Neu im Kino: Nomaden des Himmels

Kirgistan. Ein Tal. Eine Familie. Opa, Oma, Tochter, Enkeltochter. Der Vater der Kinder ist tot, der Enkel studiert in der Stadt. Der Tod spielt eine wichtige Rolle – oder stirbt man nicht, sondern wird zum Adler, wie Großvater es seiner Enkelin erzählt?

Der Inbegriff eines ruhigen Films

Viel passiert nicht. Und wenn, dann sicher nicht schnell. Wir erhalten einen kleinen Einblick in das Leben, fernab von Zivilisation, wie es scheint. In einem großen Tal, in dem nur wenige Menschen leben, weit entfernt von der Stadt, von der wir nur hören, die wir aber nie zu sehen bekommen. Und es ist schwer zu sagen, in welcher Zeit genau der Film spielt. Oft sind technische Geräte wie Autos, Handys und Computer ein guter Anhaltspunkt, doch in dieser Welt, die uns ein wenig fremd erscheint, ist es schwer zu sagen, ob es die Gegenwart oder eine nicht allzu weit entfernte Vergangenheit ist. Es spielt auch eigentlich keine Rolle – und macht den Film irgendwie zeitlos.

Drei Generationen leben hier draußen. Sie erhalten Besuch von dem Enkel aus der Stadt, der seiner Schwester ein bisschen etwas über die kleinen Unterschiede zwischen dort und hier erzählt. Dann gibt es noch den Wissenschaftler, der ein Auge auf die Mutter und Witwe geworfen hat. Davon ist Oma nicht sonderlich begeistert. Und Opa ist ein bisschen der Fels in der Brandung – oder dem Fluss, in dem sein Sohn umgekommen ist.

Viel mehr kann man nicht darüber sagen. Der Film ist ruhig, das Tal ist ruhig, die Handlung ist ruhig. Wobei man keinesfalls ruhig mit langweilig verwechseln darf. Nur, weil nicht viel passiert, muss etwas nicht gleich langweilig sein. Das ist „Nomaden des Himmels“ auch nicht. Er gewährt uns Einblicke in ein Land, von dem wir wahrscheinlich nicht viel wissen – oder vielmehr in einen klitzekleinen Teil der Landbevölkerung, die so lebt wie vor vielen Generationen. Das ist durchaus interessant – nur das Schlussbild lässt einen möglicherweise mit ein paar Fragezeichen zurück. Da wäre eine klarere Herausarbeitung, was mit dem Ende nun gemeint ist, durchaus hilfreich gewesen.

Nomaden des Fazits

Extrem ruhig, in seiner Handlung ähnlich kühl und karg wie die Landschaft in der er spielt. Dadurch ist er angenehm anders – aber am Ende hätte man noch arbeiten können. Ab 14.4.2016 im Kino.

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