Neu im Kino: The First Avenger: Civil War

Oder auch:

Captain America: Bürgerkrieg

Oder eher:

Captain America: Paartherapie für Superhelden

Aber da „Captain America“ als Begriff hierzulande wohl nicht so gern gesehen zu sein scheint, wird er wohl stets „Der erste Rächer“ bleiben… aber das nur am Rande.

Nachdem die Avengers diverse Male für Materialschaden und den Tod von Unbeteiligten gesorgt haben, möchte man ihren Status als freischaffende Helden auflösen und sie unter einen Regierungsmantel stecken – doch nicht alle der Kämpfer sind dafür und so kommt es zum Zwist zwischen den zwei Parteien. Auch die Rückkehr von Caps altem Kumpel, dem Auftragsmörder Winter Soldier, wirkt sich nicht unbedingt positiv auf diese Angelegenheit aus…

Mo Tivation

Was heutzutage kaum mehr jemand zu beherrschen scheint, hier ist es da: die Motivation. Damit jede Figur einen guten Grund hat, das zu tun, was sie tut. Obwohl… da beim näheren Drübernachdenken auch mal wieder die Rache eine große Rolle spielt, aber wie dem auch sei, bei jeder Figur kann man verstehen, warum sie so handelt. Und das ist immer gut. Zudem schafft der Film es, mit seinem Material sinnvoll umzugehen. Damit ist nicht gemeint, dass er seine Figuren sinnvoll einsetzt – obwohl er das macht – sondern, dass Dinge, die am Anfang eingeführt werden, später eine Bedeutung haben. Und auch das ist immer schön zu sehen.

Alte und neue Helden

Ein paar sind diesmal nicht dabei, aber viele, viele der Recken aus dem Marvel-Filmuniversum geben sich hier a) die Klinke in die Hand und b) die Ehre. Es werden aber auch neue Figuren eingeführt. Eine davon ist die, bei der man in den letzten Jahren gleich zweimal seine Entstehungsgeschichte verfilmt hat, die „Spider-Man“-Biopics, und da der Spinnenmann wohl schon im Trailer zu sehen war, dürfte das an dieser Stelle kein Spoiler sein. Ein größerer kleiner Höhepunkt ist allerdings, was man mit ihm macht – denn es trifft die Figur hervorragend und sorgt für die herrlichsten Augenblicke im Film. Fast schon Whedonesk gelingt es den Filmemachern in der Kampfszene am Berliner Flughafen, die ansonsten leicht langweilig werdende Schlachtplatte mit Humor zu würzen und damit gleichermaßen aufzulockern wie schmackhafter zu machen. Leider fehlt das in den meisten anderen Szenen des Films eher. So gesehen liegt „Civil War“ stimmungsmäßig näher an „Winter Soldier“ als an den „Avengers“, aber das ist ja durchaus legitim, da er eine Fortsetzung der „Captain America“-Reihe ist. Die große Frage ist denn allerdings, ob sie eher diesem Ton treu bleiben, wenn die beiden Regisseure demnächst die beiden „Avengers“-Fortsetzungen machen oder ob sie es schaffen, dort den leichteren Whedon-Ton zu treffen… aber das werden wir dann wohl zu gegebener Zeit erörtern. So kommt „Civil War“ ein wenig ernster und düsterer daher – aber trotzdem weit lockerer als „Batman v Superman“ aus dem Konkurrenzuniversum.

Mit

Chris Evans, Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Sebastian Stan, Anthony Mackie, Paul Bettany, Jeremy Renner, Don Cheadle, Elizabeth Olsen, Paul Rudd, Chadwick Boseman, Emily Van Camp, Frank Grillo, William Hurt, Martin Freeman und Daniel Brühl – Regie: Anthony & Joe Russo

The Fazit Avenger

Der Kampf der Superhelden untereinander. Diesmal ist der Feind man selbst und statt das mal ordentlich auszudiskutieren, haut man sich lieber ordentlich auf die Fresse. Was zu tollen Actionsequenzen führt, die einen sogar ins exotische Berlin führen. Eine gute Handlung mit vernünftigen Motivationen, der Grundstein für ein paar neue Filme in Marvelhausen und der Beweis dafür, dass Marvel mutig genug ist, bei seinen Helden nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen herrschen zu lassen. Ab 28. April 2016 im Kino.

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