Neu auf DVD: The Shannara Chronicles – Die komplette 1. Staffel

Elfenprinzessin, Halbling und diebischer Mensch müssen durch das Land zu einem mystischen Ort reisen, um der Gefahr durch einen wiederauferstehenden Dämon zu trotzen…

Der Herr der Dinge

Ist es fair, jede Art von Fantasy mit dem „Herrn der Ringe“ zu vergleichen? Nun, da der irgendwie der Vater aller Fantasy zu sein scheint, kommt man um diesen Vergleich schwerlich herum. Und so gibt es auch hier Elemente, die stark an Tolkiens Ur- und Meisterwerk erinnern, mit ein paar kleineren Unterschieden. Dass es Elfen gibt und Halbwesen und Trolle und Gnome, das klingt ziemlich vertraut. Ob Zauberer nun Druiden heißen und Orks Dämonen macht dann auch keinen großen Unterschied. Der Handlungsbogen, dass ein mächtiger Dämon quasi aus dem Reich der Toten zurückkehrt und langsam braucht, um wieder Form und Gestalt anzunehmen, erinnert ebenfalls stark an Saurons Facebookprofil, bei dem als Status noch immer „Auge“ angegeben wird. Wie dem also auch sei, das eine oder andere wirkt vertraut, aber das lässt sich in diesem Genre vielleicht schwer umgehen.

Die Unterschiede liegen vornehmlich in zwei Dingen begründet. Zum einen ist das alles jünger, will sagen: die Darsteller. Außer John Rhys-Davies, der hier vom Zwerg (und Baum!) im „Herrn der Ringe“ in die Elbenfraktion wechselt und „Dexters“ Vater James Remar als vertrauensunwürdigem aber durchaus interessanten Dieb sind alle Schauspieler nicht nur eher unbekannt sondern auch eher jung. Selbst der Gandalf-Verschnitt der Serie kommt sehr jugendlich daher, was bedeutet, dass die auf Terry Brooks Büchern beruhende Reihe wohl auch eher auf eine jüngere Zielgruppe abzielt. So muss man denn auch auf harte Gewalt und knackige Nacktszenen im Stile von „Game of Thrones“ verzichten, weil das Meiste eher züchtig ist.

Zum anderen spielt diese Geschichte nicht in der Vergangenheit sondern in einer fernen Zukunft der Erde. Das ist eine durchaus interessante Idee, aber leider kommt sie erst gegen Ende der Staffel ein wenig zum Tragen und man hofft, dass da in weiteren Staffeln vielleicht mehr mit gemacht wird. Die sich aufdrängende Frage, wo all diese Wesen herkommen, nun, die wird leider nicht so recht beantwortet. Können von Elfen bis zum Werwolf bei einer Fantasywelt, die in fernster Vergangenheit spielt, alle Arten bis heute ausgestorben sein, so fragt man sich, wo sie denn in einer noch zu kommenden Zukunft herkommen… Vielleicht gibt es auch davon später mehr?

Spielerisch

Alles in allem ist der erste Teil der „Shannara Chronicles“ aber durchaus unterhaltsam. Der Druide ist ganz charismatisch, der Oberdämon ganz gruselig und der blonde Jüng- bzw. Halbling bekommt nette Texte mit einem trockenen, teils kommentierenden Humor. Das macht bisweilen Spaß – lediglich die Tatsache, dass die Schauspielerin, die die Prinzessin gibt, in ihrer Ausdrucksform ein wenig eingeschränkt ist, schmälert ein wenig das Vergnügen. Am Ende der Staffel gibt es dann eine große Schlacht – und ein interessantes Ende. Sogar einen Ausschnitt aus „Star Trek: Der Film“ bekommt man (auf deutsch dankens- und lobenswerter Weise mit der Originalsynchro mit den wunderbaren Stimmen von Gert Günther Hoffmann (Shatner) und Herbert Weicker (Nimoy)), in der nächsten Folge kann man sich dann auch denken, warum, ähnelt die Erklärung für den gesuchten Ort doch ein wenig einer wichtigen in erwähntem Film.

The Fazit Chronicles

Fantasy-Abenteuer für die jüngere Zielgruppe, gute Unterhaltung, die aus ihren Möglichkeiten und Grundlagen in weiteren Staffeln aber hoffentlich noch mehr herausholen wird. Ab 7. April 2016 auf DVD und Blu-ray.

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