur ein großartiger Schauspieler, sondern auch sehr sympathisch. Selbst, wenn er ein Arschloch gibt, und in eine ähnliche Richtung geht es hier. Was ein bisschen das Problem ist, er hat zwar genauso Probleme wie sie, ist eigentlich nicht zuverlässig, aber nicht soooo ein Arschloch, dass man ihr wünschen würde, vernünftig zu werden und sich von ihm zu trennen. Er ist halt ein bisschen vage und das hält den Film irgendwie ein bisschen vage, weil der Konflikt so gesehen nicht so tief geht, wie es der Film gerne hätte.

Wir beginnen mit einem Unfall und der Frau des Films, die in Therapie muss, um wieder laufen zu lernen. Und man denkt, das hängt irgendwie mit dem Mann zusammen, den wir schon bald im Film kennenlernen, oder mit dem gemeinsamen Kind, dass da irgendwas tiefergehendes ist, das wir am Ende erfahren, in dem alles kulminiert und wo wir sehen, warum sie den Unfall so hart nimmt. Doch nichts, Pustekuchen. Und das ist ausgesprochen unbefriedigend, macht es doch den zweiten Handlungsstrang irgendwie nichtig. Es ist eine parallele Handlung, aber die kommt nirgendwoher und führt zu nix und dann kann man es eigentlich auch lassen. Vielleicht soll sie ihren Weg verdeutlichen, sich von ihrem Männe zu trennen, dass sie auf diese Weise ihre Selbständigkeit erlangt – doch der Schluss des Films scheint da eine andere Sprache zu sprechen.

So haben wir also unterm Strich eine sehr gut gespielte aber auch sehr anstrengende Geschichte einer Beziehung, bei der es weder mit der Beziehung noch mit der Trennung so richtig klappen will.

Mit

Vincent Cassel und Emmanuelle Bercot

Mein Ein, mein Fazit

Anstrengend und unbefriedigend, aber gut gespielt. Ab 24. März 2016 im Kino.

Neu auf DVD: Dominion – Staffel 2

Der Kampf Engel gegen Menschen geht weiter. Der Auserwählte entdeckt neue Fähigkeiten, alte Feinde werden neue Gefährten, alte Gefährten werden neue Feinde, Intrigen, Bürgerkrieg, Revolution – und jede Menge Verrat und Betrug…

Gut gegen Böse

Die Handlung aus der ersten Staffel wird nahezu nahtlos fortgeführt. Schön bei dieser Serie ist, dass die Engel nicht die Guten sind, also eine Umkehrung des allgemeinen Klischees (was aber auch schon „Supernatural“ gemacht hat… und der Film „Legion“, auf dem diese Serie basiert). In dieser Staffel nun sehen wir nicht nur, wie der Kampf weitergeht (und wie in Vega eine Intrige die nächste jagt), sondern es gibt auch Blicke in die Vergangenheit. Und die werden besonders ganz zum Schluss SEHR interessant!

Wie schon seinerzeit bei „Buffy“ scheint man auch hier erkannt zu haben, dass es cool ist, einen charismatischen Schauspieler zu haben, der einen Bösen spielt, dass der aber irgendwie so was besonderes hat, dass man ihn irgendwie auf die Seite der Guten holen will, um sich länger an seiner Anwesenheit zu erfreuen (statt ihn umzubringen, also die Figur, nicht den Schauspieler). Ähnliches scheint hier also Carl Beukes widerfahren zu sein, der als Gabriel durch sein Spiel und seine Ausstrahlung einer der Höhepunkte der Serie ist, aber dann doch nicht durchgehend der böse Obergegner sein kann, als den man ihn wohl seinerzeit eingestellt hat. Und das ist eine gute Entscheidung, denn so, wie man Spike gerne an der Seite von Buffy hat kämpfen sehen, sieht man Gabriel gerne in Widervereinigung mit seinem Bruder Michael… bis was dazwischen kommt.

Außerdem kommen noch zwei weitere neue Figuren dazu, einer gut, einer böse, mit denen man aber letztlich auch gerne noch ein bisschen mehr hätte machen können.

Kon seh Quenz

Auch wenn die Musik an manchen Stellen so klingt, als hätte man sie bei „Game of Thrones“ geklaut, so ist diese Serie nicht GoT – was sich besonders in einem Punkt schmerzlich widerspiegelt: Konsequenzen. Um nicht zu sagen: Tote! Während man bei GoT nie sicher sein kann, welche geliebte Figur diese Staffel sterben könnte, nutzt „Dominion“ so gut wie keine Gelegenheit, sich von seinen Hauptfiguren zu trennen – und gerade bei Anthony Head ist das ein wenig schade, denn da hätte es mehr als genug Gelegenheiten gegeben. Der ist diesmal wieder wunderbar als schmieriger Intrigant, aber leider auch furchtbar, wenn man ihm erlaubt, den Oberbösewicht zu geben. Ich schrieb es schon beim letzten Mal, aber da neigt er einfach dazu, ins Kasperleterritorium abzudriften und das ist leider weniger schön.

Weniger schön ist auch, dass man die Serie offenbar nicht verlängert hat. So ergeben sich im ziemlich guten Finale nicht nur ein paar neue Offenbarungen und Perspektiven, sondern leider auch die traurige Gewissheit, dass es nicht weitergehen wird. Sehr schade, denn eine gute Staffel hätte man da sicher noch herausholen können. So müssen wir uns denn leider an dieser Stelle von unseren Helden und Gegnern verabschieden und können nur hoffen, dass Gott in einer anderen Serie zurückkehrt… und Carl Beukes auch!

Mit

Christopher Egan (Sebastian Winkler), Tom Wisdom (Martin Halm), Roxanne McKee (Kathrin Hannak), Luke Allen-Gale (Nils Dienemann), Shivani Ghai (Stefanie Dischinger), Rosalind Halstead (Dana Geissler), Anthony Head (Thomas Nero Wolff), Alan Dale (Michael Mendl), Carl Beukes (Manou Lubowski)

Fazitinion

Gute zweite Staffel, deren Höhepunkt vor dem großen Finale Folge 6 oder 7 ist, in der nicht nur ungeahnter Humor im Supermarkt aufkommt, sondern auch ein alter Mythos neu erzählt wird – sehr schön! Gutes Finale mit einigen hübschen Wendungen, aber ohne Hoffnung auf Verlängerung. Ab 18.3.2016 auf DVD und Blu-ray.

Neu auf DVD: Navy Seals vs. Zombies

So ziemlich genau das, was man bei diesem Titel denken würde. Vize-Präsident muss von Spezialeinheit aus Zombiegebiet gerettet werden, doch das geht natürlich nicht ohne Gewalt und dann gibt es auch noch Wissenschaftler, die in einem Labor an einem Gegenmittel herumpfuschen…

Die lang erwartete Fortsetzung von „Navy Seals“

Okay, die ist es nicht und die hat auch niemand lange erwartet, also zwei Lügen in einem Satz. Es ist

Marine-Seehunde gegen Widerauferstandene Tote

jedenfalls, wenn man es 1:1 übersetzen würde (also quasi wie das deutsche Dialogbuch des Films), also gerade recht zum Osterfest, wo es ja auch irgendwie um Wiederauferstehen geht… nur eben ohne amerikanische Elitesoldaten. Hmm, das wär mal Film gewesen, wenn die Navy Seals eine Zeitreise machen, um Jesus nach der Auferstehung zu bekämpfen, also

Navy Seals vs. Zombies 2: Jesus Z. Christ

aber ich denke, das wird es wohl auch nicht geben. Nun, jedenfalls es gibt Soldaten und Zombies und das ist leider nicht so prickelnd, wie man sich denken könnte. Tatsächlich ist es genauso humor- wie spannungsarm, was schade ist, da man bei einem solchen Titel ja vielleicht in beiden Sparten mal richtig hätte auf die Kacke hauen können. Hinzu kommt, dass alles schlecht ausgeleuchtet ist, so dass man, wenn man nicht wüsste, dass er mit dabei ist, Michael Dudikoff wahrscheinlich nie erkannt hätte. Ja, meine Freunde, Michael Dudikoff ist zurück – und das schon in seinem zweiten größeren Film… nach seinem Interview in der Canon-Dokumentation „Electric Boogaloo“. Dort wirkt er sehr sympathisch, hier tappt er eher im Dunkeln (siehe schlechte Ausleuchtung).

Navy Seals vs. Fazitombies

Nicht erschreckend, aber irgendwie erschreckend langweilig. Nicht, dass das Thema Zombies nicht eh schon ausgelutscht wäre (obwohl das Wort eher für Vampirfilme passt), aber ein bisschen mehr hätte man vielleicht doch draus machen können. Ab 18.3.2016 auf DVD und Blu-ray.

Neu auf DVD: Kill your Friends

Musikmanager ist ein ehrgeiziges Arschloch, das im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, um erfolgreich zu sein…

Doku über die Musikbranche

Nicht ganz…

Nach einer wahren Begebenheit?

Nun, bei diesem Film würde man sich diesen Einleitungstext vielleicht wünschen.

Nach dem Roman von John Niven

Ach, es ist ein Roman. Tja, schade, denn die Art und Weise, wie hier die Musikbranche gezeigt wird, klingt… gar nichtmal so unrealistisch. Jeder versucht den anderen zu verarschen, auszubeuten und besser dazustehen als alle anderen – könnte also so oder so ähnlich wirklich sein. Da sind auch eine Menge Drogen im Spiel, nur das mit dem Mord, das ist dann vielleicht der fiktionale Anteil. Oder die Ausnahme? Aber der Rest…

Nun, wir wissen an dieser Stelle nicht, was unser freundlicher Anwalt dazu sagen würde, ob die Zeichnung der Musikbranche auch nur ansatzweise der Realität entspricht oder einem kranken Hirn entspringt, aber da es ein Film ist, können Sie einfach selbst entscheiden. Es sei denn, Sie arbeiten in dieser Branche, dann wissen Sie es ohnehin besser.

Es geht um ein Arschloch, das nach oben will und das bereit ist, so ziemlich alles dafür zu tun. Das ist gleichermaßen unmoralisch wie unterhaltsam. Es ist böse, gemein, fies und amüsant. Denn wir arbeiten ja nicht in dieser Branche. Nebenbei erleben wir, wie man aus Mist einen Erfolg macht – hätte man noch gezeigt, wie etwas wirklich Gutes ein Misserfolg wird, hätten wir das ganze Spektrum abgedeckt. Doch sowohl die Art und Weise, wie man aus einer schlechten Mädelsgruppe eine erfolgreiche Girlband macht als auch, wie man mit den Künstlern allgemein umgeht, ist durchaus sehenswert – und wahrscheinlich näher an der Realität, als man es sich wünschen würde. Wer also wissen möchte, was wahrscheinlich wirklich mit den Leuten passiert, die nach „Deutschland sucht den Wasweißich“ und GSGEZ oder was auch immer gewonnen haben, der könnte hier vielleicht einen ungefähren Hinweis darauf bekommen.

Mit

Nicholas Hoult, Ed Skrein, James Corden, Rosanna Arquette, Tom Riley, Moritz Bleibtreu

Kill your Fazit

Verfilmung eines Hardcore-Romans über die Musikbranche, die die Stimmung und „Moral“ des Buchs recht gut wiedergibt und möglicherweise tiefere Einblicke in die Branche gewährt, als es die Beteiligten zugeben würden… oder ist es einfach nur Satire? Ab 18.3.2016 auf DVD und Blu-ray.

Neu auf DVD: Doctor Who – Die komplette Staffel 9

Der Doktor und Clara sind zurück. Und diesmal war es nicht unsicher, ob Jenna Coleman weitermachen würde, also wurde dieses Hin und Her der letzten Staffel vermieden. Clara ist fest mit an Bord – und das im doppelten Sinne, denn nicht nur das Ausprobieren von Ersatzmitreisenden fällt diesmal flach, auch, dass sie zum Abendessen zu Hause sein muss, so dass sie statt dessen Vollzeit an Bord der TARDIS sein kann. Das sind gute Verbesserungen zum letzten Mal… und da dies der Doktor ist, verändert sich nicht nur die Figur, sondern hin und wieder auch die Serie selbst. So sind denn in dieser Staffel die meisten Folgen Zweiteiler, bis auf 8 und 9… oder sagen wir, bis auf 8.

Dr. Moffat

Seit der Staffelübergabe an Matt Smith ist Steven Moffat weiterhin der Chef-Autor, der für die komplette Serie verantwortlich ist. Diesmal spürt man einen Hauch Russell T. Davies, zumindest, was die Einführung des Finales angeht, denn das wird, ähnlich dem „Bad Wolf“ in der ersten Staffel der neuen Zeitrechnung, schon relativ früh angedeutet und oft genug wiederholt, dass dem aufmerksamen Beobachter auffallen sollte, in welche Richtung es gehen wird… zumindest grob. Das Ende selbst ist dann… anders. Und das ist ganz schön.

Das „Problem“ mit Moffat bleibt jedoch weiterhin, dass er einfach immer ein besserer Autor als Showrunner war, soll heißen: als Davies die Serie noch geleitet hat, waren die herausragenden Folgen meist die, die von Moffat geschrieben waren. Moffat für „Doctor Who“ war ein bisschen das, was „Buch und Regie: Joss Whedon“ bei „Buffy“ war, nämlich die Folgen, bei denen man feuchte Augen bekommt, wenn man über sie spricht. Und so wie Whedon mit der Stummfilmfolge „Hush“ und der Musicalfolge „Once more with Feeling“ kleine Großartigkeiten schuf, möchten wir an dieser Stelle von Moffat doch mal eine kleine Auswahl an seinen Meisterwerken erwähnen:

  • in seiner Serie „Coupling“ u.a. „The Girl With Two Breasts“

  • bei „Sherlock“ die erste Folge der zweiten Staffel: „A Scandal in Belgravia“

  • und natürlich „Blink“ bei „Doctor Who“

Das sind Episoden, die einfach zum Niederknien gut sind. Wer also die Glanzpunkte von Moffats Schaffen sehen möchte, mit diesen dreien ist man gut bedient. Leider gelingt ihm das, seit er selbst „Doktor Who“ leitet, nicht mehr so richtig. Die Folgen dieser Staffel sind zwar alle gut und auf einem hohen Niveau, aber absolute Höhepunkte wie die erwähnten gibt es leider nicht. Und noch etwas scheint ein wenig zu fehlen: der Humor. Bislang war der Doktor meist eine gute Mischung aus Drama und Humor, doch letzterer tritt in dieser Staffel ein wenig in den Hintergrund und erlebt seine Rückkehr erst im Weihnachtsspecial.

Immerhin erfahren wir, warum der Doktor dieses Gesicht gewählt hat. Und es gibt eine schöne Idee mit Karten, die dem Doktor dabei helfen sollen, in Situationen, bei denen Mitgefühl angesagt wäre, das richtige zu sagen – da hätte man auch gerne noch mehr mit machen können.

Der Inhalt der blauen Box

Die DVD-TARDIS enthält auch diesmal wieder nicht nur die 12 Folgen der Staffel (man scheint inzwischen von 13 auf 12 reduziert zu haben) sondern auch das Weihnachtsspecial (womit wir dann wieder die 13 zusammen hätten), das traditionell bei den britischen Boxen erst immer in der Staffel vom Folgejahr enthalten war, aber vielleicht hat man das auch dort geändert?

Wir beginnen mit einer neuen Begegnung mit einem alten Feind. Es folgt eine Art Geistergeschichte. Dann wird eine Handlung, die an anderer Stelle eröffnet wurde, weitergeführt und alte Bekannte tauchen wieder auf. Eine interessante Doppelfolge, in der man auch die Themen Flüchtlinge und Terrorismus wieder findet, also brandaktuell.

Und nun wird eine neue Figur eingeführt, die zu sehen eine Freude ist, wird sie doch von der wunderbaren Maisie Williams aus „Game of Thrones“ gespielt. Damit eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten – und Handlungsstränge, die uns bis zum Ende der Staffel begleiten. Kurz vorm Finale präsentiert uns Moffat dann noch etwas ungewöhnliches: Gab es in der Vergangenheit oft Folgen, in denen der Doktor durch Abwesenheit glänzte, weil er gleichzeitig das Weihnachtsspecial (oder das Finale?) drehen musste, so haben wir hier eine Folge, in der eigentlich nur der Doktor auftaucht. Ein reines Solo für Peter Capaldi – und dann geht’s ab ins Finale. Als Weihnachtsgeschenk bekommen wir dann noch ein Wiedersehen mit River Song spendiert, das mehr oder weniger an ihren ersten Auftritt in der David Tennant Doppelfolge mit der Bibliothek (geschrieben von Steven Moffat) anschließen wird…

The League of Who

Was uns zur Vollendung einer kleinen Dreieinigkeit bringt: „The League of Gentlemen“. Mark Gatiss war der erste, ein bekennender „Doktor Who“-Fan (und Mit-Schöpfer von „Sherlock“). Er trat neben Tennant im „Lazarus-Projekt“ auf, bevor er einer der Autoren der Serie wurde. Steve Pemberton gab sich die Ehre in der erwähnten Bibliotheks-Folge und nun ist auch der dritte im Bunde, Reece Shearsmith mit von der Partie – in einer von Mark Gatiss geschriebenen Episode.

Bonus Who

Jede Menge Zusatzmaterial, Interviews mit den Beteiligten, Besuch auf dem Set der TARDIS, von Fans mit Fans über Fans, Podiumsdiskussionen, kurz: jede Menge Einblicke in die Entstehung von „Doctor Who“ allgemein und dieser Staffel im Besonderen. Wenn danach noch Fragen offen sind, dann nur, weil Steven Moffat sie nicht beantworten will! Außerdem gibt es für einige Folgen Audiokommentare, in denen man noch mehr über die Serie, ihre Produktion, aber auch etwas über die daran beteiligten Personen erfährt.

Mit

Peter Capaldi (Bernd Vollbrecht), Jenna-Louise Coleman (Luisa Wietzorek), Michelle Gomez (Katharina Koschny), Sylvester McCoy (Michael Schwarzmaier), Colin Baker (Markus Haase)  David Tennant (Philipp Brammer), Alex Kingston (Peggy Sander), Reece Shearsmith (Florian Halm)

Whozit

Gute Episoden, solide Staffel, aber irgendwie fehlt der Moffat- und Who-typische Humor. Ein schöner Abschluss ist insofern das Weihnachtsspecial, in dem der Doktor wieder genau so ist, wie man ihn sich wünscht. Hoffen wir, dass sich diese Leichtigkeit in die nächste Staffel überträgt, bevor Moffat und Capaldi ihren Nachfolgern das Feld räumen. Nichtsdestotrotz: ein Muss für alle „Doctor Who“-Fans. Ab 18. März 2016 auf DVD und Blu-ray.