Neu im Kino: Wild

Graue Maus fängt grauen Wolf und beginnt mit ihm eine Beziehung…

Psycho und der Wolf

Eigentlich – und auch weit origineller und zutreffender – wäre dieser Titel, denn das Mädel ist bestenfalls Soziopathin, vielleicht wirklich Psychopathin, was sich darin zeigt, wie sie… sich gibt. Und handelt. Und überhaupt. Aber

Pathin und der Wolf

klänge dann doch ein wenig aussageschwach – also eigentlich so wie der tatsächliche Titel des Films. Es geht um ein Mädchen, das irgendwie an ihrem Leben und Arbeit und so nicht so rechte Freude zu haben scheint, dann sieht sie im Stadtpark einen Wolf und den fängt sie dann auch und sperrt ihn in ihre Hochhauswohnung. Ach ja, vorher hat sie noch Kaninchen im Laden gekauft und ausgesetzt, damit der Wolf auch was zum Fressen hat. Kein Scherz. Und unterbezahlte Arbeiterinnen aus Asien nutzt sie auch aus, also fahren wir mit Psycho vielleicht gar nicht so verkehrt. Wenn sie dann den Wolf in ihrer Bude hat, gehen wir langsam in etwas über, das man als Phantasien bezeichnen kann, die Frage ist nur, von wem, Figur oder Autorin. Das ist der Punkt, an dem der Film auf Wegen von „Schossgebete“ und „Feuchtgebiete“ zu wandeln beginnt, was in einer Szene kulminiert, die nicht nur avantgardistisches Theater (Kacken auf Tisch) beinhaltet, sondern vorher wie eine Szene aus einem billigen (oder teuren, auf jeden Fall aber schlechten) Pornofilm anfängt mit zwei (nordafrikanischen?) Putzkräften, die auf den geringsten Wink gleich mit dem Betatschen des Frischfleischs anfangen, was bestenfalls schwierig, nach Silvester in Köln aber irgendwie komplett deplaziert wirkt. Das geht dann über in Sex mit Abspritzen – wie in dem erwähnten Pornofilm. Vielleicht erhofft man sich eine Kritik, in der das Wort „spritzig“ auftaucht. Nun, hier habt ihr sie.

Man fragt sich schlicht, warum Personen das tun, was sie tun. Wenn man’s aber kurz fassen möchte, kann man auch sagen: Sie verhält sich wie eine Frau, die nicht weiß, was sie will. Da das eigentlich im Begriff Frau schon mit drinsteckt, könnte man also sagen, sie verhält sich wie eine Frau, aber damit täte man dann doch den vielen vernünftigen, weniger gestörten Frauen einfach unrecht. Also bleibe ich bei Psychopathin – und ob damit die Figur oder die Autorin/Regisseurin gemeint ist, können Sie ja mal selbst rausfinden. Müssen Sie aber nicht!

Fazit und der Wolf

Irgendwie merkwürdig, aber nicht unbedingt auf eine gute Weise. Der Film beginnt mit Grautönen und wenn die sich hinterher durch die Beziehung mit dem Wolf zu bunten Farben gewandelt hätten, wäre das was gewesen. Aber alles bleibt irgendwie grau. Und wenn sie ihr Verhalten dem des Wolfs angepasst hätte, selbst „wild“ geworden wäre, und zwar so richtig und nicht nur Feuchtgebietemäßig, dann wäre das auch eine Entwicklung gewesen, die auch dem Titel Sinn gegeben hätte. So sieht man aber nur einer Psychotussi dabei zu, wie sie Dinge tut, die kein vernünftiger Mensch tun würde. Das wäre denn als Komödie wahrscheinlich unterhaltsamer. Ab 14.4.2016 im Kino oder einem Wildgehege Ihrer Wahl.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Filme veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s